Rhîniel

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Horde Logo.png Rhîniel Sonnenbringer:
RhînielPortrait.jpg
Name des Charakters: Rhîniel Sonnenbringer
IG-Name: [Rhîniel]
Geburtstag: unbekannt
Geburtsort: Silbermond
Familienstand: Waise, ledig
Körpergröße: 165 cm
Handwerkliche Berufe: Juwelenschleifen, Verzauberkunst
Rasse: Icon Blutelf Frau.jpg
Klasse: Icon Paladin.jpg Paladin
Charakter Spezialisierung: Schutz
Gilde: Totemwächter
Gesinnung: Chaotisch neutral


Inhaltsverzeichnis

Aussehen des Charakters

Rhîniel ist eine junge, blonde Blutelfe mit typisch grünen Augen. Ihre Frisur ist streng zu einem Pferdeschwanz nach hinten gebunden. Ihr Körper wirkt adrett und grazil, sie ist aber dennoch zäh und muskelgestählt.

Familie

Vater: Tûr'Gwaith (verstorben)
Mutter: Eryn (verstorben)
Bruder: Tûr'Gwaith II. (verstorben)

Das Leben des Charakters

Kapitel 1 - Der Untergang eines Volkes

Es gab einmal vor langer Zeit in einer Galaxie weit, weit entfernt ein Wesen, das ein Leben voller Gefahren, Abenteuer und Schicksalsschläge führte. Ihr Name war Rhîniel Sonnenbringer und sie wuchs in Silbermond als Tochter einfacher Leute auf. Silbermond war die Hauptstadt des Königreiches Quel’Thalas, der Heimat der Hochelfen, Ihr liebevoller Vater, Tûr’Gwaith, war Angestellter der städtischen Post von Silbermond. Die fürsorgliche Mutter, Eryn, war stets da für sie und ihren kleinen Bruder, Tûr’Gwaith II. Eines Tages überkam das Volk der Hochelfen eine schreckliche Katastrophe. Ihr Heimatland wurde von einem bösartigen Feind angegriffen. Da Rhîniel zu der Zeit an der Schwelle von Kindheit zum Erwachsensein stand, war sie als die Geißel in Quel’Thalas einfiel nicht bei ihrer Familie, sondern zur Lehre in einer Ortschaft an der Ostküste im südlichen Teil des Königreiches. Dort sollte sie von einem bekannten Meister in den Künsten der Juwelenschleiferei ausgebildet werden.

Als die Geißel unter der Führung von Arthas Menethil, dem gefallenen Prinzen Lordaerons, Quel’Thalas eroberte und 90 Prozent der Hochelfen vernichtete, verlor Rhîniel ihr zu Hause. Und auch sie selbst wäre um ein Haar nicht verschont geblieben. Obwohl die Geißel hauptsächlich in Silbermond wütete, verschonte sie trotzdem nicht die umliegenden Provinzen. Als die Legionen des Feindes in dem Ort des Meisters auftauchten, wurden die Bewohner nahezu überrollt und nur wenige konnten sich in die Wildnis retten. Es war chaotisch, viele liefen in Panik blind umher, überall riefen verängstigte Leute „Lauft! Die Untoten kommen!“. Die, die entkamen schlossen sich zu einer kleinen Gruppe Widerstandskämpfer zusammen. Der kleine Ort wurde im Gegensatz zu Silbermond vollständig zerstört.

Angeführt wurde diese kleine Gruppe Überlebender von einem altgedienten Soldaten namens Daug Friedensstifter, der seinen Lebensabend eigentlich in Ruhe verbringen wollte und nun Anführer einer unerfahrenen Schar Dorfbewohner war, von denen die wenigsten überhaupt kampffähig waren. Trotzdem schaffte es Daug die kleine Gruppe vor der Geißel versteckt zu halten und ihr das Überleben zu sichern. Rhîniel war eine der wenigen Hochelfen im kampffähigen Alter. Daher spielte es keinerlei Rolle, dass sie niemals zuvor in ihrem Leben eine Kampfausbildung durchlaufen hatte. Die überlebensnotwendigen Dinge musste sie schnellstens lernen. Andernfalls wäre sie ebenfalls der Geißel zum Opfer gefallen. In den folgenden Wochen lernte Rhîniel von Daug das nötigste zum Überleben und machte sich als begabte Kundschafterin und fähige Kämpferin für die Gruppe nützlich.

Nach und nach konnten Kontakte zu anderen Gruppen Überlebender aufgebaut werden. Ein kleines Informationsnetzwerk entstand, welches Daugs Gruppe mit der einen und anderen Neuigkeit versorgte. So erfuhren sie auch von den bis dahin nur geahnten Ausmaßen des Geißel-Angriffes. Alle wussten bereits, dass etwas mit dem Sonnenbrunnen geschehen sein musste, aber die Gewissheit über die Ereignisse erschütterte die Zuversicht der kleinen Gruppe bis ins tiefste Mark. Besonders am Boden zerstört war Rhîniel als sie erfuhr, dass aus Silbermond so gut wie niemand fliehen konnte. Sie befürchtete das schlimmste für ihre Familie, doch sie sah keine Chance alleine die gefahrvolle Reise anzutreten und darüber hinaus konnte Daug niemanden aus der Gruppe entbehren. Dazu hing das Leben aller nach wie vor zu sehr an einem seidenen Faden.

Monate verstrichen, die ständige Gefahr durch die Geißel wurde zunehmend der normale Zustand. Jedoch nahm von Tag zu Tag der Verlust des Sonnebrunnens stärkere Ausmaße an. Jedes Mitglied der Gruppe hungerte nach Magie. Und für Rhîniel erlosch mit jedem Tag ohne Nachrichten über den Verbleib ihrer Familie ein weiteres Stück Hoffnung sie irgendwann lebend wieder zu sehen. Aus dem frohen jungen Ding, das gerne Juwelenschleiferin werden wollte, wurde binnen kurzer Zeit eine gequälte Seele fern jeder Hoffnung und zugleich eine kampferprobte Kriegerin. Sie tat alles um zu Überleben und ihre Familie irgendwann wieder in ihre Arme schließen zu können. Das sie noch lebte, hatte sie hauptsächlich der Führung Daugs zu verdanken. Und so empfand sie zu Daug auch ein inniges Verhältnis. Es entstand ein Band zwischen ihnen, dass nicht selten ist zwischen Mentor und Schüler. Getragen von gegenseitigem Respekt, Hochachtung und Dankbarkeit.

Von den Königreichen der Menschen war schon lange nichts mehr zu hören gewesen und Unterstützung von dort wurde nicht mehr erwartet. Es wurde sogar angenommen, dass sie alle dem gleichen Schicksal erlegen wären wie Quel’Thalas. Und die Hochelfen hatten außerdem genügend mit der Bedrohung vor der eigenen Haustür zu tun, um tiefer nachzuforschen und sich durch von der Geißel besetztes Gebiet zu schlagen.

Eines Abends war Rhîniel erneut auf Erkundungstour am äußersten Rand der Provinz, nahe der südlichen Grenze von Quel’Thalas. Im Schutz der Dunkelheit sollte sie ungewöhnliche Truppenbewegungen der Geißel im Auge behalten. Denn eines hatte Daug ihr beigebracht: „Wenn du den Feind und dich selbst kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten. Wenn du dich selbst kennst, doch nicht den Feind, wirst du für jeden Sieg, den du erringst, eine Niederlage erleiden. Wenn du weder den Feind noch dich selbst kennst, wirst du in jeder Schlacht unterliegen.“ Jedoch ließ sich nicht viel feststellen. Die Geißel schien Truppen abgezogen zu haben und nur noch in geringerer Stärke anwesend zu sein. Nach einigen Stunden machte sie sich zurück zum versteckten Lager ihrer Gruppe. Noch bevor sie am Lager angekommen war, entdeckte Rhîniel, dass etwas nicht in Ordnung war. Der verborgen gelegene Ort war in Aufruhr. Überall waren Fußspuren, abgeknickte Zweige, niedergerissene Bäume. Sie näherte sich immer schneller dem Versteck, die Vorsicht auf Tarnung zu achten vergessend. Und als sie im Lager stand verzerrte sich ihr Gesicht zu einer Fratze des Entsetzens. Sie war zu spät. Alle waren tot. Auch ihr Mentor Daug. Abgeschlachtet von der Geißel. Einige Leichen wiesen entsetzliche Spuren auf als seien sie angefressen worden. Von den Feinden selbst war bis auf die Verwüstung und all den Toten nichts mehr zu sehen. Rhîniels Welt war erneut erschüttert. Auf den Schultern junger Wesen sollte nicht soviel Tod, Kummer und Verderben liegen. Ihr blieb nur noch eines übrig. Die Leichen verbrennen, damit sie nicht Teil der Geißel würden. Dieses Schicksal musste sie diesen Hochelfen ersparen. Von Hass auf die Geißel zerfressen, machte sie sich daran ihrer Gemeinschaft den letzten Dienst zu erweisen. Während sie dafür Sorge trug, dass ihre gefallenen Kameraden und Kameradinnen die letzte Ehre zu teil wurde, sprach sie zu Daug’s Leichnam: „ Daug, du hast viele Schlachten gewonnen, doch diesen Gegner kanntest du nicht gut genug. Du bist nun verloren, der Krieg ist es nicht!“

Sie war nun vollkommen auf sich allein gestellt. Abgeschnitten von ihrer Familie, verlassen von der Gemeinschaft mit der sie monatelang um das Überleben gekämpft hatte. Und als wäre das alles nicht schon schlimm genug, so musste sie auch den Verlust ihres Mentors erdulden, während ihr Hunger nach Magie nahezu unstillbare Ausmaße angenommen hatte. Der Ort war nicht mehr sicher. Nachdem sie die Leichen verbrand hatte, suchte sie alles Nützliche zusammen, was sie ohne Probleme tragen konnte und machte sich auf den Weg zu ihrer Familie nach Silbermond. Am Ende der langen Reise stand Rhîniel als Kampf erfahrene Kriegerin vor den zerstörten Toren Silbermonds. Doch war sie noch lange nicht am Ende ihrer Geschichte angekommen. Die Geißel hatte sich in der Zwischenzeit nahezu vollständig aus Quel’Thalas zurückgezogen. Silbermond glich einer Geisterstadt, die nur vereinzelt von fremden Plünderern heimgesucht wurde. Die überlebenden Hochelfen schienen mit der Zeit alle in die Nähe der ehemaligen Hauptstadt zurückzukehren, ohne den Mut aufzubringen, sich ihre Hauptstadt zurückzuerobern.

Rhîniel machte sich auf in das Innere Silbermonds, um ihre Familie zu finden. Als sie in der Strasse ihres Elternhauses ankam musste sie jedoch feststellen, dass diese vollkommen zerstört war. Dort konnte sie keine Spuren ihrer Familie mehr finden. Die Geißel war zwar aus der Stadt abgezogen und generell nur noch in geringerer Anzahl gegenwärtig, dennoch war sie nach wie vor ein gefährlicher und überlegener Gegner.

Der Zufall bescherte Rhîniel das Zusammentreffen mit einem alten Freund ihrer Eltern. Er war ein gebrochener Hochelf, halbtot. Ausgemergelt und deutlich gezeichnet von den schweren Zeiten in denen sie alle sich befanden, lag er sterbend in einem Lazarett. Rhîniel wünschte sich nichts sehnlicher als Neuigkeiten über ihre Familie von ihm zu erfahren. Wo waren sie? Geht es ihnen allen gut? Ihre Gedanken sprudelten aus ihr heraus. Doch der Freund schüttelte nur bedauernd mit dem Kopf.

Es war dieser Moment, wo in Rhîniel der letzte Funken Hoffnung erlosch. Und mit ihm anscheinend auch all ihre positiven Gefühle wie Mitgefühl, Liebe, Vertrauen und … Hoffnung. Übrig blieb ein von Hass zerfressendes Wesen das nach Rache durstete und von Hunger nach Magie fast schon vollständig aufgezehrt war. Doch sie vergaß nie die warnenden Worte Daug’s, der damals schon spürte in welche Richtung sie sich entwickelte: „Manchmal bleibt einem nichts mehr ausser der Rache. Doch Rache ist ein Gericht, das man am Besten kalt serviert.“ Von da an kämpfte sie nicht mehr für die Wiederherstellung ihrer Heimat und ihres Volkes, sondern nur noch für die Vernichtung der Geißel.

Die Zeit verging und die Hochelfen eroberten Quel’thalas und Silbermond unter der Führung von Großmagister Rommath zurück, der von Prinz Kael’thas höchstpersönlich entsandt, aus der Scherbenwelt zurückkehrte. Viel hatte sich geändert. Die Allianz war zerbrochen. Die Menschen hatten die Hochelfen zu Verrätern erklärt. Dafür gingen die Hochelfen, die sich fort an in Ehrung an all die gefallenen Hochelfen nur noch Blutelfen nannten ein Bündnis mit der Horde ein. Da die Blutelfen aus einer Richtung Hilfe erhielten, die sie nicht für möglich gehalten hätten. Von abtrünnigen Untoten, die sich von der Geißel gelöst hatten. Unter diesen Untoten viele ehemalige körperliche Wesen, die einst dem Volk der Hochelfen angehörten. In der Tat wurden diese Verlassenen von Sylvanas Windläufer angeführt, der einstigen Beschützerin Silbermonds. Getötet durch Arthas Menethil bei der großen Invasion der Geißel. Dadurch konnte eine Verbindung zwischen den Verlassenen und den Blutelfen erst entstehen und gedeihen.

Für Politik interessierte sich Rhîniel jedoch noch weniger als für den Rest, der ihr bereits egal war. Befehle des Blutritter-Ordens wurden ohne Hinterfragen ausgeführt, da sie nur so ihre Talente und Fähigkeiten weiterentwickeln konnte.


Kapitel 2 - Die Ausbildung einer verlorenen Seele

Rhîniel wurde aufgrund ihrer Taten die Ehre zu Teil sich dem Orden der Blutsritter anzuschließen. Sie ergriff diese Möglichkeit, um ihren unstillbaren Durst nach Magie zu besänftigen, der das gesamte, verbliebene Volk der Blutelfen quälte. Aber auch, da sie auf eine Ausbildung spekulierte, die ihr Vorteile bei der totalen Vernichtung der Geißel bot.

So begann sie mit einem Herzen, dass nur noch dem Hass ein Heim gewährte und durch eine tiefe Einsamkeit nichts anderem einen Platz einräumte, ihre Ausbildung auf der Insel der Sonnenwanderer in der Nähe von Silbermond. Gleichzeitig bereit jeden Auftrag zu erfüllen, der ihr dem Ziel die Geißel zu vernichten näher brachte. Der Hass in ihr brannte jedoch nicht unkontrolliert. Es war keine blind machende Leidenschaft. Es war ein kalter, emotionsloser Hass. Sie wollte, dass all die Schmerzen, das Leid und das Unglück, das ihr durch die Geißel zugefügt worden war, die Geißel in Form schneidender Waffenschläge zu spüren bekommt. Langsam, Auge in Auge, will sie mit ansehen wie jede einzelne Kreatur der Geißel zugrunde geht. Und mit der Geißel auch diejenigen, die für die Geißel verantwortlich waren. Und all jene, die zugesehen haben wie dies geschehen konnte.

Die Aufgaben, die ihr Trainer Jesthenis Sonnensturm ihr auf der Insel der Sonnenwanderer stellte, waren keine Herausforderung für sie. Im Gegenteil frustrierte sie die Nichtigkeit der Aufgaben. Sie absolvierte sie mit grimmiger Entschlossenheit, um in den Rängen des Ordens aufzusteigen und damit einhergehend Zugang zu erhalten zu tieferem Wissen.

Und es kam schon sehr bald der Tag, da wurde sie Richtung Silbermond fortgeschickt, um von anderen Trainern betreut zu werden. Was sie daran störte war die Tatsache, dass sie wie ein guter Samariter ständig Aufgaben für irgendwelche Leute erfüllen sollte oder mit der Missachtung ihrer Lehrer leben musste. So erfüllte sie die unbedeutendsten Dinge bis sie die Aufmerksamkeit von Ritterfürst Heldenblut erlangte. Dieser hohe Meister des Bluttritter-Ordens eröffnete ihr Wissen, welches sie mit fast unglaublicher Euphorie in sich aufsog. Eine sehr mächtige Quelle von Magie. Abgezapft aus einer gefangenen Kreatur, die Prinz Kael’Thas aus der Scherbenwelt nach Silbermond hatte bringen lassen. Bei dieser Kreatur handelte es sich um den Naaru mit dem Namen M’uru. Diese Naaru waren auf Azeroth zu dem Zeitpunkt weitestgehend eine unbekannte Rasse. Wesen, die aus Licht zu bestehen schienen und die mit riesigen Weltenraumschiffen durch die Galaxien reisten. Immer das Ziel verfolgend die Brennende Legion aufzuhalten. Doch das wussten die meisten Blutelfen nicht und angehende Bluttritter fragten nicht eingehender danach, denn sie waren zu fasziniert von dieser neuen Quelle der Magie, die umso so vieles ‚besser’ wirkte wie die Teufelsenergien, die sie seit dem Verlust des Sonnenbrunnens anzapfen mussten.

Sie begriff schnell wie diese Energien auszunutzen waren und brannte von da an darauf möglichst viele Aufträge zu erfüllen, um immer geschickter im Anzapfen dieser Energien zu werden und mehr Geheimnisse des Blutritter-Ordens zu entdecken, der sie nach mehreren Aufnahmeritualen zu einem normalen Mitglied befördert hatte. Doch etwas war seltsam. Je häufiger sie diese Quelle anzapfte, desto mehr schien der Hass in ihr abzuflauen, sobald sie zur Ruhe kam oder ‚Gutes’ tun konnte. Aber immer nur für einen kurzen Augenblick, dann schob sie diese Gefühle beiseite und fokussierte ihren Hass erneut auf die Geißel, die nach wie vor allgegenwärtig in den Ländereien von Quel’Thalas anzutreffen war. Und die Meister des Blutritter-Ordens schickten sie mittlerweile in alle Bereiche des Königreiches, um Aufgaben zu erfüllen. Sie erfüllte ihren Dienst in den Immersangwäldern und den Geisterlanden mit stoischer Entschlossenheit.

So stieg Rhîniel nicht nur rasch innerhalb den Reihen des Ordens zu einer angesehenen Blutritterin auf, sondern sie wurde zu einer gefährlichen Waffe des Ordens. Und der Orden machte regen Gebrauch von ihren Talenten und Fähigkeiten. In den kommenden Monaten war sie in vielen Teilen Azeroths unterwegs. Immer mit dem Segen ihrer Meister. Aufgaben erfüllend, die sich ihr stellten. Mal in offizieller Mission für den Orden, mal von weniger offiziellen Quellen beauftragt, aber immer im Sinne des Ordens. Und mit jeder Aufgabe stieg auch ihre Reputation innerhalb der Bluttritterschaft. Sie selbst entwickelte dabei allerdings immer mehr eine Mentalität, die man am besten als ‚Söldnertum’ umschreiben kann. Ihr war das erfüllen der Aufgaben und den damit verbundenen Belohnungen wichtiger als ‚gute’ Taten vollbracht zu haben und dafür überall Wertschätzung zu genießen. Und doch kamen diese ‚positiven’ Gefühle häufiger als sie es wollte und gebrauchen konnte. Sie benötigte den Hass um weitermachen zu können. Ohne Hass hätte sie nichts als Einsamkeit und Leere.

Ihre Taten zogen immer größere Kreise. Sie war in wenigen Monaten von Winterquell bis Tanaris und von Quel’Thalas bis zum Schlingendorntal bekannt. Nach außen hin wirkte sie für alle wie eine strahlende Heldin, die sich tapfer für die Schwachen schlägt und das Böse bekämpft. Doch in ihrem Inneren obsiegte nach wie vor der Hass auf die Geißel. Doch immer wieder flackerten diese seltsamen Gefühle in ihr auf, die sie wie dieser strahlende Held empfinden ließen, voller Güte und Mitgefühl für diejenigen, die sie gerettet hatte und denjenigen, denen sie ein Ende bereiten musste. Häufig erledigte sie ihre Aufgaben alleine, doch von Zeit zu Zeit nutzte sie Mitstreiter an ihrer Seite. Jedoch verband sie mit keinem eine enge Beziehung. Sie erlaubte es nicht. Sie war dazu emotional nicht in der Lage und es erschien ihr nicht nützlich. Von daher blieb sie für alles und jeden unnahbar.

Es kam der Tag, da riefen ihre Meister in Silbermond nach ihr. Sie befand sich zu der Zeit in den verwüsteten Ländern des ehemaligen Königreichs Lordaerons, welche nur noch die Östlichen Pestländer genannt werden. Lady Liadrin höchstpersönlich erbat sich Rhîniels Anwesenheit in den Hallen des Blutritter-Ordens und sie sprach zu Rhîniel: „Innerhalb meines Ordens existiert ein eingeschworener Zirkel von Eliterittern. Die Mitglieder des Zirkels repräsentieren die Hingebungsvollsten, Fähigsten und Vertrauenswürdigsten aller Blutritter, allesamt handverlesen und vereidigt durch die Ordensführung. Diese Meister sind leicht an ihrem thalassischen Schlachtross zu erkennen. Jeder Kandidat, der sich um die Aufnahme in diese erlesene Gemeinschaft bewirbt, benötigt einen Fürsprecher aus den Reihen des Zirkels und muss seine Hingabe für die zentralen Grundsätze des Ordens unter Beweis stellen. Ich habe beschlossen, Euch als Fürsprecher zur Seite zu stehen, sollte es Euer Wunsch sein, in die Reihen der Meister der Blutritter aufgenommen zu werden..“ „My Lady, ich danke euch für eure Gunst und werde euch nicht enttäuschen!“ erwiderte sie auf dieses Angebot.

Sie stellte Rhîniel ein Bündel an Aufgaben, die es ihr erlauben sollten selbst in den Rang eines Meisters innerhalb des Ordens aufzusteigen. Doch es war nicht nur eine Herausforderung, sondern eine immense Ehre höchstpersönlich von Lady Liadrin auserwählt worden zu sein.

Rhîniel bewältigte die gestellten Aufgaben wahrhaft meisterlich und verdiente sich dadurch ihre neue Stellung im Orden der Blutritter. Es war erneut Lady Liadrin, die höchstpersönlich die Weihezeremonie mit folgenden Worten schloss: „Gut gemacht, Rhîniel. Alle, die sich uns entgegensetzen, würden gut daran tun, die Warnung zu beachten, die du überbracht hast. Unsere Feinde sollten wissen, daß sie in Gefahr sind, vom niedrigsten Fußsoldaten bis zum mächtigsten Helden. Du hast deinen Platz in den Rängen der Meister erworben. Deine Hingabe und Tapferkeit dienen als Beispiel für alle Blut-Ritter! “

Daraufhin ließ man sie wissen, dass es Gerüchte gäbe. Gerüchte über den Prinzen. Man schickte sie auf eine Reise über die Grenzen Azeroths hinaus. Sie wurde in die Scherbenwelt entsandt, um herauszufinden was vor sich ging. Es wurden Vorkehrungen getroffen. Es sollte nicht so aussehen, dass der Orden selbst Nachforschungen in aller Öffentlichkeit über Prinz Kael’Thas anstellte. Stattdessen lautete der offizielle Auftrag Unterstützung einer aufstrebenden Söldnergruppe, die für Furore sorgte in den Grenzkämpfen in der Scherbenwelt. So wurde Rhîniel Mitglied bei dieser Gruppierung, die sich selbst die Nethersturm Legion nannte. Und dort kam sie in die Einheit, die als Totemwächter bezeichnet wurde. Sie sollte sich bei dieser Einheit im Nethersturm melden, jedoch nicht sofort. Der Orden schlug vor, sich erst einmal einen Überblick in den Ländern der Scherbenwelt zu verschaffen und dabei vorzugeben auf der Reise zu sein, die Totemwächter aufzusuchen.

So machte sie sich auf den Weg in die Scherbenwelt. Sie reiste von Silbermond in die Unterstadt, welches die Hauptstadt der Verlassenen war und die unter den Ruinen der Hauptstadt Lordaerons lag. Von dort reiste sie per Zeppelin weiter in einen Außenposten der Orks im Schlingendorntal, namens Grom’Gol. Dort eingetroffen nahm sie die erste Transportmöglichkeit in die äußersten Gebiete des von der Horde kontrollierten Territoriums wahr und erreichte recht bald den letzten und gleichzeitig ersten Außenposten der Horde auf Azeroth, Steinard. Von dort musste sie ohne Unterstützung gesicherter Transportwege durch die Verwüsteten Lande zum Dunklen Portal reisen.

Nach einer langen, ereignislosen Reise war sie schlussendlich am Dunklen Portal angekommen. Ein Kribbeln durchzuckte ihren Körper als sie sich dem Tor näherte. Sie ging Schritt für Schritt darauf zu bis sie gänzlich in das Tor hineingegangen war. Es war wie ein Knall, der ihren gesamten Körper auseinander riss und plötzlich stand sie in einer fremden, unwirtlichen Welt voller neuer, unbekannter Gefahren.


Kapitel 3 - Teuflischer Blutsverrat

Die Höllenfeuerhalbinsel. Da stand sie nun leicht desorientiert auf der anderen Seite des dunklen Portals. Vor sich ein Lager, dass sich Allianz und Horde teilten, um Herr der Lage zu werden und den Dämonen der Brennenden Legion Einhalt zu gebieten. Leichter Abscheu machte sich in ihr bei dem Gedanken daran breit, dass hier die Horde mit den Nachtelfen, Menschen und anderem Abschaum der Allianz paktierte. „Mit Nachtelfen zusammenarbeiten?“ fragte sie sich, „Mit denen, die uns ins Exil trieben? Mit Menschen, die uns als Verräter verstießen und unseren Prinzen exekutieren lassen wollten?“ Es war ihr nahezu unerträglich, dass Thrall an diesem Ort einen Pakt mit der Allianz eingegangen ist. Auch oder obwohl sie nachvollziehen konnte, dass dieses Vorgehen strategisch gesehen klug war, um die größere Bedrohung durch die Brennende Legion kontrollieren zu können. Doch dadurch ließen sich die Gefühle der Abscheu und Wut nicht abschütteln. Sie liessen sich lediglich unterdrücken, im Bewusstsein, dass es sich später als Vorteil erweisen könnte. Schließlich hatte sie selbst in der Vergangenheit auch immer wieder mit Angehörigen der verschiedensten Völker Azeroths zusammengearbeitet und es zahlte sich in Bezug auf den bevorstehenden Kreuzzug gegen die Geißel jedes Mal ein Stück aus.

Rhîniel atmete tief durch und schritt voran in die von der Horde kontrollierte Hälfte des Lagers. Anschließend nahm sie dann den nächst besten Flug raus aus diesem Lager. Ihr erstes Ziel war Thrallmar. Ein Außenposten der Horde, welcher von Nazgrel, einem Sicherheitsoffizier Thralls, gegründet wurde. Dieser Außenposten diente der Etablierung der Horde in der Scherbenwelt und war ein Bollwerk der Rückeroberung Draenors.

Das Land war umkämpft und alles andere als sicher. So musste Rhîniel als Tribut für Nazgrel Aufträge erledigen, die die Position Thrallmars in der Höllenfeuerhalbinsel festigten und so den Nachschub wichtiger Ressourcen sicherstellten. Erst nach Wochen war es ihr möglich weiterzuziehen, um ihren geheimen Auftrag zu verfolgen. Während ihrer Zeit in Thrallmar hörte sie von Geschichten aus den Zangarmarschen und dass dort die Nagas unter der Führung Lady Vashjs Operationen durchführten. Es war ein erster Anhaltspunkt, da Kael’Thas dieser Lady durch das Portal gefolgt war, um sich angeblich mit Illidan Sturmgrimm zu verbünden.

Doch alle Bemühungen in den Zangarmarschen verliefen schlussendlich in einer Sackgasse. Weder in dem Hordestützpunkt der Sumpfratten noch in Zabra’Jin gelangte sie an nützliche Informationen. Trotzdem sie vielen Spuren folgte, die sie darüber hinaus nach Sporregar und in die Zuflucht des Cenarius führten, konnte sie keine Neuigkeiten erfahren. Lady Vashj war unerreichbar im Schlangenschrein verbarrikadiert. Eins jedoch stand fest, diese Lady Vashj und ihre Nagas führten etwas Dunkles im Schilde. Ihr Tun war zwar fürs Erste gestoppt, aber es war ungewiss wie lange sich die Nagas davon aufhalten ließen. „Wie verzweifelt musste der Prinz gewesen sein, um mit diesen Wesen eine Allianz einzugehen?!“ fragte sie sich.

Rhîniel verließ die Zangarmarschen und folgte einem vagen Tipp, der sie nach Shattrath führen sollte. Shattrath, die Stadt des Lichtes, Heimat uralter Helden und der Naaru. Jenes Volkes, dessen Mitglied die Blutelfen gefangen genommen hatten und dessen Energien sie anzapften, um ihren Durst nach Magie zu stillen. Ein Gefühl der Reue überkam Rhîniel bei diesem Gedanken. Doch sie vergrub es tief in sich. Diese Naaru durften nichts erfahren und sie brauchte Informationen. Man gewährte ihr eine Audienz beim Anführer der Naaru, A’dal. Doch bevor es zu einem konkreten Gespräch kam, wurden sie unterbrochen von Khadgar, einem menschlichen Erzmagier, der als eine Art Berater A’dals fungierte. Sie war alles andere als erfreut von dieser Unterbrechung, jedoch schien es ihr nicht ratsam für Ärger zu sorgen und so wurde sie erst mal in der Stadt herum geführt. Und es sollte sich für sie lohnen. Khadgar’s Diener erzählten ihr von den Aldor, einer Priester-Kaste von Draenei-Wesen, den gleichen Wesen, die auch auf Azeroth vor kurzem aufgetaucht waren. Doch das waren nicht die interessanten Neuigkeiten. Wirklich interessant waren die Informationen über eine Gruppe Blutelfen, die sich selbst die ‚Seher’ nannten. Abtrünnige Blutelfen, die sich gegen Kael’Thas gestellt hatten, weil dieser angeblich nicht nur Illidan diente, sondern auch der Brennenden Legion, den Schöpfern der Geissel! Das waren die Informationen, weswegen sie vom Orden losgeschickt worden war. Doch entsprachen diese der Wahrheit? Sie musste es herausfinden. Sie ließ ein Treffen mit den Sehern arrangieren und versuchte deren Vertrauen zu erlangen.

Voren’Thal, der Anführer dieser Seher, war zu Gesprächen bereit, obwohl ihm klar gewesen sein musste, dass ein Blutelf aus Azeroth in den Sehern erst einmal nur Verräter sehen konnte. Doch er erkannte schnell, dass Rhîniel an diesen Informationen aufrichtig interessiert war, die er ihr geben konnte und so erzählte er ihr, wie es zu dem Verrat gekommen war, was die Gründe dafür waren und dass er diese Informationen nicht einfach nach Silbermond übermitteln konnte. Ein solcher Verrat wie vom Prinzen wäre nie geglaubt worden, schon gar nicht vorgetragen von ‚Verrätern’. Nichts desto trotz kamen Voren’Thal und Rhîniel überein eine Geheimdepesche an Lady Liadrin zu verfassen und das Rhîniel weitere Beweise zusammensuchen sollte, um die Glaubwürdigkeit der Seher beim Volk der Blutelfen zu stärken.

Rhîniel war betrübt, dass Kael’Thas, der Heilsbringer für ihr Volk, so weit vom Weg abkommen konnte. Wie konnte der Prinz ein Diener der Brennenden Legion werden?

So kam es, dass Rhîniel sich auf Anraten der Seher aufmachte in die Wälder von Terrokar. Ihr Auftrag führte sie dort in das Lager der Steinbrecher. Sie sollte dort Seargant Chawni aufsuchen und herausfinden, ob dieser neue Erkenntnisse besaß über den Posten der Feuerschwingen, einem Posten von Kael’Thas ergebenen Blutelfen, Im Lager der Steinbrecher angekommen, wurde Rhîniel darüber in Kenntnis gesetzt, dass unverzüglich ein Angriff auf den Posten der Feuerschwingen erfolgen musste, da diese im Besitz einer gefährlichen Waffe waren. Einer Bombe, die bereits ein Lager der Cenarius-Expedition vernichtete. Rhîniel schloss sich der Offensive an und es wurde ein voller Erfolg. Die Blutelfen wurden vernichtend geschlagen, Gefangene aus den Händen der Feuerschwingen befreit und die Bombe zerstört.

Aber reichte dies als Beweis aus? Angeblich unterstanden die Blutelfen des Feuerschwingen-Postens Kael’Thas, doch ließ sich das nicht beweisen. Es gab keine überlebenden Feinde, denen man diese Informationen hätte entlocken können und die befreiten Gefangenen besaßen für Blutelfen einen zweifelhaften Ruf. Nein, es mussten eindeutigere Beweise her. Beweise, die man direkt und unumstößlich mit Kael’Thas und der Brennenden Legion in Verbindung bringen konnte.

In den nächsten Wochen ergaben sich keine neuen Spuren und so verdingte sich Rhîniel als bezahlte Söldnerin und erledigte in den Wäldern von Terokkar diverse Aufträge, um ihre Weiterreise zu finanzieren. Es spielte für sie keine Rolle, ob sie kleine Kinder aus den Händen bösartiger Vogelwesen befreien sollte oder riesige Spinnenmonster zur Strecke brachte. Es war alles nur bedeutungsloses Geplänkel, dass ihr weder in Bezug auf Kael’Thas Pakt mit der Brennenden Legion noch in ihrem Kampf gegen die Geißel weiterhalf.

So reiste Rhîniel durch die Ländereien der Scherbenwelt. Ihre Wege führten sie in das Schattenmondtal, in den Schergrat und nach Nagrand. Überall suchte sie nach Spuren, doch finden konnte sie keine. Sie erledigte viele Aufträge für allerlei buntes Volk und konnte sich dadurch bei vielen Fraktionen der Scherbenwelt einen guten Ruf erwerben, wodurch sie sich erhoffte an nützliche Informationen über kurz oder lang zu gelangen.

Und das Schicksal erwies sich einmal mehr als launische Diva. Es war zu der Zeit als sie sich in Nagrand aufhielt und dort etliche Missionen für die Mag’har erledigte. Sie erwarb sich das Vertrauen dieses Orkstammes und durch ihre Taten wirkte sie direkt mit bei einem Ereignis epochaler Bedeutung. Es stellte sich heraus, dass die alte Anführerin der Mag’har, Großmutter Geyah, nicht irgendeine alte Orkanführerin war, sondern dass sie die Großmutter des Anführers der Horde war. Die Großmutter von Thrall! Rhîniel wurde fortan als Held bei den Mag’har verehrt und auch Thrall war sichtlich dankbar, doch auch wenn dies ein großer Tag für die Horde war, für ihre eigene Mission war dies fürs erste nicht von Belang.

Letztendlich fand sie nirgends weitere Indizien und es war schon einige Zeit vergangen. Sie musste sich allmählich im Nethersturm bei den Totemwächtern melden und sich ein Bild von diesen Abenteurern verschaffen, die für soviel Furore in der Scherbenwelt gesorgt hatten. Am Ende der mühsamen Reise kam sie nach wenigen Tagen in eine von Kobolden kontrollierte Stadt namens Area 52, wo sie sich bei dem Anführer der Totemwächter melden sollte. Doch von diesem oder jemand anderem dieser Einheit war niemand zugegen. Man hinterließ lediglich eine Nachricht, dass das Püppchen aus der Blutelfen-Stadt sich bis auf weiteres in der Area 52 bereithalten solle und die Einheit derzeit eine Geheimmission ausführe, wo man keinen Grünschnabel dabei haben wollte. Und dass sich die Dame solange mit Aufträgen der hiesigen Bevölkerung beschäftigen solle. Rhîniel war stinksauer. Wie konnte eine Bande Söldner dermaßen unverfroren mit einem Mitglied des Blutritter-Ordens umgehen? Aber anstatt sich über Dinge aufzuregen, die sie nicht ändern konnte, beschloss sie der Empfehlung zu folgen und Aufträge der Bevölkerung anzunehmen und zu erfüllen. Und das Schicksal erwies sich erneut als launisch. Doch dieses eine mal im positiven Sinne. Unter den unzähligen Missionen, die sie in ihrer Wartezeit erfüllte, wurde sie auch mit der Investigation und Ausschaltung diverser Manaschmieden beauftragt, die unter der Kontrolle des Prinzen Kael’Thas standen. Und in der Manaschmiede Ara war es dann endlich soweit. Die Schmiede wurde eindeutig sowohl von Kael’Thas Schergen wie auch Dämonen der Brennenden Legion gemeinsam beschützt. Dies war der benötigte Beweis für den Verrat des Prinzen an seinem eigenen Volk. Ein Pakt mit dem Feind war intolerabel und nach langer Suche endlich bewiesen. Sie übermittelte die neuen Beweise dem Orden und dieser entschied, dass Rhîniel weiterhin mit der Nethersturm Legion zusammenarbeiten sollte, die Rhîniels Fähigkeiten getestet hatten, in dem sie sie im Nethersturm die Aufträge erfüllen liessen. Rhîniel war bereit und die Nethersturm Legion entschlossen loszuschlagen gegen die großen Übel, die die Scherbenwelt bedrohten. Die Anführer der Nethersturm Legion hatten einen Plan ausgearbeitet, der minutiös abgearbeitet wurde.

Kapitel 4 - Der Kreuzzug gegen die Brennende Legion

Und auch wenn es zunächst widersprüchlich erschien, so musste zuerst eine Unternehmung in die alte Welt stattfinden. Im Turm Karazhan war ein Relikt, welches benötigt wurde um in den Schlangenschrein einzudringen. Dem Ort, an dem sich Lady Vashj verbarrikadierte. Um zu ihr zu gelangen mussten das Relikt aus Karazhan und eines aus dem Unterschlupf von Gruul dem Drachenschlächter organisiert werden. Beides gelang. Und auch Rhîniel verdiente sich ihre Meriten an vorderster Front in diesen Kämpfen.

So begann der Feldzug. Der Plan sah vor, zuerst Lady Vashj zu stoppen und sich im Anschluss mit der Gefahr, die vom Prinzen ausging zu beschäftigen. Wenn der Weg zu Kael’Thas über die Leiche dieser Naga führen sollte, dann war Rhîniel bereit dies zu tun. Und so rückte sie gemeinsam mit der Nethersturm Legion und anderen Abenteurern in den Schlangenschrein ein. Doch Lady Vashj war nicht untätig gewesen. Sie war bestens vorbereitet auf Angriffe und hatte ihre stärksten Verbündeten um sich geschart. Doch sie alle fielen. Hydross, Leotheras, Tiefenlord Karathress, Morogrim Gezeitenwandler und ein hässlicher Fisch. Schlussendlich stand Lady Vashj alleine gegen die Nethersturm Legion. Ein Kampf brach los. Auf der einen Seite die mächtige Meerhexe, auf der anderen angehende Helden. Unter ihnen Rhîniel. Sie kämpften, sie bluteten, sie verloren Mitstreiter. Doch am Ende obsiegten sie und die Lady war vernichtet.

Nun war die Zeit gekommen. Ein Sturm erhob sich und richtete sich gegen Kael’Thas. Der Zugang zu seiner Festung der Stürme wurde durch die Mithilfe der Naaru geöffnet. Natürlich war dies nicht völlig ohne vorherige Überzeugungsarbeit geschehen. Und so musste Rhîniel bei der Vernichtung des Grubenlords Maghteridon behilflich sein, um den Naaru zu verdeutlichen, dass man der Hilfe wert war und bereit war gegen den Prinzen ins Feld zu ziehen. Als frischerkorener Champion der Naaru kämpfte Rhîniel im Bündnis mit der Nethersturm Legion nun gegen den, der bis vor kurzem noch für das Volk der Blutelfen der große Retter gewesen war. Aus dem Retter wurde ein Verräter. Doch es war kein Hass der Rhîniel leitete. Sie spürte nicht die gleichen bösen Emotionen wie im Kampf gegen die Geißel. Es war mehr Mitleid mit dem Prinzen. Er war nach wie vor ein Held. Er hatte das Volk der Blutelfen gerettet. Vielleicht nicht endgültig gerettet, aber dennoch gerettet. Ohne ihn wären sie bereits in die Ewigkeit übergegangen. Dies war nicht nur Rhîniels fester Glaube, sondern auch der vieler anderer Blutelfen. Doch wo der Prinz ein ganzes Volk retten konnte, dort verlor er sich selbst. Und das was nun übrig war, musste aufgehalten werden. Denn nicht alle Blutelfen wollten es wahr haben. Und manche waren sogar bereit trotz allem Kael’Thas und der Brennenden Legion zu folgen. Auch sie mussten gestoppt werden.

Es kam nun der Tag der Entscheidung. Die Nethersturm Legion und andere Helden drangen in die Festung der Stürme ein, in die innersten Sicherheitsbarrieren. Niemand konnte sie aufhalten. Die Jünger und Bestien Kael’thas wurden vernichtend geschlagen. A’lar, der Leerhäscher, Hochastronom Solarian. Sie alle wurden überwunden. Nun stand man Kael’Thas und seinen letzten Dienern gegenüber. Bis auf Thaladred, Sanguinar, Capernian und Telonicus waren alle Diener geflohen oder schlimmeres.

Es war ein bedrückender Moment. Ein Moment der Stille. Beide Seiten standen sich gegenüber. Bereit für die eigenen Überzeugungen in den Tod zu gehen. Und dann geschah es. Der Kampf begann. Die verbliebenen Streitkräfte des Prinzen wehrten sich bis zum letzten Atemzug. Doch der Übermacht hatten sie nichts entgegenzusetzen. Doch kapitulieren wollte niemand. Doch als der Sieg bereits so nahe schien, da entfesselte der Prinz all seine Kräfte und die Schlacht tobte erneut auf. Die Helden wurden durch die Lüfte geschleudert, Blitze zuckten, ständig attackierten Phönixe und der Prinz selbst feuerte einen vernichtenden Feuerball nach dem anderen ab. Und mitten im Getümmel an vorderster Front stand Rhîniel, sich nichts mehr wünschend als dass dieser Albtraum bald ein Ende finden möge. Auf die eine oder andere Weise. Und wenn es noch ein Fünckchen Gerechtigkeit im Universum gäbe, dass der Prinz von seinem Leiden erlöst würde. Plötzlich ging es rasend schnell. Niemand begriff was geschehen war, doch der Prinz Kael’Thas war tot zusammen.gebrochen Es war vorbei. Der Verräter war tot.

Die siegreichen Helden kehrten nach Shattrath zurück, um den Naaru vom Sieg zu berichten. Und als A’dal vom Sieg erfuhr und ganz Shattrath davon in Kenntnis setzen wollte, da geschah es: „Your monkeys failed to finish the job, naaru! Beaten but alive... The same mistake was not made when we took command of your vessel. All for what? Trinkets? You are too late. The preparations have already begun. Soon the master will make his return. And there is nothing you or that fool, Illidan, can do to stop me! You have both served me in your own right - unwittingly. Lay down your arms and succumb to the might of Kil'jaeden!“

Es war nicht zu Ende! Der Verräter konnte irgendwie entkommen und alle mit seinem vermeintlichen Tod täuschen! Er war verschwunden. Wohin? In etwa zur gleichen Zeit verschwand auch der gefangene Naaru aus Silbermond wie sich später herausstellte. Ein Zufall? Oder verlief nach wie vor alles so wie es der Verräter seit langem plante? Kael’Thas war verschwunden und es würde einige Zeit dauern, um sein neues Versteck und seine Pläne aufzudecken. Doch eine andere Gefahr war greifbarer. Dringender. Der bronzene Drachenschwarm alarmierte die tapfersten Helden Azeroths. Die Wächter über die Zeitlinien waren in Aufruhr. Vergangene Ereignisse seien manipuliert worden und nur wenn man diese Veränderungen rückgängig machen würde, könnte man die Existenz des Universums aufrechterhalten.

So blieb wenig Zeit zum Erholen. Man brach auf in die alte Welt. In den Höhlen der Zeit in Tanaris wurden Portale erschaffen mit deren Hilfe man in die veränderte Vergangenheit reisen konnte. Nur die tapfersten, erfahrensten Kämpfer wurden instruiert und durch das Portal in die Vergangenheit geschickt. Zu ihnen zählte Rhîniel. Es war die Schlacht um Hyjal. Der Kampf gegen eine Übermacht. Und gegen Archimonde.

Die Helden mussten sicherstellen, dass kein Lager zu früh von den Horden des Bösens überrannt wurde. Dazu mussten sie unzählige Wellen an Gegnern niederringen. Unter ihnen auch wahre Scheusale wie den Furor Winterfrost, einen Lich, Anetheron, einen Schreckenslord, sowie Kazrogal und Azgalor, beides Grubenlords. Und am Ende standen die Helden ihm gegenüber. Archimonde der Verführer. Einer der obersten Anführer der Brennenden Legion. Dem Bösewicht, der mit dafür verantwortlich war, dass die Heimat Rhîniels in Schutt und Asche verwandelt worden war. Der dafür verantwortlich war, dass sie ihre Familie, ihre Freunde und ihre Zukunft verloren hatte. In ihr keimte der nackte Hass. Eine schier unendliche Mordslust beherrschte sie. Auch wenn dies die Vergangenheit war, hier und jetzt konnte sie ihrem Hass freien Lauf lassen, ihn entfesseln und gegen ihn richten! Mit bestialischer Kraft kämpfte sie unermüdlich, steckte die stärksten Hiebe weg oder wich ihnen aus. Ein wahnsinniger Kampf tobte. Und im Zentrum des Wahnsinns stand sie und schien ihn geradezu zu selbst produzieren. Wie von Sinnen drosch sie auf ihren Feind ein. Einem Gegner, der mächtiger war als die Übermacht an Helden, die sich gegen ihn stellte. Doch dann geschah es, in dem Moment, wo Archimonde sich der Gefahr durch die Helden bewusst wurde und ihnen ein Ende setzen wollte, da griffen die Geister ein und beschützten den Weltenbaum und die Helden vor Archimonde. Sieg! Die Zeitlinie war wieder hergestellt und die Welt an diesem Tag gerettet.

Zurück in der Gegenwart war Rhîniel verändert. Der innere Hass war nicht weg, aber er war anders. Sie konnten ihn mehr denn je kontrollieren und sie konnte das Schicksal und die Vergangenheit akzeptieren. Das Böse in ihr selbst schien besiegt. Sie selbst wusste das noch nicht zu dem Zeitpunkt. Doch sie befand sich nun nicht mehr auf einem Pfad, der sie in ihren Untergang führen musste. Ihre Zukunft war nun eine zeitlang offen und hing vor ihren kommenden Entscheidungen ab.

Ein paar Wochen waren Rhîniel vergönnt, doch dann war es mit der Ruhe wieder vorbei. Es gab zwar keine Neuigkeiten von Kael’Thas aber man entdeckte bei Illidans Verteidigungsmauern am Schwarzen Tempel geheime Eingänge. Es war an der Zeit mit einem weiteren Übel aufzuräumen. Illidan hatte sein Leben lang immer die falschen Entscheidungen getroffen und war nun endgültig zur Seite des Bösen übergetreten. Manche sagten auch einfach, er sei schlicht verrückt geworden. Ein Witz machte die Runde, dass das auch nicht anders hätte ausgehen können mit diesem schizophrenen Nachtelf, der einen sprechenden Schädel als besten Freund hat.

Vorbereitungen wurden getroffen. Geheime Bündnisse mit Dienern Illidans geschmiedet. Dann kam der Tag, an dem alle Planungen abgeschlossen und alle Details besprochen waren. Es war Zeit erneut einen Schlag gegen das Böse zu tätigen.

Erneut zog Rhîniel im Dienste der Nethersturm Legion in den Kampf an der Seite vieler Helden. Es mussten viele Agenten Illidans und andere seiner Diener ausgeschaltet werden. Doch keiner konnte die Heldenschar aufhalten, die gekommen war, um Illidans ‚Herrschaft’ ein Ende zu bereiten. Es mussten viele Gegner ausgeschaltet werden, darunter so starke wie der Kriegsherr Najentus, ein kampferprobter Naga. Oder Supremus, ein infernalische Bestie der Brennenden Legion im Dienste Illidans. Es galt Akama von seiner Versklavung zu befreien und darüber hinaus mussten weitere Gegner ausgeschaltet werden: Gurtogg Siedeblut, Teron Blutschatten, die Essenzen der Seelen, Mutter Shahraz und der Rat der Illidari.

Sie alle wurden geschlagen. Wieder mal war ein Bösewicht am Ende allein und musste sich seiner Bestimmung stellen. Und Rhîniel war da, um sicherzugehen, dass diese Bestimmung erfüllt werden würde.

Rhîniel war mittlerweile mehr als kampferprobt. Sie war schon fast eine Legende unter den Blutrittern. Sie kämpfte zäh und rang jeden Feind nieder. Und auch Illidan musste feststellen, dass diese Helden eine Gefahr für ihn waren. Der Kampf tobte. Es ging hin und her. Rhîniel ging über ihre eigenen Grenzen hinaus Sie war erschöpft wie alle ihrer Mitstreiter. Doch auch Illidan zeigte Schwäche. Und dann kam sie: Maiev. Ein Dialog entbrannte zwischen Jägerin und Gejagtem. Und endlich zeichnete sich das Ende ab. Illidan fiel. Und Maiev.. verschwand. Leer und ausgebrannt. Etwas, wovon Rhîniel so langsam auch eine Ahnung erhielt. Was unterschied sie von Maiev? Gab es einen Unterschied zwischen der Vendetta Maievs gegen Illidan und ihrem eigenen Rachefeldzug gegen Arthas? Sie wusste keine Antworten. Doch diese Fragen beschäftigten sie mehr denn je.

Nach dem Sieg über Illidan kehrte sie gemeinsam mit den anderen nach Shattrath zurück. Tage vergingen. Weder gab es derzeit Passagen nach Nordend noch Neuigkeiten über Kael’Thas. Es kehrte etwas Ruhe in ihr Leben ein und sie konnte die letzten Jahre reflektieren. Bis… [to be continued]


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