Die Jagd
Die Jagd ist eine Kurzgeschichte um den Jäger Yashu und seiner Begleiterin Coco, die den Charakter der beiden Figuren und ihre Beziehung zueinander deutlicher machen soll. Die dritte Figur ist der Löwe Echeyakee, eine Kreatur die World of Warcradt direkt entnommen ist - Hordespieler können den weißen Löwen im Rahmen einer Quest töten. Mehr zu Yashu und Coco in der Kurzgeschichte Yashu kocht.
| Charaktere
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|---|---|
| Yashu | |
| Coco | |
| Echeyakee | |
Die Jagd
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Ächzend stapfte Yashu durch die Steppe. Das trockene Gras strich um seine Füße und kitzelte seine Zehen. Die Sonne stand hoch am wolkenlosen Himmel, die Mücken surrten, kein Vogel sang in der Hitze des Mittags. Schnaufend blieb Yashu stehen und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Coco, die schwarze Wölfin, ließ sich hechelnd ins Gras fallen. "Nix da Coco, es geht gleich weiter." erklärte Yashu und zupfte der Wölfin am Ohr. Coco knurrte unwillig. "Ich weiß, es ist heiß, aber wir müssen Echeyakee finden!" Echeyakee, "Weißer Nebel" in der Sprache der Tauren. In der Savanne war er der König aller Löwen, zu erkennen an seinem schneefarbenem Fell. Ein gefährlicher Gegner - wie die Knochen zahlreicher unglücklicher Jäger bewiesen, die unter der brennenden Sonne des Brachlands verblichen. Knurrend blickte Yashu zu eben dieser Sonne in den Himmel, die Augen zusammengekniffen. "In Ordnung Coco. Wenn wir einen Baum finden, ruhen wir uns aus. Wir brauchen Schatten, hier können wir nicht bleiben." Coco hechelte ergeben. Die Sonne war bereits ein gutes Stück den Himmel entlang gewandert, doch brannte noch immer unerbittlich, als Yashu am Horizont eine Baumgruppe entdeckte. Aufmunternd strich er Coco über das warme Fell. "Sieh nur Coco, eine Oase! Dort gibt es bestimmt Wasser, dann können wir uns abkühlen." Coco fiepste. Yashu sah sie mitleidig an. Ihr dicker Pelz musste die Hitze unerträglich machen, dachte er. Sie beeilten sich den letzten Stück des Weges zurückzulegen. Als sie schließlich in den Schatten der grünen Palmen traten, waren sie die letzten Meter gelaufen. Hohes Gras und Pflanzen mit großen Blättern wuchsen zwischen den Palmen. Hinter ihnen erkannte Yashu ein blaues Glitzern. "Coco, Wasser!" rief er erfreut. Zusammen durchbrachen sie das Gebüsch - und standen am Ufer eines kreisrunden Sees. Kleine Wellen funkelten und blitzen, das helle Licht reflektierend, große Palmenblätter warfen lange Schatten über das Wasser und den feinen Sand am Ufer. Mit einem begeisterten Bellen sprang Coco ins Wasser. Es platschte und spritzte, als die Wölfin sich ins kühle Nass stürzte. Grinsed sah Yashu ihr einige Augenblicke zu, dann legte er, erleichtert seufzend, seinen Bogen ab, zog ein Kleidungstück nach dem anderen aus und stürzte sich ebenfalls in die Oase. Wasser, erfrischendes Wasser. Yashu tauchte den Kopf hinein und und trank in tiefen Zügen. Coco schlurfte nach einigen Minuten zuerst wieder an Land. Ihr schwarzes Fell hing klatschnass an ihrem Wolfskörper hinunter. Müde und zufrieden knurrend drehte sie sich, im Schatten einer Palme, auf wölfische Art zweimal im Kreis, rollte sich auf dem Boden zusammen, legte den Kopf auf die Pfoten und schloss die Augen. Yashu gähnte mit gestreckten Armen. Dann stieg auch er aus dem Wasser und machte es Coco nach: Er lehnte sich an den Stamm einer Palme und schloss die Augen. Nach wenigen Augenblicken war er eingeschlafen. Er erwachte, als ein warnendes Knurren hörte. Alarmiert öffnete er die Augen. Coco stand vor ihm. Ihre Ohren standen aufrecht in die Höhe, ihr Nackenhaar war gesträubt. Aufmerksam starrte sie auf ein nahes Gebüsch. Hatte sich dort, im hohen Gras unter den Blättern, etwas bewegt? Yashu erhob sich behutsam. In diesem Augenblick schnellte ein weißer Blitz aus dem gegenüberliegendem Dickicht. Obwohl er von Echeyakees legendärer Größe gehört hatte, war Yashu überrascht darüber wie ernorm der weiße Löwe tatsächlich war. Er sah in die eisblauen Augen des Raubtiers und erkannte, dass er einem tödlichen Gegner gegenüber stand. Gerrissenheit, Intelligenz, Lust am Töten standen dort geschrieben - kalt wie ein Gletscher. Im nächsten Augenblick hatte Echeyakee Coco erreicht und stürzte sich auf sie. Mit einem überraschtem Fiepsen wurde die Wölfin, die nur halb so groß war wie der Löwe, auf die Seite geschleudert und Echeyakee war über ihr, schlug ihre Krallen in schwarzes Fell. Verzweifelt schnappte Coco nach dem Maul des Löwen, der versuchte ihren Hals zu erreichen. Yashu hatte sich aus seiner Starre gelöst. Mit einem Schrei warf er sich auf die beiden kämpfenden Tiere. Er bekam Echeyakees Mähne in die Hände und zerrte wild daran. Echeyakees Kopf fuhr herum und schnappte nach Yashu. Yashu fiel zurück. Die krachenden Zähne des Löwen rissen eine Fingerbreite an seinem Gesicht vorbei. Echeyakee ließ von Coco ab und wandte sich Yashu zu. Keuchend krabbelte Yashu zurück. Der heiße Sand rieb schmerzhaft über seine nackte Haut. Der weiße Löwe setzte zum Sprung an, stieß sich ab und stürzte sich auf Yashu. Der Troll hob schützend die Hände vors Gesicht, dann war Echeyakee über ihm. Der Aufschlag des schweren Tieres raubte Yashu die Sinne und den Atem. Verschwommen sah er noch die Zähne des Löwen, dann Schwärze. Doch der tödliche Biss kam nicht. Stattdessen ein schmerzerfülltes Brüllen. Yashu öffnete die Augen. Als die tanzenden Sterne verschwanden, sah er Coco. Die schwarze Wölfin hatte ihre Zähne tief in die Flanke Echeyakees geschlagen. Hellrotes Blut strömte über das weiße Fell des Löwen. Rasend vor Wut versuchte Echeyakee sich zu drehen, um die Wölfin anzufallen. Befreit vom Gewicht des Löwen stemmte Yashu sich keuchend auf die zitternden Beine. Betäubt sah er sich um. Wo waren seine Waffen? Dort hinten lagen sie im Sand. Er warf sich herum und rannte, wie er nie gerannt war. Er erreichte die Stelle, wo er sich seines Bogens und der Kleidung entledigt hatte. Er riss den Bogen in die Höhe, griff hastig nach einem Pfeil. Wie oft schon hatte er diese Bewegung ausgeführt - nie war sie ihm so lang erschienen. Pfeil in die Sehne. Spitze an den Bogen. Sehne spannen. Zielen. Schwer atmend zielte Yashu. Vor ihm, nicht weit entfernt, kämpften Echeyakee und Coco. Der weiße Löwe hatte es geschafft, sich wieder auf den Wolf zu werfen. Beissend, kratzend, knurrend wälzten die beiden Tiere sich im Sand, der bereits rot gefärbt war. Auseinander! Anstarren, nur eine Sekunde, wieder aneinander! Beissen, reissen, wälzen, hin und her. Ein Ballett, anmutig auf tödliche Weise. Verzweifelt versuchte Yashu, seine Pfeilspitze ruhig auf den weißen Löwen zu richten. Sein Finger zuckte, doch schon war Coco wieder im Vordergrund des Kampfes. Fluchend riss Yashu den Bogen zurück. Dann gewann Echeyakee die Oberhand über die Wölfin. Mit einem lauten Brüllen begrub er Coco unter sich, drückte seine Krallen mit allem Gewicht in den Körper der kleineren Coco - und biss zu. "Nein!" brüllte Yashu, ohne seine eigene Stimme zu hören. Er riss den Bogen in die Höhe, zog die Sehne, schoss. Der Pfeil surrte durch die Luft und bohrte sich tief in weißes Fell. Rotes Blut quoll hervor, ein lautes Brüllen. Yashu hatte bereits den nächsten Pfeil angelegt, zielte, schoss. Wieder spritzte rotes Blut aus weißem Fell. Echeyakee hatte sich taumelnd umgewandt und fasste Yashu ins Auge, da bohrte sich der dritte Pfeil in seinen Köper. Dann der vierte. Brüllend vor Schmerz und trotz der vier Pfeile, die aus seinem Körper ragten, setzte Echeyakee sich in Bewegung. Blitschnell hatte er die kurze Distanz zurückgelegt und sprang, um Yashu niederzureissen. Yashu hatte den letzten Pfeil in die Sehne gelegt. Als der Löwe sich abstieß, schoss er. Der Pfeil traf Echeyakee mitten im Sprung. Er durchbohrte das eisblaue Auge des Raubtieres, und drang bis zum Schaft in seinen Kopf. Als Echeyakee vor Yashu auf den Boden schlug, war er bereits tot. Das einst weiße Fell des Löwen war rot befleckt, die dunklen Pfeile ragten aus seinem Körper wie Stacheln. Yashu bachtete das tote Tier nicht mehr. "Coco!" schrie er, und rannte auf das schwarze Fellknäuel zu, das dort hinten bewegungslos im Sand lag. Zitternd fiel Yashu vor seiner Wölfin auf die Knie. Coco atmete noch. Bebend, langsam. Mit trüben Augen sah sie zu Yashu auf. Eine große Wunde klaffte in ihrem Körper und viele kleine, aus denen rotes Blut in den heißen Sand tropfte. "Nein, nein!" schluchzte Yashu. Tränen flossen aus seinen Augen, und mischten sich mit dem Blut im Sand. Er nahm den Kopf der Wölfin in seinen Schoß, streichelte über ihre Ohren. "Bitte Coco, verlass mich nicht." flüsterte er. Das Licht der Sonne, die bereits hinter dem Horizont versank, hatte sich rot gefärbt. Die Palmen warfen lange Schatten über die Ebene des Brachlands.
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