Die neue Welt

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"Die neue Welt" ist das nächste Kapitel zur Geschichte meines Charakters Parallax. Sie schließt nahtlos an die Geschichte "Die Überfahrt" an.

Viel Spaß beim lesen!

--Parallax 13:50, 21. Januar 2009 (CEST)



Die neue Welt

Charaktere
Parallax
Parandorius
Kairinar
Ninaya
Baldur (NSC)

Die neue Welt


Parallax sah auf das Eismeer hinaus. Das Schiff, mit dem er und seine Gefährten die Überfahrt überstanden hatten, war bereits gesunken. Er griff in seine Netherstofftasche um sich zu vergewissern, dass das Buch der Tausend Schatten an seinem Platz war. Dann wandte er sich der Gruppe zu. Ninaya versorgte die Verwundeten der Mannschaft. Kairinar ging ihr zur Hand. Baldur versuchte das Lagerfeuer, dass er mithilfe von trockenen Ästen, die er weiter nördlich des Strandes finden konnte, weiter lodern zu lassen. Parandorius kontrollierte die Ausrüstung, die vom Untergang des Schiffes verschont wurde. Immer wieder warf er Parallax skeptische Blicke zu.

„Wir müssen so schnell wie möglich nach Valgarde! Die Truppen der Allianz erwarten unsere Unterstützung!“ sagte Parandorius. Ninaya schüttelte ihren Kopf. „Die Verletzten müssen erst versorgt werden. Sie sind für einen längeren Fußmarsch nicht bereit. Wir sollten hier erst unser Lager aufschlagen und die Verletzten neue Kräfte tanken lassen!“ Baldur und Kairinar nickten Ninaya zustimmend zu.

„Aber Valgarde braucht auch unsere Hilfe!“ Parandorius grübelte einen kurzen Moment. Dann blickte er zu Parallax. „Wir Beide werden vorreiten. Je schneller wir in Valgarde sind desto besser!“ Parallax zog eine Augenbraue hoch. „Ich denke nicht, dass wir die Mannschaft hier alleine lassen sollten. Der Großteil von ihnen ist verletzt und wird nicht in der Lage sein sich zu verteidigen, falls man uns hier entdeckt.“ Parallax ging ein paar Schritte Richtung Norden. „Aber wir sollten die Lage auskundschaften.“ Parandorius folgte dem vermeintlichen Magus schweigend.

Nachdem Parallax und Parandorius einen längeren Weg, sowie eine steilere Klippe überwunden hatten, stoppte Parallax hinter einem Felsen. Er zog ein gnomisches Handfernrohr, dass ihm einst sein Gildenkollege Vrenn der Zwerg geschenkt hatte, aus seiner Tasche. „Warum haltet ihr?“ fragte Parandorius. „Seht selbst“, sagte Parallax und reichte dem Paladin das Fernrohr. Dieser zögerte nicht lange und warf einen Blick hindurch. Einige Gebäude aus massivem Holz waren in der Ferne zu sehen. Schließlich erblickte Parandorius auch einen Bewohner. „Vrykul!“ rief er beinahe erschrocken. „Ein ganzes Dorf von ihnen“, ergänzte Parallax. „Mal sehen ob sie auch kämpfen können“ sagte der Hexenmeister und zog seinen Stab. „Seid ihr wahnsinnig? Diese Vrykul sind Dutzende und wir sind zu Zweit!“ rief Parandorius. „Und was würdet ihr vorschlagen, was wir tun sollten?“ fragte Parallax. „Wir müssen zurück zum Lager und die Anderen warnen. Dann werden wir umgehend nach Valgarde aufbrechen und einen großen Bogen um dieses Vrykuldorf machen.“ Parallax hielt einen kurzen Moment inne. „Ich gebe euch Recht damit, dass wir die Verletzten nach Valgarde bringen müssen. Doch wer weiß was uns erwartet, wenn wir dieses kleine Dorf umgehen.“ Parallax zückte abermals sein Fernrohr. „Ich zähle vielleicht 15, vielleicht 20 Vrykul. Einen Versuch ist es wert!“ Parandorius sah Parallax ungläubig an. „Wir sollen diese Halbriesen zu Zweit angreifen? Das kann nicht euer Ernst sein!“ „Wenn ihr den Boden weiht und ich sie mit einem Zauber dorthin locke dann...“ „Ihr seid verrückt!“ unterbrach Parandorius den Hexenmeister. „Aber Parandorius, ihr habt als glorreicher Paladin schon so manche Schlacht geschlagen. Da seid ihr doch sicherlich auch das ein oder andere Mal in der Unterzahl gewesen, oder?“ fragte Parallax spöttisch. „Sicherlich, aber diese Vrykul sind allesamt blutrünstige Krieger und schrecken vor nichts zurück. Man sagt sie verspeisen die Herzen ihrer Opfer und...“ „Na dann finden wir es heraus!“ Dieses Mal unterbrach Parallax den Paladin. Parandorius erkannte nun, dass es Parallax wirklich ernst war mit seinem Plan. „Lasst uns wenigstens Baldur und Kairinar zur Unterstützung holen.“ „Dann gefährden wir die Leben der Mannschaft. Falls wir scheitern sollten, können Ninaya, Baldur und Kairinar immer noch für ihren Schutz sorgen.“ Parandorius’ Blick wurde immer ungläubiger. „Falls wir scheitern...“ wiederholte er verunsichert. Parallax ermahnte Parandorius zu Gehorsam und erklärte ihm seinen Plan. Dieser sah vor, dass der vermeintliche Magus zunächst einige Häuser in Brand setzen würde. Während Parandorius mit seinen Lichtzaubern den Boden des Dorfes weihen sollte, würde Parallax mit seinen Zaubern für das schnelle Ableben der Vrykul sorgen. Parandorius nickte Parallax zu. Anscheinend glaubte er allmählich, dass der Plan funktionieren und sie über die Vrykul triumphieren könnten.

Die Beiden schlichen sich näher an das Dorf heran. Parallax begann mit einem seiner Feuerzauber ein Haus des Dorfes anzuzünden. Parandorius zog sein goldenes Langschwert und versuchte sich bereit zu machen, als er einen Schlag gegen seinen Rücken spürte. „Ich esse euer Herz!“ brüllte ein heranstürmender Vrykul. Parallax fing ihn mit einem Fluch ab. Doch dies bewirkte nur, dass der Halbriese nun wie wild auf den Hexenmeister zurannte. Der Vrykul krachte schließlich mit Parallax zusammen in das Haus, dass der Hexenmeister angezündet hatte. Der Lärm rief weitere Vrykul hervor, die sich um den Paladin Parandorius versammelten. Dieser weihte den Boden und wartete auf Parallax. Doch der Hexenmeister schien noch immer in dem nun lichterloh brennenden Haus zu verweilen. „Ein hervorragender Plan“, sagte Parandorius zu sich selbst, während die Vrykul mit Äxten und Langschwertern bewaffnet auf den Paladin zukamen. Parandorius parierte ihre Angriffe mit seinem Schwert so gut es ging. Doch ein Hieb erwischte den Paladin und schleuderte ihn zu Boden. Einer der Vrykul näherte sich und holte mit seinem Langschwert aus. Doch aus dem Nichts stürzte sich eine Teufelswache auf den Vrykul und durchbohrte mit ihrer Axt seinen Oberkörper. Parandorius erschrak und fragte sich selbst woher diese dämonische Kreatur gekommen war. Parallax der Hexenmeister baute sich vor den Vrykul auf. Er streckte seine Hände in den Himmel. Dieser verdunkelte sich kurzzeitig und ein Regen aus brennenden Meteoritenbrocken hagelte auf die Vrykulkrieger herab. Die Vrykul versuchten sich unter ihren Schilden zu schützen, was einigen von ihnen auch gelang. Parandorius griff sich sein Schwert und ging damit auf die Vrykul los. Unterstützt wurde er von der Teufelswache, was ihn sichtlich verwunderte. Parallax zauberte hingegen weitere Feuerzauber auf die Häuser der Vrykul. Eines nach dem anderen ging in Flammen auf.

Nach einiger Zeit stand das gesamte Vrykuldorf in Flammen. Parandorius hatte soeben den letzten Krieger der Vrykul niedergestreckt. Die Teufelswache war verschwunden. Mit skeptischen Blick ging Parandorius auf Parallax zu. „Ihr seid ein Beschwörer!“ sagte Parandorius. „Ihr irrt euch. Ich bin ein Feuerzauberer“, erwiderte Parallax. „Die Beschwörung einer Teufelswache erfordert Kenntnisse der Schattenmagie. Ihr seid ein Ketzer, ein Beschwörer, womöglich ein Hexenmeister!“ Parallax seufzte. „Nennt es wie ihr wollt. Und dennoch habe ich meine Zauber eingesetzt, um die Vrykul aus dem Weg zu räumen und unsere Mannschaft sicher nach Valgarde führen zu können.“ Parandorius hielt einen Moment inne. Er sah sich um. Die Vrykul waren alle tot. Die Häuser brannten. „Ihr seid zweifellos ein mächtiger Zauberer“ sagte Parandorius. Parallax war sich nicht sicher, wie er diesen Satz deuten sollte. Parandorius steckte sein Schwert weg und ging in Richtung Strand. „Es wird Zeit die Anderen zu holen und sie nach Valgarde zu bringen.“ Parallax baute sich vor Parandorius auf. „Was ihr eben erfahren habt...“ „...wird sonst niemand erfahren.“ Parandorius beendete den Satz für Parallax.

In der Nähe des brennenden Dorfes ertönte ein Kriegshorn. Parandorius sah Parallax ungläubig an. „Noch mehr von ihnen?“ fragte der Paladin. Parallax griff nach dem Fernrohr und spähte die Gegend aus. Nicht weit entfernt vom brennenden Dorf machte sich ein Herr aus Vrykulkriegern kampfbereit. Einige von ihnen sattelten rubinrote Kampfdrachen. Zahlenmäßig waren sie Parallax und Parandorius hoffnungslos überlegen. „Sie kommen hier her. Schnell zum Strand!“ rief Parallax dem verstörten Parandorius zu und lief los. Der Paladin folgte ihm.

Im Lager erwarteten Ninaya und die Anderen bereits den vermeintlichen Magus und den Paladin. Aufgrund des Feuers, was sie vom Strand aus gut sehen konnten, waren sie besorgt. „Was ist geschehen?“ fragte Ninaya. „Wir haben Bekanntschaft mit den Vrykul gemacht. Sie sind ganz in der Nähe. Wir müssen so schnell wie möglich hier verschwinden!“ rief Parandorius. „Aber die Verletzten?“ stotterte Ninaya. „Wenn wir hier bleiben sind wir verloren. Sie haben Kampfdrachen und werden uns garantiert aufspüren“, rief Parallax. „Wir müssen sofort nach Valgarde aufbrechen. Nur dort sind wir sicher“ sagte Parandorius. „Dann müssen wir es riskieren.“ Die Mannschaft war sich einig. Ninaya, Kairinar, Parandorius und Baldur halfen den Verletzten auf die Beine. Parallax studierte seine Karte vom heulenden Fjord, um den schnellsten Weg nach Valgarde zu studieren. Mögliche Vrykulsiedlungen mussten umgangen werden. Ein langer Fußmarsch stand ihnen bevor.

Die Karawane kam nur langsam voran. Immer wieder mussten einige Verletzte sich ausruhen. Parallax und Parandorius nutzten dies, um die nähere Umgebung nach möglichen Vrykulspähern abzusuchen. Sie hatten Glück. Kein Vrykul in Sichtweite. Stattdessen erblickten sie nach langem Marsch endlich die Zuflucht der Allianz, Valgarde. „Wir sind fast da“, sagte Ninaya erleichtert. Ein schriller Schrei eines Drachen unterbrach ihre Freude. Ein Späher der Vrykul, ein Drachenreiter, erblickte die Mannschaft um Parallax. Baldur versuchte ihn mit seiner Donnerbüchse abzuschießen. Doch der Drachenreiter wandte sich ab und flog in die Richtung aus der er gekommen war. „Schnell zur Feste“, sagte Parandorius und ging voraus. „Wir haben Gesellschaft!“ rief ein Wachposten von Valgarde, als er Parandorius und die Anderen erblickte. Die Streitkräfte der Allianz erhoben ihre Waffen und richteten sie auf die Mannschaft. Diese schaute sich verwirrt an. „Haltet ein, Freunde! Wir sind von der Offensive der Zerschmetterten Sonne entsandt worden um euch zu unterstützen. Nehmt die Waffen runter und lasst uns herein“, sprach Parandorius. Ein Offizier der Allianz bahnte sich seinen Weg durch die Wachposten und sah Parandorius skeptisch an. „Ich bin Parandorius Lightblade, Paladin der Allianz. Bitte gewährt uns Einlass.“ „Ihr gehört zur Allianz?“ fragte der General spöttisch. Parandorius nickte ihm zu. „Und wieso habt ihr dann Blutelfen in euren Reihen?“ rief der General erbost und zeigte auf Kairinar und einige der verletzten Blutelfen. Parandorius schaute den General fragend an. „Wie ich bereits sagte, die Offensive der Zerschmetterten Sonne hat uns entsandt um...“ „Das Bündnis mit der Offensive ist hinfällig. Die Allianz hat der Horde, und somit auch diesem Blutelfenabschaum den Krieg erklärt!“ sprach der General mit ernster Stimme. Die Mannschaft um Parallax und die Anderen erschrak. „Den Krieg erklärt? Aber wieso?“ stotterte Ninaya. „Es gab einen Vorfall in Angrathar, an der Pforte des Zorns.“ „Was für einen Vorfall?“ fragte Parandorius. „Das geht euch nichts an. Aber wir haben Befehl jedes Mitglied der Horde in Gewahrsam zu nehmen oder zu töten.“ Parallax baute sich vor dem General auf. „Hört zu, die Probleme der Allianz mit der Horde interessieren mich nicht. Wir sind ausgesandt worden um euch im Kampf gegen die Vrykul zu unterstützen. Und genau diese Vrykul haben ein Herr aus Drachenreitern und Kriegern zusammengerufen, dass sich bereits auf dem Weg nach Valgarde befindet. Also entweder nehmt ihr uns alle in Gewahrsam, oder lasst uns an eurer Seite gegen die Vrykul kämpfen und eure Festung verteidigen. Eure Entscheidung.“ Der General war sichtlich erbost über die direkten Worte des Hexenmeisters. Er sah ihm in die Augen. „Und wer seid ihr?“ fragte er Parallax spöttisch. „Hört zu, es bleibt keine Zeit“, rief Parandorius dazwischen. „Es ist wahr was er sagt. Zweifelt nicht an den Worten eines Paladins. Wir sind hier um euch zu helfen.“ Der General überlegte einen Moment. Dann gab er seinen Soldaten das Zeichen ihre Waffen runterzunehmen. „Lasst sie herein!“ rief er.

„Was für eine Frechheit! Wir haben eine beschwerliche Reise hinter uns nur um ihnen zu helfen und dieser Kerl überlegt ob er uns nicht lieber in Gewahrsam nimmt“ flüsterte Kairinar Parallax erbost zu. Der Hexenmeister blieb gelassen und folgte dem General und Parandorius in die Kaserne von Valgarde. Ninaya blieb bei den Verletzten. „Ihr müsst unsere Vorsicht entschuldigen, meine Herren. Aber wir sind ständigen Angriffen der Vrykul ausgesetzt und nachdem uns die Mitteilung ereilte, dass unser König der Horde den Krieg erklärt hat, sind wir noch vorsichtiger geworden.“ Parandorius nickte dem General zu. „Verständlich, Herr General.“ „ Sobald wir die Angriffe der Vrykul überstanden haben, werden wir über eure Blutelfenkameraden sprechen. Aber nun gilt unsere Aufmerksamkeit den Vrykul.“ Parandorius nickte abermals. „Herr General, da gibt es noch etwas worüber wir sprechen sollten. Unter vier Augen.“ Parallax zog eine Augenbraue hoch. Der General nickte Parandorius zu. „Bringt unsere Freunde in den Hof. Dort werden sie versorgt und mit Waffen ausgerüstet. Die Donnerbüchse von diesem Zwerg ist ja ganz marode.“ „Hey! Mit dieser Donnerbüchse treffe ich noch so manches Ziel zwischen die Augen“ rief Baldur. Die Mannschaft um Parallax, Kairinar und Baldur wurden in die Waffenkammer gebeten. Parandorius verschwand mit dem General in einem Zimmer. Parallax schaute ihnen skeptisch hinterher.

„Diese undankbare Allianz! Wir riskieren unsere Leben um ihnen zur Hilfe zu kommen und sie wollen uns einsperren!“ rief Kairinar aufgebracht. „So habe ich mir das auch nicht vorgestellt“, sagte Baldur. „Wieso nur hat die Allianz der Horde den Krieg erklärt? Ausgerechnet jetzt, wo der Lichkönig sich erhoben hat. Horde und Allianz sollten zusammen arbeiten!“ Kairinar nickte dem Zwerg zu. „In der Drachenöde muss etwas passiert sein. Der General sprach von Angrathar. Sobald wir die Vrykul besiegt haben sollten wir Nachforschungen anstellen“, sagte Parallax. „Ohne mich“, rief Kairinar wütend. „Das Bündnis ist zerschlagen. Sobald sich eine Gelegenheit bietet, werde ich mit meinen Leuten von hier verschwinden und Dalaran unterstützen. Die Magier der Kirin Tor werden uns mit Sicherheit dankbarer empfangen als diese Allianzbastarde. Ihr habt doch gehört was der General sagte. Er hat Befehl uns Blutelfen einzusperren oder zu töten.“ Parallax seufzte. Doch dann nickte er Kairinar zu. „Das wird in der Tat das Beste sein. Ich werde mich euch anschließen und mit euch nach Dalaran gehen. Was ist mit euch, Baldur?“ Baldur schüttelte den Kopf. „Ich habe andere Pläne. Ich wollte ohnehin, nachdem wir Valgarde verteidigt haben, in die Sturmgipfel aufbrechen. Dort soll der Bruder des Zwergenkönigs Brann Bronzebart verschwunden sein. Ich werde mich auf die Suche nach ihm begeben.“ Parallax seufzte abermals. Aber dann nickte er auch Baldur zu. „Dann werden sich unsere Wege wohl schon bald trennen“, sagte der Hexenmeister. „Mach dir keine Gedanken, Parallax. Du bist zwar ein mysteriöser Kerl, aber du hast dich immer für die Mannschaft eingesetzt und unser aller Leben gerettet. Und Ninaya wird sicher nicht von deiner Seite weichen“, sagte Baldur und zwinkerte Parallax zu. „Ich danke euch. Euch Beiden. Aber nun sollten wir uns bereit machen für die bevorstehende Schlacht“, sagte Parallax. Kairinar und Baldur nickten ihm zu. „Ich werde Ninaya mit den Verwundeten helfen“, sagte Kairinar und verabschiedete sich mit einer Verbeugung. Baldur ging zu einem Waffenregal und nahm sich eine Axt. Parallax setzte sich meditierend auf den Boden.

Der Himmel verdunkelte sich. In der Ferne waren bereits Kampfschreie zu hören. Die Vrykul waren zweifellos auf dem Weg nach Valgarde. Im Hof sammelten sich die Soldaten der Allianz auf ihren Streitrössern. Parandorius zog sein goldenes Schwert und wartete auf das Signal des Spähers. Der Kampf stand unmittelbar bevor. Parallax und Baldur postierten sich auf einem Wall. Der Zwerg legte sein Gewehr an und zielte in die Ferne. Parallax ging in Gedanken einen Zauber durch, den er im Buch der Tausend Schatten mehrmals studiert hatte. Kairinar und Ninaya versorgten noch immer die Verletzten. „SIE KOMMEN!“ rief einer der Späher. „Es geht los. VERTEIDIGT DIE FESTUNG! FÜR DIE ALLIANZ!“ rief der General, der auf einem Streitross sitzend den Befehl zum Angriff gab. Das Tor der Feste wurde geöffnet, sodass die Reiter der Soldaten auf die anstürmenden Vrykulkrieger zureiten konnten. Unter ihnen befand sich Parandorius, der sein Schwert fest im Griff hatte. Die Soldaten der Allianz prallten auf die Vrykulkrieger. Ein wilder Kampf entbrannte. Parandorius wurde durch einen Lanzenhieb von seinem Pferd geholt. Er weihte den Boden unter sich und stürzte sich in die Schlacht. Baldur und die Schützen von Valgarde versuchten die Soldaten mit ihren Gewehren zu unterstützen. Doch ihr Augenmerk fiel auf die heranfliegenden Drachenreiter der Vrykul. „HOLT DIE DRACHEN VOM HIMMEL!“ rief einer der Soldaten. Die Drachen entzündeten mit ihrem Feueratem das Schlachtfeld. Einige Soldaten der Allianz verbrannten sofort. Die Vrykul gewannen die Oberhand. „RÜCKZUG! ZURÜCK ZUR FESTE!“ rief der General. Parandorius und die anderen Soldaten folgten seinem Ruf. Schließlich schafften es die Meisten von ihnen zurück in die Festung. Das Tor wurde verbarrikadiert. Parallax versuchte mit Feuerzaubern die Angreifer auf Distanz zu halten. Doch den Drachen schien das Feuer nichts anhaben zu können. Die Gewehre der Soldaten leisteten dagegen gute Dienste und holten einige Drachenreiter vom Himmel. Die Vrykulkrieger strömten zahlreich auf das Tor Valgarde’s ein. Mit aller Macht wollten sie es einreißen. Parallax sah einen kurzen Moment zu Baldur. Die Schützen waren mit den Drachen beschäftigt und konnten nicht auch noch die Vrykul vor dem Tor ins Visier nehmen. „Zeit für etwas Schattenmagie“, flüsterte Parallax sich selbst zu und zauberte einem der Vrykulkrieger einen dunklen Zauber, der als Saat der Verderbnis bekannt ist, ein. Der Vrykul wurde bleich und um ihn herum fielen einige seiner Helfer ebenfalls dem Zauber zum Opfer. Sie alle verwesten. „Was war das?“ rief ein Soldat der Allianz. Parallax zeigte auf den Himmel. „Vorsicht, Drachenangriff!“ Ein Drachenreiter der Vrykul war direkt im Hof gelandet und sein Drache entfachte ein loderndes Feuer. Parandorius stürzte sich auf den Vrykul und lieferte sich einen hartumkämpften Zweikampf mit ihm, während Kairinar mit Eiszaubern versuchte das Feuer zu löschen. Weitere Vrykulkrieger machten sich am Tor zu schaffen. „Sie stürmen das Tor“, rief einer der Soldaten. Parandorius parierte die Attacken des Drachenreiters so gut er konnte. Doch nun gelang es weiteren Drachenreitern im Hof der Feste zu landen. Sie stürzten sich unmittelbar auf die Soldaten der Allianz. Ihre Drachen entzündeten weitere Feuer. Kairinar beschwörte einen Wasserelementar, der ihr helfen sollte die Feuer zu löschen. Ninaya unterstützte die Soldaten der Allianz mit Heilzaubern im Kampf gegen die gelandeten Drachenreiter. Die Drachen versammelten sich unterdessen um Parandorius. Der Vrykul, mit dem sich der Paladin den Zweikampf lieferte, setzte ein finsteres Grinsen auf. „Dies ist euer Ende!“ rief er entschlossen und forderte die Drachen auf den Paladin anzugreifen. Parallax, von den heranstürmenden Vrykulkriegern am Tor abgelenkt, bemerkte erst jetzt die Situation im Hof. „Baldur, versucht die Krieger am Tor aufzuhalten. Ich werde im Hof gebraucht!“ Der Zwerg nickte Parallax zu und versuchte einen Vrykul nach dem anderen mit seinem Gewehr zu erledigen. Die Soldaten der Allianz unterstützten ihn. Parallax sprang in den Hof vor Parandorius und wirkte einige Feuerzauber in Richtung des Vrykuls und seiner Drachen. Dieser lachte nur und schwing seine Axt. „Mit euren Feuerzaubern könnt ihr meinen Drachen nichts anhaben, Magus! Mutig von euch euren Paladinfreund retten zu wollen. Aber nun ist dies euer beider Ende!“ sagte der Vrykul großspurig. Die Drachen schossen mehrere Feuerblitze auf den Magus, der sich schützend vor Parandorius warf. Zepham, der dämonische Wichtel des Hexenmeister, der ihn stets in der Phasenverschobenen Welt begleitete und von Menschenaugen nicht zu erspähen war, wirkte grade noch rechtzeitig einen feuerabsorbierenden Schildzauber auf Parallax. „Feuerzauber können mir ebenso wenig etwas anhaben, Vrykulabschaum“, rief Parallax und feuerte einen Schattenblitz auf den Vrykul. Parandorius stellte sich nun an die Seite des Hexenmeisters. Ein leises „Danke“ kam über seine Lippen. Parallax zauberte seinen Verderbniszauber auf die Drachen um sie zu schwächen, während Parandorius sie mit seinem Schwert attackierte. Die Soldaten der Allianz kamen ihnen zur Hilfe und erlegten einen Drachen nach dem Anderen.

Ein lautes Krachen ertönte. „Das Tor! Sie kommen durch!“ rief einer der Soldaten. Parallax sah auf den Wall, wo Baldur und die anderen Schützen sich mit Drachenreitern der Vrykul in einem harten Kampf befanden. Das Tor konnte den Äxten der Vrykul nicht länger Stand halten. „VERTEIDIGT DIE FESTE!“ rief der General und beorderte seine Männer zum Tor. Ein wilder Kampf entbrannte zwischen den hereinstürmenden Vrykulkriegern und den Soldaten der Allianz. Parallax versuchte mit Schattenzaubern die Soldaten zu unterstützen, während Parandorius auf seine Klinge vertraute.

Unterdessen bemerkte Kairinar wie eines der lodernden Feuer einen Holzwall der Feste niedergebrannt hatte. Entschlossen ging sie zu ihren verwundeten Blutelfenkameraden, die von Ninaya beschützt worden. „Kommt Freunde, dies ist unsere Chance zu fliehen.“ Ninaya sah Kairinar fragend an. „Ihr wollt fliehen? In der Stunde des Kampfes?“ Kairinar nickte entschlossen. „Ihr habt den General gehört. Er hat Befehl Mitglieder der Horde zu töten. Warum sollte mein Volk und ich ihr Leben aufs Spiel setzen für seine Feinde?“ Kairinar half den anderen Blutelfen auf die Beine. „Wir werden nach Dalaran gehen. Wenn ihr schlau seid kommt ihr mit uns, bevor euch der General noch wegen Hochverrat einsperren lässt.“ Ninaya schaute skeptisch. „Nein, das wird er nicht tun. Und ich kann die Soldaten der Allianz nicht im Kampf zurücklassen. Ich muss ihnen und vor allem der Mannschaft helfen.“ Ninaya sah Kairinar traurig an. „Aber für euch wird es in der Tat das beste sein, wenn ihr Valgarde verlasst. Ich werde euch nicht aufhalten.“ Kairinar nickte Ninaya dankend zu. „Wir sehen uns wieder. Lebt wohl, Ninaya.“ Kairinar half ihren Blutelfenkameraden nach Draußen. Unbemerkt von den Soldaten der Allianz, die durch den Kampf mit den Vrykul abgelenkt waren, gelang den Blutelfen die Flucht aus Valgarde. Kairinar schaute noch einmal zurück. Dann sah sie nach vorne. Eine lange Reise nach Dalaran stand ihnen bevor.

Währenddessen gelang es den Soldaten der Allianz die Vrykul zurückzudrängen. Die Zauber des Hexenmeisters hatten ihre Wirkung nicht verfehlt. Auf die Klinge des Paladins Parandorius war ebenfalls verlass. Die Schützen um Baldur hatten die Drachen vom Himmel geholt. Baldur zog nun seine Axt und stürzte sich auf die Drachenreiter, die den Absturz ihres Flugtieres überlebt hatten.

Die Schlacht war entschieden. Doch die wenigen Vrykul die noch am Leben waren, starben lieber als zu fliehen und stoßen sich selbst ihre Klingen ins Herz. Die Soldaten der Allianz jubelten frenetisch. Sie hatten Valgarde erfolgreich verteidigt. „Gut gemacht, Männer!“ lobte der General seine Männer. Ninaya kam in den Hof und sah Parallax erleichtert an. Der vermeintliche Magus lächelte ihr zu. „Männer, sammelt noch ein mal eure Kräfte. Wir müssen uns noch um die Blutelfen kümmern!“ sagte der General trocken. Parallax sah ihn ernst an. „Zu spät, Herr General“, sagte Ninaya ebenfalls in trockenem Tonfall. „Sie sind während der Schlacht geflohen.“ „Was? Verdammt! Setzt auf, Männer! Wenn wir sofort losreiten, holen wir sie ein.“ Der General wirkte entschlossen. Doch Parandorius erhob unerwartet das Wort. „Haltet ein, Herr General. Die Blutelfen können warten.“ Der General blickte verwirrt zu dem Paladin. „Was soll das heißen? Wir haben unsere Befehle und müssen alle Mitglieder der Horde bekämpfen. Oder wollt ihr euch etwa weigern und als Deserteur enden, Parandorius?“ fragte der General. Der Paladin schüttelte den Kopf. „Nein, Herr. Aber unter uns ist eine größere Bedrohung als es die Blutelfen je sein könnten.“ Der General und seine Soldaten sahen den Paladin verwirrt an. Auch Ninaya und Baldur schauten verwirrt zu Parandorius. Nur Parallax ahnte was nun folgen würde. Der Paladin zeigte auf Parallax. „Der vermeintliche Magus ist kein Feuerzauberer. Er ist ein Ketzer, ein Hexenmeister! Ergreift ihn!“ Ein Raunen ging durch die Soldaten. „Ihr müsst euch irren, Paladin. Er hat an unserer Seite gegen die Vrykul gekämpft“ sagte der General. Ninaya sah Parandorius ernst an. „Er hat uns hierher geführt. Er hat uns während der Überfahrt beschützt. Und er hat uns im Kampf gegen die Vrykul geholfen. Wie könnt ihr es wagen ihn anzuklagen?“ fragte sie wütend. „Ich war dabei als er Dämonen aus der Unterwelt beschworen hat! Er hat Schattenzauber angewendet...“ „Um euch zu beschützen, Verräter!“ rief Parallax zornig dazwischen. „Nein, Ketzer. Um euch selbst zu schützen! Doch nun wo die Bedrohung durch die Vrykul abgewendet wurde, stellt ihr die größte Bedrohung dar!“ Einer der Soldaten ergriff aufgeregt das Wort. „Es ist war was der Paladin sagt. Ich habe gesehen wie der Magus Schattenzauber auf die Vrykul gewirkt hat.“ Der General sah zu Parallax. „Das Wort meiner Männer zweifle ich gewiss nicht an, Magus. Also gesteht und ich werde Gnade wallten lassen und euer Leben verschonen.“ Parallax sah wieder zu Ninaya. Diese sah traurig zu dem Hexenmeister und schüttelte den Kopf, was wohl als Zeichen dienen sollte, dass er nichts unüberlegtes tun solle. Der Blick des Hexenmeisters wanderte zu Parandorius, der entschlossen seine Klinge auf Parallax gerichtet hatte. „Ich habe für euch gekämpft“, sagte Parallax in leisem Tonfall, der stetig lauter wurde. „Meine Zauber habe ich für die Allianz eingesetzt. Ich habe euch beschützt als euer Leben bedroht war.“ Sein Tonfall wurde zunehmend bedrohlicher. Die Soldaten, die um Parallax herumstanden wichen einige Schritte zurück. „Und nun dankt ihr es mir, indem ihr mich als Ketzer anklagt, der eine Bedrohung für euch darstellt?“ Parallax blickte zornig zwischen Parandorius und dem General hin und her. „Genug der Worte, ergreift ihn!“ rief der General seinen Soldaten zu. „NEIN!“, schrie Ninaya, doch die Männer zogen bereits ihre Klingen. „Ich wurde schon einmal eingesperrt. Dies wird nicht ein noch mal passieren!“ rief Parallax bedrohlich. „TÖTET DEN HEXER!“ rief Parandorius und lief mit gezückter Klinge auf Parallax zu. Ninaya brach in Tränen aus und drehte sich weg um nicht mit ansehen zu müssen, was nun passieren würde. Parallax zog seinen Stab und streckte ihn in die Luft. Dämonische Worte kamen aus seinem Mund. Parallax wirkte den mächtigsten Zauber, den er im Buch der Tausend Schatten fand: die Metamorphose in einen Dämon. Die Soldaten der Allianz trauten ihren Augen nicht. Vor ihnen stand nicht mehr der Zauberer Parallax. Ein bedrohlich aussehender Dämon, mit wildschlagenden Flügeln und einer dunklen Aura baute sich vor den Soldaten auf. Diese stürmten dennoch auf den Dämon zu und wurden von seinen prankenartigen Händen in Stücke gerissen. „TÖTET IHN! TÖTET DEN DÄMON!“ befahl der General. Weitere Soldaten griffen den dämonischen Hexenmeister an. Doch dieser entzündete eine Feueraura, die alle Angreifer in Flammen setzte. Die Soldaten wichen zurück und fürchteten einen Angriff des Dämons. Doch dieser sah die verzweifelte Ninaya an und ließ von den Soldaten ab. Dann sah er zum Tor von Valgarde. Mit einem Feueratem entzündete er den Boden vor ihm und schritt durch das Tor. Baldur der Zwerg, noch immer auf dem Wall stehend, sah dem fliehenden Dämon hinterher. Er zielte mit seinem Gewehr auf ihn. Doch bevor er abdrückte, legte er das Gewehr zur Seite. „Er ergreift die Flucht! Folgt ihm und tötet ihn!“ befahl Parandorius. „Haltet ein, Männer! Ich gebe hier die Befehle“, rief der General dazwischen. „Ihr habt gesehen wozu dieses Monster in der Lage ist. Wir können ihn nicht mit unseren wenigen Männern verfolgen!“ „Außerdem stellt er keine Bedrohung dar“, sagte Ninaya wütend. „Wie könnt ihr es wagen, Ninaya? Ihr habt gesehen was er grade gemacht hat“, entgegnete ihr Parandorius schroff. „Ja, das habe ich. Doch ihr habt ihn dazu getrieben! Er stand auf unserer Seite. Er hat für die Allianz gekämpft. Ihr habt ihn angegriffen und ihn beleidigt, weil ihr seine Mittel und Wege als Ketzerei beschimpft habt. Schuld an alledem seid nur ihr!“ Nach diesen Worten drehte sich Ninaya von den Soldaten weg und verschwand in der Kaserne. Baldur folgte ihr. Parandorius schaute zum General. „Macht euch keine Gedanken, Paladin. Wir kriegen diesen Bastard.“ Parandorius nickte dem General zu.

Tage vergingen. Ein Ritter des Argentumkreuzzugs betrat die Hallen des Generals in Valgarde. Sein Gesuch war es, mehrere Soldaten der Allianz für den Kreuzzug gegen den Lichkönig im nördlich gelegenen Land Eiskrone zu rekrutieren. Ninaya und Baldur nahmen dieses Gesuch gerne an. Sie wollten nicht mehr an der Seite derer kämpfen, die ihren Verbündeten, auch wenn er ein Hexenmeister war, in die Enge drängten und jagten. Der Ritter des Kreuzzugs war froh über die gefundene Unterstützung durch eine Schamanin und einen erfahrenen Jäger. Doch auch über die eines Paladins, der sich zum Wohle der Allianz ebenfalls dem Argentumkreuzzug anschloss. Außerdem gab es hierfür einen weiteren Grund, obwohl Parandorius diesen niemals zugeben würde. Er fürchtete sich vor der Rache des Mannes, den er verraten hatte.


Parallax floh in die nördlichen Berge. Der Metamorphosezauber war vergangen und er hatte seine menschliche Gestalt wieder. Wütend ballte er die Fäuste. Die Allianz kannte nun sein Geheimnis. Parandorius hatte ihn verraten. Man jagte ihn nun. Ihm blieb nur noch die Flucht. Er erinnerte sich an Baldur’s Erzählungen von den Sturmgipfeln. Dort würde er Unterschlupf finden. Als Geächteter, dessen Namen niemand kannte. Dort könnte er in Abgeschiedenheit leben und weiter die Lehren des Buches der Tausend Schatten studieren. Er würde mächtiger werden um sich eines Tages an der Allianz und seinem Verräter zu rächen.

Doch dann dachte Parallax an Ninaya. Seine Rachegelüste wurden schwächer. Wenn er den Weg der Rache gehen würde, brächte er auch Ninaya in Gefahr. Er verwarf seine Rachepläne. Er beschloss einen Unterschlupf zu suchen. Ein Versteck. Dort würde er leben. Als Einsiedler, dessen Namen niemand kannte.