Myghthyena
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| Myghthyena | |
| Name des Charakters: | Myghthyena Wildfire |
| IG-Name: | Myghthyena |
| Titel: | Jägerin des Wildfireclans |
| Alter: | 21 |
| Familienstand: | ledig |
| Körpergröße: | 210 cm |
| Handwerkliche Berufe: | Kräuterkunde, Alchemie |
| Rasse: | |
| Klasse: | |
| Charakter-Spezialisierung: | Großwildjägerin |
| Gesinnung: | rechtschaffend gut |
| Gilde: | Klingen Nordends |
| Wohnort: | streift im Brachland umher |
Inhaltsverzeichnis |
Aussehen Myghthyenas
Myghthyena hat das selbe helle, gestriemte Fell wie ihre Mutter und eine im Vergleich dazu recht dunkle und ungeflegte Mähne ohne Flechtwerk oder sonstigen Schmuck. Ihre Augen sind smaragtgrün , die Farbe des Lebens sagt man ... Sie sie hat kleine hellbraune Hörner die sie sich selber eigendlich größer wüncht und trägt meistens nichts weiter als leichte Jagdttracht aus Leder die sie nicht beim Anpirchen behindert auch dan wen sie nicht auf Jagt ist.
Auftreten
Myghthyena oder "Myghty" wie ihre Freunde rufen dürfen ist sehr neugierig und unerschöpflich tolerant gegen andere Völker auch wen sie selber am mit anderen Tauren zusammensizt. Sie ist eine herforagende Jägerin und hat großen Respeckt vor dem Gleichgewicht der Natur und dem Leben ihrer Beutetiere. Wen sie etwas erlegt hat sieht man sie vor dem Tier niederknien und beten. Sie gilt zwar als wachsames Wesen ist aber immerzu von einer scheinbar haltlosen Unruhe erfüllt die es ihr unerträglich macht lange an ein und dem selben Ort zu weilen.
Familie
Vater:Takim Wildfire Hauptjäger des Clans (durch den Verat Yraaeis umgekommen)
Mutter:Branka Wildfire Weberin des Clans (kurz nach Myghthyenas Geburt verstorben)
Astalte die damalige Anführerin hatte Takim beim Aufziehen der kleinen Myghthyena stehs beigestanden musste aber eines Tages von ihrem hohen Alter dazu verdammt den Stamm verlassen und verbrachte ihre letzten Tage in Donnerfels ehe sie eines natürlichen Todes starb.
enge Freunde
Hogath Warrwizzard,
Envitario Swifblade,
Fawn Wildherz,
Marahute ( kein Nachname da Wolf)
Zitate
"Geschöpf der Erdenmutter vergib mir das ich dein Leben nam doch ich tat es weil wir das Fleisch brauchen. Gehe in Frieden und verschone uns mit deinem Zorn ..."
"Warum denkst du nicht mal mit nem anderen Körperteil ? Deinem Hirn zum Beispiel!"
"Ich werde nicht fliehen, mich nicht verstecken und niemals in Angst leben!"
"Euer Vertrauen ehrt mich ..."
Myghthyenas Leben in Kurzform
Myghthyena gehörte zum Wildfireclan der warscheinlich letzten normadischen Taurensippe des Brachlandes. Sie ist die Tochter des Großwildjägers Takim Wildfire und seiner Gefärtin Branka die wenige Stunden nach der Geburt ihrer Tochter dem Fieber und der Erschöpfung erlag. Die junge Taurin überlebte nur knapp weil sie unter der Führung der Matriarchin Astalte aufwuchs die den Säugling dazu bringen konnte ein Gemich aus warmen Wasser und Kodomilch an zu nemen. Von Anfang an sah Yraaei, ein unfähiger und abergläubiger Shamane, in Myghthyena ein schlechtes Vorzeichen und trachtete dem Kind, da sie wärend einer Mondfinsternis das Licht der Welt erblickt hatte nach dem Leben.
Sie wuchs denoch glücklich und wohl behütet auf und freundete sich in Ermangelung gleichaltriger Spielgefärten mit einem jungen Ork aus Wegekreutz an, Hogath Warrwizzard. Als sie 12 Jahre alt war stützte die Matriarchin des Clans schwer und konnte die Wanderung ihrer Sippe mit über 130 Jahren nicht länger anführen da ihre Hufe bereits lange Zeit schwer erkrankt waren und die zusätzliche Wunde sie entgültig erlahmen lies. Astalte zog aleine nach Mulogre und ernannte den Schmied Voss zum Neuen Oberhaupt.
Einige Jahre spärer zerfrass die Tatsache das er sich geirrt haben musste dem gescheiterten Shamanen Yraaei das letzte bischen Verstand und er hatte versucht Myghthyena heimtückisch zu ermorden was zu seiner Verbannung aus der Sippe durch Voss führte. Nachdem er eingie Wochen hungernd und frierend durch das Brachland gezogen war und oft tagelang aus Angst vor Feinden und Raubtieren nicht geschlafen hatte sabutierte er die Wanderung des Wildfireclans und vergiftete die brankige Oase eine lebensnotwendige Wasserstelle. Obwohl Voss das giftige Wasser rechtzeitig als solches erkannte hatte starb die ganze Sippe an Wassermangel. Myghthyena alein war nicht unter ihnen da sie ein schwerer Streit in die entgegengesetzte Richtung getrieben hatte wo sie eine saubere Quelle vorfand. Auf dem Rückweg sties sie auf die sterblichen Überreste ihres Stammes und auf die ihres Vaters.
Die junge Jägerin schwor bluttige Rache und begann Yraaei der das Brachland inzwichen verlassen hatte zu verfolgen. Unterwegs wurde sie jodech von einer Patroulie der Allianz aufgehalten und konnte sich nur mit der Hilfe eines fremden Sindorei namens Envitario Swiftblade befreihen in Ratchet schloss sich ihnen Hogath ebenfalls an um seiner Kindheitsfreundin bei zu stehen.
( Ich kürze es ab ...)
Nachdem Yraaei seine verdiente Strafe erhalten hatte musste Myghthyena das Brachland verlassen da sie dort aleine kaum überlebt hätte. In Mulgore erschien ihr der Geist einer Löwin als Antwort auf ihr verzweifeltes Flehen zu den Ahnen ihr den richtigen Weg zu weisen. Als sie versuchte dem Geist zu folgen stolperte sie über einen einäugigen Jäger. Der alte hatte auch Astaltes Weg gekreutzt und half Myghthyena indem er ihr erlaubte seiner Gilde bei zu tretten. Als sie gelernt hatte entgegen ihrer Art mit schwerer Rüstung und magischen Waffen zu kämpfen konnte sie ins Brachland zurückkehren und beschützt bis heute das Land ihrer Ahnen vor Wildderen und dem Zugriff der Alianz.
Die Wildfire - Croniken
Kapitel . 1 Von Leben und Tod
Es passiert selten . . . Wirklich nur sehr selten das sich der blaue Vollmond über dem Brachland Kalimdors verdunkelt und die erstaunten Kreaturen am Boden fast in völliger Finsternis zurücklässt. Und es geschah noch viel seltener das es jemandem egal war . . . Takim kniete neben einem niedrigen Feldbett in seinem Zelt und hielt die Hand seiner schönen Gefährtin Branka.Er hatte die Augen zwar geschlossen aber er war meilenweit davon entfernt zu schlafen , trotz der langen Wanderung die hinter ihnen lag , trotz des schweren Gepäcks das er die Goldstraße entlang getragen hatte und trotz der beißenden Kälte der Nacht. "Nein!" Er würde nicht einschlafen und dem geliebten Geschöpf an seiner Seite ein guter Gefährte sein. Er würde mit aller Kraft in seinem Körper und all der Liebe in seinem Herzen für sie sorgen und alles Leid der Welt von ihr abwenden ! Egal was das Schicksal auch mit ihnen plante . . . Sie die ihn an jenen wunderbaren Tag im Frühling entgegen gekommen war, sie die weder Jagen noch Kämpfen konnte und trotzdem darum bat in seinen Stamm aufgenommen zu werden und sie, die nach fast . . . Er musste erst überlegen... fast drei langen Jahren seinem Werben nachgab und einwilligte seine Lebensgefärtin zu sein. Takim hatte nie zugelassen das sie ihre Entscheidung auch nur eine Sekunde lang bereute und begann auch jetzt nicht damit. Branka verzog das Gesicht und griff seine Hand etwas fester, sodass er hochschreckte und sie ansah. "Was ist los ? Hast du Schmerzen?" Aber ihr Gesicht entspannte sich sofort wieder und sie lächelte ihn sogar an. "Nein, es geht mir gut." hauchte sie leise. "Das Kleine hat nur wieder etwas getreten". Das Kleine, war alles worum sich die Welt im Innern des Zeltes drehte. Bald würden sie sich einen Namen dafür ausdenken können und er würde es in seinen Armen in den Schlaf wiegen... Dieser Gedanke schien ihn besser zu wärmen als hundert dicke Felldecken. Der riesige , rotbraune Taure seufzte glücklich und legte seine Hand auf Brankas schwangeren Bauch. "Nach unserem Brauch darfst du den Namen bestimmen wenn es ein Mädchen wird. Hast du dir schon was überlegt?" "Nun, ich finde Astalte ist ein wunderschöner Name." Er konnte sich nicht beherschen und musste laut lachen. "Lieber nicht. Die Alte hat uns verboten Kinder nach ihr zu benennen solange sie noch nicht tot ist. Und wenn du mich fragst hat sie vor unsere Generation auch noch zu überleben!" Branka zog ihren Gefährten zu sich und küsste ihn. Kein Kuss im eigendlichen Sinne, eine solche Geste ließ eine Taurenschnautze nicht zu , aber das liebevolle Anschmiegen ihres Kopfes wurde genauso verstanden und geschätzt. "Was hälst du dann von Myghthyena? Nur falls wir eine Tochter bekommen." "Myghthyena Wildfire" wiederholte er. "Ja. Das klingt sehr schön. Einen Jungen würde ich aber Ratho nennen. Das hört sich so erhaben . . . " Jemand betrat hinter ihm das Zelt. Er erkannte sie an dem Geräusch ihrer Hufe auf dem Boden ohne sich umzudrehen. Das schwache Licht der kleinen Ölampe glänzte in ihrem dunklen Fell und in den Armreifen die sie trug. Viele Jahre des Jagens, des Kämpfens, und der Führung des Clans ruhten in ihren Augen. "Weise Astalte" nannten sie die Tauren. Unzählige Raubtiere hatten sich im Laufe ihres langen Lebens alle Mühe gegeben sie mit Zähnen und Krallen zu verunstalten. Die deutlichsten Narben waren die drei Striemen, die sich wenige Zentimeter unter dem linken Auge bis über die Wange zogen. Warscheinlich stammte sie von einem großen und besonnders schnellen Leoparden. Und obwohl sie kleiner war als die meisten ihrer Art genoss sie längst den Status einer Legende. "Wie geht es dir Branka?" sagte sie und ihre Stimme klang dabei so sanft wie eine Brise Wind im Gras. Branka schnaubte leise und liess ihren Kopf tiefer in den Löwenpelz sinken auf dem sie lag. Der achtlos offen gelassene Eingang störte sie offenbar. Der zukünftige Vater stand auf, ging an Astalte vorbei und schloss das Zelt wieder. "Unverändert..." brummte er bevor ihm einfiel, dass es sich nicht gehörte ohne Blickkontakt mit ihr zu sprechen. Astaltes Gesichtsausdruck blieb denoch freundlich. Sie griff in einen Lederbeutel der an ihrer Hüfte hing und holte ein Stück Käse hervor, dass sie ihm mit heftigem Nachtdruck in die Handflächen drückte. "Du isst zu wenig!" Ihre Stimme schlug plötzlich um , wurde tiefer und sehr ernst. "Wir haben fast kein Trinkwasser mehr... Wenn sie das Kind bis morgen nicht hat müssen wir weiterziehen." Branka hörte die Worte, zog es aber vor zu schweigen, wohingegen Takim sichtlich empört darüber war. "Soll das heißen du lässt uns hier zurück!?" Er bedauerte diese Worte Sekunden später, denn sie schienen das Stammespberhaupt zutiefst beleidigt zu haben. Sie trat auf ihn zu und richtete sich zu ihrer vollen Größe auf. "Ich leistete einst am Sterbebett meines Vaters Boragdan Wildfire einen heiligen Schwur! Ich schwor das ich die Führung übernehmen und sie mir niemals streitig machen lassen würde solange ich lebe!" Er hatte sie nie so laut sprechen hören wie jetzt. "Ich schwor, dass ich alles geben würde um jeden Einzelnen der sich zu Recht Wildfire nennt mit meinem Leben zu schützen und unser Erbe und unsere Tradition hoch zu halten, indem ich sie alle über den Wanderpfad führe, auf dem unsere Ahnen einst wandelten! Jahr, um Jahr, um Jahr!" Sie ließ von Takim ab und legte eine Hand auf Brankas Schulter. "Ich werde dem Rest des Clans morgen früh befehlen nach Ratchet aufzubrechen." "Aber weise Astalte wenn..." Sie hob ihre freie Hand und gebot ihm zu schweigen. "Ich hingegen bleibe hier und helfe, Branka." Als sie das sagte klang es wieder wie zu Beginn. Die Taurin richtete sich auf so weit sie konnte um zu antworten. "Habt dank, weise Astalte. Mein Kind hat großes Glück unter eurer Führung aufzuwachsen." "Woher weißt du was du tun musst?" Erkundigte sich Takim. Jetzt musste Astalte lachen als sie ihm in die Augen sah. "Ich habe bereits deiner Großmutter und deiner Mutter auf die Welt geholfen und danach dir. Iss den Käse, mein Freund, du musst gesund und kräftig bleiben, denn du gehst bald für drei auf die Jagd. Und wenn Branka und das Kleine sich dann erholt haben reiten wir zusammen nach Ratchet und holen die anderen ein." Soweit ihr Plan...
Die Ersten Schreie des Neugeborenen erfüllten den Lagerplatz und weckten die Neugier der übrigen Jäger. Die Sonne ging gerade erst auf und die Dämmerung tauchte das Gras der Steppe in tiefrotes Licht. Das Lagerfeuer, welches die ganze Nacht gebrannt hatte um durch sein Licht die Bedrohung eines plötzlichen Zentaurenüberfalls zu mindern, war auf wenige glühende Holzscheite geschrupft und niemand war sich sicher ob sie es schüren oder endlich löchen sollten. Wärend dessen durfte Takim sein Kind zum ersten mal in den Arm nemen. Astalte hatte es zum Schutz vor der Kälte in eines der Felle gewickelt auf denen er sonst schlief. Seine Tochter hörte sofort auf zu weinen und schlief kurze Zeit später bereits friedlich ein. Er zählte immer noch hingebungsvoll ihre winzigen Finger und stellte fest das sie das selbe hellgestriemte Fell hatte wie ihre Mutter, außerdem besaß sie grasgrüne Augen wie die seinen, was ihm aber noch verborgen war da das Neugeborene sie bis jetzt noch nicht geöffnet hatte. Er kniete sich wieder neben Brankas Bett und schmiegte seine Stirn liebevoll und zärtlich an die ihre. "Möchtest du sie jetzt wieder halten?" Sie hielt die Augen geschlossen und schüttelte den Kopf, so leicht das man genau hinsehen musste um die Geste zu erkennen. "Nein. Du machst das gut. Halt sie noch ein bisschen bis ich mich ausgeruht habe." Astalte beobachtete beide mit einer beängstigten, kummervollen Miene. Dann hüstelte sie um erneut Takims Aufmerksamkeit zu bekommen. Sie winkte ihn zu sich und verließ dann das Zelt. Er gehorchte ihr nur zögerlich und folgte ihr mit der Kleinen auf dem Arm nach draußen. Die übrigen Tauren des Clans hatten sich den ganzen Morgen mit Dingen beschäftigt die man abrupt beenden konnte, wenn die Greisin sie zum Aufbruch rief; zum Beispiel die zu langen Klauen ihrer Kodos zurechtfeilen oder kleine Löcher in den Zelten flicken, Kleinigkeiten die eigendlich auch warten konnten , aber einem in Situationen wie dieser ein wenig die Zeit vertrieben. Astalte sprach leise. Das bedeutete für alle Anwesenden das sie ausschließlich von ihrem Gegenüber gehört werden wollte und so bleiben sie trotz des großen Interesse an dem Baby vorerst allein. "Ich muss mit dir reden Takim... wegen Branka." Es wäre nicht möglich gewesen einen ähnlichen Satz mit dem gleichen Sinn zu formulieren, der ihn vieleicht weniger erschrocken hätte, selbst wenn sie es versucht hätte. Sie fuhr fort. "Die Geburt hat lange gedauert - zu lange - und Branka ist davon sehr geschwächt." "Was meinst du damit!?" fuhr er sie an und war dabei so laut das sich einige der Anderen sich für einen Augenblick zu ihnen umdrehten. Nur seine kleine Tochter schlief seelenruig weiter. "Ich meine damit das sie in Gefahr ist, Takim! Sie war schon kränklich bevor sie das Kind bekam und das Fieber ist schlimmer geworden." Ein eigenartiger Schmerz pulsierte jetzt in seinem Kopf. Er hatte die vergangenen Stunden für die glücklichsten seinen Lebens gehalten und dieses Gespräch riss ihn völlig unvorbereitet aus seiner Euphorie. Er senkte den Kopf und drückte seine Tochter, die noch immer keinen Namen hatte enger an sich. "Ich weis was du meinst. Ich werde wohl noch ein paar Nächte lang wach bleiben und mich um sie kümmern." Seine Anführerin schlug ihm auf die Schulter und beugte sich selbst soweit nach vorne das erneut Blickkontakt zwischen ihnen entand. "Das ist genau was ich von dir hören wollte. Geh wieder in den Zelt und rede mit ihr. Ich werde ein paar Stunden fort sein und versuchen gute Heilpflanzen für sie zu suchen. Was hier wächst bewirkt keine Wunder aber es wird ihr helfen wieder zu Kräften zu kommen." Alstalte begab sich jedoch zuerst in die Mitte des Lagerplatzes. Das Wasser genügt einfach nicht länger, und sie befahl allen sich bis Sonnenuntergang marschbereit zu machen. Der Gedanke ihren Clan nicht zur nächsten Oase begleiten zu können behagte ihr nicht. Es war aber gleichzeitig zu riskant Takim, Branka und das Kind alleine zurück zu lassen. Die Zentauren hätten es kaum je gewagt einen ganzen Stamm von Tauren anzugreifen, aber ohne den Schutz ihrer großen Zahl waren sie ein leichtes Ziel. Zwar hatte sie versprochen Branka und ihrem Gefährten beizustehen bis sie wieder zu den Anderen aufschließen konnten aber auch ihre Kraft hatte Grenzen und im Falle eines Angriffs würde sie lediglich ein paar von diesen feigen Bastdarden mit in den Tod reißen können.
Sie hatte sich auf den Weg gemacht und durchquerte nun eine Gegend, die Feld der Riesen genannt wurde. Wärend sie lief dachte sie bereits nach welches der sicherste Weg von Ratchet nach Crossroads war. Aber vor allem dachte sie an das Schicksal des Neugeborenen. Es würde ohne Spielkameraden aufwachsen müssen... Der Clan war vergreist, das stand fest. Ihre eigenen beiden Söhne waren sesshaft geworden und lebten nun in den Städten. "Wie könnte ich es ihnen verübeln?" dachte sie bei sich. Es war schwer geworden dem uralten Wanderpfad ihrer Vorfahren zu folgen. Immer mehr Feinde, in immer größeren Zahlen stellten sich ihnen in den Weg und das Brachland schien jedes Jahr weniger Wild zu beherbergen. Und dann die Drachen! Allein der Gedanke an die feuerspeihenden Echsen trieb ihr den Geruch von verbranntem Fell in die Nase. Es war egal ob sie angriffen um das Fleisch in den Lagergruben zu fressen oder ob sie ihre pure Bosheit dazu trieb. Ihre Flammen hatten fast ein Drittel des einstigen Stammes verschlungen, darunter ihr eigener Gefährte und ihre jüngste Tochter... Sie erinnerte sich auch an den schmerzlichen Verlust eines Vierjährigen der nicht ganz zwei Monate zuvor beim spielen auf eine Schlange getretten und an dem Gift verendet war. "Wie könnte ich es ihnen verübeln?" In den Städten brauchte man nicht jagen und auch nicht kämpfen. Tagsüber hatte man Schatten in kühlen Häusern aus Stein und Nachts musste niemand frieren. Man lernte ein Handwerk und lebte davon. Dort war man sicher vor den Sandstürmen und musste sich nicht fragen woher Wasser und Nahrung kamen. Es war besser für die Kinder und auch besser für die Alten doch das Wissen das nötig war um hier zu leben war von den vorherigen Generationen mit unzähligen Todesopfern erkauft. Hinter den Mauern und Türmen hätte ihr Stamm nie und nimmer das bleiben können was er war. Sie mussten wandern. Vom einem Gebiet ins nächste immer so das sich der Wildbestand erholte, denn nur wer das Brachland in seiner ganzen weite besaß konnte ihm genug Nahrung abringen um zu überleben. Der Stamm war unabhängig und frei. Es gab ihn schon lange vor den Mauern der Städte , schon lage vor Silvanas Windrunner, lange vor Thrall, lange vor der Geißel und Jahrtausende bevor der Krieg der zwischen Allianz und Horde entbrannte. Und es würde ihn noch geben wenn der Frieden nach Kalimdor zurückkehrte!
Astalte fand was sie suchte. Nach dem letzten Regen hatte sich gerade soviel Feuchtigkeit in einer Felsspalte gehalten um die Samen der Pflanze keimen zu lassen. Sie füllte ihren Beutel und ließ dabei genug stehen, sodass das Kraut wieder nachwachsen konnte. Warscheinlich würde sie es einanderes mal wieder brauchen. Als sie aufstand und sich auf den Heimweg machen wollte kam ihr vom Horizont her eine Silhouette entgegen. Es war ein Taurenjäger auf seinem Kodo, das er zur höchst möglichen Geschwindigkeit antrieb. Sie rannte ihm entgegen so schnell sie konnte, trotzdem schien es auf der flachen Ebene eine Ewigkeit zu dauern bis sie sich trafen. Der junge Jäger sprang ab. "Branka ist tot!" schrie er und schnappte nach Luft.
Er gab ihr das Kodo und lief zufuss zurück ins Lager. Es war vergebens gewesen! Und sie beeilte sich denoch. Als die Greisin ins Zelt kam kauerte Takim am Bett seiner Lebensgefährtin und gab Laute von sich deren Klang selbst ein steinernes Herz gebrochen hätte. Und trotzdem war seine nach außen sichtbare Verzweiflung nur ein winziger Bruchteil von dem unbeschreiblichen Schmerz in seiner Seele. Branka hatte aufgehört zu atmen und er hatte nichts dagegen tun können. Einem Feind aus Fleisch und Blut hätte er seinem Speer entgegen gestreckt und seine sie so lange er nur konnte verteidigt doch jetzt war er so hilflos wie ein kleines Kind. Er konnte ihr Herz nicht zwingen weiter zu schlagen und keine neue Luft in ihre Lungen pressen. Er hatte versagt und sie für immer verloren. Astalte hasste sich selbst für ihre Dummheit. Sie war einfach in das Zelt gestürmt ohne wirklich zu wissen was sie dort wollte. Sie entschied zu gehen und ihn in seinem Kummer vorerst alleine zu lassen. Doch das Neugeborene das immernoch in seiner Decke eingewickelt auf dem Boden lag suchte sich genau diesen Augenblick aus um zu erwachen und aus vollem Halse zu schreien. Ihr Vater blickte sich um stand aber nicht auf. Astalte sah daraufhin doch eine Möglichkeit das Leid zumindest zu lindern. Sie bückte sich nach dem Bündel. "Wie lautet ihr Name?" "Ihr... ihr Name?" schluchzte Takim. Die Greisin drückte ihm seine Tochter in die Arme ehe er Wiederspruch dagegen einlegen konnte. Ihre Augen waren offen. Große, grasgrüne Augen, genau wie seine. "Myghthyena." Das Wort sprach er unglaublich langsam aus, als könne man sich daran festhalten. "Das... es war der erste Name... der erste Name den Branka vorgeschlagen hat." Er hatte große Mühe sich zu beruhigen und musste seine Sätze ständig unterbrechen. "Sie sagte, ihr würde der Name am besten gefallen." Er tätchelte Myghthyenas Kopf und ihre winzigen Finger griffen nach seinem Nasenring. "Nein... Tu das nicht, meine Kleine..." Er sah mit tränenden Augen zur Greisin auf, die ein Lächeln andeutete und ihre Stimme klang wieder so rein und sanft der Wind in der Steppe. "Sie braucht dich jetzt!" flüsterte sie, um das Kind nicht noch mehr aufzuregen. "Branka ist jetzt bei den Ahnen und nicht mehr auf deinen Schutz angewiesen. Aber ihre Tochter, Myghthyena, sie lebt und hat nur noch dich! Trauere ruhig um sie, Takim , aber kümmere dich vor allem um das was von ihr geblieben ist, euer Kind..." Sie hatte jetzt einen Namen... Er lautete Myghthyena.
Was folgte war ein Sieg des Lebens über den Tod und ein Sieg der Hoffnung über die Trauer. Das Geschöpf in seiner Hand wirkte so unwirklich hier in der Steppe, zwischen so viel Gefahr. Aber es gab sie... eine Zukunft für sie und eine Zukunft für den Wildfireclan! Sie hatten tagelang hier ausgeharrt und durch das Unterbrechen ihrer Wanderung allesamt ihr Leben riskiert um das zu ermöglichen. Noch am selben Tag errichteten die Jäger ein Podest aus trockenen Holzstämmen und legten Brankas leblosen Körper sanft darauf ab. Sie konnten ihr nur wenige Geschenke mit auf den Weg geben, aber die Dinge die sie der Toten in die Arme legten waren umso bedeutsamer für ihren Stamm. Einen ganzen Köcher Pfeile und ein liebevoll verzierter Langbogen ruhte jetzt auf ihrer Brust und duftende Kräuter an ihren Seiten. Takim trat näher und strich ihr ein letztes Mal durch die lange fließende Mähne. Er hielt einen wunderschönen Haarschmuck aus Falkenfedern und kunstvollen Holzperlen in der Hand und flocht ihn in die feinen, hellen Strähnen. Zuletzt brachte eine der Weberinnen noch eine Decke auf der das Wappen des Clans gestickt war: Vier gewundene Linien die aus einem Halbkreis heraus eine Flamme formten. Branka war nicht als eine von ihnen geboren doch sie hielt es für angemessen ein letztes mal zu beweisen das sie trotz alem zu ihnen gehört hatte. Brankas leibliche Familie kannten sie nicht. Aber als ihr Partner war es jetzt an Takim etwas zu sagen. Er blickte sich unsicher in den Reihen um. "Ich übergebe den Geistern heute Nacht den Körper einer wundervollen Taurin! Sie hinterlässt mir die Erinnerung an die Zeit an ihrer Seite und unser einziges gemeinsames Kind! Wenn wir Branka jetzt den Geistern des Feuers und des Windes anvertrauen so weiß ich, dass ihre Seele den verdienten Frieden finden wird und das die Ahnen sie in ihrer Mitte aufnehmen." Er kämpfte immernoch mit den Tränen. Alstalte gab ihm eine Fackel und er entzündete das große Feuer. Sie blieben andächtig stehen bis nur noch Asche übrig war, die der Wind ergreifen und so weit fort tragen konnte wie er es wollte... Der Clan riss die Zelte ab und zog, von der weisen Astalte geführt, in Richtung Ratchet davon.
Die Strecke wirkte lang, wenn man nicht rasten konnte und ihre Mägen knurrten angesichts der Gazellenherden die sie jetzt nicht jagen durften. Die Greisin trieb die Nachzügler immer wieder an noch schneller zu gehen. Ihr Kodo war vom ständigen hin und herreiten von der Spitze bis ganz hinten zu den letzten sichtlich erschöpft. Keiner sprach sie darauf an, sie hätte längst absteigen und das treue Tier das wie die anderen mit Zelten, Waffen, Tierfellen und dem Rest der Voräte beladen war zu fuss führen müssen. Rockhard, wie sie ihn nannte, ertrug ihre Laune zwar geduldig zeigte sich aber nach drei Tagen und Nächten ununterbrochenem Laufen unwillig auf eine weitere Rast zu verzichten. Er blieb auf einer Anhöhe stehen und begann das trockene Gras zu fressen wärend seine Herrin ihm verärgert in die Flanken trat. " VORWÄRTS! Komm schon weiter!" Sie trat wieder nach ihm, diesmal so heftig das er den Kopf hob und einen tiefen, röhrenden Laut von sich gab, den man sonst nur von Kodos hörte aus deren Rippen einige Ellen einer Lanze ragten. "Genug jetzt. Quäl ihn nicht." Einer der Schmiede des Clans war zu ihr gestossen und schaute sie aus müden, staubverkrusteten Augen an. Er war am Ende seiner Kraft und das gefleckte Fell war durch und durch durchnässt von seinem Schweis. "Wir sind heute weit genug gekommen... Ich kann nicht mehr und der Rest von uns auch nicht."
Die Greisin sah sich um. Sie sahen alle so furchtbar aus, warscheinlich sogar sie selbst... Sie klopfte dem Kodobullen sachte auf den breiten Rücken.
"Danke Voss." richtet sie an den Schmied. Er atmete übertrieben heftig aus und deutete eine dankbare Verneigung an. "WIR RASTEN JETZT!" schallte es über ihren Köpfen. Rockhard und Voss waren auf ganz natürliche Weise beliebter geworden. Als das Lager aufgeschlagen war, verteilten sie den Rest der Vorräte und auch das Wasser. Es mochte noch bis zum nächsten Brunnen reichen aber nur dann wenn sie ihr Tempo beibehielten. Als es abermals Nacht wurde hockten die meisten von ihnen um das Lagerfeuer und kauten auf Streifen von Trockenfleisch, das warschheinlich sehr ungesund geworden wäre hätten sie es noch ein oder zwei Tage länger aufgehoben. Es schmeckte genauso schahl und alt wie das Wasser. Einer der Jäger versuchte die Stimmung zu heben indem er von einer entkommenen Donnerechse erzählte die wohl um einiges kleiner gewesen wäre wenn sein Pfeil getroffen hätte und das Tier dadurch nicht in Kontakt mit seiner Phantasie gekommen wäre. Es fuktionierte jedenfalls und plötzlich hatte jeder etwas zu sagen. Die Schmiede des Clans, zu denen unter anderem erwachsene Tauren kamen um ihren Nasenring stechen zu lassen zogen ausgelassen über einen der Halbstarken her der schon dreimal dazu angetreten war und es sich immer im letzten Moment wieder anders überlegt hatte. Man konnte deutlich sehen wer gemeint war weil der Jüngling als einziger nicht wirklich darüber lachen konnte und er nahm sich fest vor beim nächsten Versuch tapferer zu sein.
Es gab auch einige Weberinnen die sich über die schlechte Wolle beklagten die ihnen unterwegs ein Troll verkauft hatte. Sie wusten es nicht, aber es war genau der Selbe der ihnen im Vorjahr Bogensehnen aus Pferdehaar angedreht hatte. Würde sich jemals ein Taure sein Gesicht einprägen, ginge wohl ein wichtiger Wirtschaftsfaktor verloren...
Astalte hatte eine Pfeife angezündet und blies genüsslich ein paar Rauchringe in die Luft. Sie pflegte für gewöhnlich sie anschliesend einmal in die Runde zu geben aber ihr Pfeifenkraut ging zur Neige und so behielt sie den Rest für sich allein. Das Feuer knisterte leise und Voss legte noch ein paar Holzscheite nach, als Takim zu ihnen geschlichen kam. Die anderen rückten näher zusammen und er konnte sich setzen, hielt dabei aber einen größeren Abstand zur Feuerstelle um Myghthyena, die nach wie vor in seinen Armen lag, vor der Hitze zu schützen. Er hatte sie mühsam dazu gebracht ein Gemisch aus warmen Wasser und Kodomilch anzunehmen, doch sie trank viel zu selten und viel zu wenig, wurde immer schwächer und schrie jetzt nicht einmal mehr wenn sie erwachte. Alle Blicke ruhten jetzt fragend auf ihm und er wünschte sich von herzen, er hätte von fröhlichen Dingen erzählen können anstatt von noch mehr Kummer und Verlust. "Es geht zu ende..." Brachte er schlieslich hervor. Er sprach unglaublich leise aber jeder konnte seine Worte durch die Stille der Nacht hindurch vernehmen und senkte traurig das Haupt , denn es würde schon bald eine weitere Bestattung geben... Er konnte fast fühlen wie alle Kraft den kleinen Körper verlies obwohl er alles getan hatte um zumindest sie zu retten. Er hatte längst keine Tränen mehr in sich und sah geistesabwesend dem Flug der Funken zu. Der Jäger der zuvor seine Gechichte erzählt hatte ließ sich neben ihm nieder um den Säugling, der wahrscheinlich den Sonnenaufgang nicht mehr erleben würde, noch ein letztes Mal zu betrachten. "Es tut mir so Leid. Kann man denn gar nichts mehr für sie tun?" Voss blickte betroffen in seine Richtung und antwortete für Takim. "Es ist zu spät um noch in die nächste Stadt zu reiten und eine Amme für sie zu suchen. Sie wäre längst tot wenn wir dort ankämmen." Er brach das Trockenfleisch das er noch hatte in zwei Hälften und und reichte Takim das Stück das noch nicht angebissen war. Er aber stieß es weg. "Ich danke euch für euer Mitgefühl. Aber in den wenigen Stunden die sie noch durchhält will ich von Myghthyena nicht reden als wäre sie bereits gestorben. Ich werde mich nie wieder an meine Gefährtin schmiegen können und selbst unsere Tochter aufwachsen zu sehen wird mir verwehrt bleiben!" Astalte rauchte immernoch und lauschte der Unterhaltung nur noch beiläufig. Sie sah hinauf in den sternenklaren Himmel und träumte von besseren Zeiten, unwiederbringlich verlorenen Zeiten, als ihr Clan noch groß und mächtig war... "Ich will sie nur im Arm halten. Nur noch ein paar Stunden, bis die Familie die ich hatte nur noch eine Erinnerung ist." "Warum packst du nicht endlich zu und brichst ihr das Genick!" Hätte der Schlund der Hölle eine Stimme, hätte sie so geklungen und genau das gesagt! Es stammte von Yraaei dem einzigen Shamanen des Stammes. Er hatte bis zu diesem Moment unauffällig auf einem Baumstumpf gesessen und wurde jetzt erst wirklich bemerkt. Er trug einen zerzauster Bärenpelz um seine Schultern, von dem keiner wusste woher er stammte.In seiner rechten Hand hielt er einen grausigen, gekrümmten Stab auf dessen Spitze ein grinsender Menschenschädel trohnte dessen leere Augenhöhlen gespenstisch in die Runde sahen. "Sie ist genauso schwach und kränklich wie ihre Mutter es war. Bring es endlich zu Ende so ersparst du uns dein Gejammer und ihr den Hungertod!" Er wollte aufspringen und dem Schamanen das Rückrad brechen, insofern er eins fand, aber Astalte war schneller und überwand die Distanz zwischen sich und Yraaei so schnell, das man glauben mochte sie wäre direkt durch das Feuer gegangen. "Ein Dolch gehört in die Kehle gestochen die solche Worte formt!" Fauchte sie ihn an. Und wiederstand nur schwer der Versuchung ihm ins Gesicht zu spucken. Yraaei sprang auf weil er befürchten musste von seinem Baumstumpf gestossen zu werden als sie mit beiden Händen seinen Stab packte und ihm seinen Besitzer mühelos entriss. Sie trat einen Schritt zurück und rammte den Schamanenstab in die weiche Erde. Der Menschenschädel grinste jetzt nur noch ihn an. "Ich verbiete dir hiermit deinen Stab wieder an dich zu nehmen! Solange bis du dich bei Takim und der Kleinen entschuldigt hast!" Sie spannte die Muskeln an und sah plötzlich um einiges jünger und kräftiger aus als sie war. "Hast du verstanden, Yraaei!? ANTWORTE MIR!" Er brauchte den Stab nicht um mit den Geistern in Kontakt treten zu können und war trotzdem wütend über den Verlust der wertvollen Waffe. Er war kein guter Schamane, war immer unzuverlässiger geworden und behauptete jedesmal wenn er zum Wohle des Clans mit den elementaren Geistern sprechen sollte das sie sich weigerten zu helfen ohne sie wirklich darum gebeten zu haben. Er beeinflusste hin und wieder das Wetter um den Glauben an seine Nützlichkeit aufrecht zu erhalten. Solange er der einzige war der die Schamanenlehre beherrschte, und dafür würde er sorgen, konnte niemand dahinter kommen. Zum Lohn für seine "Mühe" schnitt er sich die besten Stücke aus der Beute der Jäger, durfte sein Gepäck auf die Kodos der anderen verteilen und bekam immer eine kleine Menge Münzen wenn sie eine Ortschaft erreichten um Salben und Wundverbände zu kaufen, die erstaunlich schnell verbraucht waren da er lieber Dinge für sich selbst damit bezahlte. "Ja , weise Astalte" Gab er in Plauderton von sich und entfernte sich dann vom Feuer. "Sie ist ein Teil des Wildfireclans, und dir damit bis zum allerletzten Herzschlag gleichwertig. Wage es nicht das jemals zu vergessen!" schrie sie ihm zornig nach. Seine Fäuste ballten sich und seine Zähne knirschten vor Schmach über seine Unterlegenheit. Doch dan grinste er listig. Der "allerletzte Herzschlag" von Takims kleiner Göre stand sowieso kurz bevor. Die Wut der Greisin hatte sich nicht gelegt und schien sich sogar noch zu steigern. Sie packte eines von Takims gewaltigen Hörnern und versuchte ihn zum Aufstehen zu zwingen. "Komm mit! Ich werde dieser widerlichen, unwürdigen Entschuldigung von einem Schamanen nicht gönnen, dass er Recht behält ! " Er drehte den Kopf um sein Horn aus ihrem Griff zu winden , was sofort gelang. "Du willst uns also nur helfen um ihn bloß zu stellen?" Er hatte den Hauptgrund erkannt und ihren wunden Punkt erwischt. "Sie hat sich jetzt genug gequält! Ich liebe meine Tochter und werde sie jetzt in Frieden gehen lassen anstatt ihr weiter Milch in den Rachen zu schütten, die sie nicht schlucken will! Vermutlich ist sie bei ihrer Mutter sowieso besser aufgehoben als bei mir." Die anderen Tauren hatten sich zu ihnen umgewandt und einige standen sogar auf weil sie befürchteten, dass einer von den Beiden in seiner Verzweiflung keine Worte mehr finden würde und zuschlug. Die Greisin richtete sich auf und stieß einen schaurigen Wutschrei aus, der von den Felsen des Brachlandes wiederschallte. Danach atmete sie tief ein und sprach deutlich und in normaler Lautstärke weiter. "Du darfst selbst entscheiden was du tust, Jäger! Ich werde vor deinem Zelt auf dich warten. Entweder du erscheinst oder du siehst zu wie das was dir auf der Welt am meisten bedeutet jämmerlich in deinen Armen verendet!" Sie fletschte lautlos die Zähne und ging fort. Das Zelt lag so nahe beim Feuer das sie dort noch deutlich zu sehen war und niemand wusste genau wie lange sie dort zu warten gedachte. "Du darfst selbst entscheiden was du tust... " wiederholte Voss nachdenklich. "Glaubst du Myghthyena weiß das ihr Mutter fort ist und hat aufgegeben?" Takim schüttelte den Kopf. Er hatte seiner Anführerin bislang noch nie misstraut, geschweigeden ihr wiedersprochen. Er steichelte dir Stirn seines sterbenden Kindes und wusste das sie ihn dabei beobachtete. Wäre Branka enttäuscht von ihm, wenn er sitzen blieb und nichts tat? Er dachte an den ersten Blick in die großen, grasgrünen Augen, an die winzigen Finger die nach seinem Nasenring griffen und das Glück, dass sie ihm noch bereiten konnte wenn sie nur am Leben blieb, aber auch an Yraaeis, in solch böser Absicht gesprochenen Worte. Dan erhob er sich langsam und ging auf die wartende Greisin zu. Er folgte ihr in sein Zelt und lauschte hoffnungsvoll was sie vor hatte. "Hast du noch was von der Kodomilch übrig?" Er gab ihr schweigend das Bündel und holte die Flasche. "Sie wollte das schon nicht trinken als es noch warm war... Was tust du jetzt?" Sie hockte sich hin und schüttelte das Baby um sie zu wecken. Myghthyena reagierte verstört auf den ungewohnt brutalen Umgang und fuchtelte panisch mit den Armen umher. Astalte hielt mit der freien Hand ihren Kopf fest und flößte ihr das lebensrettende Gemisch mit Gewalt ein. Takim war nicht einverstanden mit dem was er sah, protestierte jedoch erst als sie ihr die Schnautze zuhielt um zu verhindern das sie alles wieder ausspuckte. "Hör auf! Du erstickst sie noch!" Aber sie hörte nicht auf sondern schloss ihren Griff noch fester. "Wenn das hier nicht funktioniert dann ist Ersticken noch das Beste was ihr passieren kann" Takim sah zu wie seine Tochter sich vergeblich hin und her wand um sich zu befreien. Es verstrichen nur Sekunden aber sie fühlten sich an als würde die Zeit still stehen. Und dann schluckte sie... Sofort lösten sich die Finger in ihren Gesicht und sie begann zu schreien. Es hatte funktioniert! "Jetzt du! Mach weiter bis die ganze Flasche leer ist."
Ihr Kampfgeist was geweckt und blieb es. Myghthyena wuchs heran , wurde gesund und kräftig. Sie war jetzt sechs Jahre alt und verbrachte die Tage mit kleinen Streifzügen über den Lagerplatz. Sie sas oft bei Astalte und lies sich Gechichten erzählen oder sich zeigen wie sie Reusen flechten und die gefangenen Fische ausnehmen konnte. An veregneten Tagen blieb sie im Zelt wo sie mit kleinen hölzernen Tieren spielte die ihr Vater für sie geschnitzt hatte.War Takim jedoch auf der Jagd zog sie meistens ihr Lieblingsspielzeug hervor, das ohne sein Wissen immer unter ihrem Schlafplatz lag. Es was ein schöner verzierter Speer den sie am Ufer des Southfury-Stroms gefunden hatte, lediglich das scharfe, stählerne Ende der Spitze war abgebrochen, was es aber umso leichter machte damit zu üben. Gleichaltrige Spielgefährten gab es für sie nicht und an manchen Tagen fühlte sie sich so einsam dass sie sogar mit den Kodos sprach die ihr zwar nicht antworteten aber zumindest aufmerksam zuhörten. Ihr Leben hatte sich zu einem Konflikt zwischen der Greisin und dem Shamanen entwickelt. Für Yraaei war ihre Geburt in der Nacht der Mondfinsternis ein schlechtes Vorzeichen gewesen und er hasste sie dafür das sie am Leben geblieben war. In seinen vom Starrsin getrübten Augen war sie der Untergang des Stammes, der Nachwuchs einer schwachen, dahergelaufenen Mutter, die ihr unreines Blut an die nächste Generation weitergeben würde, versickerte es nicht vorher im Staub! Myghthyena verstand weder die Ursache von Yraaeis Verachtung noch von Astaltes Fürsorge und so nahm sie beides einfach hin als gehörte es zur Landschaft die sie umgab. Wenn sie etwas neues lernte und Talent für das Heilen oder die Herstellung von Waffen und Werkzeugen bewies wurde sie immer zuerst von der Anführerin gelobt. Wenn sie aus Langeweile böse Streiche spielte, ungehorsam war oder sich zu weit vom Lager entfernte sah Yraaei darin die Bestätigung das sie eine Last und ein Unglücksfall für sie alle war. Wenn sie unterwegs waren lies Takim sie im Sattel des Kodos sitzen das er führte, da ihr noch zu geringes Gewicht dem Tier nicht weiter zur Last fiel. Das sanfte Wanken des breiten Rückens hatte etwas sehr beruhigendes, sodass sie oft nach kurzer Zeit tief und fest eingeschlafen war und von den fernen Städten träumte die sie bald sehen würde. Und eine dieser Städte war Crossroads: Keine Stadt im eigendlichen Sinne, sondern eine Siedlung der Orks, aber die beste Gelegenheit des Jahres um die Felle und Häute der erlegten Beutetiere zu verkaufen. Orkische Architektur unterschied sich deutlich von den Behausungen von Trollen und sesshaften Tauen und erst recht von einem gewöhnlichen Filzzelt. Ihr Hütten hatten nicht vier Seiten sondern mindestens acht. Standen nach dem Bau noch Balken aus den äußeren Wänden wurden sie nicht einfach abgesägt sondern angespitzt, und war der Hausherr der Meinung das Gebilde würde von einer Richtung noch keiner anstürmenden Herde Donnerechsen wiederstehen fügten die Orks einfach noch mehr Stacheln aus Holz oder Metall hinzu. Man konnte sich im Innern, sofern es das eigene Haus war sehr sicher fühlen. Takim weckte seine Tochter, die gähnte und sich mehrmals streckte ehe sie hin sah. "Ist das Crossroads?" "Du hast es erfasst. Wir werden mindestens vier Tage hier sein also benim dich." Während er das sagte sprang sie ab und rannte an Voss und Astalte vorbei, die begonnen hatten in gebührendem Abstand zu den Häusern das Lager zu errichten. Weiter im Innern der Siedlung hätte es sonst Bedenken wegen ihrem Feuer gegeben. Myghthyena war zwei Jahre zuvor schon einmal hier gewesen und sie erinnerte sich das irgend etwas oder irgend Jemand ihr so furchtbare Angst eingejagt hatte das sie sich die ganze Zeit in ihrem Zelt verkrochen hatte. Aber es wollte ihr einfach nicht einfallen. Als sie die gepflasterte Straße unter ihren Hufen spürte stampfte sie prüfend auf. Der Untergrund schien für Leute gedacht zu sein die Stiefel trugen. Ihr Vater hatte ein verschnürtes Bündel Felle abgeladen und trug es auf der Schulter. Er schien zu wissen wohin er damit gehen konnte und sie blieb dicht bei ihm. Für empfindliche Taurennasen gab es hier viel zu endecken. Der Geruch von Schmiedefeuern und geräucherten Fischen aus dem Southfury-Strom hing in den Straßen und hin und wieder drang auch das süßliche Aroma undichter Metfässer zu ihnen durch. Plötzlich blieb Mighthyena stehen und verzog angewiedert das Gesicht. "Was hast du , mein Schatz? Ist dir nicht wohl?" Sie zog den Kragen ihres Wollhemdes hoch und verdeckte ihre Schnautze damit. "Was ist das!? Das stinkt wie...Egal!Eklig jedenfalls!" Er streckte einen Arm nach ihr aus und führte sie an der Hand weiter. "Was du riechst sind Gerbmittel. Die stinken nunmal, aber die Orks benutzen sie um Leder aus den Häuten und Fellen zu machen die wir ihnen verkaufen. Wenn der Wind nachgelassen hat sollte es wieder erträglich sein." Am Ende der Straße befand sich ein weiteres, ganz besonders stacheliges Haus und vor dem Eingang schien sie jemand zu erwarten. "Ah, Takim! Der große Rote vom Wildfireclan. Welch gelungene Überraschung." Der Fremde kam auf sie zu, wartete geduldig bis Takim sein Bündel abgelegt hatte und begrüßte ihn mit einem Händedruck. Irgendetwas stimmte nicht und die junge Taurin sah genauer hin. Gaben sich die Erwachsenen nicht immer die rechte Hand? Der Ork sah sie an und versuchte sich ein Lächeln abzuringen das aber eher wie eine gelungene Grimasse wirkte. Dan drehte er sich schließlich ein Stück zu Seite. Sein rechter Arm fehlte! "Du bist Myghthyena richtig? Du bist ganz schön gewachsen seit du zuletzt hier warst." Sie sah ihn an und zeigte nervös auf den Stumpf an der rechten Schulter. "Was... was ist mit deinem Arm passiert!?" Takim packte sie am Ohr und zog sie zu sich. "Sei nicht so unhöflich! Er kann nichts dafür!" Der Ork fing an zu lachen wobei die riesigen, gelben Hauer im Unterkiefer deutlich sichtbar wurden. "Ist schon gut mein Freund es macht mir nichts aus." Dann beugte er sich zu ihr vor um auch ihre Hand zu schütteln. "Mein Name ist Kjeldan Warwizzard. Meine Gefährtin Jeska kauft jedes Jahr die Gazellenfelle die ihr herbringt." Er setzte wieder das unnatürliche, grimassenartige Lächeln auf wie zuvor. "Mein rechter Arm fehlt weil ein Zwerg mit einer Schrottflinte drauf geschossen hat, wenn du`s unbedingt wissen musst." Sie fragte sich was ein Zwerg war und mit welcher Wucht eine Schrottflinte den Pfeil abfeuern musste um jemandem Gliedmaßen abzutrennen, aber der Fremde war ihr so unheimlich dass ihr jede Gelegenheit sich zu entfernen willkommen gewesen wäre. Wie zum Beispiel das Bellen aus einer Seitengasse. Sie stellte die Ohren auf. "Sind das Worge?" Das Bellen wurde lauter und man konnte hören wie Wolfspranken an einer hölzernen Stalltür kratzten. "Sie werden gerade gefüttert." erklärte Kjeldan. Ihre grünen Augen glitzerten vor Neugier als sie im Kopf alle Möglichkeiten durchging die sie kannte um die natürliche Vorsicht die ihr Vater an den Tag legte ausser Kraft zu setzten. "Vatiiiiiii..." Für gewöhnlich galt : Je länger das "I" desto teurer der gewünschte Gegenstand. "Darf ich sie mir ansehen? Biiiiite. Ich möchte Worge sehen,Vati. Darf ich?" Kjeldan war sich im klaren darüber wie sehr ein Kind litt das zwischen zwei Erwachsenen warten musste die über den Preis von Fellen verhandeln, und weder etwas dazu sagen noch sich vom Fleck rühren konnte.Er beschloss das er die Erziehungsmedtoden seines Freundes nicht maßgeblich durcheinander warf wenn er sich einmichte. "Lass sie nur. Unsere Tiere wissen genau wen sie beißen dürfen und wen nicht." Er zeigte auf die Seitenstraße aus der die Geräusche kamen. "Zieh ihnen nur nicht am Schwanz oder an den Ohren. Fass sie am besten gar nicht an solange sie fressen, das hassen sie..." Ein ungeschriebenes Gesetz besagt das es nicht möglich ist einem Kind eine bereits erteilte Erlaubnis wieder zu entziehen. "Also gut, geh, aber..." "Sei vorsichtig!" Nahm sie ihm gleich vorweg. Und rannte ohne sich nochmal umzudrehen auf die Seitengasse zu. Der Ork sah ihr nach und kratzt sich nachdenklich hinter einem seiner spitzen Ohren. "Wie kommt sie zurecht? Ich hoffe euer "Schamane"... "Er sprach das Wort mit unglaublicher Verachtung aus. "Lässt sie in Ruhe." Kjedan war selbst Schamane gewesen und fühlte sich daher von den Schilderungen die er über Yraaei hörte beinahe persönlich beleidigt. Er konnte sich nicht vorstellen wie die Geister jemandem Gehör schenken konnten der vor Zeugen den Tod eines seiner eigenen Stammesmitglieder gefordert hatte. "Sie ist tapfer." Erwiederte Takim. Er wusste nicht was im Lager geschah wenn er nicht bei ihr war aber er hoffte das sie sich zu wehren wusste. Kjeldan hatte eine Holzdiele hinter ihm quietschen hören und drehte sich um. Die Tür war nur einen Spalt weit geöfnet und dahinter schien jemand nicht bemerkt werden zu wollen.... "Komm her du Feigling!" Knurrte er. Und sein Sohn gehorchte ihm. Hogath war wie alle jungen Orks in erster Linie klein und grün. Er trug ein graues Wollhemd mit rostigen Knöpfen aus Metal die farblich ungewollt gut mit seinen Augen harmonierten und eine Leinenhose, die an den Knien bereits zerrissen war , was nicht heißen musste dass er ein besonderer Raufbold war. Hogath war lediglich früher aufgestanden als die anderen Kinder in Crossroads. Er blieb etwa einen Meter hinter seinem Vater stehen um "Komm her" auf die größtmögliche Distanz zu dem fremden, gehörnten, pelzigen und beängstigend großen Wesen auszureizen. "Sei nicht so schüchtern. Tauren sind harmlos.." "Friedliebend..." berichtigte ihn Takim und griff in seine Tasche. "Guten Morgen Hogath. Komm ruhig näher ich hab ein Geschenk für dich." Der junge Ork prüfte seine Optionen. Der Taure war groß, stärker als sein Vater und seine Gesinnung stand angeblich irgendwo zwischen harmlos und friedliebend. Egal! Er hatte ein Geschenk dabei! Er trat vor und hielt beide Hände auf. Takims Finger waren so groß das sie den Gegenstand bis zu dem Moment indem er ihn loslies völlig verbargen. Hogath nahm den Beutel an sich und sah hinein. "Haselnüsse! Danke schön." "Sieh mal an. Du kannst also doch sprechen." stellte er im Plauderton fest. "Deine Mutter hat mir gesagt das du die magst. Und weist du was sie noch gesagt hat ?" Der Junge sah in glücklich an und erwartete noch eine Überraschung , wurde aber bitter enttäuscht. "Sie sagt du sollst die Schale ab machen bevor du welche isst, weil du sonst deine Zähne ruinierst!" Er zuckete beschämt zusammen und versteckte sich sofort wieder hinter seinem Vater, als Myghthyena zurückkam. Sie bemerkten Hogath zuerst nicht und zerrte aufgeregt an Takims Arm. "Hast du gesehen wie groß die sind!? Ich durfte einen füttern, einen grauen! Der war riesig! So ein großes Maul!" Sie streckte sich um die Beschreibung zu untermalen bis er sie unterbrach. "Schön das es dir hier gefällt." Er zeigte auf den Jungen der sich immernoch ängstlich an Kjeldan klammerte. "Der kleine Ork dort heist Hogath. Wenn du freundlich fragst zeigt er dir vieleicht auch noch den Rest der Siedlung. "Was meinst du?!" Kjeldan packte ihn an Kragen und schupste ihn auf die Taurin zu. "Jetzt erzähl mir nicht dass du auch vor der Kleinen Angst hast, du Memme!" Myghthyena strich gegen die natürliche Wuchsrichtung durch ihr Fell um zu prüfen ob sie auch so seltsame, grüne Haut hatte. Dem war nicht so. Wenigstens musste sie zu diesem Exemplar nicht hochschauen. Sein Lächeln wirkte etwas natürlicher und er besaß eine deutlich geringere 'Erwürge-Bär-mit-blossen-Händen'-Ausstrahlung als sein Vater. Sie beschloss sich mit ihm anzufreunden , ob er wollte oder nicht! "Freut mich, Hogath. Ich heiße Myghthyena." So einen schönen, langen Namen hörte er zum ersten mal und war sich nicht sicher wie er ihn aussprechen sollte. "Myghthyeeena..." Das " E " schien ihm zugefallen und er lies es nur wiederwillig los. Er hatte seine anfängliche Schüchternheit überwunden und führte sie die Haupstraße entlang. "Bleib aber in der Nähe, mein Sohn." Ertönte Kjeldans Stimme bevor er die Kinder sich selbst überlies. "Das gilt ganz besonders für dich Myghthyena!" rief Takim als sie schon fast außer Hörweite waren.
Nach einer Weile war die Rauchsäule die vom Lager des Wildfireclans ausging deutlich zu sehen und weckte Hogaths Intresse. Es verblieben noch viele Stunden Tageslicht aber nur wenig sehenswerte Dinge in der kleinen Siedlung mitten im Brachland. "Ist das dein Stamm? Warum zünden die am hellichten Tag ein Lagerfeuer an?" Sie zuckte mit den Schultern und strich sich ein paar störende Haarstränen aus den Augen. "Warscheinlich gibts gleich Mittagessen... Oder Astalte hat`s mit dem Pfeiferauchen übertrieben!" Der junge Ork muste so heftig lachen das er stolperte und sich gleich nochmal die Kniehe aufschlug. "Warte ich helfe dir." Sie griff seine Hand und zog ihn hoch. Plötzlich wurde sie mit einem Gesichtsausdruk konfrontiert der ihr fast das Rückrat eingefroren hätte. "Du hast ja nur drei Finger!" Sie legte den Kopf etwas zur Seite und dachte nach. "Nein, hab ich nicht. Es sind sechs. Drei an jeder Hand!" Hogath wurde wieder ruhiger als er erkannte das es nur eine weitere Eigenart der Tauren war an die er sich mit der Zeit gewöhnen würde. Er setzte sich auf den Rand eines Brunnens und holte die Haselnüsse hervor die er bekommen hatte. "Mein Vater sagt, dass dein Stamm das ganze Jahr über durch das Brachland wandert. Ist das wirklich wahr? Ich glaube jedenfalls nicht das ich sowas könnte." Myghthyena beobachtete interessiert wie ihr neuer Freund die Nüsse aß ohne vorher die Schale zu entfernen. Diese Methode sparte auf jedenfall viel Zeit. "Wir leben hauptsächlich von Fleisch. Gemüse gibts nur wenn wir in Ortschaften sind wo wir welches kaufen können. Wenn es in einem Gebiet nicht mehr genug zu jagen gibt, ruft unsere Anführerin zum Aufbruch und wir ziehen weiter. Normalerweiser gehen wir neben den Kodos her weil sie schon das Gepäck tragen. Ich darf nur reiten weil ich noch so klein bin." Sie erzählte ihm von der ganzen Weite des Brachlandes vom Steinkrallengebirge bis zum Southfury-Strom, von den großen Jagden, von den Sandstürmen und von den Kämpfen gegen die Zentauren. Hogath genoss jedes einzelne Wort und in seinem Kopf entstanden abenteuerliche Bilder von Donnerechsen, Gebirgsketten und Orten die er noch nicht kannte. Er stellte sich vor wie es sein musste in einem Zelt zu schlafen und abens am offenen Lagerfeuer zu grillen und den Geschichten zu lauschen. Für ihn hatte sich die Welt plötzlich um ein Vielfaches vergrößert. "Können wir nicht mal rüber gehen? Ich möchte mir eueren Lagerplatz ansehen." drängte er. Myghthyena betrachtete den aufsteigenden Rauch und schüttelte den Kopf. "Ich möchte lieber noch etwas hier bleiben. Unser Shamane sagt immer so gemeine Sachen wenn mein Vater nicht bei mir ist und außerdem kann man da nicht richtig spielen. Zu viele alte Tauren die immer zu ihre Ruhe haben wollen." Plötzlich schepperte in der Nähe etwas. Es war nicht der Klang von Gefäßen aus Eisen oder Ton sondern hörte sich viel dumpfer an. Myghthyena stellte wieder die Ohren auf. Etwas knackte. Es kam aus einem Gestrüp abseits der Straße. Für gewönlich gaben sich die Orks große Mühe die Reste ihrer Mahlzeiten tief genug zu vergraben. Andernfalls hätten sie sich die Siedlung mit Ratten und anderen ungeliebten Aasfressern teilen müssen. Dieses mal hatte sich jedoch jemand den Aufwand gespart. Zwischen den Akazien machte sich ein geflecktes und kicherdes Raubtier über einen Haufen Schlachtabfälle her und die armdicken Knochen spliterten unter dem Druck seiner Kiefer. "Eine Hyäne!" Hogath blieb stehen und beobachtete wie die Taurin sich näher heran schlich. "Was hast du vor?" flüsterte er in ihre Richtung und sah sich nervös um. So nah war sie diesen Tieren noch nie gekommen. Das rote Fell mit den schwarzen Punkten war unglaublich schön. Allerdings konnte man nur solange dieser Meinung sein wie man nicht wusste das Hyänen sich in den Kadavern toter Tiere welzen um ihren eigenen Geruch zu überdecken. Plötzlich gab unter den Hufen ein Zweig nach und der Aasfresser bemerkte das er nicht alleine war.Sie blieb jetzt erst stehen und die Hyäne drehte sich zu ihr um. Sie knurrte nicht und blieb wo sie war, aber beides versetzte die Kinder nur noch mehr in trügerische Sicherheit. Hogath riskierte einen Blick auf die Abfälle. Die Knochen waren bereits restlos abgenagt! Er zog ein jämmerlich kleines Taschenmesser, stellte sich neben die Taurin und versuchte das Raubtier zu verjagen indem er die Klinge in der Sonne blitzen lies. "Die sind gefährlich! Wir müssen schnell weg! Solange es nur eine ist wird sie uns in Ruhe lassen." Durch Zufall traf die Sonne das Messer genau so das es das Tier für einen Moment blendete. Sie winselte und rieb sich mir der Pfote das Gesicht. Die Kinder wandten sich zur Straße und mussten festellen das ihnen der Fluchtweg abgeschnitten... Nein. Mehr abgebissen war! Zwei weitere Hyänen starrten sie an und leckten sich die Reißzähne. Myghthyena sah aus den Augenwinkeln eine vierte und die Fünfte kam schließlich hinter einem Felsen hervor. Die erste hatte sich inzwischen vom Schock erholt und griff an. Die Zähne schlugen mit knochenzermalmender Kraft in den Knöchel ihres rechten Beins. Sie schrie und trat mit dem linken zu. Ein scharfes Winseln ertönte und das Tier wich mit einer zerschmetterten Schulter zurück. Doch sie waren zu hungrig und die Beute zu verlockend! Zwei von ihnen sprangen Hogath an und er versuchte verzweifelt sie auf Abstand zu halten, doch sein Taschenmesser war gegen ihre Übermacht kaum effektiver als Schläge mit den blossen Händen. Ein ohrenbetäubendes Kichern gemicht mit ständigem Knurren und weiteren Bissatacken steigerten die Aggression des Rudels mit jeder Sekunde mehr. Ein Messerstich verfehlte die Schnautze des Angreiffers und ein Aasfresser nutzte die Chance um nach dem Arm des jungen Orks zu schnappen und ihn zu Boden zu reißen. Währenddessen kämpften nur noch zwei von fünf Hyänen gegen Myghthyena. Ihre Trittataken taten ihren Zweck und sie war bis auf die erste Wunde kaum verletzt worden. Zwischen ihr und Hogath hatte sich eine größere Schneise gebildet und ihre Gegner änderten plötzlich die Strategie. Man brauchte schließlich noch Zähne um jemanden fressen zu können.Eine lezte Hyäne hielt die Taurin bellend, beißend und mit blutigen Leftzen davon ab sich ihrem Gefährten zu nähern, der einen furchtbaren, erstickenden Schrei ausstieß bevor er unter den gefleckten Fellen verschwand. Eine der Hyänen heulte auf und riss ihren Kopf nach oben. Hogaths Taschenmesser steckte in ihrem Auge. Er besaß jetzt keine Waffe mehr... Myghthyena war durch die Schreie wie gelähmt. Sie musste etwas tun aber was!? Und so wie bei allen Raubtiere des Brachlandes würde der Kampf mit einem Biss in Kehle ihres Opfers enden. Und das sollte jetzt folgen! Die kleinen grünen Finger streckten sich dem Hyänenkopf entgegen besaßen jedoch nicht die Kraft sie an der letzten tötlichen Attacke zu hindern. Plötzlich raste eine Wurfaxt an Myghthyena vorbei, knapp über Hogaths Hand und mitten in die Stirn seines Gegners. Was danach geschah passierte so schnell das es in ihrem Kopf zu wenigen undeutlichen Augenblicken einer Erinnerung zusammenfloss als hätte sie nur einen schlimmen Traum gehabt. Sie sah Kjeldan, der eine zweite Axt von seinem Gürtel nam und den abgeschlagenen Kopf einer der Bestien, den flüchtenden Rest des Rudels und... Hogath! Er hatte das Bewusstsein verloren und aufgehört zu atmen. Blut rann an dem einen Arm seines Vaters entlang als er ihn aufhob. Er war übersäht mit klaffenden Wunden und an seinem Handgelenk lag sogar ein Knochen fei. Er wäre äußerst optimistich gewesen zu behaupten dieses Leben hänge noch an einem Faden aus Seide.
Myghthyenas eigene Wunden mussten nur genäht werden. Sie lag auf ihrer Decke und wieder in ihrem Zelt. Sie war nochmal mit dem Leben davon gekommen doch ihr Gewissen hatte ebenfalls scharfe Zähne und lies sich nicht so leicht vertreiben. Sie biss feste auf ein weißes Tuch wärend Takim das zerissene Fleisch an ihrem Bein mit möglichst feinen Stichen wieder zusammenflickte. Bis jetzt hatte noch niemand etwas wie: "Was hast du dir dabei gedacht!?" oder "stell dir vor wir hätten euch nicht gefunden!" gesagt. Nein. Sie wurde mit Schweigen bestraft! Das Schlimme daran war das sie nicht genau wusste ob sie mit tröstenden Worten rechnen konnte oder ob ihr Vater sie anschreien würde wenn sie es wagte zu sprechen. Der Gedanke wirkte plötzlich unglaublich beschämend neben dem anderen, dass Hogath innerhalb der letzten Stunde gestorben sein könnte. Sie begann zu weinen. Takim registrierte es zwar, hielt die Tränen aber nur für eine Reaktion auf den Schmerz als er die Naht mit einem Ahlkoholgetränkten Tuch säuberte und verband. "Bleib hier bis ich zurück bin." Er stand auf und ging ohne sie eines Blickes zu würdigen. Die Sonne zog langsam über den Himmel und wieder überflutete rotes Licht das Land. Der Wind fing an gespenstisch durch die Zeltwände zu rauschen und sie lag immernoch allein im Zelt, das sich nicht wie gewohnt durch die Körperwärme ihres Vaters aufgeheitzt hatte. Sie zog ihr Decke weiter über die Schultern und versuchte zu schlafen. Doch es wollte einfach nicht gelingen. Sie hörte den jungen Ork immer wieder Schreien, hörte ihn immer wieder "Wir müssen hier weg!" sagen. Schließlich ertrug sie die Ungewissheit nicht mehr und erhob sichsehr langsam um ihr verletztes Bein zu schonen. Man konnte Zelte nicht abschließen aber der Satz "Bleib hier bis ich zurück bin!" blockierte den Ausgang fast noch besser als ein Vorhängeschloss. Sehr viel mehr Ärger konnte sie ohnehin nicht bekommen... Draußen hockte Takim vor dem Feuer und befestigte die Befiederung an einem Pfeil obwohl er bereits einen großen Stapel neben sich liegen hatte der über Monate gereicht hätte. Er schien sie nicht zu bemerken also schlich Myghthyena sich in Richtung der Siedlung davon. Sie achtete sogar darauf nicht auf herumliegende Zweige zu treten oder lauter als nötig Luft zu holen. Es fehlten nur noch ein paar Schritte und sie wäre außer Sichtweite gewesen. "An deiner Stelle würde ich freiwillig hier her kommen!" Donnerte es hinter ihr und sie erstarrte vor Schreck. Es fühlte sich als ginge man im Dunkeln eine Treppe hoch und setzte den Fuß dort wo die Stufen endeten ins Leere. Als sie die einzelnen Herzschläge wieder von einander unterscheiden konnte kam sie der Empfelung mit hängenden Ohren nach. Und wieder das Schweigen! Es war unerträglich also sprach sie selbst. "Ich wollte nur zu Hogath und sehen wie es ihm geht. Ich wäre auch gleich zurück gekommen... " Ihr Vater legte einen weiteren fertigen Pfeil zur Seite und sah sie über die Schulter an. "Und wenn er gestorben ist?" Sie musste heftig schlucken und fand keine halbwegs vernünftige Antwort. "Möchtst du wirklich riskieren alleine einem Ork gegenüber zu stehen der dich für den Tod seines einzigen Kindes verantwortlich macht?" Sie hatte tatsächlich darüber nachgedacht und sich Kjeldan vorgestellt wie es sie mit der vertrauten Miene tiefster Verachtung ansah die sie sonst von Yraaei kannte. Sie war zu dem Ergebnis gekommen das sie ihrem Freund insofern er überlebt hatte beistehen musste und antwortete mutig mit: "Ja." Der riesige rotbraune Taure wirbelte plötzlich herum und packte sie am Kragen während er mit der anderen Hand weit ausholte. Myghthyena riss sich erschrocken los doch Takim war schneller und hielt sie dicht über dem Ohr an ihrer Mähne fest. Der rechte Arm holte noch weiter aus und schlug sie zum ersten Mal. "UND DARUM SOLLTEST DU IM ZELT BLEIBEN!!!" brüllte er sie an. Er musste auch brüllen denn sonst hätten seine Worte sie in ihrem Schrecken nicht erreicht. Sie hielt sich die getroffene Wange. Für sie war in dieser Sekunde die Welt zusammen gebrochen. Sie war so benommen das sie kaum spürte wie sie hoch genommen, und zurück zur Siedlung getragen wurden. Ihre tränenden Augen verzerrten das Straßenpflaster das den Boden bald ablöste und die stacheligen Häuser an denen sie vorbeikamen. Auch die stinkenden Gerbmittel in dieser Straße störten sie jetzt nicht mehr. Der Taure hielt an und ließ sie wieder runter, genau for Kjedans Tür. Myghthyena bemerkte dass ihr Hände zitterten und dass Angstschweiss über ihr Gesicht rann. "Ich bin hier." Erklang Takims sanfte und vertraute Stimme. "Ich halte zu dir, egal wie euer kleiner Streifzug ausgegangen ist." Sie kratzte tief in sich die letzten Reste von Mut und Selbstbewusstsein zusammen und klopfte an. Im Innern des Hauses waren Geräuche zu hören. Jemand stand von einem Stuhl auf und kam mit schweren, fast stampfenden Schritten näher. Sie wäre am liebsten sofort weggerannt, aber wohin? Ihr Vater stand genau hinter ihr und selbst wenn ihr eine Flucht gelang, würde Astalte sie auf jeden Fall nochmal herbringen bevor sie Crossroads verließen. Es gab kein zurück mehr. Wie erwartet öffnete Kjeldan die Tür. Es brannten nur wenige Lampen und sein Gesicht war kaum zu erkennen nur seine Augen und die gelben Hauer hoben sich deutlich von der Umgebung ab. "Du hast ganz schön Nerven hier aufzutauchen..." Diese Begrüßung enthielt bewusst keine Information über den Zustand des jungen Ork und machte so bitter es sein mochte eine Antwort unumgänglich. Myghthyena erinnerte sich daran dass sie nicht auf seine rechte Schulter starren sollte und versuchte sich auf seine Augen zu konzentrieren. "Es tut mir Leid... Ich wollte nicht das die Hyänen ihn so schlimm beißen... Ich möchte zu ihm - Wenn ich darf." Fügte sie hastig hinzu. Kjeldan schritt die erste Stufe vor der Tür hinunter und blieb genau vor ihr stehen. Sie wünschte sich plötzlich wieder draußen im Akatziengestrüpp zu sein. Die kleine Taurin ließ den Kopf sinken und schloss die Augen weil sie den Blickkontakt nicht länger ertragen konnte. "Es tut dir also leid!?" In ihrem Kopf regten sich erneut die Bilder von Hogath und den zähnefletschenden Bestien denen sie so knapp entkommen waren. "Soll ihm das jetzt auf den Grabstein schreiben!?" "Wenn es die Taurin ist dann, lass sie rein." rief eine weibliche Stimme von drinnen. "Er hat vorhin nach ihr gefragt." Sie sah zu ihm auf und Kjeldan gab den Weg frei. "Ich wollte dir nur Angst machen. Es stimmt. Er hat überlebt, aber das war bei weitem nicht dein Verdienst!" Das Haus war genauso eingerichtet wie man es von außen vermuten konnte. Es war nicht besonders hell, dafür glänzte an allen möglichen Stellen Eisen. Alte Schilde, verstaubte Krumsäbel und ein Esstisch dessen Oberfläche mehr aus Kerben bestand als aus unversehrtem Holz nahmen fast den ganzen Platz ein. Rechts neben einem der Regale stand eine weitere Tür offen, die in das etwas hellere Schlafzimmer von Hogath führte. Jeska war bei ihm und war gerade mit einem weiteren Verbandswechsel fertig geworden. Die Orkin war erfüllt von solcher unbändigen Mutterliebe das sie ihren Sohn warscheinlich sogar von den Toten zurückgeholt hätte. Sie wischte einen letzten Rest trockenen Blutes aus seinem Gesicht und zeigte dann auf einem Hocker der neben dem Bett stand. "Setzen!" Fauchte sie. Doch ihr Befehlston hatte seinen Schrecken längst verloren. Eine blutige Nadel und der Rest eines Garnkneuls lagen auf ihrem Schoss aber nicht eine einzige vor Schmerz geweinte Träne im Gesicht des jungen Orks. Als Myghthyena platzgenommen hatte kam auch Takim durch die Tür. Er musste sich bücken um mit seinen ausladenden Hörnern den Ramen nicht zu beschädigen. Nur Kjeldan blieb an seinem lädierten Esstisch sitzen. Das Haus war für derartigen Besuch entschieden zu klein. Jeska warf ihre langen, schwarzen Zöpfe über die Schultern und rüttelte Hogath wach, dessen Augen müde und langsam nach Gesichtern suchten. Er war blass und und hatte sich längst heiser geschrien aber die Anwesenheit seiner Freundin war genügen Motivation um zu sprechen. "Mutter es ..." Und endlich schimmpfte jemand! "Glaubt ihr Beiden, eure Väter können durch Mauern sehen!? Ihr hättet zerissen werden können! Wir hätten nicht einmal genug von euch gefunden um es Leiche zu nennen!" Sie klang wirklich überzeugend. Die Kinder zuckten zwar nach jedem Satz zusammen aber innerlich brachten diese strengen Worte eine unglaubliche Erleichterung mit sich. Irgendwann würde sie sich beruhigt haben und dann war alles wieder in Ordnung, für die Taurin zumindest: Hogath hatte begonnen den Vorfall mit vorangegangenen Missetaten zu vergleichen um ungefähr einschätzen zu können was ihm blühte wenn die Tauren wieder gegangen waren. Takim sah seine Tochter in guten Händen und gesellte sich zu Kjeldan ins Esszimmer. Gewöhnliche Stühle aus Holz konnten seinem Gewicht nicht standhalten also schloss er die Tür hinter sich und lehnte sich an die Wand. "Spricht sie immer so laut?" Der Ork nam eine halbe Flasche Bier von einem der Schränke, setzte sich wieder und legte die Füsse auf den Tisch ehe er sich einen Schluck gehnemigte. "Laut?" fragte er grinsend. "Du solltest sie hören wenn sie wütend auf mich ist! Leztes Mal war ich froh das die Fenster nicht zersprungen sind!" Er seufzte glücklich und trank den Rest der Flasche leer ohne sie abzusetzten. "Manchmal denke ich das ich es mit einer weniger temperamentvollen Frau einfacher hätte. Aber ich würde sie nicht lieben wenn sie nicht das wäre was sie ist." "Ihr scheint gute Heiler hier in Crossroads zu haben... Der Kleine gegen vier Hyänen. Er muss unheimliches Glück gehabt haben" Takim versuchte durch diese Frage unauffällig das Thema zu wechseln und den richtigen Augenblick für eine Entschuldigung zu suchen. "Mit Glück hatte das nicht viel zu tun." "Warum nicht?" Fragte der Taure verwundert. Der Ork stand wieder auf und griff nach einer zweiten Flasche. "Willst du auch eins ? Wenn du auch was trinkst kann ich später wenigstens behaupten ich hätte mit dir geteilt." Sein Gast winkte ab. "Nur Tee wenn du welchen hast." Er wusste genau das niemand einen betrunkenen Tauren stützen konnte den seine Beine nicht mehr nachhause trugen. "Tee!? Ihr Tauren seid doch alle gleich!" "Jetzt erklär mir warum das deiner Meinung nach nichts mit Glück zu tun hatte. Was hast du getan?" Die Vermutung das Kjeldan mehr getan hatte als nur die Hyänen zu vertreiben erwies sich als richtig und erfüllte ihn mit einem gewissen Maß an berechtigtem Stolz. " ch habe die Wildgeister gerufen und sie gebeten ihm zu helfen bis wir den Heiler erreicht haben. Darauf hin hörten alle seine Bißwunden auf zu bluten." Er setzte seine Flasche ab und krazte sich nachdenklich am Kinn. "Das sie nach all der Zeit noch zu mir gekommen sind... Es grenzt an ein Wunder." Takim nickte verständnissvoll. Er kannte die geheimnissvollen Kräfte wahrer Shamanen und sie erfüllten ihn stets mit Ehrfurcht. "Als ich noch ein Kind - und Bogardan noch der Anführer des Stammes war wurden wir von einem Schwarm Harpyien angegriffen. Es müssen hunderte gewesen sein... Überall waren Federn und unter den Federn waren Krallen. Sie töteten die Kodos und jeden der nicht schnell genug flüchten konnte. Ich versteckte mich unter einer Zeltplane und ich hatte furchtbare Angst. Nur Bogardan nicht , weder vor den Harpyen noch vor dem Sturm den er heraufbeschwor." Kjeldan kannte Gechichten über Bogardan Wildfire. Doch nun durfte er sie zum ersten mal von einem Augenzeugen hören und lauschte aufmerksam seinen Worten. "Er ließ sich auf die Knie fallen und bat den Geist des Windes uns vor dem Untergang zu bewaren. Kein Vergleich zu Magie wie Hexenmeister sie gebrauchen! Und auch kein Vergleich zu dem was Yraaei fertigbringt." "Es war als durchströme ihn der Wind selbst und als der Staub sich legte waren alle unsere Feinde verschwunden. Wir konnten die Wanderung vortsetzen. Nur dank ihm." Es wurde ruhiger und das Ende von Jeskas Vortrag zeichnete sich langsam ab. Kjeldan sah den richtigen Augenblick gekommen sich der leeren Bierflaschen zu entledigen. Er hatte vier geschafft versteckte aber nur zwei Flaschen um eine halbwegs glaubhafte Bilanz zu erzielen. "Wahre Shamanen werden auf der ganzen Welt immer seltener. Es ist schwierig sein Wissen an die nächste Generation weiter zu geben, wenn die jungen Leute erwarten das jedesmal auf Komando Blitze einschlagen sobald ihnen ein Hinderniss im Weg ist. Ehrlich gesagt freue ich mich schon darauf Hogath alles beizubringen was ich kann. Er wird es ihnen allen zeigen!" Es lag viel Stolz im Klang seiner Stimme und hohe Erwartungen auf seinem Nachfolger. "Es tut mir Leid das er so schwer verletzt worden ist. Ich werde nächstes Mal wachsamer sein." Kjeldan gähnte und lehnte sich in seinen Stuhl zurück. "Es war ein Unfall. Vergeben und vergessen, mein Freund. Wenn überhaupt waren wir beide schuld." Der Türknauf bewegte sich, allerdings zunächst in die falsche Richtung... "Ich muss mich jetzt auf den Rückweg machen. Wenn`s Recht ist nehme ich das von meiner Tochter übrig ist wieder mit. Richte deiner Gefährtin aus das ich sehr dankbar für ihre Unterstützung bin. Ich kann meiner Kleinen nicht lange genug böse sein als dass irgendetwas was ich sage sich wirklich einprägt..." Die Tür öffnete sich wieder und Myghthyena blieb solange erschöpft stehen bis ihr Vater sie wieder auf den Arm nam und nachhause trug. Es war geschafft. Es lastete jetzt keine Schuld mehr auf ihr und im nächsten Jahr konnte sie wiederkommen und mit Hogath spielen als wäre nichts gewesen. "Mein Vater schenkt mir jetzt auch ein größeres Taschenmesser." Hatte er gesagt. Und er hatte ihr verziehen. Nur das zählte!
Kapitel 2. Der Zahn der Zeit
Es brach ein gutes Jahr an und der Frühling brachte viel Regen. Der Wilfireclan hatte seine Zelte im südwestlichen Teil des Brachlandes nahe Mulgore aufgeschlagen und erfreute sich derzeit an besonders günstigen Bedingungen für die Jagd. Die blühenden Akazien überdeckten ihren Geruch und das hohe Gras machte es den Jägern einfach sich nahegenug an die Herden anzuschleichen. Es gab frisches Trinkwasser und in den Lagergruben hing bald genug Fleisch um Monate lang damit aus zu kommen. Astalte folgte einer Spur in der feuchten Erde , die sie bis an den Rand des Lagers führte, wo einige große Felsbrocken einen perfekten Aussichtspunkt formten. Ganz oben auf der Spitze hockte Myghthyena und blickte sehensüchtig in die Ferne. Das günstige Wetter konnte ihre Ankunft in Crossroads auf unbestimmte Zeit herauszögern und sie würde Hogath lange nicht wiedersehen können. Es war ihr zwölfter Geburtstag und gleichzeitig der zwölfte Todestag ihrer Mutter. An den schwachen , totgeweiten Säugling von einst erinnerte nun nichts mehr. Sie konnte einen Bogen spannen und ein Kodo reiten , alleine das Zelt aufbauen und triefend nasses Holz zum brennen bringen. Sie wusste wie die Hetzjagten funktionierten und übte sich in jeder freien Minute im Nahkampf. Die Greisin blieb am Fuß der Formation stehen und blickte zum Horizont wo sich bereits neue Sturmwolken auftürmten. "Komm lieber da runter, Kind. Es beginnt gleich zu regnen.“ Doch Myghthyena verschränkte nur die Arme und dachte gar nicht daran der Aufforderung nach zu kommen. Es verärgerte sie zu sehr von ihr immernoch "Kind" genannt zu werden. Aber es gab augenscheinlich noch mehr Dinge über die sie ungestört nachdenken wollte. "Na schön. Dann komm ich eben zu dir!" Astalte kletterte für ihr hohes Alter erstaunlich schnell und geschickt. Sie zog sich vorsichtig auf die Spitze wo eine dünne Schicht Moos ihre Handflächen grün verfärbte und als sie sich neben Myghthyena setzte sah die junge Taurin sofort in die andere Richtung. Die Greisin wartete geduldig. Es würde nichts bringen sie zum reden zu drängen... Die dunklen Wolken kamen näher und verdeckten die letzten wärmenden Sonnenstrahlen. Ein nasses Fell konnte sehr unangenehm sein , aber ihre Geduld hatte sich oft bewert und es würde auch heute noch einmal funktionieren. Die ersten Wassertropfen prasselten auf die sraubigen Steine und es wurde immer kälter. Weit draußen auf der Ebene stürtzte sich ein Falke auf die vorbeihuchenden Eidechsen, seine letzte Mahlzeit vor der Nacht. Der Regen wurde stärker und Astalte hielt ihre Hände auf um den schleimigen , grünen Moosbelag ab zu wachen der an ihr klebte Sie wäre die ganze Nacht so sitzen geblieben ,hätte Myghthyena nicht irgendwann von selbst Blickkontakt gesucht und aus freiem Willen mit ihr gesprochen. "Vati hat heute den ganzen Tag auf seiner Felldecke gelegen und kein einziges Wort mit mir gesprochen . . . " Sie entspannte ihre verschrenkten Arme und lies sie in ihren Schoss sinken. "Voss hat gesagt er wäre um diese Jahreszeit immer so weil . . . weil . . . " "Weil er deine Mutter dann noch mehr vermisst als sonst !? " Die Greisin hatte von Anfang an gewusst das sie eines Tages anfangen würde schwierige Fragen zu stellen. Sie erwartete eine ganz Bestimmte und hatte viele ruihge Stunden dazu genutzt sich eine möglichst weise Antwort zurecht zulegen. Am liebsten hätte sie Myghthyena in den Arm genommen und getröstet, aber aus Respekt vor Branka und aus Rücksicht auf Takim unterdrückte sie ihre Muttergefühle für sie mit aller Kraft. Das Kind das da hockte war nicht das ihre ! Sie war nicht Liona,die von den schwarzen Drachen getötet wurden war noch bevor sie alt genug war auch nur einen Schritt alleine zu gehen, einst vor so vielen Jahren . . . Astalte wirkte nach außen zwar als hätte sie den Verlust verwunden,doch innerlich kämpfte sie mit sich in ihr keinen Ersatz für sie zu sehen. Schließlich erklag Myghthyeas Stimme und formte die erwartete Frage: "Bin ich Schuld daran das sie gestorben ist ?" "Weist du . . . Es haben so viele Dinge ihren Teil dazu beigetragen ihr Leben zu beenden und du warst sicher eines davon . . ." Myghthyena stand niedergeschlagen auf und wollte gehen. In der Ferne konnte man Takim hören der sie beim Namen rief. "Danke das du so erlich zu mir bist . . . " flüsterte sie mehr zu sich selbst als nach außen. Die Alte packte plötzlich ihren Arm und hielt sie fest. "Lass mich ausreden ,Kind!" Ihre Kleider und ihr Fell waren längst völlig durchnässt und sie fror erbärmlich, setzte sich aber danoch wieder auf ihren Platz und hörte zu. "Deine Mutter ist uns eines Morgen aus Thunderbluff entgegen gekommen . . . Sie war nicht zu frieden mit dem Leben das sie geführt hatte und wollte um jeden Preis die Welt sehen. Also kam sie zu mir und bat darum den Clan ein Stück durch das Brachland begleiten zu dürfen und ich erlaubte es." Takims Stimme, die durch das Unwetter zu ihnen drang wurde immer lauter und seine Tochter ignorierte sie dennoch. Astalte fuhr vor. "Als es Zeit gewesen wäre uns wieder zu verlassen konnte sie sich nicht mehr dazu durchringen." "Weil sie Vati getroffen hatte ?!" Fiel ihr die Kleine ins Wort. "Ja. Genau das! Romantich nicht war !? Sie wollte schließlich ganz in den Clan aufgenommen werden und ich gab ihr auch dafür liebend gern meine Zustimmung." Sie waren inzwichen auch nicht mehr allein. Takim hatte den verborgenen Aussichtsplatz gefunden und lauchte der Geschichte. Myghthyena sah ihn aus den Augenwinkeln verriet aber nichts. "Ich schwöre dir ich habe nie zufor zwei Tauren gesehen die so viel Zeit damit verbringen konnten sich Komplimente zu machen und sich gegenseitig ihre Liebe zu beteuern. In den wenigen Minuten die deine Mutter dich im Arm hatte hat sie genauso getrahlt wie zu jener Zeit, vollkommen zufrieden mit sich selbst und der Welt . . . " Der große, rotbraune Taure trat hinter seine Tochter und legte einen Umhang, der zumindest an der Innenseite noch trocken war um ihre Schultern. Die Greisin bedachte er mit einem Lächeln und beschloss das Ende aus seiner Sicht zu erzählen. "Geliebte Tochter, du warst von uns beiden mehr als nur gewollt. Wir haben dich herbeigesehnt von der ersten Sekunde an in der wir wussten das es dich gab! Du trägst keine Schuld an dem Unglück das uns beiden wiederfahren ist und lass dir niemals, niemals irgend etwas anderes einreden. Auch nicht von Yraaei . . . Besonders nicht von ihm." Er kniete sich auf den nassen Felsen und schloss sie in die Arme, ganz vorsichtig als könnte sie jede Sekunde unter dem Druck zerbrechen. "Lass uns jetzt nach Hause gehen und nicht mehr darüber reden. Ich koche dir auch dein Lieblingsessen, wenn du mir zumindest eine Speise sagst die du lieber magst als den Rest!" Die lezt Bemerkung sorgte für allgemeines Grinsen. Er nam ihre Hand und fürte sie vorsichtig die Steine hinunter. Astalte war dicht hinter ihnen und verlor plötzlich auf dem aller letzten Felsen den Halt! Sie stürtzte aus mehr als zwei Meter Höhe, der Läge nach in den Schlamm, schien aber unverletzt zu sein. Als sie sich den Schlamm aus dem Gesicht gewicht hatte versuchte sie sich wieder zu erheben, doch ihr linkes Bein trug die Last nicht mehr und gab nach. Sie hielt sich den Knöchel und brüllte vor Schmerz. "Astalte was ist mit dir!?" Takims Versuch ihr auf zu helfen quittierte sie mit einer dermasen verärgerten Mine, dass er zurückwich und nur zusah wie es alleine nochmals versuchte und wie erwartet abermals zusamenbrach. "Hör auf. Du hast dich verletzt!" Diesmal werte sie sich nicht und lies sich von ihm stützen. Während sie dem Lager näher kamen hörte er sie keuchen und leise fluchen, bei jedem einzelnen Schritt. Myghthyena konnte nicht viel mehr tun als neben ihnen her zu gehen und den Eingang auf zu halten als sie Astaltes Zelt ereicht hatten. "Geh schlafen, Kind! Ich komme schon zurecht." Lautete die klare Ansage und um die Situation nicht komplizierter zu machen als sie war gab sie keine Wiederworte und ging. Drinnen war es trocken und warm. Entgegen allem was er sich vorgestellt hatte war das Zelt der Matriarchin nicht bis unter die Decke vollgestopft mit Waffen, Fellen und Trophäherteilen ihrer Beute. Die dem Lagerfeuer zugewandte Seite der Behausung war viel dünner als die anderen und lies den angenemen, roten Schein des Feuers hinein, sodass man auch ohne Lampen gut sehen konnte. Er setzte sie auf ihrem Feldbett ab. "Hast du Verbandzeug da ?" Astalte wies mit dem Zeigefinger auf eine hölzerne Truhe in der Ecke. "Sprich bitte leiser. Die Anderen geht das hier nichts an!" Er öffnete die Truhe und stellte erstaunt fest das sie außer Verbänden und einer Flasche die auffällig nach Alkohol roch mit nichts Weiterem gefüllt war. Er kniete sich vor Astalte, begann die verschlissenen Lederbandagen an ihren Knöcheln zu lösen und musste mit Entsezen feststellen das sich darunter bereits dicke Verbände verbargen. Auf der linken Seite quoll Blut durch den Stoff. "Es geht die Anderen also nichts an das unsere Anführerin seit Wochen nicht mehr richtig laufen kann ?!" "MONATE ! Und nein, TUT ES NICHT! Vergiss ja nicht mit wem du sprichst, Takim !" Als die Verbände seinen Blick auf den Schaden den der Sturz angerichtet hatte nicht mehr verbargen ahnte er das auch die Behauptung sie seihe erst seit ein paar Monaten verletzt möglicherweise eine Verbesserung zu ihren Gusten enthielt. Die Gelenke waren beide geschwollen und pochten heftig als er seine Fingerkuppen darauf legte. Ein leichter Geruch von Fäulnis stieg auf. Die Entzündung hatte sich längst in ihre Knochen gefressen . . . An vielen Stellen war ihr Fell schon gar nicht mehr nachgewachsen und entblöste grauenhafte Schirfwunden die aber wohl nur auf zu seltenen Verbandswechsel hinwiesen. Viel Schlimmer war es um ihre Hufe bestellt, wo Heilsalben nicht halfen, wo Bandagen nichts mehr stützen konnten und die bei der Wanderung mehr beansprucht wurden als irgend etwas sonst. "Nun schau mich nicht so an. Das ist noch nicht so schlimm wie es aussiet." Aber das war es doch . . . Sie waren durchzogen von tiefen Rissen und er wollte sich gar nicht erst vorstellen wie es sich anfühlte darauf zu gehen . . . Takim schüttelt den Kopf und legte den Verband den er geholt hatte in ihre ausgestreckte Hand. Er hätte ihr warscheinlich nur weitere, unnötige Schmerzen zugefügt wenn er versucht hätte ihn ihr selbst um die Gelenke zu legen. Die Greisin hatte darin ohnehin mehr Übung . . . "Was hast du jetzt vor?" Er trat einen Schritt zurück und sah zu wie sie ihre Wunden versorgte als hätte sie es schon hunderte Male getan,was leider der Wahrheit sehr nahe kam. "Was ich vorhabe ?! Pass auf: Als Erstes befehle ich dir darüber zu schweigen was passiert ist !" Sie sah ihn nicht an wärend sie sprach, was Voss sehr häufig als respektlos anprangerte, weil sie das trotzdem von allen Anderen zu verlangen pflegte. "Zweitens werde ich mich, je nach dem ob du dich daran hälst oder nicht, entweder schlafen legen oder dir den Kopf von den Schultern reißen." Sie sprach als ob sie es ernst meinte obwohl Takim sie selbst dann wenn sie hätte aufrecht stehen können noch um Haupteslängen überragte. Als sie mit den Verbänden fertig war legte sie sich auf die Seite und wante ihm den Rücken zu. "Drittens schicke ich dich raus ! Und jetzt hau ab." Sie wies mit einer Hand auf den Ausgang und lies ihren Kopf auf eines der Kissen sinken. "Nein, werde ich nicht! Denn wenn du morgenfrüh aufwachst bist du immernoch lahm und selbst wenn ich schweige wirst du das nicht ewig verbergen können !" Ihm war klar das er sich gerade in große Schwierigkeiten gebracht hatte, aber es musste sein, um ihretwillen . . . "Bitte nim doch Vernumpft an !" Die Greisin blieb liegen und ignoriete sein Flehen gleichgültig. Er wankte unruig und leise schimpfend zwichen dem Feldbett und dem Ausgang hin und her. "Letzte Warnug !" Schallte es ihm mit der vertrauten Stimme entgegen deren sanfter Klang im genauen Gegensatz zu den gesprochenen Worten stand. Es war klar das sie ihre Drohung nicht war machen konnte, geschweigeden wirklich dazu gewillt gewesen wäre, aber ein Satz von ihr genügte um die schlimmste Strafe über ihn zu verhängen die es für einen Tauren der Jägersippe überhaupt gab: Ihn für immer aus dem Wildfireclan zu verstossen . . . Trotz dieser Gefahr die wie dichter Nebel in der Luft lag gab er nicht auf. "Du quälst dich umsonst! Bestimme endlich einen neuen Anführer und fang an dich zu schonen bevor es dafür zu spät ist !" Wieder keine Reaktion . . . Takim meinte es gut! Und er musste sie irgendwie davon überzeugen . . . Er kam zurück und begann an Astaltes Schulter zu rütteln. Plötzlich fuhr sie herum und eine geballte Faust flog in seine Richtung. Er blockte den ersten Schlag geradenoch ab, mit beiden Händen, was unklug gewesen war, da der zweite ihn dafür ungebremst auf die Schnautze traf. Er fiel rückwärts auf den Boden und blieb einen Augenblick liegen da er es ohnehin nicht vorhatte zurück zuschlagen. Die Greisin sas wieder aufrecht auf ihrem Bett und ihre Augen verängten sich in ihrer Wut zu kleinen Schlitzen. "Und wer wäre deiner Meinung nach würdig meinen Platz einzunemen !? All meine Kinder sind tot und meine Blutslinie damit auf alle Zeit beendet! Wem unter all den Jägern, Schmieden und Webern kann ich so sehr vertrauen !? Sag mir , Takim Wildfire wer wäre würdig genug um die Häuptlingbürde zu tragen und die Wanderung zu führen !?" Er richtete sich langsam auf und zuckte mit den Schultern, eine recht beeindruckende Geste, da seine Schultern erst in zwei Meter Höhe begannen. "Ich weis es nicht. Aber das ist auch nicht meine Aufgabe." Sie verstand was er meinte. "Im Übrigen muss ich dir sagen das ich es für unglaublich eitel halte zu behaupten deine beiden Söhne wären tot nur weil sie sich dagegen entschieden haben als Normaden zu leben und den Stamm verlassen haben !" "Du glaubst ich seihe eitel !? intressant . . . " Lautete die knappe Antwort. Takim sah sich genötigt die Behauptung zu entschärfen und seine Meinung genauer zu begründen. "Okoto und Lednar waren meine Spielgefärten und meine Freunde. Es krängt mich zu hören das gerade du, ihre eigene Mutter dermassen herablassend von ihnen sprichst." Er war einerseits froh das los zu sein merkte aber andereseits das zu sehr von Thema abwich. Er holte tief Luft und gab sich die aller größte Mühe seine nächsten Worte weise zu wählen. "Ich bin dir unendlich dankbar für alles was du für mich getan hast und vor allem deshalb will ich dich nicht leiden sehen . . . Du hast deine Sache gut gemacht und du warst zweifellos das Beste was dem Wildfireclan passieren konnte aber alles Gute hat auch irgendwann ein Ende." Die Greisin hatte sich auf ihre Knie gestützt und lies den Kopf hängen, sodass die schwarze und von dünnen grauen Strähnen durchzogene Mähne ihr in voller länge über die Schultern fiel. Sie hatte das unvermeidliche schon so lange vor sich her geschoben. Und nun hatte sie die Zeit doch eingeholt und ihren Körper mit aller Macht zerschlagen! Immernoch verbarg die wachsende Verzweiflung hinter ihrem Stolz. "Ich kann nicht, Takim. Bogardan lies mich schwören bevor er starb. -Solange ich lebe-. Das waren meine Worte . . ." "Ich glaube das du deine Absicht nur etwas unglücklich formuliert hast." Mit diesem Satz zweifelte er Astaltes Ehrenwort an, das wusste er genau. "Wenn du nicht auf einen Jäger hören willst, dann hör wenigstens auf einen Freund." Er löste die ledernen Bänder die den Ausgang verschlossen und drehte sich noch letztes mal um. Jetzt hatte er zum ersten mal Blickkontakt und ihre volle Aufmerksamkeit, dafür aber nichts mehr zu sagen.Er ging und lies sie endlich allein . Wieder kroch die Nacht über Kalimdor hinweg und brachte bittere Kälte mit sich. Die Kraeturen der Dunkelheit erhoben sich und begannen die Ebenen und nach Nahrung zu durchkämmen wärend alles was sich am Tage bewegt hatte almählich in Höhlen und Erdlöchern verschwand. Immerfort sangen die Wölfe ihr uraltes Lied vom blauen Mond über ihren Köpfen und den Wäldern die ihr zuhause waren. Für gewöhnlich hätte sein Klang Astalte nicht davon abgehalten zu schlafen, aber in dieser Nacht lag sie wach und dachte angestrengt darüber nach was sie "viertens" zu tun hatte. Erst nach Stunden siegte die Erschöpfung über ihre Sorgen.
Als am Mittag die Sonne ihren höchten Punkt erreicht hatte dösten die Jäger des Clans unter neidischen Blicken im Schatten. Solange die beiden Lagergruben gut gefüllt waren, gab für sie nichts mehr zu tun. Takim lag unter einem Baum und seine einzige Beschäftigung bestand darin ein üppiges Frühstück zu verdauen, wärend er sich von Myghthyena, mehr zu ihrer Unterhaltung als das es irgend einen Zweck gehabt hätte, schiefe Zöpfe in den Bart flechten lies. An den Vorfall mit der Greisin dachte er kaum noch. Warum auch!? Er hatte seine Schuldigkeit getan und jemand der an die hundertdreisig Jahre alt war ( Die meisten Schätzungen ihres Alters gingen in diese Richtung ) konnte auf sich selbst aufpassen! Ab und zu schielte er denoch hinüber zu ihrem Zelt. Es sah ihr nicht ähnlich bis Mittags zu schlafen. Yraaei hatte ebenfalls bemerkt das etwas anders war als sonst und sah sich zögerlich im Lager um. In seinen Händen hielt er einen neuen, um einiges weniger beeindruckenden Stab als den welchen er seinerzeit zurücklassen musste. Er hatte die geforderte Entschuldigung nie ausgesprochen und immernoch brannte der Hass in ihm. " Fertig." rief Myghyena glücklich als sie das Flechtwerk mit einem Lederband fixiert hatte. Es sah wirklich albern aus aber Ahr-Kita, eine der Weberin die zufällig vorbeiging, verbarg ihr Lachen und auch Takim blieb nichts anderes übrig als so zu tun als wäre er hellauf begeistert. "Sehr hübch. Danke, mein Schatz . . ." Er wollte noch etwas sagen aber plötzlich trat jehe Stille ein. Astalte stand auf dem Platz. Anders als sonst war sie nicht in zerschlissenes Leinen und grobe Wolle gekleidet sondern trug ein langes, fließendes Gewand das ganz in grün und rot gehalten war. Ihren Kopf zierte ein Federschmuck, ähnlich dem den sie zusammen mit Branka verbrannt hatten, nur das er an stelle von Holzperlen mit Saphiren besetzt war. Ihre Bandagen fehlten ganz. Die dicken Verbände waren jetzt für alle sichtbar, genau wie das leichte Hinken mit dem sie sich bewegte. Trotz allem umgab die Matriejarchin immernoch eine vertraute Aura von Stolz und über jeden Zweifel erhabene Weisheit . . . Vor der Feuerstelle lag ein Baumstamm, der dort als Sitzgelegenheit platziert worden war und der ihr half ihre geringe Körpergröße auszugleichen. Alle Schmiede, Weber und Jäger liesen ihre Tätigkeiten ruhen und versammelten sich um sie. Selbst Yraaei kam näher und stützte sich auf seinen Stab. Erst als sie sich sicher war das sie die volle Aufmerksamkeit hatte sprach sie. "Hört! Ich habe euch allen etwas wichtiges zu verkünden !" Noch zeigte sich niemand überracht, denn so begannen ihre Reden fast immer. "Ich werde euch dieses Jahr nicht nach Ratchet begleiten . . . Das werde ich nie mehr tun." Takim erschrak. Sie plante nicht etwa nur jemand anderem die Führung zu übergeben sondern den Stamm zu verlassen ! Er durfte ihr nicht wiedersprechen obwohl alles in ihm danach schrie . . . Yraaei heuchelte Sorge und Überrachung, obwohl er innerlich fast in Jubelschreihe ausbrach. "Heute nacht wird es ein Fest geben wie kein Zweites! Und noch ehe ich einen Tropfen Alkohol zu mir nehme der meine Sinne trüben könnte werde ich entscheiden wer unter all meinen tapferen Kriegern ( die Frauen verziehen es ihr das sie nicht gesondert erwähnt wurden ) würdig ist die Häuptlingsbürde zu tragen und meinen stolzen Clan über den Wanderpfad durch das Brachland zu führen !" Diese Worte kamen vom Grunde ihres Herzens, das konnte man hören . . .
Die feurige Rede die sie hielt dauerte beinahe eine ganze Stunde, wärend sie trotzdem wie im Flug verging und so klang als könnte sie sogar die Sterne dazu übereden sich vom Himmel fallen zu lassen. Doch wie Takim schon einmal gesagt hatte musste alles Gute auch mal ein Ende finden . . . "Ich hingegen werde heute noch nach Mulgore aufbrechen um dort meinen Lebensabend zu verbrigen . . . " Myghthyena hatte zugehört und alles genau verstanden. Bis auf eines . . . "Vati , was ist ein Lebensabend ?" Fragte sie ihren Vater. Er legte seinen Arm um ihre Schulter und versuchte irgendwie seinen betrübten Gesichtsausdruck zu überdecken. Er konnte es nicht . . . "Es bedeutet das sie bald sterben wird . . . Sie ist alt und sehr krank . . ." Sie wusste genau das es die Wahrheit war, aber die Hoffnung das er sich vieleicht irrte und Astalte etwas anderes behaupten würde wenn sie zu ihr ging und danach fragte hielt sie davon ab in Tränen aus zu brechen. Wenn die Rede vorbei war . . . Nahm sie sich vor. Wenn sie ungestört mit ihr reden konnte . . . dann würde sie nochmal danach fragen und es würde sich herausstellen das es nur ein Missverständniss war und das der Anführerin des Wildfireclans noch viele schöne Jahre beforstanden! Jawohl so würde es sein!
Zwei Reiter wurden losgeschickt um von irgendwoher ein oder zwei Fässer Donnerbräu aufzutreiben. Das was flaschenweise in den Zelten lagerte war nur zum Versorgen von Wunden gedacht und für jeden der Wert auf funktionierende innere Organe legte durchweg untrinkbar. Die Feuerstelle wurde vergrößert und einige Kerle die eine ähnliche Statur wie Takim aufwiesen schafften mehr Baumstämme heran damit alle daran Platz fanden. Die Frauen begannen zu Kochen und sehr zur Freude der Kodos fielen für sie dabei Kartoffelschalen, Rübenblätter und ähnliche Leckereien ab die ihnen in die Tröge geschüttet wurden. Nur Rockhard der geahnt haben musste was seine Herrin gerade gesagt hatte frass nicht sondern begnügte sich damit am Wasser zu nippen und das rege Treiben um Lager genau zu beobachten. Es wurde eine schöne Feier und als es Abend wurde verdeckte keine einzige Wolke mehr den Himmel. Es duftete herrlich nach gebratenem Fleich und dem Donnerbräu das in Strömen floss. Die meisten schauten Ahr-Kita zu die sich leicht beraucht dazu hinreisen lassen hatte zum Klang der Trommeln zu tanzen und anmutig ( anmutig für taurische Verhältnisse ) die Hüften schwang. Das Getränk für das sie angeblich noch zu jung war hatte selbstverständlich Myghthyenas Interesse geweckt. Sie sas auf dem Schoss ihres Vaters und versuchte bei jeder Gelegenheit nach dem Krug in seiner Hand zu schnappen. Als ihm zu mühsam wurde auf die flinken Hände seiner Tochter zu achten gab er schlieslich nach. "Ein Schluck. Hört du? Danach ist Schluss!" Ein Schluck war auch mehr als genug um sie davon zu überzeugen das Traubensaft besser für sie war, den die junge Taurin hatte das Gebräu das ihr im Rachen brannte sofort wieder ausgespuckt und verzog angewiedert das Gesicht, woraufhin von allen Seiten Spott und schallendes Gelächter erklang. Astalte schaute immer wieder auf den Bierkrug in ihrer Hand. Wie angekündigt hatte sie noch nichts getrunken und einige andere, diejenigen nämlich die von sich wussten das sie als neues Oberhaupt in Frage kamen auch nicht. Einen Augenblick noch . . . Nur noch ein paar Minuten lang wollte sie ihre Abschiedsfeier geniesen ehe sie den Namen desjenigen bekannt gab den sie auserwählt hatte und ehe es, das wusste sie genau, zu Streit kommen würde der die wundervolle Stimmung zeriss. Yraaei war ebenfalls nüchtern geblieben. Weniger weil er hoffte das er Anführer werden konnte sondern eher um die Entscheidung, wie auch immer sie ausfallen würde, möglichst glaubhaft in Frage zu stellen, um dem Ziel zumindest näher zu kommen . . . Takim amüsierte sich so gut wie lange nicht mehr. Er klatchte und feuerte zusammen mit den Anderen Ahr-Kita an, die immer wilder tanzte, als ihm auffiel das Voss, der neben ihm sas, sich ausgesprochen ruig verhielt. Sein Blick streifte nur zufällig dessen bis zum Rand gefüllten Krug. "Ja . . . Und mach den Mund zu !" sprach er leise als er bemerkte das er angestarrt wurde. Der Schmied mit dem weiß und braun gefleckten Fell war einer der Ältesten geworden, obwohl er nicht einmal auf halb soviele Jahre zurückblicken konnte wie die Greisin und niemand anders ihn bis jetzt für einen möglichen Anwärter gehalten hatte verzichtete er eisern darauf sich zu betrinken zusammen mit Lonitas, dem Ältesten der Jäger und Kehlani die, als Berserkerin verschriehen war und deren muskulösen Körper beeindruckend viele Narben zierten.Krieger im Sinne von deren militärischem Nutzen hatte es im Stamm der Wildfiretauren zwar zu keiner Zeit gegeben aber als eine eher unterdurchschnittlich gute Bögenschützin war die Taurin in ihren jungen Jahren häufiger als alle anderen in Nahkämpfe mit Raptoren verwickelt gewesen und hatte die Fähigkeiten die ihr der Zufall geschenkt hatte genutzt um bei jeder Gelegheit die Anzahl der Kolkazentauren zu mindern die das Land unsicher machten. Astalte seufste laut und mehr war auch nicht nötig um die Trommeln, den Gesang und das Gelächter verstummen zu lassen. Der Moment war gekommen !
Sie stellte ihren Krug ab und stand auf. Das schwarze Fell hob sich kaum vom Sternenhimmel ab und war nur dort deutlich zu erkennen wo es den Feuerschein reflektierte. Die Edelsteine in ihrem Kopfschmuck und in den breiten Armreifen kamen im Zwielicht voll zur Geltung und ihre Pracht stand im Kontrast zu den müden Augen und den inzwichen staubigen Verbänden an ihren Knöcheln. Sie wartete ab bis auch Ahr-Kita wieder Platz genommen hatte und sprach . . . "Ich habe entschieden !" Die Tauren die eben noch so hemmungslos gefeiert hatten hielten vor Spannung den Atem an und es wurde so ruihg das man den Wind zwichen den Zelten rauchen hören konnte. "Voss, tritt vor !" Jubelschreihe erklangen und jeder an dem der zukünftige Stammesführer vorbeiging schüttelte seine Hand oder klopfte ihm auf die Schulter. Es waren nur wenige Meter bis zur Greisin, aber es dauerte trotzdem mehrere Minuten bis er sie erreicht hatte und mit stolzgeschwellter Brust zwichen ihr und dem Feuer sand. Astalte hob ihre rechte Hand um erneut für Stille zu sorgen, denn noch besas die Wahl die sie getroffen hatte keine Bedeutung. "Voss Wildfire, Sohn von Tahngarth und Helamis, Schmied das Clans, ich habe mich für dich entschieden will du entschlossen und mutig bist! Du tust das was du für das Richtige hälst, ohne Furcht, ohne zu zögern und ohne selbstsüchtige Gedanken." Ihm war klar das sie damit unter anderem darauf anspielte das Voss es nicht scheute selbst sie zu kritisieren wenn sie die Wanderung zu schnell vorantrieb oder zu früh von den Rastplätzen aufgebrochen war. "Nimst du die Ehre und die Verantwortung die ich dir übertrage gleichermaßen an ?" Voss antwortete nicht sofort, sondern blickte sich nach allen Seiten um. Lonitas wollte nicht als schlechter Verlierer dastehen und setzte ein gönnerhaftes Lächeln auf das sich kaum von der echten Freude der Anderen unterschied. Lediglich von Kehlani kamen einige böse Blicke, aber damit hatte er gerechnet. Er sah wieder zu Astalte die immernoch wie eine Statur dastand und ebenso geduldig wartete. "Ich nehme an! Die Ehre und die Verantwortung gleichermaßen." Sie nickte kurtz und in ihrem Kopf flackerten angesichts des Schwurs die sie ihm abverlangen musste einmal mehr Bilder ihres Vaters Bogardan auf, der genau das von ihr hatte hören wollen ehe er den Wunden die er von dem Harpyenangriff davongetragen hatte erlag . . . "Sprich mir jetzt nach. Ich schwöre das ich die Führung übernehmen und sie mir niemals steitig machen lassen werde solange ich kann, ich schwöre das ich jeden einzelnen der sich zu Recht "Wildfire" nennt mit meinem Leben beschützen werde und das ich unser Erbe und unsere Tradition hoch halten werde, indem ich sie alle über den uralten Wanderpfard unserer Ahnen führe, Jahr, um Jahr, um Jahr . . . " Die Änderung im ersten Satz war denjenigen die ihrerzeit bei der Ernennung von Astalte dabei gewesen waren aufgefallen aber sie war sinnvoll und würde Voss eines fernen Tages ähnliche Bedenken wie die welche sie so lange geplagt hatten ersparren. Er wiederholte die Greisin Wort für Wort und als er fertig war jubelte sein Clan erneut, diesesmal noch lauter und inniger als zuvor.
Danach wurde weiter gefeiert allerdigs gestaltete sich das einträchtige Zusammensein zusehens ruiger weil sich längst alle sat gegessen hatten und Ahr-Kita nicht mehr tanzte, aber auch weil Astalte sie in wenigen Stunden verlassen würde. Man lies das Feuer schrumpfen und die Lieder verstummen . . . Allein Astalte trank noch und verabschiedete sich von einigen besonders engen Freunden. Voss hatte sich bereit erklärt sie bis an die Grenze von Mulgore zu bringen und erlaubte außer Takim und Myghthyena niemandem ihnen zu folgen. Er holte Rockhard zwichen den anderen Kodos hervor und legte ihm das Zaunzeug an. "Wenn du heute noch ankommen wilst, müssen wir jetzt los." Flüsterte er der Alten ins Ohr, die zu ihren Worten stand und das Lager entgültig verlies. Es dämmerte bereits und sie sas trotz einer beachtlichen Menge Donnerbräu sicher in Rockhards Sattel wärend Takim ihr Kodo führte. Sie sprachen nicht denn es gab nichts mehr zu sagen . . . Fast nichts . . . Myghthyena war in der Aufregung noch nicht dazu gekommen noch einmal nach der Bedeutung eines Lebensabends zu fragen und als am Horizont die Umrisse von Camp Taurajo, einem Außenposten an der Grenze, erschienen platzten die Worte schließlich doch aus ihr heraus. "Astalte . . . Was hast du gemeint als du sagtest du woltest deinen Lebensabend in Mulgore verbringen ?" Sie schien keine Auskunft mehr geben zu wollen und schwieg. Schweigen . . . Wie sehr sie das hasste ! Als sich die Sonne über den Bergen erhob war das Ziel erreicht und wäre es nicht eine erwiesene Tatsache das echte Männer wegen solcher Dinge nicht weinen hätte man schwören können ein feuchtes glänzen in den Augen von Voss und Takim zu sehen. "Helft mir bitte aus dem Sattel." Die Greisin erntete dafür eine Menge fragender Blicke. "Ihr habt mich richtig verstanden! Ich laufe das letzte Stück." Sie klang ungleich freundlichger als sonst was wohl damit zusammenhing das sie keine Befehle mehr erteilen konnte. Wieder auf dem festen Boden wante sie sich zu Myghthyena um ihr unerwarteter Weise doch noch zu antworten.
"Lebensabend bedeutet das ich sterben werde und bald wieder mit meinem Gefährten und meiner Tochter vereint bin." Das Kind hatte keinen Grund seine Trauer zu verbergen und begann ungehemmt und laut zu weinen. Die Alte kniete sich nieder und legte die Arme um sie. Das Takim sie sah spielte keine Rolle mehr und sie lies den Muttergefühlen gegen die sie sich solange zur Wehr gesetzt hatte freien lauf. "Wisse` das es mich sehr glücklich gemacht hat dich aufwachsen zu sehen, meine Kleine . . ." An der Stelle wo ihr schwerer Kopf auf Myghthyenas Schulter lag konnte sie ihre kalte Tränen spühren. "Ich hatte ein schönen Leben, schön und sehr lang. Es bricht mir das Herz mich von dir zu verabschieden . . . von euch allen . . . aber es muss sein." Sie erhob sich wieder und schaute noch ein letztes Mal nach Osten, wo die Feier gerade zuende ging. Plötzlich nam sie Takim die Zügel aud der Hand und gab sie Myghthyena. "Ich möchte das du Rockhard als Abschiedsgechenk von mir nimst." Es war mehr geflüstert als gesprochen. Die junge Taurin starrte ungläubig auf den riesigen Kodobullen die sie von jetzt an ihr Eigen nennen durfte und fand keine Worte mehr . . . "Er braucht Bewegung und wo ich hingehe werde ich ihn nicht mehr brauchen." Erlärte sie. Rockhard machte plötzlich einen Schritt nach vorne und drückte seine Schnautze auf Myghthyenas Brust. "HEY ! Was . . . " "Beruig dich, Kind! Er will sich nur deinen Geruch einprägen." Sie spürte wie das Kodo durch die Nüstern Luft einsog und einen Augenblick später wieder von ihr ablies. "Bäh! Kodosabber !" Sie wichte über die nassen Stellen in Hemd und sah das Tier vorwurfsvoll an. Astalte lachte von Herzen und musste sich aber sofort wieder zusammenreißen weil sie aus unachtsamkeit ihr linkes Bein zu stark belastet hatte, das sie durch eine Welle von Schmerz daran erinnerte das es verletzt war. Takim half seiner Tochter in den Sattel wärend Voss ebenfalls noch etwas eingefallen war das er wissen wollte. "Jetzt wo wir uns warscheinlich das letzte Mal sehen . . . Wie alt bist du eigendlich genau ?" Sie flüsterte ihm eine dreistellige Zahl ins Ohr woraufhin der Gefleckte Luft aushauchte und seine Hand schüttelte als ob er sie sich verbrannt hätte. "Wenn du in Thunderbluff bist solltest du dich wirklich nach deinen Söhnen umschauen.!" Takim musste grinsen als er das hörte. "Warscheinlich bist du längst Urgroßmutter und weist es gar nicht." Die Alte zuckte mit den Schultern. Sie hatte zwar vor nach ihnen zu suchen aber sie basas noch immer genug Stolz der ein klares "Ja" daran hinderte über ihre Lippen zu huchen. Voss drückte ihr einen Beutel in die Hand, schwer und bis zum Rand voll mit Gold. "Jeder hat gegeben was er hatte. Es wird eine Weile reichen und wenn nicht dann lass es mich wissen. Ich schicke gerne noch mehr . . . " "Das werde ich , Voss ! Leb wohl und viel Glück . . . euch allen." Sie kratzte Rockhard ein letztes mal über die dicke, spröde Haut auf seiner Stirn und gab ihm einen Apfel aus ihrem Rucksack zu fressen, den das große Tier laut schmatzend verschlang. Wärend sie sich Schritt für Schritt von ihr entfernten überkam Astalte zum ersten mal seit Jahrzehnten das Gefühl nicht mehr gebraucht zu werden und als die Umrisse am Horizont verschwanden fluchte sie laut. Sie verfluchte ihr Alter, ihre kranken Hufe und jeden einzelnen Meter der sie von Wildfireclan trennte. Sie ereichte Thunderbluff eines Morgens, versöhnte sich mit Ledna und erfuhr das Okoto schon Jahre zuvor auf einem weit entfernten Schlachtfeld gefallen war. Sie kümmerte sich auch noch eine ganze Weile lang rührend um ihre Enkelkinder bis sie zu schwach dafür wurde, einschlief und am Ende ihrer Reise ankam.Der Wildfireclan zog weiter durch das Brachland und keiner sollte je davon erfahren.
Es war ein klarer und sonniger Morgen in Crossroads. Man hätte meinen können das es selbst einem kleinen Troll zu warm war um Blödsinn anzustellen. Wie gesagt: hätte man . . . Karbi war früh aufgestanden und hatte Steine an das Fenster der Orkbrüder Kurul und Ronin geworfen. Es war nicht etwa so das die drei nicht genug Spielzeuge hatten, allerdings zerlegten sie diese so schnell in die kleinsten möglichen Bestandteile das sie sich spätestens am Mittag nach einer anderen Beschäftigung umsehen mussten. Der Troll trug eine Steinschleuder in der Gesästache und die beiden Orks schleiften Latten mit rostigen Nägeln hinter sich her, die sie vorher aus einem Zaun gebrochen hatten. "Wo führst du uns hin, Karbi !?" nörgelte Ronin und zog sich seinen Hemdkragen über die Nase. "Ich werde dir deinen Ohrring raus reißen wenn es sich nicht lohnt und zwar ganz langsam !" stimmte Kurul ihm zu. Als sie das Ende der Straße ereicht hatten lies der Geruch der Gerbmittel nach. Der junge Troll stieg die Türschwelle hinauf und klopfte zarghaft und höflich an, wozu er sich allerdigs heftig verstellen musste weil genau diese beiden Eigenschafften seiner Natur am meisten wiedersprachen. Als die Tür geöffnet wurde versteckten sie die Waffen hinter ihren Rücken und Karbi grinste von einem spitzen Ohr zum Anderen. Der Hausherr hatte bis zu dieser Minute noch fest geschlafen und brauchte einige Zeit um sich an das Tageslicht zu gewöhnen und zu merken das er weiter nach unten schauen musste um jemanden zu sehen. "Kann Hogath rauskommen und spielen ?" Kjeldan murmelte ihregend etwas unverständliches vor sich hin und ging wieder ins Haus. Sekunden später kam er mit Hogath zurück und schob ihn vor die Tür die hinter ihm ins Schloss fiel ehe er seinen Vater darauf hinweisen konnte das es nicht seine Freunde waren die da standen. Und das Gesicht des ohnehin schon blassen Orks wurde noch heller . . .
Es waren bereits sechs Monate vergangen aber Kehlani und einige andere waren es immer noch nicht müde geworden zu erbroben inwieweit man sich dem Gefleckten wiedersetzen konnte, der den Zug kürzer hielt als seine Vorgängerin ihn aber dafür immer gleich ganz umrundete anstand nur auf einer Seite hin und her zu reiten. Jedesmal wenn er eine neue "Kontrollrunde" begann änderte die Berserkerin die dann an erster Stelle ging das Tempo und manchmal sogar die Richtung um ein kleines Stück. Es fiel kaum ins Gewicht aber sie beneidete Voss zu sehr um ihn nicht bei jeder Gelegenheit zu schikanieren. Takim konnte sich durch das zweite Kodo in seiner Familie inzwichen gut in der Mitte halten weil Rockhard mühelos Myghthyena und die Hälfte seiner Habsehligkeiten trug. Der Nachteil bestand darin das er ihr auch die Möglichkeit gab von Zeit zu Zeit nach vorne zu preschen um zu prüfen ob die Wachtürme von Crossroads bereits zu sehen waren. Das sie diesmal nicht zurückkam war ein sicheres Zeichen dafür das sie die Siedlung ereicht hatten. Wieder einmal lösten Pflastersteine den Boden und typische Gerüche die staubige Luft ab. Sie hatte die anderen Tauren längst hinter sich gelassen und suchte nach einem geeignetten Platz um Rockhard anzubinden als sie die vertraute Stimme von Hogath hörte der aus leibeskräften schrie. Das seine Rufe und Flüche ein Echo hatten ersparrte Myghthyena die Suche und fürte sie direkt zum Brunnen.
Der kleine Troll und einer der Orkbrüder hockten auf dem Rand und schauten amüsiert den Schacht hinunter wärend Kurul an der Kurbel drehte. "Fang ja nicht an zu heulen! Sonst ist morgen der Brunnen versalzen!" Krächte Karbi, als zwei grüne, an die Brunnenkurbel gefesselte Beine zum Vorschein kamen. "Und bring Münzen mit hoch wenn du welche findest!" Kurul lies los und sein armes Opfer stürzte zurück ins Wasser. Ein Stein flog durch die Luft und traf Ronin am Hinterkopf, der vor Schreck auch fast in den Brunnen gefallen wäre. "LASST IHN IN RUHE!" Rief ihnen die Taurin zu wärend sie vergeblich versuchte bedrohlich aus zu sehen. Kurul zog Hogath aus dem Wasser und lies die Kurbel einrassten. Jemanden zu ertränken hätte ihn selbst für die gewohnten Verhältnisse zu sehr in Schwierigkeiten gebracht. "Sieh an! Das Weichei hat ne` Freundin!" Die beiden Orks kamen näher und fletschten angriffslustig die Zähne. "Was is`, Karbi ?! Hast du Angst ?" Der junge Troll blieb auf dem Brunnenrand sitzen und schüttelte den Kopf. "Ich schlag doch kein Mädchen . . ." "das größer ist als ich." fügte er in Gedanken hinzu und begnügte sich damit seine Kompanen moralisch zu unterstützen. Myghthyena fühlte sich veranlast ebenfalls eine Drohgeberde zu zeigen und scharte mit den Hufen. Als ihre Gegner jedoch ihre Holzlatten aufhoben und tatsächlich angriffen musste sie sich eingestehen das der Blöff nicht funktioniert hatte. Sie wehrte sich tapfer aber nach wenigen Sekunden hatten sie ihr die Beine weggezogen und hielten sie mit Tritten vom Aufstehen ab. Kurul hob seine Waffe und hatte vor damit nach ihrem Kopf zu schlagen als plötzlich ein großer Schatten über ihn fiel. Bevor die Brüder wussten wie ihnen geschah wurden sie am Kragen gepackt und nach oben gerissen, etwa zwei Meter hoch, der ungefähren Schulterhöhe von Takim. "Ihr seid feige! Schaut euch nur an. Zu zweit und bewaffnetet auf meine kleine Tochter . . . Ihr seid eine Schande für eure Eltern!" Er setzte die Beiden wieder auf dem Boden ab hielt sie aber immernoch fest. "Ich lass euch jetzt los. Danach entfernt ihr euch von meiner Tochter und kreutzt nie wieder ihr Blickfeld, klar!?" "K-Klar . . . " Kam kleinlaut zurück. Als sie frei waren stellten die Brüder ohne Schwierigkeiten fest das ihr Freund den großen, rotbraunen Tauren von weitem hatte kommen sehen, denn er war nicht mehr da! "Was spielen wir als nächtes Bruderherz?" Kurul lies die Finger knacksen. "Wie wärs zur Abwegslung mit Trollkloppen ?" "Geht das genauso wie Goblindreschen?" "Jep!" "Bin dabei!" Die Orks verschwanden hinter der nächten Ecke und es war abzusehen das ihr Intresse an Hogath vorerst erlochen war. Takim half dem Jungen aus dem Brunnen und löste den Knoten von seinen Beinen. Hogath sprang sofort auf und fiel Myghthyena um den Hals. "Igit! Du bist ja nass!" Sie schupste ihn von sich weg, sodass er das Gleichgewicht verlor und auf den Hintern fiel. Takim hatte wieder ein Bündel Felle auf der Schulter und wies in Richtung der Straße an deren Ende Kjeldans ( Eigendlich Jeskas ) Haus stand. "Ich lass euch jetzt wieder allein. Wenn du Schwierigkeiten hast brauchst du nur rufen." "Mach ich, Vati. Danke!" Sie half Hogath wieder hoch und zog ihn am Handgelenk mit. "Ich hab eine Idee wie du wieder trocken wirst. Kom mit!"
Rockhard konnte es nicht wörtlich äußern aber nach einer Weile können auch gut trainierte Kodos nicht mehr laufen und er beschloss die Meinungsverschiedenheit zwichen sich und der Taurin die seine Zügel hielt auf die altbewerte Methode zu lösen. Nach der dritten Runde um die Siedlung stemmte er die Vorderbeine in den Boden und blieb so abrubt stehen das die beiden Kinder über seinen Kopf hinweg in den Staub flogen. Myghthyena knlopfte den Staub von ihren Kleidern. "Das hast du mit Absicht gemacht!" Der Kodobulle schnaubte und sie war sich fast sicher das er dabei grinste. Der Tag verging schnell und Hogath musste auffallend oft gähnen. Er war nicht müde hegte aber umsomehr das Bedürftniss mit den Hauern zu prahlen die ihm gewachsen waren. Als die Sonne unterging gab er auf, fürs erste zumindest. Es klopfte an der Tür und Jeska machte auf. "Du bist spät! Noch ein paar Minuten mehr und ich hätte dir kein Abendessen mehr gegeben!" Der junge Ork wankte verlegen von einem Fuß auf den anderen. "Tut mir, leid. Kann Myghthyena bei uns mitessen? Wir haben Takim schon gefragt." Die Orkin sah sie an und ihr gelang dabei ein ungewöhnlich freundlicher Gesichtsausdruck. "Hast du Schneidezähne?" "Ähm. Ja. Natürlich." Sie sah wieder zu ihrem Sohn und musste schmunzeln. "Ja. Sie kann! Und jezt geh rein." Als Myghthyena an ihr vorbeigehen wollte hielt Jeska sie fest und flüsterte ihr etwas ins Ohr. "Du musst Hogath unbedingt sagen was für tolle Hauer er jetzt hatt, bevor er sich noch den Kiefer ausrenkt. Tust du mir den Gefallen, Kleines?" Sie nickte knapp und setzte sich zwichen Hogath und Kjeldan an den zerkratzten Esstisch.
Sie genoss es in so viel Gesellschaft zu essen und schlug sich zur Freude der Köchin heftig den Bauch voll. Wie versprochen sprach sie ihren Freund mehrmals auf seine ach so hübchen Eckzähne an, die unter dem Verzehr von ungeschälten Haselnüssen anscheinent nicht gelitten hatten. Die Kerzen brannten runter und sie hatte das Gefühl das sich nach dem nächten Bissen ihr Bauchnabel nach außen wölben würde als sie glaubte den Klang von Trommeln zu vernehmen. Sie stellte die Ohren auf und lauchte. Als Kjeldan das sah stelle er seinen Krug ab und versuchte ebenfalls das Geräuch zu erkennen. Es kam ihm bekannt vor, so als hätte er es schon über hundert mal vernommen. "Das sind Krieger." Erklärte Jeska die vor einem der schmalen Fenster stand und auf die mit Fackeln erhellte Straße schaute. "Sie sammeln sich hier. Bin gespannt wieviele es diesmal werden." "Können wir rausgehen und ihnen Glück wünchen, Mama ?" Sie nickte mit dem Kopf in Richtung Tür. "Geht. Aber stört sie nicht." Bei näherer Betrachtung wurde klar das sie von drinnen keine Trommeln gehört hatten sondern eine kleine Gruppe orkischer Krieger die im selben Rytmus auf ihre Plattenpanzer schlugen. Am Anfang waren es nur wenige aber schon bals kamen weitere aus allen Himelsrichtung hinzu. Vor allem von Nortosten aus, wo Ogrimmar die Hauptstadt ihres Volkes lag. Zu dem metallichen Trommeln kam der Text eines Kriegsliedes, der kein Ende zu haben schien weil die Orks die erste Stopfe immerwieder lückenlos an die letzte anknüpften. Es wurden noch mehr Fackeln aufgestellt und immernoch kamen neue Kämpfer, ob zu Fuß oder auf ihren Wargen, mit jeder nur erdenklichen Waffe. Hogath konnte sich in den meisten Axtblättern spiegeln und das Ereigniss weckte tief in ihm eine brennende Leidenschafft für glänzenden Stahl die sein Leben lang nicht erlöchen würde. Schlieslich trugen einige Reiter echte Kriegstrommeln auf den Platz und stimmten in den ohrenbetäubenden Gesang ein. Es hatte etwas sehr berauchendesan sich. Hogath konnte gar nicht anders als im Takt mir seinem Fuß aufzustampfen und Myghthyena war so begeistert das sie sich dabei ertapte wie sie fast eine ganze Stropfe lauthals mitsang.Die Männer halfen sich gegenseitig einige letzte Schnallen an den Panzer fest zu ziehen und viele von ihnen bekamen noch Glücksbringer von ihren Frauen gereicht. Hin und wieder auch der umgekehrte Fall. Es mussten gut und gerne hundertfünfzig bis zweihundert, bis an die Zähne bewaffneter Orks gewesen sein aber ein bestimmter unter ihnen hob sich von der Menge ab wie eine Silbermünze im Schlick einen klaren Sees. Er umkreiste die wartenden Krieger und versuchte sich einen ungefären Überblik über ihre Anzahl zu verschaffen. Das Visier seines, mit Hörnern versehenen Helms verdeckte fast sein ganzes Gesicht und im schwachen Licht wirkte er wie ein geisterhaftes Wesen das nur zu Besuch in dieser Welt war um den Sterblichen beizustehen. Der Effekt wurde von seinem Reittier noch herforgehoben. Der schwarze Worg unter dem Sattel wirkte wie ein Schatten, ein lebendig gewordener Teil der Nacht selbst. Er bewegte sich so anmutig und schnell das seine Pfoten den Boden kaum berührten. Strahlende blaue Wolfsaugen funkelten unter seinem Stirnpanzer und immer wenn er für einen Augenblick stehen bleiben musste hob er den Kopf und lauchte nach der Stimme seines Herren die er problemlos auch bei einem Heer der zehnfachen Größe noch gehört hätte, begierig nach seinen Befehlen und begierig nach seinem Lob. Der Fremde klopfte ihm sachte auf die Schulter und beschloss das es höchste Zeit war aufzubrechen. Ein beforstehender Angriff der Alianz musste abgefangen werden bevor die Soldaten die ersten Ortschaften ereichten und die Gelegenheit bekamen sich an . . . wehrlos war wohl das falsche Wort . . . an unschuldigen Zivilisten zu vergreifen. Er lenkte seinen Warg in Richtung des südlichen Ausgangs und blieb vor den Kriegern stehen die wie auf ein unsichtbares Zeichen hin ihre ganze Aufmerksamkeit auf ihn richteten. Er reckte sein Schwert in die Höhe und langesam aber sicher wurde alles ruihg. Diejenigen die nochimmer auf ihre Rüstungen klopften wurden mit einem Stoß in die Rippen darauf hingewisen die Kriegshyme kurz zu unterbrechen. "Meine Brüder . . . " Eine Orkin in der vordersten Reihe hüstelte laut. ". . . Verteidiger Durotars!" Rief der Anführer seinen Mitstreitern schlieslich zu und die Orkin nickte zufrieden. "Die Zeit ist knapp und deswegen ersparre ich euch heute die meisten meiner blumigen Worte! Ihr wisst wozu wir hier sind und was die Folgen sind wenn wir versagen! Also lasst uns ein paar Klingen versenken! Und zwar in den Bäuchen von Milchgesichtern und Langohren, die es gewagt haben die Streitmacht Ogimmars herauszufordern! Für Ruhm!, Für Ehre!, FÜR DIE HORDE!!!" "FÜR DIE HORDE!!!" Wiederholten die anderen und reckten ebenfals ihre Waffen in den Nachthimmel. Der blauäugige Warg machte kehrt und verlies Crossroads in Richtung Norden. Die Krieger klappen ihre Visiere runter und folgten ihm. Innerhalb von Minuten war der Platz wieder leer.
Später brachte Kjeldan Myghthyena zurück zum Lagerplatz. Sie ging neben ihm her und summte immernoch die Melodie der Kriegshymne die sie wie in Schwam in sich aufgenommen hatte, bis sie bei den Zelten angekommen waren. "Bis Morgen . . . " Verabschiedete sich der Einarmige der in Gedanken warscheinlich schon im Bett lag und schlief. Myghthyena fing wieder an zu summen wärend sie das Zelt ihres Vaters suchte. Sie war beim Aufbau nicht dabei gewesen und wusste nicht wo es dieses Mal stand. Das Feuer half bei der Suche nur wenig, denn es war bereits zu klein um den ganzen Platz zu erhellen. Kindliche Kritzeleihen von blauen Gazellen zeigten ihr das sie fündig geworden war und als sie eintrat wurde sie bereits erwartet. Takim versicherte sich kurtz ihrer Anwesenheit und schloss wieder die Augen. Er hatte auch das Kriegslied gehört und es missfiel ihm das seine Tochter, ein Kind der friedlichen Jägersippe solchen gefallen an den Liedern der Orks fand, deren Texte ihm selbst schon seit frühster Kindheit kalte Schauer über den Rücken trieben. Wärend die Tauren schliefen wurde im Norden gekämpft und gestorben.
Ein Tag verging, noch einer und dann war es Zeit aufzubrechen. Die Zelte wurden abgebaut und zu Bündeln verschnürt, die sich gut an den Kodos befestigen liesen. Voss wartete geduldig bis alle bereit waren und löchte das Feuer. Er gab es nicht zu aber er hatte die Versammlung ebenfalls gesehen und hegte eine böse Vorahnung wo genau die Orks auf ihre Feinde treffen würden . . .
Ahr-Kita war die einzige Frau in Reichweite und bakam Myghthyena anvertraut als sich der Verdacht bestätigte. "Pass auf das sie kein Blut siet." Hatte Takim gesagt und es war auch keine schwere Aufgabe weil das Kind brav an ihrer Hand blieb und den Blick freiwillig abwandte, wärend ihr Vater nach vorne zu Voss aufschloss. Das Ende der Schlacht lag nur wenige Stunden zurück und der Wanderpfard war so rot das es in den Augen brannte. Es wimmelte von Geiern, Krähen und Schakalen die ihre Köpfe in die herumliegenden Rüstungsteile steckten und egal wieviele der beißende Gestank noch anlocken würde, sie würden sat werden, alle! Takims Kodo scheute es über die Leichen hinwegzugehen und blieb immer wieder stehen. Er konnte Voss einholen, aber nur weil er auf einer kleinen Anhöhe inni hielt und sich umsah. Der Boden war fast gänzilich bedeckt mit toten Körpern von Menschen, Nachtelfen und auch wenigen Zwergen. Die Orks hatten sie dermaßen niedergemäht das es kaum noch möglich war einen Toten von dem daneben zu unterscheiden. Umso verblüffender war das anscheinend keine Orks gefallen waren. Ein bösartiges, kehliges Knurren drang an seine Ohren und auch Takim lauchte weil er sich sicher war einen Worg zu hören.
Für ingesamt vier Krieger war der Kampf noch nicht zuende. Unter ihnen standen drei Orks einem alten Bekannten gegenüber, dem schwarzen, blauäugigen Worg den Myghthyena und Hogath vor einigen Tagen in Crossroads gesehen hatten. Das große Tier hatte die Vorderpranken auf die Brust seines Herrn gelegt, dessen lebloser Körper im Staub lag. Ein Pfeil hatte gleich zu Beginn das Visier durchschlagen und sich tief in seinen Schädel gebohrt. Zwei der Orks waren mit Holzstäben und Seilen bewaffnet und versuchten vergeblich den Schwarzen zu überwältigen, der immer wieder die Leftzen hochzog, knurrte und unmissverständlich klarstellte das er absolut jeden der dem Toten zu nahe kam in Fetzen reißen würde. Der dritte Ork stand etwas abseitz und schüttelte den Kopf. Er hatte eine Armbrust bei sich genauso wie die Absicht sie zu benutzen sollten sich die sterblichen Überreste seines Anführers nicht anders bergen lassen. "Gibts Probleme ?" Fragte Voss ihm vom Rücken seines Kodos aus. Der Ork legte seinen Kopf in den Nacken und sah zu ihm hoch. "In einer Welt inder man sich nicht entscheiden kann welchen verhassten Feind man in seinem letzen Atemzug verfluchen soll bekommt das Wort Problem eine völlig neue Bedeutung!" Ein Krachen war zu hören. Der Worg hatte eine der Holzstangen zu fassen bekommen und sie kurzerhand in der Mitte durchgebissen. Er unterbrach seine Drohgeberden von Zeit zu Zeit und stieß den Toten mit der Schnautze an oder leckte über seine Handflächen. Woher sollte er auch wissen das keine weiteren Befehle aus seiner Kehle zu erwarten waren? Der Ork legte einen Bolzen auf seine Armbrust und zeigte auf den Leichnam. "Der der da liegt heißt Gonard. Gestern hab ich noch mit ihm gestritten in welcher Taverne wir unseren Sieg feiern und jetzt muss ich mich abmühen das was von ihm übrig ist zurück nach Ogrima zu schaffen." Voss nickte. "Du hast mein Beileid. Können wir euch irgendwie helfen?" "Leider nicht. Dieser schwarze Worg da vorne heißt Nightwind. Gonard hat ihn selbst groß gezogen und das hier war seine erste Schlacht. Er kann noch nicht verstehen was Tod ist und er wird ihn nicht mehr freigeben." Er wies die anderen Beiden mit einer Handbewegung an aus dem Weg zu gehen und Nightwinds blaue Wolfsaugen fixierten jetzt ihn allein. "Die Kinder werdem mich dafür hassen aber es ist das Beste so." Er hob seine Waffe und begann zu ziehlen. Myghthyena hatte alles mitbekommen und eilte zu ihrem Vater zurück. Sie stellte sich genau vor Takims Kodo ( Es hieß wirklich so ) und ließ die Ohren hängen. "Vatiii, bitte . . . Sag was! Er soll Nightwind nicht wehtun . . ." Sie lebte nach wie vor in der Ilusion ihr Vater wäre unbesiegbar und könnte die Welt zu ihren Gunsten verändern wann immer er wollte und Takim endtäuchen sie daher stehts ungern. "HALT !" rief er und war selber am meisten überacht das der Schütze seine Waffe tatsächlich senkte und zu ihm hinüber sah. Er stieg ab und rannte an Voss vorbei. "Wir haben einen Shamanen bei uns. Vieleicht kann er mit dem Worg reden und . . ." Weiter kam er nicht den die Vorstellung sich der schwarzen Bestie zu nähern behagte Yraaei etwa so sehr wie ein Sprung von der nächsten Klippe. "Das kannst du vergessen! Ich riskiere nicht mein Leben für den irren Zeckenteppich! Lass ihn schießen der ist sowieso nicht zu retten." Dem Gefleckten kam die Situation bekannt vor. Er schloss die Augen und dachte einen Moment lang nach.Was hätte Astalte getan . . . Eigendlich wusste er es ganz genau, aber diesmal brauchte er die Hilfe des Shamanen und würde zum ersten Mal von seiner Autorität gebrauch machen müssen um sie zu bekommen. "Takim spann deinen Bogen! Wenn das Tier angreift tötest du ihn, ohne Wenn und Aber!" Er stieg ebenfalls aus dem Sattel und die Orks warfen einander fragende Blicke zu. Yraaei ahnte was kommen würde und legte sich in Gedanken bereitz Gründe zurecht warum die Geister ihm wieder einmal nicht zur Seite stehen würden. "Ich will das du mit Nightwind redest und ihn davon überzeugst die Leiche frei zu geben." "Aber ich . . ." "SCHAUTZE ! Ich will deine Ausreden nicht hören!" brüllte er und selbst der schwarze Worg zuckte für einen Augenblick zusammen. "Wenn deine Kräfte nicht dann zur Verfühgung stehen wenn wir sie brauchen, sehe ich mich gezwungen dir einige deiner Privilegien wieder zu streichen! Du wirst dich zukünftig selber um dein Gepäck kümmern und laufen. Genau wie alle anderen!Glaub mir das ist anstrengend wenn man es nicht gewohnt ist und auch keine Sonderrationen Fleisch mehr von den Jägern bekommt . . ." Yraaei winkte ab. "Das Vieh wird nicht zuhören. Sieh doch hin. Der ist nicht mehr ganz bei sinnen!" Voss verdrehte die Augen wärend dem Shamanen einmählich der Angstschweis auf die Stirn trat. Man glaubte ihm nicht mehr und er würde tatsächlich von seinen Kräften Gebrauch machen müssen . . . Und alles nur weil die kleine Göre die Klappe nicht halten konnte! Oh, wie er sie dafür hasste! "Das kennen wir ja schon. Sobald etwas krank oder nach deinen eigenen Maßstäben nicht bei sinnen ist willst du es tot sehen. Töten ist immer die einfachst Lösung für dich nicht wahr!?" Er wusste endlich keine Gegenwehr mehr, seufste und ging an dem Ork vorbei auf Nightwind zu. Wieder entblöhste er seine Reißzähne und formte Kopf, Rücken und Schwanz zu einer geraden Linie. Takim zielte bereits genau auf eines der blauen Augen. Myghthyena würde sicher weinen wenn er den Pfeil von der Sehne schnellen lassen musste aber wenn Yraaei scheiterte hatte er keine Wahl. Der Shamane stellte sich dicht vor den Worg und versuchte sich zu konzentrieren. Es hatte keinen Zweck mehr direkt mit Nightwind zu sprechen und so versuchte er irgendwo in seinem Geist einen ganz bestimmten Wildgeist zu ereichen, den großen Geist aller Warge. Das Knurren riss ihn immer wieder aus seiner Meditation und hätte ihm nicht der ganze Clan zugesehen der bereits an seinen Fähigkeiten zweifelte hätte er längst aufgegeben. Vor Yraaeis geistigem Auge erschien der gerufene Wildgeist und blickte auf ihn hinab. Zuerst dachte er daran sich eventuell allein für sein Erscheinen zu bedanken aber es fiel ihm bereits so schwer sich zu konzentrieren das er sich die Förmlichkeiten sparrte. "Der Warg dort hält die Orks davon ab einen Gefallen nach Ogrima zu bringen, wo er bestattet werden soll. Kannst du mir helfen ? Sie werden ihn sonst töten." Die Stimme in seinem Kopf klang ungewohnt und unangenem laut. "Er versteht nicht was Tod ist und seinen Gefährten zu beschützen ist für ihn so selbstverständlich wie für dich das Atmen. Ich werde dir diesen Gefallen gerne tun und ihm Einsicht schenken . . ." Die Zusage war kaum ausgesprochen da lies Yraaei die Verbindung zur Geisterwelt auch schon fallen. Er entfernte sich so schnell er konnte wieder von Nightwind, der jeden Moment erfahren würde das er sich nun endgültig von seinem Kampfgefährten trennen musste. Ein schrilles Heulen zeriss die Stille gefolgt von einem geradezu erbarmungswürdigen Winseln. Der Warg stand auf schien nicht recht zu wissen wohin er sich jetzt wenden konnte. Er legte sich schließlich neben dem Ork der immernoch die Armbrust hielt auf den Boden und ließ den Wolfskopf langsam auf seine Pfoten sinken. Er sah zu wie die anderen beiden Gonard aufhoben und auf die Ladefläche eines Wagens legten. "Braver, treuer Nightwind." Flüsterte ihm der Krieger zu und nam vorsichtig die Panzerplatte von seiner Stirn. "Es kommt alles wieder in Ordnung.Du wirst sehen! Ich finde schon jemanden der sich um dich kümmert." Er streichelte durch das dichte, zerzauste Fell und blickte ein letztes Mal zu den Tauren. "Ich danke euch! Auch im Namen von Gonards Familie, der ich jetzt zumindest Nightwind lebend zurück bringen kann." Insgeheim hatte Myghthyena gehofft das herrenlose Tier würde ihr zufallen aber der Warg hätte sich warscheinlich sowieso nicht mit Rockhard vertragen . . . In den Träumen der folgenden Nächte wartete Nightwind denoch auf sie und lud sie ein mit ihm zusammen durch die ganze Weite des Brachlandes zu preschen und den einzigen ebenwürdigen Gegner zu einem Rennen heraus zu fordern: Nähmlich den Wind selbst!
Kap. 3 Neider und Veräter
"Wach auf, Myghthyena es ist Sonnenaufgang:" Sie öffnete sofort die Augen und erhob sich ohne das geringste Zeichen von Müdigkeit von ihrer Decke. "Du hast nicht eine Minute geschlafen, oder !?" Sie öffnete eine Truhe am Fußende ihres Schlafplatzes und holte einen prächtigen Jagtbogen herfor. "Ich war zu aufgeregt. Und jetzt will ich keine Sekunde länger warten! Lass uns gehen, Vater." Als sie das sagte wurde Takim plötzlich etwas wehmütig ums Herz. Ihre große Jagt stand befor und sollte sie am Abend mit Beute zurückeren war sie seiner Obhut nach zwanzig langen Jahren doch noch entwachsen. Hätte Branka sie doch neben ihm stehen können. Er packte ihre Hand bevor sie das Zelt verlies, wich ihren Blicken aber aus. "Kannst du nicht wieder Vati zu mir sagen ? Ich mochte es wenn du das "I" langezogen hast sobald du etwas von mir wolltest und wenn du Vater sagst kommt es mir immer so vor als würdest du mich nicht mehr brauchen . . ." Sie konnte seinen Hals noch immer nicht ereichen und schlang ihre Arme daher um seine Brust. "Aber ich brauche dich doch immernoch." Er tätchelte ihren Kopf und es kam ihm so vor als läge die Nacht der Mondfinsternis erst wenige Stunden zurück. Er musste sie leider doch irgendwann wieder loslassen . . . "Lass uns gehen. Voss ist draußen und wartet schon auf dich. Wenn du die Prüfung bestehst bist du offiziell erwachsen und hast das Recht auf ein eigenes Zelt und die Beteiligung an den Hetzjagten auf Donnerechsen. ( Auserdem das Recht sich einen Lebensgefärten zu suchen aber das behielt er für sich.)" "Ich hab dich lieb, Vati. Und ich werde dich nicht enttäuchen!" "Das weiß ich und jetzt geh, mein Schatz. Geh und mach deinen alten Vater stolz!"
Das Tageslicht lies das helle Fell glänzen und der Wind spielte mit den Zöpfen in ihrer Mähne. Bis auf den Shamanen und Kehlani, die einfach nur verschlafen hatte war ihr ganzer Stamm versammelt um ihr Glück zu wünchen. Sie gaben eine Gasse frei, als Myghthyena auf dem freien Platz erschien und Voss erwartete sie bereits am anderen Ende. Nicht einmal ein Pfau hätte an diesem Morgen jemals noch überzeugender vorbeischreiten können als sie. "Guten Morgen. Ausgeschlafen genug?" wollte der Gefleckte von ihr wissen. In der Hand hielt er einen geheimnisvollen Gegenstand, der in ein schwarzes Tuch eingewickelt war. "Ich bin bereit!" Und dieser Satz kam wirklich von Herzen. Sie hatte so lange darauf gewartet und so viele Stunden damit verbracht von ihrem Vater zu lernen so viel sie nur konnte. Zwar mussten auch die Schmiede und Weber die gestellte Aufgabe meistern, allerdings hatte sich eingebürgert das in diesem Falle kleinere und wenigere anspruchsvolle Beutetiere akzeptiert wurden als bei den Söhnen und Töchtern erfahrener Jäger. "Als erstes möchte ich dir zum zwanzigsten Geburtstag gratulieren. Als ich dich zum ersten mal gesehen habe sah es nicht so aus als würdest du so alt werden. Glückwunch, meine Kleine!" Voss nam das schwarze Tuch ab und übergab ihr den Gegenstand. Es war ein Pfeil und zwar der schönste den die Taurin warscheinlich jemals zu Gesicht bekommen würde. Die Spitze war aus poliertem Silber und mit filigranen Ätzungen geschmück. Schwarzes Ebenholz bildete den Mittelteil und eine strahlend blaue Befiederung das Ende. Perfekt ausbalaciert und so wertvoll wie einhundert gewöhnliche Pfeile ruhte er in ihren Händen. "Die Regeln lauten wie folgt: Du gehst heute jagen. Du hast bis zum nächsten Sonnenaufgang Zeit und dir steht nur dieser eine Pfeil zur Verfügung. Ein Schuss und das Tier muss liegen! Du gehst zu Fuß und es wird dir niemand folgen. Solltet du etwas erlegen das zu schwer zum Tragen ist darfst du zurückkommen und Rockhard holen, aber auch nur dann. Ich akzeptiere nur Beute die diesem Ritual würdig ist also wähle weise!" Ein Zevraschreiter hätte gereicht aber jeder der auch nur einen Funken Ehrgeitz in sich hatte schoss auf einen Raptor oder sogar ein wildes Kodo. Schlieslich ging es dabei um den unwiederlegbaren Beweis dafür das man in der Lage war sich selbst und eventuell eine angestrebte Familie zu versorgen. Mit dem Ende des Letzten Satzes hatte die Prüfung begonnen und ab jetzt durften die anderen nicht einmal mehr mit ihr sprechen. Takim sah ihr nach als sie das Lager verlies und betete darum das sie ihr Können nicht überschätzen und eine Kreatur angreifen würde für die ein einzelner Pfeil auch ausreichend war.
Ihr Fell vermichte sich perfelt mit dem Steppengras das sie umgab. Der Wind spielte nicht immer mit und änderte sich seine Richtung musste auch sie einen anderen Weg einschlagen um verborgen zu bleiben. Sie wusste es nicht, aber zur selben Zeit an einem anderen Ort machte sich ebenfalls eine Jägerin auf den Weg, bis auf die Rippen abgemagert und verzweifelt genug um nahe zu alles anzugreifen. Ihre Kinder waren bereits dem Hunger erlegen und ihr eigener Überlebenswillen alles was sie noch lenkte. Plötzlich stieg vor Myghthyena ein Schwarm Vögel empor. " Ach! Diese . . . diese . . ." Takim hatte in ihrer Gegenwart sorgfältig darauf geachtet keine Schimpfwörter zu benutzen und sie konnte, obwohl die Situation gepasst hätte, nicht fluchen. Wenn es hier vorher Beute gegeben hatte war sie jetzt weg, also weiter. Immer weiter! Spätestens wenn es Nacht wurde würde sie den Rückweg antreten müssen, undenkbar mit leeren Händen. Yraaei würde sich über sie und ihren Vater hermachen wie eine Schlange über ein Mäusenest wenn sie keinen Erfolg hatte. Frische Spuren versprachen bald eine weitere Changse. Nur waren diese Spuren recht groß und tief, wilde Kodos waren hier vorbeigekommen und zwar sehr viele. Eines davon mit nur einem Schuss nieder zu strecken grenzte an ein Wunder, ein Wunder welches sie vollbringen musste denn die Zeit lief ihr davon und sie konnte nicht wissen ob sie noch etwas anderes vorfand ehe das Tageslicht schwand und ihr die Suche unmöglich machte. Ein wildes Kodo, ja das war eine mehr als würdige Beute! Wenn ihr das gelang war ihr die Anererkennung die sie wollte ganz sicher und der Shamane würde nichts dagegen sagen können! Als sie der Spur folgte wurde das Gras leider dünner und der Wind immer stärker. Die Herde war in Sicht. Fünf bis acht auf den ersten Blick und um die Sache noch schwieriger zu machen waren zwei Kälber dabei, einer der wenigen Gründe warum die Tiere angriffen anstatt zu flüchten. Für sie war der Rest der Welt verschwunden. Alles unwichtig, bis auf den Kodobullen und einen schmalen Streifen Brachlandboden der sie davon trennte. Sie kroch bereits bauchwärts durch das Gras um auch das letzte bischen Dekung zu nutzen und hielt aus Angst das Geräuch könnte sie in letzter Sekunde noch veraten die Luft an. Sie spannte ihren Bogen und legte den einen Pfeil auf die ächtzende Sehne. "Ziele immer ruig und konzentriert." Einer der ersten Ratschläge von ihrem Vater. Und auf unerklärliche Weise wurde sie ruig. Wenn etwas schief ging würde die Herde sie zu Tode trammpen und trotzdem war die Anspannung wie verflogen. Sie versuchte den Hals zu treffen, dann würde das Tier innerhalb von Sekunden verbluten und die anderen durch den riesigen toten Körper zwingen in die andere Richtung zu rennen . . . hoffentlich. Sie lies los.Und genau jetzt ging etwas furchtbar schief! Ihr Ziel drehte sich nur ein kleines Stück zur Seite und der Pfeil bohrte sich genau in eine seiner Rippen. Ungünstiger hätte sie gar nicht treffen können! Geradeeinmal die Spitze war in der dicken Haut verschwunden und das Kodo riss mehr vor Überachung als vor Schmerz den Kopf hoch. Er hatte die Gefahr erkannt und rannte zusammen mit dem Rest der Herde davon.Sie konnte ihn zu Fuß unmöglich einholen.
Sie hatte versagt. Alle gut gemeinten Ratschläge etwas einfaches zu jagen in den Wind geschlagen und alle die an sie geglaubt hatten bitter entäucht. Die Prüfung war vorbei und der blaue Pfeil verloren . . . Sie drehte sich auf den Rücken und beschloss einfach liegen zu bleiben bis sie vor Schande gestorben war. Das es nicht klappen würde war jedoch abzusehen und zusammen mit der Dämmerung kehrte auch die Einsicht zu ihr zurück das sie keine Wahl hatte als vor Voss und ihren Vater zu tretten und ihnen zu gestehen das sie gescheitert war. Sie stand wieder auf und hörte Yraaei bereits über sie lachen.Inzwichen hatte auch die zweite Jägerin eine Spur gefunden. Einen Bogen besas sie nicht, aber sie war immernoch schnell und sehr stark. Auch ihr Fell hatte die Farbe von Steppengras und obwohl der Hunger ihr fast das letzte bißchen Verstand raubte hatte sie die Kodos vorbeirennen lassen.
Myghthyena bemühte sich mit aller Kraft darum nicht weinen zu müssen.Versagen und dann auch noch heulen wie ein kleines Kind. Das hätte alles nur noch schlimmer gemacht als es war. Sie konnte bereits den Rauch des Lagerfeuers sehen und Übelkeit stieg in ihr hoch Angesichts der Erniedrigung die sie würde erdulden müssen. Plötzlich riss das Fauchen einer Raubkatze sie aus ihren Gedanken. Sie hatte zu langsam reagiert und die Krallen der Löwin gruben sich tief in ihren Rücken. Das Gewicht der Katze die sie angesprungen hatte warf sie zu Boden und sofort versenkte das Tier seine Zähne in ihrer Schulter. Sie schrie aber ihr Takim konnte sie dieses Mal nicht hören und selbst wenn würde die Löwin sie bereits in Fetzen gerissen haben ehe er eintraf. Sie packte den Kopf der Katze und drückte ihr den Daumen ins Auge! Angeblich funktionierte das wenn ein Krokodil einen gepackt hatte und ins Wasser ziehen wollte. Der Trick tat seine Wirkung und lies sie lange genug inne halten um von Myghthyena einen Ellenbogenstoß in die vorstehenden Rippen zu kassieren. Sie sprang zur Seite und schüttelte ihren mächtigen Kopf. Die Taurin versuchte aufzustehen doch noch bevor sie sich von den Knien erhoben hatte griff die Löwin erneut an. Sie versuchte Myghthyena die Augen aus zu kratzen und das misslang ihr nur um eine Handbreite weil ihre Gegnerin schnell genug mit einem Kopfstoss konterte. Plötzlich wurde der Taurin auch klar woher die Striemen auf Astaltes Wange stammen mussten.Das Tier konnte nicht aufgeben ohne dem sicheren Tod ins Auge zu blicken und schnappte nach ihrer Kehle. Myghthyena legte die Hände an den breiten Hals und drückte zu so fest sie konnte musste aber gleichzeitig die messerscharfen Zähne weit genug von sich weg halten. Sie konnte den Pulsschlag der Löwin spüren deren Kraft tatssächlich nachlies. Sie fühlte ihr Ende nahen und schlug wie eine Furie mit den Pranken um sich. Für einem Moment konnten die Jägerinnen sich genau in die Augen sehen, wohlwissend das nur eine von ihnen weiterleben konnte. Mit der letzten Anstrengung zu der sie noch fähig war rollte sich Myghthyena auf die Seite und begrub die Löwin unter sich. Sie drückte weiterhin zu und ignorierte weiterhin den Schmerz. Das Tier verdrehte die Augen und starb.
Sie musste erst einige Minuten lang um Atem ringen und wie ganz von selbst erinnerte sie sich an uralte tauriche Worte die sie genau jetzt zu sagen hatte. Sie kniete sich vor die tote Löwin und legte eine Hand auf ihren Hals. "Geschöpf der Erdenmutter, vergib mir das ich dir dein Leben genommen habe. Ich tat es um mich selbst zu schützen. Geh in Frieden und verschone uns mit deinem Zorn." Im Lager macht man sich bereits Sorgen um sie. Die meisten waren schlaffen gegangen. Nur Voss, Takim und einige enge Freunde sasen noch am Feuer und bliken immer wieder in die Richtung in die Myghthyena aufgebrochen war. Der gefleckte legte seine Hand auf Takims Schulter. "Die Nacht ist für den Rückweg gedacht. Sie kommt schon zurück, keine Angst." "Angst um ihr Sicherheit hab ich dieses mal nicht, aber vielcht hat sie nichts gefunden oder den Schuss daneben gesetzt . . ." Ahr-Kita die zufor neben ihm gesessen hatte stand auf und Zeigte mit dem Finger in die Dunkelheit. "Hat sie nicht. Sieh nur!" Dem Feuerschein wieder nahe kam sie mit einer Löwin auf der Schulter zurück. Kein Kind mehr sondern eine Jägerin des Clans, genau wie ihr Vater. Das Tier war schwer und sie schwankte bei jedem Schritt, lehnte die Hilfe die er angeboten wurde jedoch ab. Sie warf Voss ihr Beute vor die Hufe und rang erstmal nach Luft. "Es . . . Es tut mir Leid . . . Ich hab den Pfeil verloren." Gestand sie gleich als weil sie befürchtet dies könnte eine der Bedingungen gewesen sein. "Soll das heißen du hast diese Raubkatze hier mit bloßen Händen erlegt?" Sie konnte nicht mehr sprechen und begnügte sich damit zu nicken. Voss trat auf sie zu um die Kratzwunden näher zu betrachten und ließ die Löwin dabei unvorsichtigerweise einen Moment lang unbeaufsichtigt. "Mach die keine Sorgen wegen dem Pfeil." Der Nächste ist erst in vier Jahren dran und bis dahin mache ich einen Neuen." "Heist das ich habe bestanden ?" Fragte sie ganz vorsichtig und der Gefleckte lächelte sie an. "Myghthyena Wildfire, Tochter von Branka und Takim, ich erkläre dich hiermit zu einer erwachsenen Taurin des Clans! Mit allen dazugehörigen Rechten und Pflichten.Du hast bestanden!" Die Worte klangen so schön . . . Es wurde gejubelt und Takim konnte sie endlich wieder in die Arme schließen. Eine Raubkatze, sowas hatte es seit ewigen Zeiten nicht mehr gegeben und alle Erwartungen waren mehr als übertroffen wurden doch dann viel Lonitas etwas auf . . . "Was ist das denn?" Er zog einein kleinen bunten Pfeil aus dem Fell der Katze und hielt ihn hoch. "Ein Giftpfeil. Das ist Trollwerk!" Kehlani die doch noch aufgetaucht war nam ihn den Pfeil ab und drehte ihn prüfend zwichen ihren Fingern. "Warcheinlich hat sie die Katze einfach von einem anderen Jäger gekauft anstatt sich selbst zu bemühen." Die Diskusion war lang und die Vorwürfe schwer. Es endete schließlich damit das Voss keine Wahl hatte als nach dem zu entscheiden was er sah und Myghthyena den Status einer Erwachsenen wieder zu entziehen.
In dieser Nacht blieb sie draußen bei Rockhard und erzählte ihm was sie erlebt hatte. Natürlich konnte auch dieses besondere Kodo nicht antworten aber er hörte sie sprechen und spührte wie traurig sie war und alleine das half ihr schon über diese bodenlose Ungerechtigkeit hinweg. Takim kam zu ihr und legte ein schmales Lederband um ihren Hals, aufdem er die Krallen der Löwin aufgefädelt hatte. "Ich weiß das ich mich wiederhole aber wenn du sagst das du nicht betrogen hast dann glaube ich dir." Sie nam das Lederband ab und warf es auf den Boden. "Deine Meinung bedeutet nicht! Die anderen glauben ich hätte einem Troll die Beute abgekauft und mir die Wunden selbst zugefügt um Voss zu täuchen. Und diesen Blödsinn wird man mir nachsagen bis ich alt bin und sterbe, warscheinlich immernoch als Kind!" Er hob das Geschenk wieder auf und band es ihr einfach nochmal um. "Dies sind die Krallen deines ersten Beutetiers und du selbst weist das ohne den geringsten Zweifel also trage sie mit Stolz! Nächstes Jahr versuchst du es nochmal und überzeugst auch den Rest des Clans von deinem Können. Und jetzt kom ins Zelt. Du erkältest dich sonst." "Wenigsten zwei . . ." dachte sie und lies ihr Kodo allein.
Auch Kehlani war müde, aber der Shamane der abseitz auf einem Felsen hockte weckte ihr Intresse.Neben ihm lag ein kleiner Köcher mit Bambuspfeilen. Das einer davon fehlte kam einem Geständniss gleich. "Das war gemein." Sagte sie und zeigte auf den Köcher. "Ansichtsache!" Entgegnete ihr Yraaei und ließ die Giftpfeile wieder unter seinem Mantel verschwinden. "Ich könnte dich veraten!" Meinte die Berserkerin und erhielt dafür nur ein belustigtes Grinsen. "Natürlich könntest du das, aber du wirst nicht weil du dich aus irgend einem, mir zugegebener Maßen schleierhaften, Grund freust das Voss sich mit Takim gestritten hat und ihn die kleine Göre jetzt für einen Tyrannen hält." "SCHLEIERHAFT!? Es ist dir schleierhaft warum ich Voss so verachte obwohl ich mich Jahrzehnte lang für Astalte in die Reihen der Zentauen geworfen und sie wie Bäume gefält habe!? Ich habe mein Leben unzählige Male aufs Spiel gesetzt und meinen guten Ruf völlig ruiniert um eines Tages das Oberhaupt sein zu dürfen und dieses seniele Weib hat es tatssächlich gewagt mir den gefleckten Wurm vorzuziehen! MIR, der größten Kriegerin die der Stamm je herforgebracht hat!" Kein anderes sterbliches Wesen konnte ahnen welcher dunkle Packt in dieser Nacht geschlossen wurde.Sicher war nur das weder die Berserkerin noch der Shamane ans Ziel komen würden ohne Blut zu vergießen.
Einige Wochen später war das Wild almählich erschöpft und es konnte nicht mehr all zu lange dauern ehe sie weiterzogen. Wiedereinmal schlugen die Tauren einfach irgendwie die Zeit tot und warteten darauf das der Gefleckte irgend etwas von sich gab. Myghthyena war ihm immernoch böse und feilte lauter als nötig an Rockhards Klauen herum bis Voss sich davon so gestört fühlte das er aufstand und wieder in seinem Zelt verschwinden wollte. Eine kleine Gruppe war noch am Suothfury-Strom um die Reusen zu leeren und er musste sowieso auf ihre Rückkehr warten. In diesem Moment gab Yraaei seiner Komplitzin ein vereinbartes Zeichen und erfreute sich an der Gewissheit das Brankas Tochter Sekunden später mit zerschmetterten Knochen am Boden liegen und sterben würde ohne das ihn jemand verdächtigte. Er sprach den Anführer an und bat scheinheilig um die Erlaubniss sich nochmal vom Lager zu entfernen und Heilpflanzen zu suchen. Er kannte nicht eine einzige, aber das war auch nicht wichtig. Was er eigendlich wollte war ein Alibi und wäre er anwesend geblieben hätte Voss von ihm verlangen können die Taurin zu heilen, falls sie nach der Atacke überhaupt noch Lebenszeichen von sich gab. Kehlani war in keinster Weise erlich, auch ihrem Verbündeten gegenüber nicht. Sie verfolgte längst ihren eigenen Plan und holte, anstatt einen Stein auf zu heben, einen der Bambuspfeile herfor den sie Yraaei einen Aben zufor entwendet hatte. Sie schlich um die Zelte und stellte ganz sicher das es keine Zeugen gab, bevor sie sich Rockhard von der linken Seite näherte. Myghthyena sas auf der Rechten und bemerkte davon nichts. Wiedereinmal musste das treue Tier für die Uneinigkeit die im Lager herchte herhalten . . . Die Berserkerin zog den Pfeil und stieß ihn dem Kodobullen mit voller Wucht in die Flanke. Er brüllte und begann um sich zu treten. Der Schmerz musste aufhören, egal wie! Eigendlich hätte die Berserkerin sich jetzt wegschleichen müssen. Aber sie hatte immernoch den geänderten Plan im Kopf und zog Myghthyena zur Seite ehe sie von seinen Tritten getroffen wurde. "ROCKHARD!" Er hörte sie nicht rufen und tobte immernoch vor Wut.
Die Situation war bald wieder unter Kontrolle. Rockhard wurde mit Seilschlingen zu Fall gebracht und das Gift war glücklicherweise nicht mehr stark genug um bleibende Schäden zu verursachen. Aber der Schreck sas tief und Myghthyena starrte ungläubig auf den Pfeil den Voss vorsichtig aus der dicken, grauen Haut zog. Der Shamane war zurückgekehrt und wunderte sich warum ihr nichts zugestossen war, als zwei besonders große Tauren ihn an den Schultern packten und zu Voss schleiften. "Durchsucht seine Taschen!" befahl er und war nicht überacht als sie fündig wurden und den Köcher hervorholten den er immernoch bei sich trug. "Kehlani hat dich beobachtet wie du in der Nähe der Kodos herumgeschlichen bist. Und das hier ist der Beweis. Hast du noch irgend etwas zu seiner Verteidigung vor zu bringen!?" Er war sich bewusst das es nichts brachte die Berserkerin der Beteiligung zu beschuldigen oder zu behaupten er wäre nicht in der Nähe gewesen. Dieses Weib hatte ihn tatsächlich veraten! Und als ob das nicht genügen würde auch noch die Kleine gerettet. Sie würde dafür büßen müssen zusammen mit den anderen! "Nein. Und ich schäme mich keineswegs für den Versuch!" Diese Antwort traf die Taurin zutiefst. Selbst sie hätte nicht im Traum gedacht das er sein Gerede von unreinem Blut und den schlechten Vorzeichen so ernst nam das er ihr eigenhändig das Leben nemen wollte.Erneut stieg Übelkeit in ihr auf und sie ging fort. Sie kannte die Strafe für diese Schandtat und wollte das Urteil nicht hören. Es würde gerecht sein und sie am nächten Tag mit einem Feind weniger erwachen lassen. "Dann ist es jetzt Zeit ein altes Verseumniss von Astalte nachzuholen!" Voss winkte die Berserkerin zu sich, die sich bereits mit einem Speer bewaffnet hatte. "Nie im Leben hätte ich gedacht das ich noch erleben würde wie ein Taure seinen eigenen Stamm verät.Yraaei, Shamane des Clans du bist hiermit verstossen! Solltest du es denoch jemals wagen unseren Weg zu kreutzen wirst du mit Pfeilen gespickt zu Boden sinken und und sterben! Kehlani, bring ihn weg!" Das ließ sie sich nicht zweimal sagen und drückte ihm die Speerspitze in den Rücken bis er sich in Bewegung setzte.
Sie gingen sehr weit und als das Lager nicht mehr zu sehen war riss der Faden andem Yraaeis Verstand hing entgültig. "DU VERÄTERIN! WIE KONNTEST DU MIR DAS ANTUN!?" Sie warf ihm eine Tache mit etwas Proviant ins Gesicht und blieb stehen. "Du hast doch nicht wirklich geglaubt ich würde mit dir gemeinsame Sache machen, oder!? Voss ist älter als ich und irgendwann stirbt er von selbst. Ich gelte jetzt als vertrauenwürdig und werde mich eben einfach in Gedult üben müssen anstatt mich darauf zu verlassen das so ein Schwächling wie du es irgendwan schaft einen kleinen Unfall zu inzinieren. Und noch etwas: Ich mag keine Heilige sein aber deine Motive sind einfach nur wiederwärtig! Unreines Blut, so ein Schwachsinn! Mein Großvater hat sich auch angeschlossen genau wie Branka und aus mir ist auch etwas geworden!" Yraaei dachte kurtz darüber nach ihr den Speer zu entreißen und gleich an Ort und Stelle blutige Rache zu nemen und bei jeder anderen als Kehlani hätte er das wohl auch geschafft. "Dafür wirst du qualvoll sterben!" Sie schlug ihm in den Magen und grinste schadenfroh, als der Shamane stönen zu Boden sank. "Ach wirklich? Haben dir das die Geister veraten?" Mit diesen letzten spöttischen Worten ließ sie ihn mitten im Land ihrer Vorfahren allein und kehrte zum Lager zurück um sich für die gelungene Rettung von Myghthyena beglückwünchen zu lassen. Auf diese Weise würde es länger dauern Anführerin zu werden aber wenigstens klebte so kein weiteres Blut an ihren Händen, ausgenommen Zentauren würden dem Shamanen über den Weg laufen aber das wäre ihrem Gewissen auch nicht sonderlich zur Last gefallen.
Trotz allem wurde Myghthyenas Jagt immernoch als gescheitert angesehen weil zu viele böse Stimmen immernoch der Meinung waren sie wäre nicht erlich von statten gegangen. Es gab ohnehin andere Sorgen, den in diesem Jahr durchquerten immer öfter kleine Trupps der Alianz das Brachland und stellten Voss vor einen schwierigen Konflickt. Die Tradition verlangte von ihnen immer auf dem Wanderpfad zu bleiben doch der Gefleckte hatte auch die Aufgabe sie zu beschützen und das konnte er nur dann wenn er seinen Feinden des öfteren auswich. Die ersten Konfrontationen mit den Menschen ließen nicht lange auf sich warten. Sie sahen in den friedlichen Normaden lediglich Tauren und einen Teil der Horde, den es auszulöchen galt. Kehlani bemühte sich auch weiterhin um Vertrauenswürdigkeit und ihre Erfahrung und Kampfkunst dienten endlich wieder dem Schutz der Herde. Ein Teil von ihr war sogar froh das sie sich dagegen entschieden hatte ihren Willen mit Gewalt durch zu setzen und das sie von den anderen nicht mehr als unkontrollierbare, gewissenlose und brutale Furie angesehen wurde. Der Wildfireclan konnte sich insgesamt gut gegen die Angreifer durchsetzen und Kämpfe wurden zusehens seltener weil die Allianztruppen die sich Dorutar näherten sowieso unter Streitäxten und orkischen Krumsäbeln verschwanden, doch die allgemeine Nicht-einmichen-Taktik von Voss hatte auch ihren Preis und das sollte sich an diesem Morgen so deutlich zeigen wie nie zufor.
Der Clan war wieder auf der Goldstraße unterwegs und zog Richtung Norden. Der Himmel war trüb und die Akatzienblühte bereits wieder vorüber. Es war Eile geboten den die Umwege um die Gebiete in denen die Späher Milchgesichter und Langohren gesichtet hatten kosteten viel Zeit und es herchte bereits wieder Trinkwassermangel.Der Gefleckte ging den Nachzüglern bereits gehörig auf die Nerven, die schon zu erschöpft waren um sich zu beschweren. Der nächte Lagerplatz war nicht mehr weit. Myghthyena hatte Lonitas, dem ältesten Jäger seit Astalte fort war, eine seiner Taschen abgenommen und trug sie auf der Schulter. Der Lohn für ihre Freundlichkeit waren uralte und unschätzbar wertvolle Strategien für das Überwältigen von Donnerechsen die der Alte mit ihr teilte. Es kündigte sich noch immer kein Regen an und vor ihnen in der Nähe einer Felswand machte ein Reisender einen Schritt zu viel, einen einzigen verhängnissvollen Schritt zu nahe an zwei scharfe Nachtelfenaugen. Ein Schrei war zu hören und Takim, wachsam und vorsichtig, suchte zwichen den Felsen die Quelle. Nur einen Steinwurf von ihnen entfernt rannte ein Troll um sein Leben. Ein Spähstrupp aus zwei Elfen auf ihren Nachtsäblern, insgesamt vier Menschen und drei Zwergen hatte ihn endeckt und einstimmig beschlossen ihm beim Sterben behilflich zu sein. Ein Pfeil bohrte sich in seine Kniekehle und er stürzte zu Boden. Myghthyena war ebenfals an den Rand des Zuges geeilt. Sie konnte ihn nicht erkennen weil ihre letzte Begegnung mit diesemTroll zu kurz war und zu lange zurück lag. Die Kerbe im Ohr und die schrille Stimme gehörten zu niemand anderen als Karbi aus Crossroads, dem die Todesangst in den Augen stand. Er trug werder eine Rüstung noch eine Waffe und war für seine Gegner nichts weiter als eine weitere Zielscheibe die Treffer mit einem Schrei quitierte. "Weitergehen!" Der Anführer schien zu ahnen was sie vor hatte und versperrte ihr den Weg, als er sah das sie ihren Stab zur Hand nam. "Aber wir können ihm helfen! Wir sinde weit in der Überzahl!" Die berittenen Elfen kamen schnell näher und Karbi schloss entgültig mit seinem Leben ab,wärend Hilfe weiter auf sich warten ließ. "Das mag sein aber es würde trotzdem Tote und Verletzte geben und jetzt geh zurück auf deinen Platz!" Er schrie sie an und seine Mine veriet das es schlimme Konsequenzen haben würde sich zu wiedersetzen. "Ich verstehe." log sie und wartete bis Voss zurück an die Spitze geritten war. Sofort schnitt sie die Halterung von Rockhards Satteltaschen durch schwang sich auf seinen Rücken. "MYGHTHYENA; NICHT!" Takims Warnung kam zu spät und stieß auf taube Ohren. Innerhalb von Sekunden hatte sie die Halterungen der Satteltaschen durchgeschnitten und trieb ihr Kodo den Hügel hinunter auf den Allianztrupp zu.Der erste Nachtelf fühlte den Boden beben und mehr auch nicht denn er wurde zusammen mit seinem Reittier zwichen Rockhards Schulter und der Felswand zerquetscht. Den zweiten schleuderte ein Hieb mit dem Stab zu Boden, so heftig das im Innern des filigranen Elfenkörpers gleich mehrere Knochen zu Bruch gingen. Sie beschloss nicht noch einmal auf diese Weise anzugreifen, weil ihr Gegner sich immernoch aufrappeln und eine schimmernde, runenverzierte Klinge ziehen konnte. "Kämpf!" Schrie sie dem am Boden liegenden Troll zu und warf ihren Stab in seine Richtung. Mit dem Bogen konnte sie ohnehin mehr ausrichten, da die Menschen und Zwerge nicht beritten waren und auch keine Distanzwaffen bei sich hatten. Ruhig und konzentriert . . . Der Pfeil schnellte durch die Luft und verschwand bis zur Befiderung in der Halsschlagader eines Menschenkriegers. Das hochspritzende Blut löste bei dem Zwergenpriester hinter ihm einen reflexhaften Heilzauber aus, der natürlich nicht mehr wirken konnte, ihn aber so lange schutzlos dastehen ließ das die Jägerin erneut zielen und schießen konnte. Allerdings traf sie diesesmal einen Teil des Plattenpanzers und der erhoffte Todesschrei blieb aus. Wärendesen hatte der zweite Nachtelf den Entschluss gefasst sich zuerst um den Troll zu kümmern solange seine Kompanen damit beschäftigt waren die Taurin von ihrem Kodo zu holen. "Schmerz ist eine Frage des Willens! Eine Frage . . . des Willens!" Karbi sagte sich das immer wieder, den er wollte leben und dazu musste er aufstehen, obwohl das Geschoss sein Bein komplett durchbohrt hatte. Er hob den Stab auf und umklammerte ihn, wärend sein Gegner ihn mit dem Schwert in der Hand umkreiste. Das er sich dabei zwangsläufig mitdrehen musste und seiner schweren Wunde keine Pause gönen konnte geschah aus voller Berechnung. Irgendwie würde er es schaffen dem Allianzler den Schädel einzuschlagen! Und wenn es das letzt war was er je tat: Zumindest dieses eine Langohr würde er zu Geierfutter machen! Der Pfeileköcher war leer und Myghthyena bereits eingekreist. Einer der verbliebenen Menschen wollte einen Befehl rufen doch er kam nicht mehr dazu. Wieder schoss eine Blutfontäne in die Höhe und der junge Mann starrte auf die Spitze eines Speers, der ihm mit solcher Kraft in den Rücken gestossen worden war, das nicht einmal seine Rüstung ihn hatte retten können. Takim zog seine Waffe zurück und der Tote fiel zu Boden. Bevor der erste von ihnen begriff das sie nicht länger in der Überzahl waren war ihr Schicksal bereits besiegelt. Wieder flogen Pfeile und Zwergenblut floss in Strömen. Geblendet von der Wut über den Verlust seiner Kampfgefährten stürmte der letzte von ihnen auf Kehlani zu, die er,so dachte er, auf seine Größe stutzen würde. Er schwang mit einer Präzision, die sie ihm niemals zugetraut hätte, seine Hellebarde und ein breiter roter Striemen zog sich durch das Fell der Berserkerin. Die Wunde war jedoch nicht tief genug um sie in die Knie zu zwingen und die Vergeltung folgte sofort. Die Kriegerin hatte ihren Krumsäbel gezogen und rammte ihn dem Zwerg in den Magen. Zu guter letzt zog sie die Klinge so ruckartig nach oben das der kleine Körper davon fast gänzlich gespalten wurde. Wieder erklang ein Schrei, laut und schrill . . . Der Nachtelf hatte den Stab in zwei geschlagen und den ungleichen Zweikampf gewonnen. Es blieb ihm jedoch nicht viel Zeit sich an seinem den Triumpf zu erfreuen denn an seinem Lederharnisch klebte nicht nur Trollblut, es war auch sein eigenes . . . Er hatte den Axthieb nicht kommen sehen und auch ihm wurde schwarz vor Augen ehe sein an der Hüfte abgetrennter Torso nach vorne wegkippte. Einer der beiden Menschen die noch standen sprang auf den Nachtsäbler des gefallenen Kameraden und ergriff die Flucht. Mit dem anderen war es schnell vorbei . . . "Ich wünsche keine Überlebenden!" Rief der Gefleckte Takim zu, der mit tödlicher Routine seinen Bogen spannte. Doch die Katze war schneller und der Pfeil schlug einige Meter hinter ihr in die Erde. Der Reiter war entkommen. "Außer Reichweite. Tut mir Leid." Voss seufzte und schaute zu denen hinüber die in Ermangelung von Waffen oder dem erforderlichen Können nicht gekämpft hatten. "Der nächste Lagerplatz wird ausgelassen! Bedankt euch bei . . . " Myghthyena sas nicht mehr in Rockhards Sattel sondern war zu Karbi geeilt der immernoch am Leben war, geradenoch so . . . "Du darfst jetzt nicht einschlafen, klar!? Ich helfe dir aber bleib bloß wach!" Sie riss ein Stück Stoff aus ihrem Ärmel und drückte es auf das Loch zwichen seinen Rippen, doch der junge Troll hatte bereits zu viel Blut verloren und begann ins Leere zu starren. "Hey! Sprich mit mir. Komm schon!" Plötzlich viel ein Schatten über den Verwundeten. Voss packte seinen Kopf mit beiden Händen und setzte Myghthyenas Bemühen mit einem einzigen schnellen Ruck ein Ende. Sie schaute fassungslos auf die Leiche und wollte nicht warhaben was gerade geschehen war. "Warum hast du das getan?!" Sie erhob sich von ihren Knien und sah ihrem Anführer genau in die Augen und ihre Blicke veriten zum ersten mal Wut. Sie war wütend auf Voss! "Weil er gelitten hat. Du hättest es nur herausgezögert." Erklärte er ruihg. "Und jezt erklär mit, Kind: Welchen Teil von WEITERGEHEN hast du nicht verstanden!? Die Allianz wird bald wissen das wir für dieses Massaker verantwortlich sind!" Einen Moment lang herrschte Stille. Und Takim hoffte das seine Tochter nichts sagen würde das den Gefleckten noch mehr verärgern konnte. Dem war jedoch nicht so . . .
"Sollen sie`s ruhig erfahren! Dann wissen sie wenigstens mit wem sie sich anlegen. Ich habe lieber ein paar Feinde mehr als das ich zusehe wie Unschuldige von ihnen abgeschlachtet werden!" "Haltet ihn." rief Voss zwei Kriegern zu, die sich als Leibwachen bewärt hatten. Er musste sich nicht einmal umdrehen um ganz genau zu wissen das Takim ihn angreifen würde, krümmte er seiner Tochter auch nur ein einzelnes Haar. Er packte sie an der Mähne und zerrte sie auf den Zwerg zu den Kehlani getötet hatte. Myghthyena wehrte sich zwar, aber der Kraft in den Schmiedarmen hatte sie nichts entgegenzusetzen und Voss drückte ihr Gesicht in die Blutlache. "TOTE UND VERLETZTE! Genau wie ich sagte! Ist es das was du willst? Kämpfen um jeden Preis? Unsere Waffen sind zum Jagen gedacht und wir haben keine Rüstungen. Ein einziger gut geplanter Überfall genügt und von uns bleibt nichts übrig." Blut in ihrer Mähne, in ihrer Nase und in ihren Augen . . . Obwohl sie oft genug geholfen hatte erlegte Tiere auszunemen hätte sie sich vor Ekel fast übergeben. Und er lies sie immernoch nicht aufstehen. "Astalte hätte geholfen und ihm das Leben gerettet!" Schrie sie aber es hatte keinen Zweck. "Astalte ist nicht hier und der Anführer des Wildfireclans beschützt auch nur den Wildfireclan egal wie du es drehst und wendest!" Er lockerte seinen Griff,stand auf und kehrte zu seinem Kodo zurück. "Wenn das so ist dann will ich kein Teil dieses Stammes mehr sein!" Sie war aufgestanden und hatte etwas so unfassbares gesagt das die Krieger Takim nun doch noch losliesen damit wenigstens er sie noch rechtzeitig zum Schweigen bringen konnte. Er stellte sich schützend vor sie und blickte flehend zu Voss. Aber die Worte waren gesprochen und ließen sich nicht rückgängig machen. "Sie meint es nicht so. Sie ist jung und versteht den Sinn unserer Regeln nicht." "UND OB ICH DAS VERSTEHE! Ihrem Vater bot sich ein Anblick den er am liebsten sofort aus seinem Gedächtniss verbannt hätte. Nicht nur das ihr Fell zerzaust und blutverschmiert war, es war der Ausdruck in ihren grünen Augen der ihn so erschrack. Sie hatte es ernst gemeint! "Ich brauche keinen mehr der für mich spricht! Rockhard, komm!" Das Tier trabte herbei und lies sie in den Sattel steigen. Ein letzter vorwurfsvoller Blick hinüber zu ihrem Anführer und sie ritt in Richtung Süden davon. Ihr Vater wollte ihr folgen aber Voss hielt ihn zurück. "Lass sie nur. Sie ist jetz nicht mehr zugänglich für Vernunft. Heute Abend wird sie frieren und hungrig sein, dann komt sie von selbst zurück." "Aber was ist wenn sie uns dann nicht mehr findet!?" "Beruig dich. Sie kennt den Weg inzwichen und wenn nicht kann sie den Spuren folgen. Wir müssen schnell weiter. Das Wasser ist schon sehr knapp. Takim seufzte und hob Myghthyenas Gepäck auf, das noch immer am Boden lag. "Mögen die Ahnen über dich wachen . . ." sprach er leise vor sich hin wärend der Zug seine Ordnung wieder annam und die Wanderung nach Norden vortsetzte.
Das Summen von Fliegen in ihrem blutverschmierten Fell ließ trieb sie fast in den Wahnsinn und es war heiß, so heiß das die kleine Wasserflasche die sie noch umhängen hatte keine ganze Stunde gereicht hatte. Sie wusste genau wie dumm ihr Verhalten war und das sie jede Meile die sie sich entfernte auf dem Rückweg zweimal überqueren musste um ihre Familie einzuholen. Doch der tote Troll war in ihren Gedanken noch zu gegenwärtig, die Wut einfach noch zu groß und ihr Hunger zu gering. In diesem Augenblick hätte Myghthyena, wenn sie auch sonst nicht besonders gern nass wurde, ein Vermögen bezahlt um sich irgendwo waschen zu können. Sie hatte sich natürlich auch keine Gedanken gemacht wohin die Reise gehen sollte und war der Grenze im Südosten schon sehr nahe, einer Gegend die Bogardan, Astalte und Voss schon immer gemieden hatten. Rockhard folgte immernoch geduldig dem Weg den sie vorgab. Die schöne Steppenlandschaft verschwand hinter grauem Stein und es gab nichts weiter als einen schmalen, steilen Gebirgspfad an den sie sich halten konnte. Der Vorteil bestand darin das ihr von den Felsen aus ab und zu eine kühle Brise ins Gesicht schlug, welche die Fliegen vertrieb und die Mittagshitze erträglicher machte. Wie hatte Voss das zulassen können!? Sie waren den Feinden bei weitem überlegen gewesen und trotzdem hatte er sie zurückgehalten! Dieser feige . . . dieser . . . Sie konnte nach wie vor nicht fluchen und in dieser öden Gegend wäre sie allerhöchstens von ein paar Präriehunden gehört worden. Wie Schatten huschten die scheuen Tiere zwichen den Felsen hin und her und ließen die Taurin nicht eine Sekunde aus den Augen. Plötzlich ließ ein nasser Pfotenabdruck der auf einem Stein glänzte sie wieder hoffen. Die Meute schien genau zu wissen wo es hier in der Nähe eine Quelle gab, die Frage war nur wie man das raus bekam ohne ihrer Sprache mächtig zu sein.
Der Streit war fürs erste vergessen und sie bereitete an einem schattigen Platz einen Trick vor um die Tiere zu überlisten. "Pass auf Rockhard: Ich brauche noch nicht mal einen Köder, weil die so unglaublich neugierig sind." Dem Kodobullen war das völlig egal er stand hinter ihr wärend sie ihre leere Wasserflasche in die Sonne legte und knabberte an einem Ast mit leckeren, ( in größeren Mengen giftigen ) roten Beeren den Myghthyena zuvor mühsam aus einer Felsspalte gezogen hatte. "HEY! Die brauche ich noch!" Sie schubste ihn weg und pflückte einige der Früchte vorsichtig ab. "Das Laub kannst du von mir aus fressen." Er fixierte sie kurz mit den Augen um ganz sicher zu sein das dies nun auch wirklich sein Futter war und nam den ganzen Ast quer ins Maul. Es schmeckte schlecht . . . So schlecht das er die halbzerkauten Blätter mit einer Art Niesen wieder ausspuckte. Er hatte dabei noch immer hinter ihr gestanden . . . Myghthyena biss die Zähne zusammen und verzichtete darauf mit ihm zu schimpfen, immerhin musste das verfressene Vieh sie noch den ganzen Weg zurück tragen. Sie hatte die roten Beeren in einem Kreis um ihre Flasche herum ausgelegt. Ihr Plan bestand darin das einer Präriehunde nicht wiederstehen konnte das glänzende Objekt das da lag zu untersuchen und im Gegensatz zum Wasser würde der Beerensaft an seinen Pfoten nicht verdunsten und sie zur geheimen Wasserstelle führen. Die Sache hatte nur ein paar Haken, einen ganzen Schwarm kleiner, schwarzgeflügelter Haken die sich in Form von Krähen über die bereitwillig angebotene Mahlzeit hermachten und dem eigendlichen Ziel keine Gelegenheit ließen in die Beeren zu treten. Als ihr Mittagsschlaf beendet war lag die Flasche unberührt in einem Haufen Federn. Hätte sie doch gute Schimpfwörter gekannt . . .
Nachdem sie zusammen mit Rockhard über viele Stunden das Gebiet durchsucht hatte drang endlich das Plätschern von Wasser wie ein Bardenlied an ihr Ohr. Frisches, kühles Wasser . . . Es tropfte von der Decke einer breiten Höhle herunter und sammelte sich in einer Senke am Boden. Die Klauenabdrücke am Eingang, über die sie stolperte, waren so riesig das die junge Jägerin sie gar nicht erst als solche einstufte, andernfalls hätte sie sich auch nicht gefragt warum der Wanderpfad ihrer Vorfahren um diese relativ leicht zu ereichende Wasserstelle herumführte. Der Kodobulle trank und es klang als sei irgendwo ein Staudamm gebrochen. Nachdem sie ebenfalls ihren Durst gelöcht und die kleine Wasserflasche für den Heimweg gefüllt hatte begab sie sich soweit in die Mitte der Senke das ihr das Wasser bis an die Hüfte reichte. Endlich konnte sie Blut und Schweiß von sich abwaschen. Als sie ihre Mähne nach hinten warf und für eine Sekunde auf die Oberfläche sah erschrak sie plötzlich. Wie von selbst griff eine Hand nach dem Bogen und die andere in den Köcher, der immernoch keine Pfeile enthielt. Wie gerne hätte sie ihm das dämliche Grinsen aus dem Gesicht gewischt! Der verstoßene Shamane stand auf der anderen Seite und blickte sie immernoch genauso herablassend an wie eh und je. "Du bist nicht tot zu kriegen, was!?" Sprach er und stützte sich auf seinen Stab. Der Bärenfellmantel hing in Fetzen auf seinem Rücken und er war über die lange Zeit die er sich hatte alleine durchschlagen müssen deutlich abgemagert. Vorsicht war geboten, denn anders als zuvor trug er einen Dolch an seinem Gürtel und der Clan war viele Meilen weit weg. Myghthyena stieg schnell aus dem Wasser und stellte sich wieder neben ihr Kodo, etwas überrascht aber bereit sich zu verteidigen kam der Verstossene auch nur einen Schritt näher. "Ich weiß nicht warum du mich töten wolltest und es ist mir auch egal!" rief sie ihm entgegen. Eigendlich hatte sie das schon immer in Erfahrung bringen wollen, aber ihre Sicherheit genoss zur Abwechslung Vorrang und kletterte in den Sattel zurück. "Ganz alleine hier draußen?!Was hast du angestellt? Normalerweise traust du dich doch keinen Meter von deinem Vater weg." Sie war schon fast wieder beim Ausgang. Sie würde ihn einfach ignorieren und zum Rest des Clans zurückreiten. Hätte sie nur geahnt wie sehr sich jede Sekunde die sie noch zögerte rächen würde. "Ich hoffe du hast ihnen Leb wohl gesagt bevor du abgehauen bist, du blödes Balg!" Sie blieb abrubt stehen und sah ihn über die Schulter an. "Nein, hab ich nicht. Es war ein Streit. Nur das ich im Gegensatz zu dir nicht verstossen worden bin." Der Shamane sah auf den Boden vor seinen Füßen und verfiel dabei in geradezu wahnsinnig anmutendes Gelächter. Myghthyena konnte fühlen wie ihr Herz zu rasen begann und eine merkwürdige Unruhe in ihr aufstieg, als sei irgendwo etwas schreckliches passiert. "WARUM LACHST DU SO!?" Sie sprang ab und lief zurück an den Rand der Wasserstelle. "SPRICH! Oder ich werde dich töten!" Das Lachen verschwand, nur der zufriedene Gesichtsausdruck dazu leider nicht. Er zog den Dolch ein Stück hervor um ganz sicher zu gehen das sie von der Waffe Notiz genommen hatte und ihn nicht wirklich angriff. "Ich hatte viel Zeit nachdem ich verjagt wurden bin und vor ein paar Tagen war ich eben auch in der Nähe der Oase im Norden. Der Wildfireclan wird Crossroads dieses Jahr nicht erreichen. Das wird er nie mehr tun!" Im letzten Satz äffte er sogar den Tonfall der Matriarchin nach. Aus ihrer Unruhe wurde Panik. Und in ihrem Kopf spielte sich ein grausames Senario ab. " Die Wasserstelle . . . Du hast ihnen das Trinkwasser vergiftet!" Sie sprang wieder auf Rockhards Rücken und trat ihm in die Flanken. Als sie die Höhle verließ folgte ihr das irre Lachen nach draußen. "Nur zu! Beeil dich! Sie werden alle tot sein ehe du den ersten ereichst!!!" Hinter dieser Vorhersage steckte entweder ein schreckliches Verbrechen oder eine grausame Lüge. Es spielte keine Rolle. Sie trieb ihr Kodo an so oft es nur ging und die Angst vor dem was sie vorfinden könnte erdrückte sie geradezu. Sie musste die Oase erreichen und die anderen einholen. Ihr Willen das Ziel zu ereichen lies keinen weiteren Gedanken neben sich zu. Ein Tag und tausende von Schritten, eine ganze Nacht und wieder tausende von Schritten, weiter immer weiter! Am nächsten Morgen starrte sie auf eine unüberschaubarre Zahl von Fischen, tote Fische die mit dem Bauch nach oben auf dem Wasser trieben. Zu ihrer Erleichterung lagen die Zelte, die Waffen und alles was sonst nicht unbedingt gebraucht wurde im Sand. "Du bist ein guter Anführer Voss . . ." flüsterte sie und setzte ihren Ritt ein wenig beruigt fort. Der Gefleckte hatte die Gefahr rechtzeitig erkannt und sie weiter nach Crossroads geführt wo ein Brunnen auf sie wartete und ihnen Wasser und Leben versprach. Ohne das Gepäck kamen sie schneller voran und wenn sie dort eintraf würden sie sicher schon auf sie warten. Es würden außerdem eine Menge Rüben nötig sein um die Zuneigung ihres Kodos zurück zu gewinnen. Sie sehnte sich nach einer weichen Felldecke, dem Lagerfeuer und ihrem Vater, auch wenn sie sich dafür entschuldigen musste das sie weggelaufen war. Am meisten jedoch freute sie sich auf das Wiedersehen mit Hogath und den Übungskampf mit ihm, den sie jedes Jahr austrugen seit sie beide eine Waffe auch nur hochheben konnten. Doch der Weg war noch sehr weit und die Hitze ließ nicht nach. Leider hatten sowohl Myghthyena als auch Voss die Distanz und die sengende Sonne unterschätzt und die kommenden Stunden sollten zu den qualvollsten ihres Lebens werden, für alle Zeit auf ihrer Seele lastend . . .
Rockhard sog Luft durch die Nüstern ein und wurde schneller. Sie dachte sich zunächst nichts dabei aber nach einer Weile begannen die Vögel am Himel Kreise zu ziehen anstatt einfach über sie hinweg zu fliegen.Unterwegs hatte sie immer wieder leere Flaschen und Wasserschläuche gefunden. Es konnte nicht mehr weit bis zur Siedlung sein. Nur noch über ein paar Sanddünen dann würde sie die Türme bereits sehen können. Doch von Rettung gab es keine Spur. Im Gegenteil, hinter der Anhöhe lagen bereitz dutzende ihre verdursteten Kodos am Boden. "Nein!Oh, bitte nein . . ." Sie musste nicht einmal anhalten. Geier hatten sich bereits auf den toten Tieren niedergelassen und warteten geduldig bis das Fleisch zu verwesen begann und die ledrige Haut sich dann leichter aufreißen ließ. Im vorbeireiten riskierte sie denoch einen Blick zur Seite und erkannte einen der Halfter weider. Das Kodo das da lag hatte einst Takim getragen. Wieder kassierte Rockhard einen Tritt. Das durfte einfach nicht sein! Sie verdrängte alles aus ihrem Kopf und hoffte aus einem bösen Traum zu erwachen. Aber sie träumte nicht und wo die treuen Lasttiere am Ende ihrer Kraft waren konnte auch ein Taure nicht viel weiter gehen. Sie folgte den Spuren und immer wieder fand sie kleine Dinge im Gras. Schmuck, überflüssige Kleidung oder andere Dinge die ihrem Besitzer zu schwer geworden waren und am Mittag trat schließlich das ein wovor sie sich so sehr gefürchtet hatte. Sie fand die ersten beiden Leichen.
Ausgerechnet die Berserkerin war, geschwächt von der Verletzung auf ihrer Brust, als erste zusammengebrochen und neben ihr lag Voss, der ihr bis zuletzt nicht von der Seite gewichen war. Sie sprang ab und rief ihre Namen, versuchte den Gefleckten wach zu rütteln und lauschte nach seinem Atem. Ameisen bissen in ihre Hand und sie begann zu weinen, da sie einsehen musste das es zu spät war um ihnen zu helfen. Und wie sehr sie jetzt den Streit bereute. Die Spuren verieten das der Gefleckte zu Kehlani zurück gekommen war und unzählige Male versucht hatte ihr wieder auf die Beine zu helfen solange bis die Sonne zuschlug und auch ihn in die Knie zwang. Es war kein leeres Gerede gewesen als er behauptet hatte den Clan zu beschützen. Er hatte sein Wort gehalten und bis ganz zuletzt nichts anderes getan. Sie folgte weiterhin den Spuren und immer wieder lag ein Toter am Rande des Weges. Zuerst waren die Alten liegen geblieben, selbst Lonitas, der sich unter einen Felsen gesetzt hatte und so aussah als würde er nur schlafen, danach die Kinder zusammen mit ihren Eltern, die sie nicht mehr hatten tragen können und schließlich auch die stärksten Jäger des Clans. Immer schmaler wurde der Streifen aus Hufabdrücken und immer größer wurde die Angst bald das Ende ereicht zu haben. Noch eine Leiche und noch eine . . . Inzwischen konnte nur noch eine jämmerlich kleine Zahl überhaupt noch am Leben sein. Sie hörte nicht mehr auf Rockhard zu treten. Sie musste um jeden Preis Überlebende finden, selbst wenn sie ihr Kodo dafür zu Schaden reiten musste, so groß war ihr Schmerz. Sie befand sich auch nicht mehr auf dem Wanderpfad und wer auch immer nun vorne ging schien die Orientierung verloren zu haben.
Die Wanderung des Wildfireclans hatte unter einer vom Blitz gespaltenen Akatzie ihr Ende gefunden. Takim hatte sich einfach ins weiche Gras fallen lassen und war bereit den selben Weg zu gehen wie all jene die der Reihe nach hinter ihm zusammengebrochen waren. Die Gewissheit nicht mehr all zu lange um Luft ringen zu müssen und endlich von allem Leid befreit zu sein schenkte ihm Trost. Seine Sinne schwanden und er glaubte eine Stimme zu hören die nach ihm rief. Jemand rüttelte an seiner Schulter und verlangte ein Lebenszeichen. "VATER!!!" Er wollte die Augen öffenen, den Kopf heben um sie ein allerletztes Mal ansehen zu können doch der Tod hielt ihn bereits so fest in den Klauen das kein einziger Muskel in dem risigen, augetrockneten Leib ihm mehr gehorchen wollte. "Vati, ich habe Wasser für dich! Bitte sprich mit mir! Du musst wach bleiben. Bitte schlaf nicht ein . . ." Doch es war bereits zu spät. Er konnte das Wasser das sie ihm gab nicht mehr schlucken. Das Schicksal schien sie durch diese bittere Ironie geradezu zu verspotten zu wollen. Die Stimme seiner Tochter wurde für ihn immer leiser obwohl sie schon nach Leibeskräften schrie. Das letzte was er wahrnam waren ihre Tränen auf seinem Hals, die letzten Tränen die sie würde in sein Fell weinen können und seine letzten Gedanken galten ihr allein. "Sie weint!" dachte er. Und konnte doch nichts mehr für sie tun. "Ich hab` mein kleines Mädchen zum weinen gebracht . . ." Nach einer Weile hob und senkte sich seine Brust nicht mehr wie es das Atmen verlangt hätte und das rotbraune Fell wurde kalt.
Myghthyena blieb die ganze Nacht bei ihm und gab sich ganz ihrer Trauer hin. Unentwegt schrie sie ihren Kummer ins Brachland hinaus. Es gab nichteinmal genügend Holz das es ihr ermöglicht hätte den Toten würdig zu bestatten. Hunderte von gierigen Augenpaaren glänzten in der Dunkelheit und sie wusste nur zu gut das sie sich über ihn hermachen würden sobald sie fort ging, doch sie hatte keine Wahl wenn sie das tragische Schicksal nicht teilen wollte.Sie brauchte dringen Nahrung und einen sicheren Platz zum Schlafen. Denoch: Zumindest das Abschiedsgeschenk das die Tradition verlangte sollte er bekommen. Und so nam sie die Kette aus Löwenkrallen ab, das wertvollste das sie noch besaß und band es ihrem Vater um das linke Handgelenk. Wieder stieg das übermächtige Gefühl der Hilflosigkeit in ihr auf, nur das es sich dieses Mal mit einem anderen vermichte.
Plötzlich lechzte jede Faser ihres Körpers nach dem Blut des Veräters und die wilden Tiere wurden zu Zeugen ihres Racheschwurs.
Sie würde ihn bis ans Ende der Welt verfolgen und zur Strecke bringen, koste es was auch immer es wolle! Er würde um Gnade winselnd vor ihr kauern und sterben für das was er ihnen angetan hatte! Doch zunächst musste sie sich selbst retten . . . "Er wird dafür bezahlen, Vater . . . Ich werde dich nicht entäuchen, nicht noch einmal." Sie stand auf und setzte ihren Weg in die Siedlung fort. Rockhard folgte ihr und war froh ihr Gewicht nicht mehr im Sattel zu haben obwohl das Unheil das ihnen wiederfahren war auch an seinem, im grunde sanften Karakter nicht spurlos vorbei ging.
Vier Tage ohne Nahrung und vier Tage ohne Rast . . . Myghthyena war von allen Wegen die sie kannte weit entfernt und obwohl sie Wasser gefunden hatte neigte sich ihre scheinbar unerschöpfliche Ausdauer langsam dem Ende zu, als sie sich plötzlich einer kleinen Gruppe von Fremden gegenüber sah. Einen der Männer kannte sie zwar sehr wohl, aber die Müdigkeit trübte ihren Blick dafür zu sehr. Sie blieb stehen und ein schwarzhaariger, hagerer Mensch musterte sie von seinem Pferd aus. Rockhard trat neben sie und neigte sich nach vorne. Er wollte das sie wieder auf seinen Rückern kletterte und mit ihm zusammen flüchtete, aber nichts dergleichen geschah. Der Schwarzhaarige stieg ab und sprach in einer für sie unverständlichen sprache mit den Kriegern hinter ihm die daraufhin ihre Waffen abnahmen und sie deutlich sichtbar vor sich auf den Boden legten. "Komm ruihg näher. Wir tun dir nichts, siehst du!?" Er zog sein Schwert und platzierte es ebenfalls zu seinen Füßen. Der Akzent mit dem er sprach war brachte die unüberhörbare Warnung mit sich das es selten Orkisch sprach und für gewöhnlich ein Feind der Horde war, aber seine sanfte Stimme, die ausgestreckte Hand und die Aussicht auf Gesellschaft wirkten wie eine Droge auf den geschundenen Leib und sie machte einen Schritt in seine Richtung. Der Kodobulle blieb wo er war und verfiel in drohendes Schnauben, wärend er mit den Klauen in der Erde scharte. "Du armes Ding bist bist ja ganz allein. Hast du Hunger, Kleine? Komm ich teile mit dir." Sie gab ihm keine Antwort aber der Ausdruck in ihren Augen verriet alles. Wie unter Hypnose kam sie näher und bemerkte nicht das einer der Alianzler sich von den anderen entfernt hatte. "Na also! Und jetzt schlaf schön, du Mistvieh." Ein Streithammer traf ihren Kopf und die Welt wurde schwarz . . .
"Ich hätte Stein nehmen sollen!" fluchte Thanis, den das Los zur ersten Nachtwache bestimmt hatte. Und allein wie das klang: Thanis! Konnte der Mensch sich nicht mehr Mühe geben und seinen Namen in voller Länge sagen!? Er stand auf und umkreiste abermals den Felsen an dem die Taurin gefesselt war. Die Seile die sie hielten waren von den Seilermeistern der Nachtelfen gesponnen und deswegen galt seine Hauptsorge den menschlichen Knoten darin. Warscheinlich hätte es den Boss aber furchtbar beleidigt wenn er alles nochmal aufknüpfte und neu zusammenband. Was ergab es überhaupt für einen Sinn sie leben zu lassen!? Hatte der Idiot sie nicht mit eigenen Augen kämpfen sehen!? War er etwa nicht dabei gewesen als die Tauren seinen Trupp innerhalb von Sekunden zermalmt hatten!? Thanis war schon vielen von ihnen begegnet und hatte schnell gelernt den risigen Kreaturen die Äxte und Hämmer schwingend über den rest seiner Feinde hinausragten zu meiden, damit auch Soldaten von geringerem Rang die Gelegenheit hatten für ihr Land zu sterben. Aber eines musste er den pelzigen Bestien lassen: Es waren interessante Gefangene. Man konnte sie fast immer dabei beobachten wie sie Seile durchscheuerten, Ketten aus den Verankerungen rissen oder sich gegen verschlossene Käfigtüren warfen, nur um am Ende doch an der einer Wache mit der gespannten Armbrust zu scheitern.
Etwas glänzte unter seinem Kinn und der Nachtelf ertrank in dem Blut das ihm durch die aufgeschnittene Kehle in den Rachen floß. Sein Mörder hielt ihn an den langen Haaren fest die für sein Volk so typisch waren und legte die Leiche ganz sachte und leise auf den Boden. Das Geräusch genügte trotzdem um Myghthyena zu wecken. Sie kam wieder zu sich und öffnete die Augen einen Spalt um auf einen blutverschmierten Dolch zu schauen der ihr genau vor das Gesicht gehalten wurde. Sie hatte nicht genügend Zeit zum Nachdenken und beschränkte sich daher auf Reagieren. Ein Huftritt traf den Angreifer in den Magen und schleuderte so weit zurück das der junge Mann beinahe ins Lagerfeuer der Allianzler gefallen wäre. Der Fremde biss sich auf die Unterlippe um einen Schrei zu unterdrücken. Als der Schmerz nachließ hob er den schwarzen Spitzhut mit der langen roten Feder auf den er verloren hatte und streifte sich ein paar lange, graue Haarstränen aus dem Gesicht. Die Taurin hatte zwar bislang nur wenig Kontakt mit fremden Völkern genossen aber sogar sie erkannte das die Augen von Menschen im dunkeln nicht grün leuchteten. Aber wenn das ein Elf war warum sollte er den Wachposten dann töten!? Egal! Sie beschloss ihr Leben so teuer wie möglich zu verkaufen und ihn noch so oft zu treten wie sie konnte. Und der Fremde nahm sich vor ganz langsam und deutlich zu sprechen, denn Tauren waren ja erwiesenermaßen dumm. "Mach-bitte-keinen-Krach!" Flüsterte er und schürte ihr Misstrauen dadurch das er perfektes Orkisch sprach nur noch mehr. "FU EFPENDER PFEIFPLING! " Der Knebel den man ihr zwischen die Backenzähne geschoben hatte hinderte sie daran deutlicher zu sprechen. "Leise! Wenn du jemanden aufwecksz renn ich weg und du kannst sehen wie du zurecht kommst." Er wichte das Blut von seiner Waffe und achtete sorgsam darauf nicht wieder in ihre Reichweite zu kommen. "Wenn du still hälst schneide ich die Fesseln durch. Und wehe du trittst mich nochmal!" Er hielt einen Augenblick inne und schien eine Antwort von ihr zu erwarten. "ha pfut, ipf pferpfaue pfir." "Na, gut ich vertraue dir? Wolltest du das damit sagen?" Sie nickte und setzte eine schon leicht verärgerte Mine auf. Was hätte sie auch sonst tun sollen? Die Klinge schob sich langsam zwichen ihre Wange und den Baumwollfetzen in ihrem Maul. Wenn er umbringen wollte, dann konnte er das jetzt ohne Schwierigkeiten tun, also schloss sie die Augen, hoffte das Beste und erwartete das Schlimmste. Ein kurzes Ratschen erklang und sie konnte wieder frei sprechen. "Wer bist du und warum hilfst du mir?" Der Elf blieb ihr die Antworten schuldig und beschäftigte sich mit den dicken Seilen an ihren Armen. Einer der Menschen drehte sich im Schlaf auf die andere Seite und er schreckte hoch. "Später! Und jetzt halt die Klappe. Im Gegensatz zu dir hänge ich sehr an meinem Leben!" Die Seile fielen zu Boden und Myghthyena war wieder frei. Aber anders als ihr Retter entfernte sie sich zunächst nicht vom Lager sondern stapfte auf Rockhard zu der angekettet auf der anderen Seite lag und tief und fest schlief. "Was machst du da !!!! Du kannst das Vieh nicht mitnemen. Der Lärm den es allein beim Aufstehen macht verät uns!" Sie hörte nicht zu und schlich sich zwichen den schlafenden Kriegern vorbei. Sie konzentrierte sich so sehr darauf auf keinen von ihnen zu treten, so das sie stattdessen einen Bierkrug umwarf der dem Schwarzhaarigen laut scheppernd vor`s Gesicht rollte. Die Jägerin reagierte schnell und schloss beide Hände um seinen Hals ehe er einen Warnschrei über die Lippen brachte. Sie drückte zu und der Mensch versuchte mit aller macht sich zu befreien. Er fühlte wie das Blut sich in seinem Kopf staute und musste erkennen das es ihm so auf keinen Fall gelingen würde ihre Finger rechtzeitig zu lösen. Mit dem Mut der Verzweiflung streckte er die rechte Hand nach seinem Schwert aus. Nur ein paar Zentimeter, noch ein kleines Stück mehr und er würde weiterleben können. Doch der Elf war aufmerksamer als Myghthyena und trat die Waffe gerade noch rechtzeitig weg. Plötzlich schien es ihr auch gar nicht mehr zu wiederstreben was sie tat. Sie hatte jetzt wieder Einfluss auf die Welt, konnte über Leben und Tod entscheiden und musste die Dinge die um sie herum geschahen nicht mehr machtlos hinnehmen. Rache . . . Würde es sich genau so anfühlen den Shamanen zu töten? Ihr Feind wurde schwächer und bunte Flecken tanzten vor seinen Augen. Für die Zeit die verstrich bis er entgültig sein Leben aushauchte fühlte Myghthyena sich unglaublich mächtig. Ihre ganze Wut über den Untergang ihres Clans verlies ihren Kopf und konzentrierte sich in ihren Händen. Der Schwarzhaarige verdrehte die Augen und starb. Sie hielt ihn noch einige Sekunden fest um ganz sicher sein und verstand was ihr Retter meinte als er sagte sie müsse ihr Kodo zurüchlassen. Rockhard`s Vorderbeine und sein Hals waren an einen Felsen gekettet und ein Vorhängeschloss hing dort wo die Fesseln sich kreutzten. So konnte sie ihn niemals schnell genug befreien . . . "Sie werden ihn in die nächst Stadt bringen und verkaufen. Hab keine Angst. Mit etwas Glück bekommst du ihn sogar wieder." Versuchte er sie zu trösten und wies in die Richtung von der er wusste das Ratchet sich dort befand. "Wir müssen jezt gehen. Und zwar leise!" Sie hob ihren Bogen auf der beim Rucksack des Toten lag und folgte ihm. Es fiel ihr so unglaublich schwer sich von dem Kodo zu trennen das Astalte ihr einst anvertraut hatte und sie fühlte sich schuldig ihn so schlecht behandelt zu haben und jetzt keine Chance mehr zu haben alles wieder gut zu machen. Wenn sie den Veräter erledigt hatte würde sie sich auf die Suche nach ihm machen nahm sie sich vor.
Der Schein des Lagerfeuers verschwand in der Ferne und nur das Licht des halbvollen Mondes erlaubte ihnen zu sehen wohin sie liefen. Der Fremde beschloss, dass er in Sicherheit war und stellte sich vor. Er nam seinen Hut ab und hielt ihn sich vor die Brust wärend er eine kurze Verneigung machte. "Mein Name ist Valenziard Envitario Swiftblade von Silvermoon. Envitario genügt aber völlig." Sie sah ihn verdutzt an und verstand den Zweck von seinem Gehampel nicht so ganz. Immerhin hatte er seinen Namen veraten, auch wenn Silvermoon ihr überhaupt nichts sagte. Sie schien ihm trauen zu können und sie nahm sich vor ganz langsam und deutlich zu sprechen, denn Elfen waren ja offensichtlich dumm. "Ich bin Myghthyena Wildfire die Tochter von Branka und Takim und letzte Überlebende des Wildfireclans." Sie hatte die traurige Wahrheit tatsächlich ausgesprochen und befürchtete das dies nicht das letzte Mal gewesen war. Das Gefühl von Überlegenheit verschwand und wich erneut ihrer Trauer. "Myghthyena also? Ich hab gesehen wie sie dich gefangen genommen haben. Meine Güte hast du`s denen leicht gemacht!" Er setzte seinen Hut wieder auf und drehte sich in Richtung der Straße. Eine Frage stand jedoch noch offen. "Warum hast du mich gerettet, Nachtelf?" Envitario blieb wie erstarrt stehen und funkelte sie über die linke Schulter hinweg so finster an das er selbst einen Drachen damit eingeschüchtert hätte. "Ich bin ein Blutelf! Und wage es ja nicht nochmal mich mit diesen scheinheiligen Moosanbetern über einen Haufen zu werfen!" Moosanbeter, sie musste lachen als sie das hörte. Langohr konnte sie ja in seiner Gegenwart nicht mehr sagen. Er ging voraus und war sich sicher das die Taurin ihm zum Hafen von Ratchet folgen würde, sie aber erkannte das Gebiet in dem sie sich befand wieder und machte sich auf den Weg nach Crossroads. "Hey! Warte mal. Wo willst du denn hin?" Er rannte zu ihr und zeigte wieder in die Richtung die er einschlagen wollte. Es gefiel ihm nicht mitten in der Nacht alleine unterwegs zu sein. "Versteh mich nicht falsch, Envitario aus Silvermoon, ich bin dir für deine Hilfe sehr dankbar aber ich habe etwas wichtiges in Crossroads zu erledigen und ich kann dich daher nicht begleiten." "Was!? Da lang geht es nach Crossroads?!" Er spielte den Orientierungslosen wirklich überzeugend. "Wie gut das ich dich getroffen habe sonst hätte ich mich glatt verlaufen! Ich will auch nach Crossroads, weißt du!? " Er empfand keine Reue sie zu belügen, gewissermaßen verdiente er seinen Lebensunterhalt als eine Art Schauspieler. Crossroads war so gut wie jede andere Ortschaft und an ihrer Seite war er um einiges Sicherer als allein. "Sag mal, Myghthyena: Was willst du da eigendlich? So viel ich weiß ist das doch eine Orksiedlung." Sie nickte zustimmend und ging weiter. Ihr Begleiter musste drei Schritte machen um soviel Weg zurück zu legen wie sie mit einem Einzelnen und hatte Mühe neben ihr zu bleiben. "Ich treffe mich dort mit einem, alten Freund. Wenn ich was gegessen und mich ausgeruht habe jage ich den Veräter der meine Familie ermordet hat." Sie erzählte ihm alles über die Ereignisse der letzten Tage und war gerührt wie viel Mitgefühl der Blutelf für sie hatte. Er selbst berichtete auf Reisen zu seinen um seinen Horizont zu erweitern und fremde Länder zu erkunden, einfach zu seinem Vergnügen und das er sie deshalb problemlos überall hin begleiten konnte, solange ihr Weg sie nicht in Städte seines eigenen Volkes führte die er angeblich schon alle kannte, und sie glaubte ihm.
Kap. 4 Die Jagd beginnt !
Bald darauf lösten Mondschein und Tageslicht einander ab und es wurde Zeit für eine Rast. Vertrauen . . . Sie staunte über sich selbst. Noch vor ein paar Stunden hätte sie die schmale Gestalt mit der grellen roten Feder am Hut für einen ihrer vielen Feinde gehalten und einfach mit ihrem Kodo überannt. "Hey. Meinst du nicht das war jetzt weit genug!?" Sie blickte ihren Begleiter verdutzt an und schaute dann in die Richtung aus der sie kamen. "Weit genug für was? Wir gehen doch erst ein paar Stunden und ohne dich beleidigen zu wollen, wir gehen nicht gerade schnell." Valenziard setzte sich ins Gras und hielt seinen Knöchel. "Weit genug für eine Pause! Meine Füße bringen mich um. Im Ernst! Du musst nicht ganz dicht sein wenn du immernoch nicht müde bist." Er nam seinen Hut ab und legte ihn neben sich auf den Boden, um in seinem Rucksack nach einem kleinen Topf und zwei Schüssel zu kramen. Myghthyena blieb stehen und beobachtete jeden Handgriff. "Sag mal, Kleine, kriegst du zufällig ein Feuer an?! " Einer Taurin des Wildfireclans diese Frage zu stellen war eigendlich eine Beleidigung die nach Blut schrie, aber angesichst der Umstände, insbesondere dem das der Elf anscheinend etwas kochen wollte, hob sie kommentarlos zwei Stöcke und ein Stück Baumrinde auf und Platzierte ein Büchel trockenes Gras darauf als hätte sie ihr Leben lang nichts anderes getan. Blieb nur zu hoffen das der Elfenfrass halbwegs genießbar war. Nach wenigen Augenblicken stieg eine dünne Qualmwolke von der Feuerstelle empor und die kleine Flamme darin nam das Heu gerig in sich auf. Es gab Reis und der Blutelf mischte seiner Portion noch einige fremdartige Gewürze bei , die Myghthyena jedoch dankend ablehnte. Er hatte wirklich gerecht geteilt aber die Taurin hatte die Schüssel trotzdem innerhalb von Sekunden geleert und musste ihrem Begleiter so hungrig sie auch war noch einene ganze Weile beim Essen zusehen. "Dein Bogen, kleine . . ." Sagte er schließlich und wichte sich einen Rest Reis aus dem Gesicht. "Was ist damit ?" Valenziard beeilte sich auch seine Mahlzeit zu beenden, wichte beide Schüsseln mit dem Ärmel sauber und verstaute sie wieder in seiner Tasche. "Bist du gut damit ? Ich meine: Kanst du kämpfen ?" Myghthyena strich mit den Fingern über ihren Namen den sie in den unteren Teil des Bogens geritzt hatte, so wackelig und unsicher wie eine Siebenjährige eben schreibt. "Es genügt um zu jagen und um sich gegen Raubtiere zu verteidigen" Ihre Antwort kam sehr zögerlich und das Echo diese Frage hallte noch eine Weile in ihrem Kopf. Natürlich würde der Veräter seine verdiente Strafe nicht freiwillig entgegenemen , natürlich würde sie kämpfen müssen , doch ob sie sich im entscheidenden Moment als die Stärkere erweisen konnte stand noch immer in den Sternen. "Was ist mit dir ? Bildet den Volk auch Kämpfer aus ? Sei mir nicht böse aber ich kanns mit irgendwie schlecht vorstellen . . ." Der Blutelf begann zu lachen. Es war ein ehrliches und amüsiertes Lachen , seine leichteste Übung. "Es komt nicht immer auf die Größe an, obwohl ich das auch das Gegenteil behaupten würde wenn ich ein Taure wäre." Er setzte seinen Hut wieder auf und erhob sich um das Feuer zu löschen, wärend der Wind die grelle rote Feder daran auf und ab wippen ließ. "Was jetzt ? Kanst DU kämpfen oder nicht ? " Sie klopfte den Staub von ihren Knien und legte den Bogen wieder um ihre Schultern. Der Köcher war noch immer leer . . . Valenziard gab ihr keine Antwort und achtete dieses Mal darauf vor ihr her zu gehen damit er das Marchtempo bestimmen konnte. Gegen Abend würden sie in der Siedlung ankommen.
Und wärend die Türme ganz allmählig in Sichtweite gelangten kehrte auf unerklärliche Weise auch alle Kraft die eine solche Reise Myghthyena eigendlich gekostet haben sollte zu ihr zurück. Alles hier war vertraut vom Straßenpflaster bis zum aller höchsten Dach. Wundervolle Erinnerungen umfingen sie und selbst der Gestank von Gerbmiteln konnte ihre Freude nicht im geringsten trüben, da der Geruch längst untrennbar mit den Tagen an der Seite von Hogath verbunden, sonnige Tage, die leider wie im Flug vergingen und die von endlosen weiteren Tagen unterbrochen wurden indenen der junge Ork oft stundenlang, über einer Karte gebeugt versucht hatte zu erechnen wie lange der Wildfireclan bis zur Rückkehr in die Siedlung brauchen würde.
Es hatte sich kaum etwas verändert, hier und dort stand sogar noch der selbe Wachposten wie jeden Abend , wenn auch mit bedeutend mehr Falten im Gesicht und mehr grau in ihren Bärten.
Eines jedoch hatte sich sehr wohl geändert. Auf der linken Seite der Hauptstraße waren Holzpfosten aufgestellt worden, mit Seilen zu einem einzigen hohen Podest verbunden dienten sie riesigen geflügelten Mantikoren als Ruheplatz. Einer von ihnen hob den Kopf als sie vorbeikamen und die dunklen Löwenaugen fixierten Envitario bis er zusammen mit Myghthyena in der Seitenstraße verschwand. "Und dein Freund wird uns sicher helfen , ja ?" Seine Finger suchten zwanghaft eine Beschäftigung und er begann eine Silbermünze über seinen Handrücken tanzen zu lassen. Er wusste nicht wovor sein sechster Sinn ihn gerade warnte nur das er durch sein Zwecksbündnis mit dieser Taurin sicheren gegen warscheinlichen Tod getaucht hatte. Nur lohnte sich die Mühe ? War es ein guter Tauch sich seines letzten Krümel Würde zu entledigen um einen Ork um Hilfe zu bitten ? Rechtfertigten ein paar Tage, Stunden oder vieleicht Minuten Leben mehr das es das er planlos durch das Brachland zog ? Er wusste es nicht. "Zumindest hast du ihr das leben gerettet" , redete er sich selbst ein. "Und deinetwegen stirbt sie dan doch, du Hund!" Zerstörte sein Realismus die Ilusion. "Envitario ? Alles in Ordnung mit dir ?" Er hatte sich seinen Hut ins Gesicht gezogen und leise mit sich selbst gesprochen, so das er jetzt befürchten musste sie hätte doch etwas mitbekommen. "Ja mir gehts gut. Ich bin nur etwas erschöpft." Er deutete auf das Haus am Ende der Gasse. "Jetzt geh schon. Ich warte hier auf dich." "Quatch! Du braucht Essen und Schlaf genau wie ich, also kom." Sie packte ganz vorsichtig seinen Arm. Muskeln fühlten sich ganz anders an, Wiederstand aber auch. Er lies sich von ihr bis zur der alten Holztür führen und sah gespannt zu wie sie anklopfte ohne das die Konstrucktion aus den Angeln fiehl. Sie hatte erwartet das Kjeldan wie üblich wiederwillig aufstehen und sich mit den üblichen schweren Schritten zur Tür begeben würde, aber diesesmal erklangen eine Reihe von kleinen rachen Schritten einer Gestallt die geradezu zur Tür flog. Als die Tür geöffnet wurde blickte eine kleine, rothaarige Orkin ungläubig zwichen den Beiden hin und her ohne ein einziges Wort über die Lippen zu bringen. "Hallo . . . ähm . . . " Wie hies die kleine Göre noch gleich ? Hogath hatte mit der Zeit die Neigung entwickelt sie Worgfutter oder wenn es gut gemeint war Klette zu nennen so das der wahre Name mit der Zeit an Bedeutung verloren hatte. "Mantka, liebes . . ." Erklang die gewont grimmige Stimme des Shamanen ,die zu jeder Zeit den Eindruck erweckte das man den Urheber um ein Uhr nachts mit einem Kübel Wasser geweckt hätte. "Als ich sagte du sollst nicht mit fremden reden, meinte ich Fremde drausen auf der Straße." Die Münze auf Envitarios Fingern wurde schneller und je mehr er versuchte Blickkontakt zu vermeiden desto mehr fixierte er den Ork damit. Kjeldan wies seiner Tochter mit einem Kopfnicken an wieder ins haus zu gehen, die sich zufor noch einmal dem Elfen zuwandte. "Guten tag noch . . ." sagte sie leise und ging wieder wobei ihr langer roter Zopf hin und her schwang. "Er ist nicht hier ! Und sag deinem Vater das Jeska die Felle später bei ihm abholt." Myghthyena erschrack und wich einen Schritt zurück. "Was soll das heisen ? Wo ist Hogath?" Kjeldans Augen verängten sich angesichts des Namens den sie gennant hatte zu kleinen Schlittzen und er tat einen Schritt nach forne wobei er den Schatten seiner Behausung verlies. Er war älter geworden, noch etwas mehr grau in seinem Bart und noch mehr Sorgenfalten auf seiner Stirn. "Ich hab den Nichtsnutz raus geworfen ! Ich weis nicht wo er ist und es interessiert mich auch nicht !" Sein Gebrüll wurde von den Hauswänden zurück geworfen und schien von allen seiten gleichzeitig zu kommen. Er wollte die Tür gerade wieder schliesen und die Taurin machte dabei einen schweren Fehler. In einem Anflug von Ratlosigkeit setzte sie einen ihrer Hufe zwichen Tür und Ramen. Die Reaktion darauf war dermaßen voraussichtlich das Envitario bereitz zusammenzuckte. Nicht ganz eine Sekunde später fand sich die Taurin auf der Straße wieder und fragte sich wie es möglich ist das jemand der den angeblich starken Arm im Krieg verloren hatte dermaßen feste zuschlagen konnte. Oder war es doch ein Tritt gewesen ?
"Weißt du , Myght . . . " Begann ihr Begleiter zu spotten. "Diese Art Hilfe kriegen wir auch anderswo zur Genüge." Sie erhob sich langsam und blieb, wen auch recht wackeling stehen. Es musste in Hogaths Familie Streit gegeben haben.Envitario beobachtete fassunglos wie die Taurin sich unbeirrbar umdrehte um nochmal an die Tür zu klopfen. Als sie gerade die Hand hob hastete jemand an dem Elfen vorbei und zog sie entschlossen zurück. "Nicht, Kleine ! Du weist wie das wieder endet." Über ihre Schulter hinweg blickte sie in das Anglitz von Jeska. "Etwas weniger Sturheit täte dir wirklich gut, Myghthyena. Es gibt auch einen anderen Weg als immer mit dem Kopf durch die Wand !" Sie lächelte zwar aber ihre Stimme war ernst genug um die junge Taurin von ihrem Tun abzubringen. "Komt!" rief sie und fürte Myghthyenba und ihren Begleiter wieder auf die belebte Straße hinaus. Jeska trug einen schwerer Sack mit Einkäufen af ihrer Schulter den sie vorsichtig vor sich ablegte, was nichts daran änderte das sie immernoch auf irgend eine Art und Weise überladen wirkte. Sie wichte sich ein Staubkorn aus dem Auge als ob sie nicht so recht glauben könne das ein Blutelf sich gerade freiwillig in die Siedlung begeben hatte. Klack! Einer der Mantikore gähnte herzhaft und schlug klackend mit dem Skorpionsschwanz gegen seine Platform. "Hogath wohnt nicht mehr bei uns." Begann die Orkin. "Er und sein Vater haben sich nicht mehr so gut verstanden." Myghthyena legte die Ohren an und verzichtete sehr laut darauf zu fragen woher sie plötzlich diesen umständlichen Wortschatz hatte. Jeska zog die Augenbrauhe hoch und kratze sich im Nacken. "Na fein, dan eben ohne Zuckerguss! Hogath war alt genug um ein Shamane zu werden, genau wie der Rest seiner Familie seit inzwichen fünfzehn Gernerationen. Und er wollte nicht!" Envitarion war dem immer etwas grimmigen Kjeldan zwar vorher nie begegnet aber seine Fantasie in Kombination mit der erhaltenen Information liesen ihn trotzdem wie unter einem verbalen Magenhieb zusammenzucken. "Ich habe alles verscht aber es war hoffnungslos. Sie waren kurz dafor sich gegenseitig um zu bringen da habe ich ihn wegschicken müssen." Klak! Wieder schlug der Mantikor mit dem Schwanz woraufhin diesesmal ein Ork aus der Nähe herbeieilte und jedem der Tiere der Reihe nach das Bein eines Ebenenschreiters zuwarf. Er bemerkte das Jeska ihn ansah und auf ein Nicken ihrerseits begann er in einer Kiste neben den Plattformen zu kramen. "Er hat eine Hütte am Hafen von Ratchet gekauft und versucht eine Schmiede draus zu machen. Der schnellste Weg dahin sind die Mantikore." Hinter ihnen wurden den besagten Tieren bereits ihr Zaumzeug angelegt und beide hofften vergebens das jemand den Scherz auflösen würde als Jeska aus einem Beutel den sie an der Hüfte trug einige Silbermünzen abzählte und sie in die ausgetreckte Hand des Flugmeisters fallen lies. "Danke." gab er von sich und drängte eines seiner Tiere jetzt endlich seinen Ruheplatz zu verlassen bevor er sich die Taurin wante. "Du machst nicht den Eindruck als wärst du schon mal geflogen, hab ich recht ?" "Du liegst so richtig wie der vergammelte Kadaver eines Milchgesichts im Staub!" antwortete die Orkin und hiefte sich wieder ihre Einkäufe auf die Schulter. "Ich geh jetzt heim und räume einen Lagerraum frei. Der Rest des Stammes ist ja sicher auch bald hier." Der Mantikor den Myghthyena bekommen hatte beugte sich nach vorne und wartete bis sie zögerlich im Sattel platz genommen hatte. Die Frage blien jedoch ohne Antwort. Klack! Der Elf war aus Furcht vor dem Tier das ihn ungeduldig ansah zurückgewichen und mit dem Kopf gegen die Plattform gestoßen. "Es ist ganz leicht. Sie kennen den Weg." erklärte der Ork. "Ihr braucht nichts zu tun als euch gut fest zu halten und die Aussicht zu geniesen." Als er den Satz noch nicht ganz zu Ende gesagt hattte schlug er dem Mantikor auf dem Myghthyena sas plötzlich mit der Flachen Hand aufs Hinterteil und das Tier sprintete brüllend und mit immer schneller schlagenden Flügeln auf den Palisadenwall zu. Eine Staubwolke zog sich hinter ihnen her und einige Händler zogen sich erschrocken an die Wand des Gasthofes zurück. Nach einigen Sekunden war bereits die Hälfte des Weges überwunden und die Taurin starrte auf die Spitzen des Walls wärend sie gleichzeitig wahr nam das die Pfoten des Mantikors immernoch die Straße berührten. Sie klammerte sich in die Löwenmähne und drückte dabei ihren Kopf so dicht sie konnte an seinen Hals in Erwartung eines schmerzhaften Aufpralls. Klack, Klack! Die vorderen Pranken schlugen gefolgt von den Hinterläufen mit so großer Wucht auf den Boden das sie der nächste Flügelschlag tatsächlich an Höhe gewinnen lies. Als der Wind ihr um die Nase blies wagte die junge Taurin es auch endlich wieder die Augen zu öffnen und auf einen tiefen beinahe schon knurrenden Laut hin lockerte sie auch ihrer Hände die wohl unangenem an dem dicken filzigen Fell gezerrt hatten.