Heimkehr in Schnee und Eis

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Kalad Wrathboil


Kalad Story.jpg

Heimkehr in Schnee und Eis

Eine Geschichte von Wozzel alias Kalad


Als ich mich hier auch mal "verewigen" wollte, schien es mir am logischsten, dem Volk, dem am wenigsten Geschichte durch die blizzardschen Schöpfer in die Wiege gelegt wurde, eine kleine Kurzgeschichte zu verpassen. ;)

Daher erzählt Heimkehr in Schnee und Eis von einem Erlebnis Kalads in den Bergen Dun Moroghs, das die Lebensweise des Gnoms näherbringen soll. Viel Spaß beim Lesen!

(Bild von Wozzel)
Wir wissen, du wirst uns mit Stolz erfüllen, mein Sohn. Lass dir nicht zu viel Zeit, und komm' zurück, sobald du ein gnomischer Held bist! Dein Heim wird hier auf dich warten, genau so wie du es deinen traurigen Eltern zurücklässt - Ah, schartiger Schraubenschlüssel, bei so einem Abschied werd' sogar ich rührselig!


Der Wind blies eisig und schnitt sich in sein unverhülltes Gesicht, einige Troggbeile hatten den Weg zu seinem Körper gefunden, ehe die Klauen, die sie geschwungen hatten, abgespalten wurden. Kalad kam nur noch schleppend voran. Er war nun auf einer Anhöhe kurz vor der Stadt angekommen und hielt inne. Ehrfurchtgebietend reckten sich um ihn herum die stolzen Berge Khaz Modans dem Himmel entgegen. Kalad bemerkte sie nicht. Unheilvoll und heftig grollend braute sich ein weiteres Unwetter in den eilig bewegten Wolken direkt über ihm zusammen. Kalad bemerkte es nicht. Die Aufmerksamkeit des Gnoms gehörte Schloten, die nach wie vor grünes Gas ausspien; enormen Zahnrad- oder Pumpmechanismen, die nach wie vor ihren Dienst taten; Luken und Rohren, die verschiedenste Teile des Landstriches vor ihm miteinander verbunden und - Den Überlebenden. Den Verstrahlten. Den Wahnsinnigen. Kalads Volk.

Nein, nein, nun wirklich nicht mehr. Ich habe Eurem Dorf jeden nur erdenklichen Dienst geleistet, den mein Schwert erbringen konnte, nun werdet Ihr mich endlich gehen lassen müssen, findet Ihr nicht auch? Seid nicht betrübt, vielleicht führen mich meine Reisen eines Tages wieder auf Euer schönes Land! Doch nun wird es endlich Zeit, heimzukommen. Meine armen Eltern sind sicher schon ganz krank vor Sorge.

Er war etwa zur Hälfte ins Tal hinabgestiegen, als es ihn traf wie ein Dolchstoß ins Herz. Seine Wunden waren zu tief, zu zahlreich. Kalad hing an der steilen Felswand, der beißende Wind hatte vor kurzem angefangen ihm kalten Schnee ins Gesicht zu werfen, und nun musste er auch noch um sein Bewusstsein ringen. Der Gnom war hier, eine Mission zu erfüllen, und hatte keine Augen für alles andere gehabt - Zum ersten Mal untersuchte er jetzt seine Verletzungen. Eine große, blutende Wunde an seinem linken Arm wurde zunehmend von Schnee bedeckt. Unter seinem dürftigen Brustpanzer spürte er, dass ihn zuvor eine Axt am Bauch getroffen haben muss. Hier konnte Kalad sich nicht darum kümmern. Er musste weitergehen. Vorsichtig führte er seine zitternden Beine auf einen tieferen Vorsprung, sein allmählich ertaubender linker Arm folgte nach. Als noch etwa zwei Meter Kalad und den Boden trennten, stach es erneut in Kalads Kopf, seinem ganzen Körper und es wurde dunkel. Der Gnom fiel hinab in pulvrigen Schnee.

Ich.. habe mich jetzt ganz in den Dienst am Gnomenvolk gestellt. Das Mindeste was ich jetzt noch tun kann ist... ist, mein Schwert zu schwingen bis mein Arm es nicht mehr heben kann. Für jeden Gnom auf dieser Welt! Dabei habe ich mir gewünscht als Streiter Gnomeregans unsere tapferen Mannen zu ehren, indem ich ihre Rüstung trage. Tapferere Soldaten als ich, und wahrscheinlich habe ich es auch gar nicht verdient ihre grandiose rotgoldene Rüstung zu tragen aber... wer weiß. Vielleicht färbt ja letztendlich doch wenigstens ein bisschen der gnomereganischen Glorie auf diesen unseligen Gnom ab. Nur Artifixe, wie die brillianten Tüftler sie in Gnomeregan erdacht haben fehlen noch, um meine eigene Rüstung zu vollenden. Ich werde also nach Gnomeregan gehen ... Und jeden verfluchten Trogg-Bastard der mir vor die Augen kommt in tausende kleiner Stücke zerhacken! ... Und.. einige dieser Teile bergen.

Der verrückte Lepragnom, der ihn gefunden hatte, hatte zu laut herumgebrüllt und ihn aufgeweckt. Er war gezwungen dem bemittleidenswerten Gnom ein Ende zu setzen. Kalad ging in Deckung und behandelte nur notdürftig seine Wunden - Er durfte keine Zeit verschwenden. Es gab noch viele Schlachten zu schlagen, und dieser Ausflug hatte ihn davon nicht zu lange abhalten sollen. Ächzend schleppte er sich weiter, konnte sich vor weiteren Lepragnomen verbergen und gelangte schließlich an sein Ziel: Eine kleine Luke, die zu einem Seitenschacht Gnomeregans führte. Er stieß sie auf, versicherte sich noch einmal, ob auch niemand etwas gehört hatte, und stieg hinein und die eiserne Sprossenleiter hinab. Schon wieder Klettern. Aber es musste sein. Die Streitkräfte Gnomeregans hatten es verdient, dass ihr Erbe weitergetragen würde. Dass ihre ruhmreichen Taten in Erinnerung blieben. Er musste es schaffen. Er musste weiter.

Nun schaut es euch an! Hier .. Vorsicht, hier drinnen liegen überall Teile. ..Hier drüben ist er. Ein originalgetreuer Gnomereganischer Sicherheitsmechanopanzer der RD-42-Serie mit allen taktischen, biometrischen, explosiven, lebenserhaltenden, durchschlagskräftigen Funktionen. Der Helm mit dem widerstandsfähigen Schutzvisier. Die Schulterpanzer mit ausgeweiteter Knautschzone. Die Thermadrahteinheit in den Beinschienen. Der kleine Notfallsprengstofftank im Brustpanzer. Ich hab' endlich alles zusammengekriegt und zum Laufen bekommen.. und... ich schätze nun wird es Zeit für ausgiebige Versuchsreihen im Ernstfall. Eh, aye, sicher, sobald... sobald an mir alles wieder heil ist.

...Sobald mein Arm sich wieder bewegen lässt.