Kayleth Ravencry
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| Name des Charakters: | Kayleth Ravencry |
| IG-Name: | Kayleth |
| Alter: | 244 Jahre |
| Geburtsort: | Anwesen des Hauses Ravencry (heutige Geisterlande) |
| Familienstand: | mehr oder weniger inoffiziell liiert |
| Körpergröße: | 1,82 m |
| Handwerkliche Berufe: | Alchimie, Kräuterkunde |
| Rasse: | |
| Klasse: | |
| Charakter-Spezialisierung: | Arkan-Eis |
| Gesinnung: | Neutral böse |
| Gilde: | Das Auge der Horde |
| Wohnort: | Befestigtes Lager des Auges der Horde im Brachland, Silvermoon |
Kayleth Ravencry ist ein Magier aus dem Volk der Blutelfen oder Sin'dorei, verbündet mit der Horde und derzeit Angehöriger des Ordens der Magister. Er stammt aus einem Adelsgeschlecht, dem Haus Ravencry.
Inhaltsverzeichnis |
Erscheinungsbild
Kayleth tritt auf als ein durchschnittlich großer Sin'dorei mit einer schlanken, fast schon als dürr zu bezeichnenden Statur, der es sowohl an Muskeln als auch an übermäßig viel Fett mangelt. Aus dem hageren, scharf geschnittenen Gesicht funkeln in das übliche grüne Leuchten getauchte Augen, denen ein seltsam matter, toter Ausdruck anhaftet – vergleichbar mit dem Blick in einen trüben Teich. Gleichzeitig scheint ihr durchdringender Blick jedes Detail in der unmittelbaren Umgebung ihres Besitzers wahrzunehmen.
Darunter liegen schmale, relativ farblose Lippen, hinter denen mitunter ein scharfkantiges weißes Gebiß mit stark markierten Eckzähnen zum Vorschein kommt und der Miene des Elfen den verstörenden Eindruck eines Marders oder Wiesels – seltener eines hungrigen Wolfshundes – verleiht.
Ein hervorstechendes Merkmal bildet der einzige sichtbare Schmuck am Körper des Sin'dorei: Winzige goldene Glöckchen baumeln aus dem Knorpel an der Rückseite seiner Ohren, jeweils zehn pro Ohr, aufgereiht in akurat gestochenen Löchlein. Jede noch so geringe Regung Kayleths hat ein leises Konzert heller Klingellaute zur unmittelbaren Folge. Es ist ihm praktisch unmöglich, sich ungehört zu bewegen.
Die blasse Haut und das goldblonde Haar des Magisters wirken stets sauber und gepflegt, sorgfältig manikürte Nägel zieren seine langen Finger. Er kleidet sich in reich verzierte Roben oder Hemden und Hosen aus teurem Stoff, bevorzugt in den Farben Weiß, Schwarz, Gold oder Violett. Lediglich seine offizielle Gewandung als Mitglied des Magisterordens folgt der aktuellen gold-roten Mode.
Sowohl Haar als auch Kleidung sondern einen leichten Geruch nach Kräutern oder generell Pflanzen ab, den man jedoch nur in seiner unmittelbaren Nähe wahrnimmt.
Aus seiner Kehle erklingt eine (für einen Mann) relativ helle, durchaus angenehme Stimme.
Persönlichkeit
Magister Kayleth Ravencry vereint zwei – in dieser Kombination – höchst unangenehme Eigenschaften in sich: Ein beeindruckendes schauspielerisches Talent und fast kompromißlosen Egoismus. Seine primäre Motivation besteht darin, sich selbst so viele Vorteile wie möglich zu schaffen und sein eigenes (Über-)leben so angenehm wie möglich zu gestalten. In vielen Fällen geht dies auf Kosten anderer, obwohl es Kayleth in den meisten Fällen fern liegt, ihnen absichtlich Schaden zuzufügen… es geschieht einfach, nebenbei sozusagen.
In den meisten Fällen kann man davon ausgehen, daß Körpersprache, Gesichtsausdruck und Mimik des Magisters weder seine tatsächliche Stimmung noch seine Gefühle in einer gegebenen Situation wiederspiegeln. Er hatte über zwei Jahrhunderte Zeit, die Kontrolle über die meisten Signale zu erlernen und zu perfektionieren, die ein Großteil der Leute eher unbewußt aussendet. Auf einer Theaterbühne wäre er jedenfalls bestens aufgehoben. Auch Klang und Tonfall seiner Stimme vermag er über eine große Bandbreite zu modulieren – und er setzt diese Fähigkeit schamlos ein, um seinen Darstellungen den letzten Schliff zu verleihen.
Auf der anderen Seite verfügt er über ein scharfes Auge für die Verhaltensmuster anderer Elfen (und der meisten anderen Zweibeiner, sofern ihre Körpersprache sich nicht fundamental von der ihm vertrauten unterscheidet). Durch genaues Beobachten eines Gesprächspartners kann er unter Umständen viel mehr über dessen Gefühle erfahren, als derjenige preiszugeben glaubt… sofern er nicht ebenfalls einem Schauspieler und Maskenkünstler gegenübersteht.
Generell sind die Ganzkörpermasken Kayleths schwer zu durchschauen. Ein guter Beobachter mag allerdings während einer längeren Unterhaltung den einen oder anderen Hinweis darauf entdecken, daß dort etwas nicht ganz stimmt. Wer dazu nicht imstande ist, wird den Magister wahrscheinlich als genau das wahrnehmen, was er gerade darstellen will. Gewöhnlich mimt er den netten Magier von nebenan, der an gehaltvollen Konversationen interessiert ist und eigentlich für jedermann ein freundliches Wort übrig hat. Sollte es ihm in einer bestimmten Situation einen Vorteil verschaffen, kann er durchaus auch bedrohlich auftreten. Oder als Schlichter. Oder als etwas dümmlicher Unbeteiligter, der nur ganz zufällig zugegen ist. Es gibt kaum eine Rolle, die er nicht in irgend einer Form verkörpern kann – solange sie keine physische Verkleidung voraussetzt.
Letztlich verfolgt seine Maskerade natürlich immer einen bestimmten Zweck. Kayleth macht selten einen Schritt, ohne eine bestimmte Absicht, eine Intrige oder einen neuen Plan zu verfolgen. Die Gefühle anderer – und in den meisten Fällen ihre körperliche Unversehrtheit, generell ihr durch seine Aktivitäten verursachtes Leid – sind ihm beim Erstreben seiner Ziele schlichtweg gleichgültig. Wo gehobelt wird, da fallen eben Späne.
Allerdings versucht Kayleth automatisch, Komplikationen dieser Art wenn möglich zu vermeiden, um nicht unnötig Aufmerksamkeit auf sich und seine Aktivitäten zu lenken. Vertrauen macht andere Personen zu einem weitaus hilfreicheren Werkzeug als Mißtrauen und Feindseeligkeit. Häufig begeht er Taten, die nach außen hin gänzlich altruistisch erscheinen, um sich der Unterstützung oder Gunst bestimmter Leute zu versichern.
Seine größte Schwäche liegt ganz blatant begründet in dem Umstand, daß er sich dieser seiner Stärken nur allzu bewußt ist und sich für praktisch unfehlbar hält. Mitunter wird er sich nicht einmal darüber bewußt, wenn jemand seine Fassade durchschaut – oder erst, wenn es schon viel zu spät ist. Kayleths Stolz macht ihn angreifbar, und daß er sich selbst für unwiderstehlich hält (er verbringt manchmal Stunden vor dem Spiegel, um seine Frisur zu richten), verbessert seine Situation nicht gerade. Mit etwas Geschick kann man ihn so in äußerst peinliche Situationen bringen… oder gar in ernsthafte Gefahr.
Obwohl Kayleths Charakterzüge größtenteils nichts Nobles oder Heldenhaftes an sich haben und er nur sich selbst ewige Treue geschworen hat, sitzt er doch letztlich mit dem Rest der Horde in einem Boot: Die Brennende Legion mit all ihren Anhängseln und die Geißel sind ebenso seine Feinde wie die aller anderen auch, und wenn es ihm gelingt, seine Feigheit zu überwinden, verwandelt er sich eine formidable Unterstützung in magischen Auseinandersetzungen.
Unterm Strich repräsentiert seine Persönlichkeit die Frucht einer verhätschelnden Adelsfamilie, hervorgegangen aus einem verwöhnten Jungen, der bis zum heutigen Tage nie gelernt hat, nicht nur an sich selbst zu denken – und daran nicht unbedingt unschuldig ist. Natürlich werden sich vermeintliche „Freunde“ oder Liebschaften sehr schnell von ihm abwenden, sobald sie erkennen, daß sie nur benutzt wurden.
Geschichte
Herkunft und Kindheit
Kayleth wurde als zweitältestes von insgesamt sechs Kindern des Adelshauses Ravencry geboren – etwa eine Stunde, nachdem seine Zwillingsschwester Isalla Ravencry das Licht der Welt erblickt hatte. Seine Familie zeichnete sich von je her durch einen relativ hohen Prozentsatz an magischen begabten Mitgliedern aus, leider aber auch durch übersteigerten Hang zu Dekadenz und Intrigenspiel. Im Hinblick auf diese Vorlieben kann der Sin'dorei von sich behaupten, ganz und gar in der Tradition seiner Vorfahren zu leben.
Das Haus Ravencry führt seine Geschichte zurück bis in jene Zeit, als die vertriebenen Hochgeborenen Kalimdor verließen, um jenseits des Meeres unter der Führung von Dath'Remar Sunstrider ihre neue Heimat zu finden – und darüber hinaus. Zudem war seit diesem schicksalhaften Zeitalter in jeder Generation mindestens ein ausreichend begabter Sproß der Laufbahn als Magier gefolgt und hatte dabei teils beachtliche Leistungen erbracht. Entsprechend große Erwartungen lasteten auf dem jungen Kayleth, nachdem in seiner Kindheit hohes magisches Potential bei ihm zutage trat. So wurde er dann auch im zarten Alter von 12 Jahren durch seinen wohlmeinenden (und keinen Widerspruch duldenden) Vater in die Obhut der dalaranischen Erzmagierin Nelinna Shadowclaw übergeben, die seine Fähigkeiten formen und in geordnete Bahnen lenken sollte.
Studium in Dalaran
Für Kayleth bedeutete das einerseits den Abschied von seiner Kindheit auf dem großzügigen Anwesen seiner Familie, wo er quasi Narrenfreiheit genossen hatte, anderseits den Beginn einer völlig neuen Form des Konkurrenzkampfes, die das Ringen mit seinen Geschwistern bei weitem in den Schatten stellte: Nelinna verfügte selbstverständlich über mehr als nur einen Schüler, und die Leistungen jedes Einzelnen wurden von ihr beständig an denen aller anderen gemessen. Sie war zweifellos eine überaus fähige, aber auch ausgesprochen strenge und mitunter grausame Meisterin – Kayleth lernte sie schnell hassen; gleichzeitig begann er mit zunehmender Adoleszenz, sie für ihre Schönheit zu begehren, obwohl er sich darüber bewußt war, daß Welten zwischen ihm und ihr lagen.
Auf der anderen Seite bot Dalaran einen schier unerschöpflichen Hort des Wissens und den Hauch der großen weiten Welt. Kayleth begegnete vielen namhaften Magiern, lernte sogar den Sohn des Königs, Prinz Kael'thas kennen – wenn auch nur flüchtig. Weibliche Studenten beanspruchten einen Großteil seines Interesses, und langsam wurde aus dem verzogenen Jungen ein mindestens ebenso verzogener, aber zumindest um einige Erfahrungen reicherer junger Mann.
Forschungszeit
Zehn Jahre verbrachte der heranwachsende Quel'dorei in der beeindruckenden Stadt Dalaran, bis seine Meisterin endlich geruhte, ihm jene Prüfung zu gewähren, die einen vollwertigen Magier aus ihm machen sollte. Selbst nach erfolgreichem Abschluß blieb Kayleth noch fünf Jahrzehnte in Dalaran - gleichwohl seine Aufenthalte dort unterbrochen waren von Studienreisen durch einen Großteil Lordaerons und regelmäßigen Besuchen bei seiner Familie. In erster Linie erwies er sich – wie die meisten seiner Zunft – als extrem wißbegierig und versuchte, seine Kenntnisse schnellstmöglich weiter zu verfeinern. Gleichzeitig kam in dieser Zeit auch ein weiteres Talent bei ihm zum Vorschein und erfuhr regelmäßige Anwendung: Selbst nach hochelfischen Maßstäben war er in den Augen der meisten Damen ausgesprochen attraktiv, und wenige - insbesondere unter jenen, die er sich herauspickte – brachten es über sich, dem charmanten Lächeln und den schmeichelnden Worten des jungen Magiers lange zu widerstehen.
Tatsächlich waren dies die einzigen beiden Beschäftigungen, an denen Kayleth auf lange Sicht Gefallen fand: Das Sammeln neuen magischen Wissens und kurzweilige fleischliche Vergnügungen, mitunter kombiniert mit dem ausschweifenden Konsum von Alkohol. Während seine arkanen Fähigkeiten die Brust seines Elternhauses vor Stolz schwellen ließen, begegnete man seinen Eskapaden mit einer Haltung, die je nach Familienmitglied von freundlichem Spott bis hin zu offenem Mißfallen reichte. Trotzdem wogen seine Erfolge – vor allem auf dem Bereich der Artefaktmagie, die er sich zu seinem Spezialgebiet erkoren hatte – in den Augen der Sippenältesten seine charakterlichen Schwächen bei weitem auf. So finanzierte man seine Expeditionen und Experimente aus dem großzügigen Fundus des reichen Adelshauses.
Für Kayleth war das Leben ein nicht enden wollendes Vergnügen, für das er nicht einmal einer geregelten Arbeit nachgehen mußte. Geld wurde ihm buchstäblich in den Allerwertesten geschoben, so daß er sich ganz auf seine Forschungen konzentrieren konnte. Niemand verlangte von ihm, Verantwortung für sein Tun zu übernehmen oder sich einer Beschäftigung zu widmen, die ihm nicht gefiel. Selbst der Einfall der Orks blieb ohne nennenswerte Folgen für ihn. Er verkroch sich einfach so lange in den nicht von der Invasion betroffenen Gebieten des Königreichs, bis die Gefahr durch andere gebannt war. Auch über die folgenden Jahrzehnte und Jahrhunderte änderte er diesen Lebensstil nicht in nennenswerter Weise.
Bis die Geißel nach Quel'Thalas kam.
Angriff der Geißel
Trotz der schrecklichen Nachrichten vom Falle Lordaerons und der Schwarzseherei einiger Hochelfen, die ihr Königreich bereits von der selben Macht bedroht sahen, die auch den Menschen zum Verhängnis geworden war, gab sich das Haus Ravencry in jener schicksalshaften Nacht lieber seiner Tradition rauschender Feste hin: Der vierte Geburtstag des jüngsten Sprosses, Kayleths kleiner Schwester, wurde gebührend zelebriert. Fast die gesamte Sippe hatte sich zu diesem Anlaß im Familiensitz eingefunden. Lediglich das älteste noch lebende Mitglied des Hauses, Kayleths Onkel Karras Ravencry, fehlte – er war von seinen umfangreichen Reisen, die ihn weit über die Grenzen der nördlichen Königreiche hinaus führten, nicht rechtzeitig zurückgekehrt.
Gerade, als die Feier richtig in Schwung kam und die ersten Beteiligten den Einfluß der ausgeschenkten Getränke zu spüren begannen, brach die Invasion der Geißel über jene Region der heutigen Geisterlande ein, in der das große Anwesen lag.
Chaos war die unmittelbare Folge. Abgesehen von einigen wenigen Ausnahmen verfügte kaum ein Ravencry über die Möglichkeiten, überhaupt irgend einem Angreifer Paroli zu bieten – geschweige denn einer ganzen Armee von grauenhaften untoten Alptraumgeschöpfen. Weitgehend mühelos überwanden die Toten das Eingangsportal und schwärmten in die zahlreichen Räumlichkeiten aus. Im Nu war das gesamte Landhaus erfüllt von den Angst- und Todesschreien besonders unglücklicher Ravencrys. Kayleths Eltern, beide versierte Magier, und seine kaum magisch begabte, aber im Schwertkampf leidlich erfahrene Zwillingsschwester versuchten zu retten, was zu retten war – aber auch ihr Fall war angesichts des Ansturms nur eine Frage der Zeit.
Allerdings kam niemand sonst aus der Familie, egal wie fähig oder unfähig, auf die selbe Idee wie Kayleth, die da lautete: Kopflose Flucht. In einem Akt unbeschreiblicher Feigheit ließ er sich beim ersten Anzeichen von Gefahr von seiner Panik überwältigen, verbarrikadierte sich im Weinkeller und versuchte dort mit zitternden Händen, einen Portalzauber zu sprechen, der ihn – und nur ihn, denn niemand sonst hockte außer ihm dort unten - aus dieser mißlichen Lage fortbringen konnte. Im dritten oder vierten Anlauf gelang es ihm tatsächlich, sich auf magischem Wege aus der unmittelbaren Gefahrenzone zu befördern, wo er nicht lange blieb. Sein einziger Gedanke lautete: Fort, fort aus Quel'Thalas.
Wahrscheinlich hätte seine Unterstützung die restlichen Ravencrys trotzdem nicht retten können; am nächsten Morgen war das prächtige Anwesen bis auf die Grundmauern niedergebrannt, waren die Gärten in Schutz und Asche gelegt. Ob die Angreifer selbst das Feuer legten oder einem der am Kampf beteiligten Magier versehentlich ein Zauber fehlging, wird wohl für immer ungeklärt bleiben.
Die Jahre nach dem Krieg
Ab diesem Punkt stand Kayleth praktisch mit heruntergelassenen Hosen da. Auch Dalaran bot ihm keinen Schutz mehr – als er nach hektischer und gefahrvoller Reise dort ankam, lag die große Stadt der Magier in Ruinen. Hinzu kam die qualvolle Trennung von den Energien des längst zerstörten Sonnenbrunnens. Natürlich nagten Schuldgefühle an ihm – schließlich war ihm bewußt, daß er seine gesamte Familie im Stich gelassen hatte – aber in erster Linie beschäftigte er sich in den ersten beiden Jahren nach dem Krieg damit, in Selbstmitleid zu versinken.
Trotz des Elends, der nach dem Fall von Quel'Thalas folgte, konnte Kayleth sich zumindest für begrenzte Zeit auf seine beträchtlichen Rücklagen stützen, die auf zwergischen Bankkonten den Sturz der beiden großen Königreiche im Norden überstanden hatten. Er quartierte sich in einem verwaisten Turm nahe einer kleinen Stadt in den Sumpflanden ein und richtete ihn so her, daß er sich voll und ganz in seine Forschungen stürzen konnte, um das Geschehene zumindest zu verdrängen. Für die Artefaktmagie fehlten ihm nun die Mittel, daher konzentrierte er sich fortan auf sein zweitliebstes Gebiet: Die Alchimie.
In seiner Langeweile und Einsamkeit begann er, mit einigen eher zweifelhaften Pflanzen zu experimentieren; beispielsweise der Blutdistel und seltenen Lotusarten, die für ihre berauschende Wirkung bekannt waren. Früher oder später entstanden aus seiner Arbeit einige äußerst potente Mittel, mit deren Hilfe er der grausamen Realität zumindest für begrenzte Zeit zu entfliehen vermochte. Außerdem hatten sie den willkommenen Nebeneffekt, seinen schmerzhaften Durst nach Magie ein wenig zu dämpfen.
Rückkehr nach Quel'Thalas
Erst, als seine Ersparnisse langsam zuneige gingen und ihn die Nachricht erreichte, daß man im Norden die große Stadt Silvermoon wieder aufzubauen begonnen hatte; daß es angeblich wieder möglich war, in den Wäldern von Eversong zu überleben, packte er – mehr oder weniger gezwungenermaßen, weil sein Turm aus noch ungeklärten Gründen in seiner Abwesenheit in Brand geriet und all seine Kostbarkeiten fast vollständig das Zeitliche segneten – seine wenigen Sachen und begab sich an den Hof, um sich dem Orden der Magister unter Rommath anzuschließen. Für irgend etwas mußten seine langen Jahre des Studiums ja gut gewesen sein, und selbst Kayleth besaß eine Art Überlebenswillen, der schließlich über seine Faulheit und Lethargie siegte.
Nun, da er wieder in Rang und Namen war, neue Formen des Magiekonsums erschlossen waren, ihm durch seine Ordenszugehörigkeit eine Einkommensquelle zur Verfügung stand und er seinen alten Lebensstil zumindest in gewissen Grenzen erneut pflegen konnte, blühte Kayleth wieder auf. Schon nach kurzer Zeit fiel er in seine ursprünglichen Verhaltensmuster zurück, und die totalitäre Natur der Regierung, der er nun angehörte, spielt ihm dabei geradezu in die Hände…
Wie er später feststellte, haben zumindest zwei Mitglieder seiner Familie den Angriff der Geißel überlebt (siehe „Beziehungen/Verwandtschaften“). Von den restlichen hat er bis heute nichts gehört.
Im „Gelobten Land“
Als er bei seinen Ausflügen in die Scherbenwelt von der Verbindung zwischen Kael'thas Sunstrider und der Brennenden Legion erfuhr, schlug sich Kayleth ohne größeres Zögern auf die Seite der Seher. Er hatte dem Prinzen gegenüber niemals größere Sympathien gehegt und weigerte sich, irgend eine Form der Bindung mit Dämonen zu pflegen, die über den Konsum ihrer magischen Energien hinausging. Mit dieser Einstellung fand er schließlich zum Auge der Horde, eines Ordens, der sich unter anderem auch dem Kampf gegen Kael'thas widmete und dem Magister so eine Art Rücksicherung bot für den Fall, daß sein Verrat an dem Prinzen und seiner Regierung jemals entdeckt werden sollte. Gleichzeitig hielt er weiterhin die Fassade aufrecht, ein treuer Diener des Sonnenkönigs zu sein. Ein gefährliches Spiel, das unter Umständen häßlich für ihn hätte ausgehen können…
Gegenwart
…wäre ihm das Schicksal nicht zur Hilfe geeilt. Kael'thas' Einmarsch nach Quel'Danas und die damit verbundene Erkenntnis aller bisher für sämtliche Warnhinweise blinden Sin'dorei zog Kayleth sozusagen wieder von der Schippe. Er tat erschüttert, versicherte, daß er Kael so etwas niemals zugetraut hätte, und schrie dann gemeinsam mit dem Rest der Magister lauthals wider den Verräter. Von der Offensive auf Quel'Danas hält er sich allerdings wohlweislich fern. Er plant, die Insel erst zu besuchen, sobald die Stellungen einigermaßen gesichert sind.
Wissenswertes/Trivia
Aussprache des Namens
Der Name „Kayleth“ wird nicht wie im englischen Sprachraum ausgesprochen. Das „th“ am Ende spricht sich wie ein „t“, das „ay“ wie der Laut in dem deutschen Namen Kai bzw. Kay.
Die Glöckchen
Kayleths herausragenstes äußerliches Merkmal, sein ungewöhnlicher Ohrschmuck nämlich, kündigt seine Gegenwart förmlich an. Das helle Klingelgeräusch erinnert an ein zartes vielstimmiges Glockenspiel. Auf den ersten Blick scheinen die Glöckchen tatsächlich aus Gold zu bestehen; tatsächlich sind sie nur mit Gold überzogen und aus dem silbrigen Mithril gefertigt, das so hart ist wie Eisen, jedoch deutlich leichter. Dadurch erweisen sich die kleinen Glocken als wesentlich robuster, als sie aussehen. Wenn man den Magister fragt, wo er denn diesen Schmuck erworben habe, wird er nebulös lächeln und darauf hinweisen, daß eine Frau, eine Wette und Alkohol im Spiel waren – mehr verrät er nicht.
Kontakt mit der orkischen Kultur
Nach dem zweiten Krieg besuchte Kayleth aus wissenschaftlichem Interesse die Lager, in denen die Reste der orkischen Horde ihr Dasein fristeten – die (aus seiner Sicht) primitive Natur dieser Geschöpfe faszinierte ihn. Er verbrachte eine Weile mit dem Studium der Orks und erlernte früher oder später ihre Sprache so weit, daß er imstande war, sie über ihre Geschichte zu befragen. Das dadurch erworbene Wissen, insbesondere die Sprachkenntnisse, kam ihm später nach dem Anschluß der Sin'dorei an die Horde extrem zugute.
Magische Ausrichtung
Während sich viele seiner Kollegen nach dem Sturz von Quel'Thalas und zu Ehren des Sonnenkönigs vor allem der Schule des Feuers zuwandten, bleibt Kayleth bis heute den traditionellen Wegen treu, die ihm seine gleichermaßen verhaßte wie fähige Lehrmeisterin in Dalaran eingetrichtert hat. Aus diesem Grund bevorzugt er Eismagie und die komplizierte Formung arkaner Strömungen, auch wenn er durchaus die zerstörerische Feuermagie einsetzt, sollte es notwendig sein.
Wohnsitz
Neben einer Jurte im befestigten Lager des Auges der Horde befindet sich Kayleths Hauptwohnsitz derzeit in Silvermoon in einem der älteren Gebäude nahe der Sunfury Spire. Eines dieser Häuser besitzt keinen sichtbaren Eingang. Erst ein magischer Kristall, den Kayleths Onkel Karras ihm kürzlich anvertraute, öffnet den Weg in die Gewölbe und den daran angeschlossenen Turm. Der Ort ist angemessen magisch gesichert, und nur wenige wissen überhaupt von seiner Existenz.
Reittier
Nach Begegnungen mit einigen extrem störrischen und bissigen Vertretern der Gattung Falkenschreiter hat sich Kayleth einen Talbuk-Bock aus der Zucht der Mag'har zugelegt (mit einigem Aufwand). Das Tier wirft ihn nicht ab, beißt nicht und zeichnet sich durch einen generellen Mangel an Aggression gegenüber seinem Reiter aus. Daher taufte er es auf den Namen „Aris'maru“, was im Thalassischen soviel bedeutet wie „der Sanftmütige“.
Beziehungen/Verwandtschaften
Beziehungen
- Derzeit inoffiziell liiert mit Lissa Swiftstrider.
Lebende Verwandte
- Isalla Ravencry (Zwillingsschwester): Meistern im Blutritter-Orden
- Karras Ravencry (Onkel): Hexenmeister; forscht momentan irgendwo im Brachland
Zitate
„Bei den heulenden Winden des Nether!“
„Interessant. Ich höre.“
„Nicht nur unbelebte Gegenstände eignen sich vorzüglich als Werkzeug.“
„Amüsement ist ein höchst subjektiver Begriff. Derzeit amüsiere ich mich prächtig – und Ihr?“
„Ihr habt eine Rüstung, mein Freund? Bitte, geht vor. Ich bemühe mich nach Kräften um Rückendeckung.“