Dhuma
Dhuma der Flammenträger
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| Name des Charakters: | Dhuma der Flammenträger |
| IG-Name: | Dhuma |
| Alter: | Unbekannt |
| Geburtsort: | Crestfall, Kul Tiras |
| Familienstand: | Ledig |
| Körpergröße: | 188 cm |
| Rasse: | |
| Klasse: | |
| Militärischer Rang: | Dienst quittiert |
Aussehen und Auftreten
Dhuma war ein kräftig gebauter, knapp 1,90m großer Mensch mit langem, silbernen Haar, das er meist zu einem Zopf zusammen gebunden hatte; nur zu seltenen Anlässen oder zum Schlaf öffnete er ihn. Das Haar ließ ihn von Fern recht alt wirken, doch ließ das Gesicht keine genaue Alterseinschätzung zu - zwischen 40 und 60 Jahren lauteten die häufigsten Aussagen. An seinem Kinn trug er einen ebenso silbernen Bart, der Rest wurde gründlich rasiert. Sein rechtes Auge war von einer Augenklappe bedeckt, trug er diese nicht, so war ein metallernes Objekt in seiner Augenhöhle zu sehen, das scheinbar gnomischen Ursprungs war und, egal was es mal getan hat, nicht mehr richtig funktionierte. Seine Hände waren groß und die Unterarme breit, seine Beine waren stämmig, das Rechte schien zuletzt aber nicht mehr ganz zu funktionieren, weshalb er hinkte.
Der Paladin trat meist mürrisch auf. Personen, die ihm auf den ersten Anblick zuwider waren, entlockten ihm recht schnell sehr laute Töne seiner Posaunenstimme, welche von einer dicken Ader untermalt wurde, die seinen Hals zierte. Dennoch konnten findige Beobachter stets Güte und Mitgefühl in seinem kobaltblauen Auge erkennen, besonders in Gegenwart von Kindern, welche er über alle Maßen liebte. Zumeist war er in schwere Plattenrüstung gekleidet, sei es nun die blaue Rüstung Sturmwinds oder die goldene Paladinrüstung. Selbst, wenn er noch so beladen sein mag, musste zumindest Platz für seine Pfeife und ein wenig Kraut sein. Als er zuletzt gesehen wurde, war er in schwarzes Leder gekleidet und das Alter, die Schmerzen und die Sorgen hatten tiefe Furchen in seinem Gesicht hinterlassen. Seine Haare trug er offen, als er das Königreich verließ. Auf dem Rücken trug er eine Art übergroßen Köcher, in dem er allerlei Tötungswerkezug herumschleppte, welches ganz offensichtlich nicht für Menschen gedacht war. Was aus ihm geworden ist, ist unbekannt.
Hintergrund
Seine Geburt und die Liebe zur See
Alles begann auf der Insel Crestfall, einige Meilen von Kul Tiras entfernt, von den tosenden Wellen der Baradin-Bucht umspült. Der Vater, entschwunden noch vor der Geburt, die Mutter, Lyra Aracharoth, eine arme Fischerseele. Mit 14 Jahren lernte er zu fischen, mit 17 kaufte er sich seinen eigenen Schoner, mit dem er die Meere zu bereisen begann; zunächst nach Tol Barad, dann nach Gilneas und von dort aufs Große Meer hinaus. Von den Wogen des Maelstroms zu den südlichen Gestaden Kalimdors geleitet, umsegelte er den Alten Kontinent und steuerte unzählige, unerforschte Ufer an, bevor er und schließlich nach 12 Jahren nach Crestfall zurückkehrte.
Rückkehr nach Crestfall
Von seiner ausgemergelten Mutter erfuhr er nun voller Wut, dass ihr kleines Dorf von Söldnern eines gewissen Soran Dyron bedroht wurde und dass seine Mutter, die eh nicht viel mehr als ihr Leben hatte, ebenso wie viele andere Bewohner Crestfalls Schutzgeld an ihn zahlen musste; und das schon seit über 3 Jahren. Also wartete Dhuma auf die Söldner. Und eines Abends, als sie zurückkehrten, überzeugte er sie zu bleiben und ihm zu verraten, wo ihr Arbeitgeber aufzutreiben wäre. Noch in der selben Nacht brach Dhuma nach Kul Tiras auf und in der Morgendämmerung stellte er Soran in seinem Anwesen. Nachdem dieser einige Söldner auf ihn losließ, die Dhuma abwehren konnte, schwor er ihm, Kul Tiras zu verlassen, um nie wieder dorthin zurück zu kehren. Dhuma ließ Gnade walten und verließ das Anwesen. Was er nicht wusste: Soran sandte einen Attentäter nach Crestfall, welcher seine Mutter tötete, gerade als sie ihr Fischerboot bestieg. Er ließ die Leiche ins Wasser gleiten… Und die Flut spülte sie einige Stunden später vor Dhumas zitternde Beine. Die Trauer überwältigte ihn, doch sogleich loderte ein Zorn in ihm auf, wie er ihn noch nie zuvor gespürt hatte. Er nahm die Verfolgung auf und fand Soran am Abend am Hafen von Boralus, der Hauptstadt von Kul Tiras, wo dieser gerade sein Schiff belud, um zu fliehen. Er fing sofort mit Erklärungen an, doch Dhuma zögerte nicht und tötete ihn mit einem einzigen Faustschlag. Wachen stürmten herbei, und ehe er sich seiner Gewahr wurde, saß er im finstersten Verlies Kul Tiras’, wo er dachte, den Rest seiner Tage verbringen zu müssen.
Rahelia Iveon
Zwei Tage saß er dort, bis sich das Gitter öffnete und eine hübsche, junge Frau hereinkam mit langem, blonden Haar. „Ihr seid also Dhuma Aracharoth… Ein seltsames Geschick, dass ich euch ausgerechnet hier finde, wo ich euch doch jahrelang draußen unter der Sonne suchte. Kommt mit. Ich habe mit euch zu reden.“ Während Dhuma etwas zu Essen und zu Trinken vorgesetzt bekam, welches er gierig verschlang, begann die junge Frau zu erklären. „Ich bin Rahelia Iveon, Schwertmeisterin und Paladina von Sturmwind. Anduin Lothar sandte mich hierher, weil etwas Böses auf dieser Insel vorging… Doch war ich es nicht, die es ausmerzte, sondern ihr. Dyron war ein Hexenmeister, den wir bereits seit 15 Jahren verfolgten… Ihr setztet ihm ein Ende – und dafür habt ihr meinen Dank.“ Rahelia erklärte ihm, dass ihm, aufgrund seiner Kraft und seines Geschicks ein Platz in der Armee Kul Tiras’ angeboten würde. Dhuma willigte ein, doch wolle er noch einmal nach Crestfall zurückkehren, um Abschied zu nehmen.
Die Nebel der Vergangenheit
Nachdem er seine Mutter, die er in ihrem Haus aufgebahrt hatte, an den Ufern des Meeres zur Ruhe gebettet hatte, räumte er ihr Haus aus, um den ganzen nutzlosen Krempel zu verkaufen. Unter ein paar losen Dielen allerdings fand er etwas, mit dem er nicht gerechnet hatte: Ein Schwert, beinahe Mannshoch, lag verstaubt in der Dunkelheit, ein Brief am Heft befestigt, dessen Siegel gebrochen war. Dhuma öffnete ihn und begann, das fleckige Papier zu lesen.
„Lyra,
Nun ist der Tag gekommen, den wir immer zu befürchten hatten. Ich muss gehen, die Nebel rufen mich heim, und das noch, bevor mein Sohn das Licht erblickt. Dies verwundet meine Seele mit unendlichem Gram, doch gibt es nichts, was ich dagegen tun kann. Um eines muss ich dich, meine geliebte Frau, noch bitten, bevor ich entschwinde: Das Schwert – Gib es dem Jungen, so du ihn für reif genug erachtest. Es wird ihn behüten und vor allen Gefahren schützen, die dort kommen mögen. Sein Name ist Tarras, Drachensohn. Und so mag mein Sohn Al’Tarras sein, der Träger der Flamme.
Ich muss nun aufbrechen, denn die Nacht schließt sich um mich. Denke nicht schlecht von mir, denn war es mein Schicksal, diese Gestade zu verlassen – wir beide waren uns dessen bewusst. Achte auf den Jungen, achte auf dich… Teile ihm mit, wer er ist, sobald er alt genug ist und helfe ihm das zu werden, wozu er geboren wurde.
Ich werde dich nie vergessen. Leb Wohl“
Tränen benetzten den Brief, der vor Jahren wohl ebenso von den Tränen seiner Mutter benetzt wurden. Wer war sein Vater? Wohin war er gegangen? Und wer war er selbst? Niemand war mehr da, der es ihm verraten konnte. Er war allein auf dieser Welt, verloren und einsam. Die Einsamkeit schloss ihren eisigen Griff um ihn. Er verließ Crestfall, und kehrte niemals als Lebender dorthin zurück.
Der Erste Krieg
Mit 31 Jahren schließlich wurde Dhuma in der Armee Kul Tiras’ aufgenommen. Nach einer harten Ausbildung bei Rahelia Iveon, die alles von ihm abverlangte, ihn aber als einen der besten Schüler hervorgehen ließ, die Rahelia je trainiert hatte, trafen die Orks in Azeroth ein und griffen Sturmwind an. Dies sah Rahelia als die passende Gelegenheit, die Fähigkeiten ihres Schülers zu erproben. Gemeinsam reisten sie in die Hauptstadt der Menschen, um sie gegen die eindringende Invasion zu beschützen. Dies gelang ihnen zunächst und die Orks zogen sich zurück. Nach dieser Schlacht wurde Dhuma zum Hauptmann erhoben, doch die Freude war nicht von Dauer: Llane Wrynn, König von Sturmwind, wurde hinterrücks ermordert. Kurz darauf fielen die Orks über Elwynn her, und alles wurde zunichte. Goldhain brannte, die Abtei von Nordhain wurde geschleift und selbst Sturmwind konnte der Gewalt des Ansturms nicht standhalten. Hilflos musste Dhuma mitansehen, wie alles, wofür er gekämpft hatte, in Blut und Flammen aufging.
Die Wege des Lichts
Wie durch ein Wunder überlebte Dhuma die Schlacht um Sturmwind, allerdings mit einer tiefen Wunde an seinem linken Bein. In Nordhain, welches nunmehr ein Lager für die Toten und Verletzten wurde, fiel Rahelia auf, wie Dhuma die Verwundeten verarztete und sie heilte mit einer bloßen Handauflegung. „Dieser ist wahrlich vom Lichte gesegnet“, hörte man unter den Äbten und wieder war es Rahelia, die Dhuma unter ihre Fittiche nahm. Nachdem die überlebende Bevölkerung Sturmwinds auf Schiffen in den Norden aufgebrochen waren, kehrten Rahelia und Dhuma nach Boralus zurück, wo er seinen Platz unter den Paladinen einnahm und von nun an den Namen Dhuma der Flammenträger trug. Er begann, die Geschichte der Welt zu studieren, Geografie und nicht zuletzt seine eigene Vergangenheit. In einem der Bücher, die er von Crestfall mitgenommen hatte, fand er eine goldene Halskette, in deren Anhänger drei weiße Steine eingesetzt waren. Das Symbol, welches sie umspielte, lies er sich auf den Rücken tätowieren und er begann, aus all den Schriften seines Vaters einen eigenen Kodex zu entwickeln, nach dem er von nun an leben und entscheiden sollte.
Der Zweite Krieg
Oft wurde er in das neu gegründete Königreich Lordaeron geschickt, wo er viele Freundschaften schloß und stets mit Rat und Hilfe zur Stelle war. Als die Tage des Zweiten Krieges hereinbrachen, sollten abermals seine Fähigkeiten zu Wasser zum Tragen kommen, denn Daelin Proudmoore ernannte ihn zum Kapitän zur See und stellt ihm eine Galleone zur Verfügung, mit denen er den hunderten von Orkschiffen entgegentreten sollte. Die Flotte von Kul Tiras galt als die Größte auf ganz Azeroth, doch die Flotte der Orks war nicht minder gewaltig. In einer Seeschlacht, die 4 Tage und 4 Nächte andauerte, konnten die Orks besiegt werden – Doch Dhumas Galleone sank. Und er mit ihr.
Zweifel und Einsamkeit
Abermals entging Dhuma dem sicheren Tode, doch hatten ihn die Kriege schwer geschunden und er war es leid, sie auszufechten und Kämpfe zu bestreiten, hatte er doch genug Blut für zwei Leben gesehen. Dhuma bat Daelin Proudmoore, der Infantinwache beitreten zu dürfen und so wachte er über den Nachwuchs des Hauses Proudmoore, doch als Jaina mit Rahelia nach Dalaran und Tandred zur Akademie aufgebrochen waren, war Dhuma abermals alleine. Er verabschiedete sich von seinem Admiral und setzte Segel, um nach Sturmwind zurückzukehren, welches gerade wieder aufgebaut wurde. Dort würde er fortan junge Menschen in den Wegen des Lichtes und der Ethik unterrichten und die Tage des Blutes und der Gewalt ein für alle Mal hinter sich lassen… Doch kam es ganz anders.
Nachdem Lordaeron überraschend unter dem eisernen Stiefel der Geißel zertreten worden war und die Flüchtlinge nach Sturmwind strömten, schien abermals Krieg in Dhumas nun ruhiges Leben zu drängen. Er trat erneut der Armee bei, wurde wieder als Hauptmann eingesetzt und diente der Stadt als Paladin. Nachdem weitere 5 Jahre vergangen waren, erreichte ihn Nachricht aus Kul Tiras: Ein Paladin hatte die eigenen Reihen verraten und drohte damit, Tandred Proudmoore, den Sohn des Großadmirals, zu ermorden. Dhuma brach sofort auf, nur um festellen zu müssen, dass der Verrat von der einzigen Person ausging, die ihn sein ganzes Leben lang begleitet hatte: Rahelia Iveon. Die Beiden lieferten sich einen Kampf durch die Festung von Boralus, doch Dhuma musste sich seiner Meisterin geschlagen geben. Sie nahm ihm sein Auge und floh von der Insel. Dhuma kehrte als gebrochener Mann nach Sturmwind zurück, unfähig, über die Niederlage hinwegzukommen.
Der Hexerkrieg
Im Hause Deveren ap Ailils fand Dhuma einen neuen Weg, der aufkommenden Bedrohung durch die Hexer entgegen zu treten. Mit dem Hexenmeister Lonamtan verband ihn eine besonders innige Feindschaft, die in einem Kampf am Turme Karazhan gipfelte. Dhuma unterlag der unbändigen Macht des Hexers, doch schien ihn ein seltsames Geschick vor dem Raub seiner Seele bewahrt zu haben. Viele Wochen später kam er aus einem tiefen Koma zu sich und trug fortan eine kleine Brandwunde auf der Brust, eine weit größere erstreckte sich über seinen Rücken. Ihm blieben keine Erinnerungen an den Kampf mit Lonamtan, und so verbuchte er eine weitere Niederlage in seinem Leben, die an ihm nagte.
Doch irgendetwas ließ ihn nicht zur Ruhe kommen, ließ ihn schweißgebadet aus dem Schlaf hochfahren: Die Flamme glomm noch immer in ihm – Und eines Tages würde sie abermals auflodern und ihn dazu antreiben, seiner Meisterin gegenüberzutreten, seine Verluste zu überwinden und das zu werden, wozu er geboren wurde.
Der Blutige Morgen
Als Dhuma wieder seiner Tätigkeit als Lehrer der Wege des Lichtes nachgegangen war, erreichte ihn eines Tages eine Nachricht von seiner einstigen Lehrmeisterin, Rahelia Iveon. Sie teilte ihm mit, dass sie auf dem Stonewrought-Damm am nördlichsten Ende des Loch Modan auf ihn warten würde - und als Dhuma ihr endlich gegenüberstand, da sah er, was sie zu ihrem Verrat geführt hatte. Rahelia Iveon war nicht länger eine Streiterin für das Licht. Sie war ein Diener der Geißel, eine Todesritterin im Auftrag, Dhuma zu bekehren, oder ihn zu töten. Endlich entbrannte der gerechte Zorn des Paladins und er streckte seine einstige Meisterin nieder, die, tödlich verwundet, in den tosenden Gewässern am Fuße des Dammes in die Vergessenheit fiel. Doch dies war erst der Anfang der Reinigung, die Dhuma im Sinne stand.
Der große Tag seines Zorns
Viele Jahre lang hatte Dhuma für das Königreich Sturmwind gekämpft. Er war ein Streiter für das Licht, Verteidiger des Königs und ein Lehrer junger Menschen, doch er sah sich nicht mehr im Stande eine Stadt zu vertreten, die korrupt und dekadent geworden war. Paladine auf ihrem Kreuzzug gegen das Dunkel wurden im Gesetzeswahn des Mordes bezichtigt, obwohl sie ihren Eid erfüllten, gegen das Dunkel zu Felde zu ziehen. Die weißen, schillernden Steinmauern wurden faul im Innern und Dhuma sah es als seine Aufgabe, dieser Korruption ein Ende zu setzen.
Er statuierte ein Exempel an Wyderlus Grimm, dem Stadtrat. Dhuma wusste, was für ein Mensch er war. Ein jedes Mal, wenn Grimm im Suff mit vollem Mund alte Hymnen des Bundes von Arathor gröhlte, wenn er Messdienern nach den Gottesdiensten kleine Geschenke zusteckte und in sein Haus einlud oder dem Richter einen Sack voll Gold zuschob, um einen fragwürdigen Unschuldigen vor dem Verließ zu retten, brannte der gerechte Zorn in Dhumas Brust, den er auch schon im Kampf mit Rahelia gespürt hatte. Also betrat Dhuma eines Abends die Burg zu Sturmwind und traf in der Bibliothek auf Wyderlus Grimm. Nachdem Dhuma ihn angeklagt hatte und Grimm reuelos zu betteln anfing, erschlug er ihn und brach wenige Minuten später die Tür zu seinem Haus auf. Dort stellte er Beweise für die Stadtwache sicher, dass es sich bei Grimm um einen Päderast, einen Verbrecher und Hochverräter gehandelt hatte. Trotzdem sah das Gesetz für diesen Mord eine Strafe vor - doch Dhuma widersetzte sich und verließ Sturmwind, um im Brachland Unterschlupf zu finden.
Nach einem kurzen Briefverkehr mit der Stadtwache von Sturmwind reiste er nach Theramore, um sich vor einem Tribunal der Allianz zu verteidigen. Aufgrund der Umstände im Norden und die offensichtlichen Beweise für Grimms Schuld wurde Dhuma freigesprochen und so kehrte er rehabilitiert nach Sturmwind zurück, um seinen Posten als Kommandant wieder einzunehmen. Grimm sollte nur der Anfang sein. Dhuma hatte nicht nur geschworen, die Mauern der Stadt zu verteidigen. Er würde Sturmwind auch vor Gefahren aus dem Innern schützen, ohne Zögern, ohne Unterlass, bis zum letzten Atemzug.
Die Echos von Lordaeron
Als der Klang silberner Trompeten ertönte, als die Flotten mobilisiert wurden und von allen Landungsstellen der Allianz und Horde schwer bewaffnete Schiffe nach Norden aufbrachen, war auch Dhuma gewappnet, der Geißel als Kreuzritter des Argentumkreuzzuges entgegen zu treten und sich im Namen der tausenden Toten für das vergossene Blut in den alten Königreichen zu rächen. Dem Ruf seines zurückgekehrten Königs Varian Wrynn folgend, fand er durch die eisigen Meere den Weg nach Nordend, wo er das Licht so stark in sich glühen spürte wie seit Jahren nicht mehr. Seine gerechte, unerbittliche Vergeltung pflügte durch die Untotenhorden, doch brandete sie am Tor des Zorns und auch der rasch folgende Gegenschlag in den östlichen Königreichen war nicht von erfüllendem Erfolg gekrönt. Auf der darauf folgenden Jagd nach der flüchtenden Verräterin Neraseth gingen Dhuma und seine Männer ihren Piraten in die Falle, mit denen sie gezwungenermaßen die nächsten Monate auf See verbrachten.
Die Rückkehr nach Sturmwind
Der Sommer herrschte in Sturmwind und das Einzige, das die Stille dieses Sonntag Nachmittages störte, war der krachende Aufschlag Dhumas auf einem Pier des Hafens von Sturmwind, wo ihn die Piraten mittellos abgeworfen hatten. Nachdem Dhuma seinen ehemaligen Kameraden, Untergebenen und Vorgesetzten bewiesen hatte, dass er nicht, wie erwartet, den Tod gefunden hatte, quittierte er den Dienst im Militär. Krieg stand ihm nach all den Jahren nicht mehr im Sinn, stattdessen entschloss er sich, zunächst seine Fähigkeiten im Kampf gegen all das lichtscheue Gesindel einzusetzen, um Jagd auf Dämonen, Monster und dergleichen zu machen - für Geld, eigenartigerweise. Dem Stumpfsinn innerhalb der Mauern Sturmwinds kehrte er alsbald wieder den Rücken. Wie schon so oft stand er am Tor und blickte zurück. Die Sonne glitzerte auf den Wassern im Tal der Helden, edelmütig reckte sich die Kathedrale gen Himmel. Er war es leid. Trug und Schein waren alles, was er sah. Mit einem Schnalzen trieb er seinen Hengst Aran an, und verschwand in den Wäldern von Elwynn, abermals denkend, er würde Sturmwind niemals wieder sehen. Und wie die Zeit zeigte, hatte er dieses Mal Recht.
Der Ruf der Wölfe
Als die Blätter zunehmend begonnen hatten, einen goldenen Schleier über die Pfade des Königreiches zu ziehen, eilte Dhuma durch den Düsterwald. Keine Rüstung, kein Banner und kein Schild deutete auf seine Berufung als Paladin hin, einzig Tarras, sein Schwert, befand sich auf seinen Rücken und blitzte scharlachrot im Schein des Mondes. Ein schwerer Goldsack hing an seinem Gürtel, befleckt mit Worgenblut, die er für eben jenen erschlagen hatte. In Dunkelhain betrat er die Taverne, nahm sich das Zimmer, das wie üblich für ihn gerichtet war und schloss die Tür hinter sich. Der Raum roch nach Flieder, auf dem Bett lag ein Kleid, das wohl gerade dazu gedacht war, nur das Nötigste zu bedecken. Dhuma setzte sich. Lange blickte er zum Fenster hinaus in die Dunkelheit. Plötzlich sprang er auf, trat wütend den Stuhl hinter sich um und warf mit aller Kraft den Goldsack an die Wand, worauf sich ein goldener, prasselnder Regen im Zimmer verteilte. Schnaufend stützte er sich auf die Tischkante, bevor er den Stuhl wieder aufhob und sich setze, eine Feder sowie Pergament nahm und zu schreiben begann.
Die Haare rot, dem Feuer gleich
Vom Herrn des Feuers selbst entsandt
So sah ich sie im Hohen Reich
wie sie dort stand am Quellenrand,
als ich des Abends sie dort fand.
Die Lippen rot, wie Blut beinah‘
Die Haut so bleich, so schön, so rein,
im Abendrot, die Nacht nun nah
Wie wünschte ich, sie wäre mein,
wie sie dort stand, im Vollmondschein.
Die Zähne rot, das Weiß befleckt,
Die Klauen blitzen fürchterlich,
der Mond die Fleischeslust erweckt
„Ich tu dir nichts“, flüstere ich,
doch ängstigt sie mich bitterlich.
Die Augen rot, entflammt im Zorn
Heult sie mich an und läuft davon,
Der Worgenjäger bläst ins Horn,
Die Schönheit eine Bestie heißt
Sie jagt, und alles Schattenvolk,
wohin sie nun in Eile reist,
zum Ruf der Wölfe, dem sie folgt.
Schnaufend blieb er über dem Pergament sitzen und ballte die Fäuste. Schließlich erhob er sich, nahm das Kleid und verließ die Taverne. Später sagte man, er habe das Dorf eilig durch das Südtor verlassen - und das war das Letzte, was man von Dhuma im Königreich sah.
Schnell schob er seine Erinnerungen beiseite. Die Stadtwache und die Silberne Hand, das Haus Ailil und seine Berufung, seine Freunde, seine Feinde... Aiur, Cheng, Manjhana, Laurelyn, Malyn... Mywynn... Nichts von dem zählte mehr. Es war ihm nicht mehr wichtig. Es gab kein Heim, in das er zurückkehren könnte. Keine Frau, die dort auf ihn wartete oder Kinder, denen er von seinen Abenteuern erzählen könnte. Nichts blieb, was ihn hier hielt. Er fühlte sich alt. Er war alt. Eine lähmende Erschöpfung quälte ihn, ebenso wie die Fragen, die ihm durch den Kopf gingen. Was lasse ich zurück? Woran wird man sich erinnern? Die Antworten auf diese Fragen verschwommen in den Schlieren, die die vorbeieilenden nächtlichen Konturen in seinem Augenwinkel hinterließen. Die Lilie, die ein Bote für ihn auf Crestfall auf dem Grab seiner Mutter hinterlassen hatte, begann alsbald zu welken. Nach all den Stürmen, die sie überdauert hatte, schien die Flamme nun schließlich doch erloschen zu sein. Wie im Traum flohen die Baumkronen über ihm dahin, und niemand hörte die Hufschläge seines Pferdes in jener Nacht.
Der Kodex der Flamme
Dhuma war der Ansicht, dass die drei üblichen Tugenden der Paladine in Zeiten wie der heutigen nicht mehr ausreichen. Die Welt hat sich von ihren schwarzen und weißen Einteilungen in eine Welt voller Grautöne gewandelt, und jenen muss man seiner Ansicht nach mit einem erweiterten Kodex folgen. Natürlich befolgte er die althergebrachten Tugenden, doch hat er während seiner Studien in Boralus einen neuen Kodex verfasst, nach dem er lebte und handelte sowie seine Schüler unterwies. Seine Tugenden ergaben sich aus folgenden Prinzipien.
Mut, Wahrheit und Liebe
Aus diesen drei Prinzipien leiten sich acht Tugenden ab, nach denen er zu streben versucht.
Rechtschaffenheit
Die Rechtschaffenheit beginnt mit dem Willen, die Wahrheit im eigenen Herzen zu betrachten. Nur wer rechtschaffen handelt, erlangt die Weisheit, über andere richten zu können, Recht gegen Unrecht abzuwägen und das kleinere Übel einem weit Größeren vorzuziehen. Durch Wiederholung und Erfahrung findet man eine Rechtschaffenheit, die jede Zweifel auslöscht und die Hingabe verleiht, jedweder Aufgabe nachzukommen.
Die Rechtschaffenheit ist der Respekt vor der Wahrheit.
Mitgefühl
Der Mitfühlende bewertet alles Leben genauso hoch wie das eigene. Er wird versuchen, das Leben anderer zu erhellen, wann immer er kann. Wer ohne Mitgefühl lebt, stirbt ohne Liebe. Mitgefühl ist die Ehrfurcht eines neugeborenen Kindes vor der natürlichen Welt und seiner Liebe zu allem, was darin lebt. Mitgefühl mit anderen spiegelt die Liebe wieder, die in unserer Seele weilt. Es erfordert manches mal Kraft, am Mitgefühl festzuhalten, denn unter Druck vergeht es schnell. Wer seinen Willen, anderen zu helfen, testet, dem wird eine Schönheit offenbar, die selbst das Böse beschämt.
Das Mitgefühl ist unbeurteilte Liebe.
Tapferkeit
Eine tapfere Seele wird niemals der tyrannischen Macht der Angst nachgeben. Die tapfere Seele wird immer für ihre Überzeugungen einstehen und sie bis zum Ende verteidigen. Wo immer jemand durch die Machtgier und Gewalt eines anderen in Not gerät, wird eine tapfere Seele diesem Tun Einhalt gebieten. Die Tapferkeit ist der Mantel, der die anderen 7 Tugenden behütet. Stets wird die Tapferkeit aufs Neue geprüft und auf diese Weise erkennen wir den Eingang zur Tugend. Von sich selbst Tapferkeit zu verlangen, zeigt auch anderen den Weg zu einem tapferen Herzen.
Die Tapferkeit ist der Mut, für seine Überzeugungen einzustehen.
Gerechtigkeit
Dort, wo Wahrheit und Mut miteinander verbunden werden, liegen die Geheimnisse der Gerechtigkeit. Die gerechte Seele wird Emotionen gegen Logik abwägen und hiernach beurteilen. Vorurteile und Gerüchte werden durch die Gerechtigkeit ausgelöscht. Eine gerechte Seele achtet nicht auf Stand oder Ansehen, sondern ist bemüht die Wahrheit aufzudecken und nach dieser zu urteilen, ohne Furcht. Die Gerechtigkeit darf im Leben niemals gezügelt werden. Der feurige Wille, der uns im Leben gen Gerechtigkeit drängt, mag die Wahrheit manchmal aus den Augen verlieren, darum sollte man stets nach Ausgeglichenheit und Ruhe suchen, um mit Weisheit zu richten. Denn diese Weisheit allein ist es, die die Wahrheit aufdeckt und so zu wahrer Gerechtigkeit führt.
Die Gerechtigkeit ist Wahrheit, gemäßigt durch Liebe.
Opferbereitschaft
Die Seele, die bereit ist, sich selbst für den Glauben und die Errettung Leidender zu opfern, ist wahrhaftig mutig. Solch eine Seele wird bereit sein, das eigene Leben zu riskieren, genauso wie jedes materielle Gut, das sie besitzt, wenn der Grund edel genug ist. Die Opferbereitschaft erfordert eine Liebe unserer selbst, die ohne Rücksicht an andere weitergegeben wird. Wen das Leben vor eine Wahl stellt, welches Opfer er erbringen möge, der wähle den schwereren Weg. Denn wer den leichten Weg geht, der bringt kein wahres Opfer. Wer den Mut findet, seine Liebe weiterzugeben, ohne Furcht vor der Schwere dieser Tat, so findet er dort das Opfer.
Die Opferbereitschaft ist der Mut, im Namen der Liebe zu geben.
Ehre
Wahrheit ist der Baum, in dessen Krone die Blüte der Ehre gedeiht. Die ehrenhafte Seele wird eine zugewiesene Aufgabe nicht abbrechen, gleichwohl erkennt sie den falschen Weg und versucht, diesen an das rechte Ziel zu lenken. Im Zögern eines einzigen Augenblickes kann die Ehre verloren gehen und ist schwer zurückzuerlangen. Wer den Mut findet, die Wahrheit im eigenen Leben stets zu verfolgen, gleich wie stark der Sturm der Verführung euch entgegenweht, der wird die Ehre finden und halten.
Die Ehre ist der Mut, die Wahrheit des eigenen Lebens zu verfolgen.
Spiritualität
Die Spiritualität ist der Wunsch der Seele, sich stetig zu verbessern. Die geistig Suchenden sind in ihrem Hunger nach Wahrheit, Liebe und Mut nie gesättigt. Von welchem Prinzip man auch immer ausgehen mag, die geistige Energie schafft das nötige Gleichgewicht unter ihnen.
Die Spiritualität ist das friedliche Streben nach Mut, Wahrheit und Liebe.
Demut
Der Demütige hat das wichtigste Verständnis erhalten, das eine Seele bekommen kann: Das Verständnis seiner eigenen Grenzen und das er in keinem Fall besser ist als die anderen, die ihn umgeben. Die demütige Seele ist sich immer bewusst, dass der Eindruck, den sie von der Welt hat, niemals vollständig ist. Die demütige Seele hört immer auf ihren Verstand um ihre Eindrücke von der Welt zu komplettieren und sie sucht niemals Ruhm oder Reichtum , weil sie verstanden hat, dass diese Dinge nicht glücklich machen. Der Suchende, dem Liebe, Mut und Wahrheit fehlen, sät den Samen des Stolzes, der zur Pflanze des Hochmuts heranwächst. Die Demut ist die sanfte Brise, die den Samen von Anmaßung und Unzufriedenheit hinfortweht. Wer den Weg der Demut gehen will, der erkenne sich selbst und finde den Stolz in sich. Halte er diesen unter Kontrolle, so dass er niemals zur Hochmut heranwächst und seine Seele für die Demut verdirbt. Nur eine demütige Seele zeichnet ein realistisches Selbstbild; die Demut im Gegensatz zur Größe des Universums und der Naaru, doch auch die Erhabenheit, eines ihrer erleuchteten Wesen zu sein.
Die Demut ist die Grundlage der Tugenden und besteht unabhängig von den Prinzipien.
Zitate
"Denn es ist der große Tag seines Zorns, und wer mag bestehen?"

