Cataclysm
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Vorboten des Kataklysmus
Als ihn die meterhohe Flutwelle aus dem Boot schleuderte, war sich Ril’mu einer Sache gewiss: Das Meer spielte verrückt! Gerade eben hatte der alte Dschungeltroll noch den Elementen dafür gedankt, dass die See am heutigen Tage ruhig geblieben war: So hatte er weit aufs offene Meer hinausfahren und ungestört angeln können. Zugegeben, an diesem Abschnitt der Küste Durotars trieben sich verhältnismäßig wenige Fischschwärme herum – was nicht zuletzt an den aggressiven Dreschadons lag, die diese Gewässer heimsuchten – dennoch hatte Ril’mu nicht erwartet, dass an solch einem schönen Tag jedweder Fischfang ausbleiben würde. Nach zwei Stunden ohne den geringsten Biss war er drauf und dran gewesen, zurück zum Ufer zu rudern.
Und dann kam die Welle. Als unheimliche Wasserwand war sie urplötzlich aus dem Nichts erschienen und hatte sich mit ungewohnter Schnelligkeit auf die felsige Küste zu bewegt. Dort war sie donnernd auf die Klippen getroffen und wieder verschwunden – nicht ohne vorher über einen alten Troll und sein kleines Boot hinwegzurollen.
Ril’mu spuckte Salzwasser aus und schüttelte irritiert den Kopf. Vielleicht sollte er Muln Earthfury von dieser „Phantomwelle“ erzählen…
„Dieses Mal entkommst Du mir nicht, Du falsche Schlange.“
Sula wartete seelenruhig in ihrem Versteck oberhalb der aschfarbenen Felsen und ließ ihr Opfer nicht aus den Augen. Dieses Mal würde der feige Hexenmeister dran glauben müssen. Niemand würde seine Schreie hören. Niemand würde ihm zu Hilfe eilen – dafür hatte sie gesorgt. Der alte Ork war nach ihrer letzten „Begegnung“ unvorsichtig geworden und hatte leichtsinnigerweise das kleine Lager der Schwarzfels-Orks ohne Geleitschutz verlassen.
„Hast Du wirklich geglaubt, ich würde nicht zurückkommen?“
Die junge Orkin lächelte. Als Assassine der Zerschmetternden Hand wusste sie, dass Geduld und Ausdauer die wichtigsten Tugenden eines Meuchelmörders waren.
Nur noch wenige Schritte, und der Orkhexer würde sich ihrer Position nähern. Sula kroch geschmeidig an den Rand der Klippe und zog eine ihrer beiden Giftklingen. Ein kurzer Sprung, ein schneller Schnitt, und der Auftrag war erledigt. Es konnte so einfach sein.
Das gewaltige Beben, das die brennende Steppe für wenige Sekunden erschaudern ließ, machte ihr einen Strich durch die Rechnung: Ein loser Felsbrocken kullerte über den Klippenrand und fiel ihrem Gegner vor die Füße. Der alte Ork schaute auf und entdeckte seine Widersacherin. Ihre Blicke trafen sich für den Bruchteil einer Sekunde, dann schauten beide ungläubig zu dem gewaltigen Vulkan, der vor langer Zeit das Rotkammgebirge zerrissen hatte. Konnte es sein, dass der alte Schwarzfels…?
Noch bevor der Hexenmeister reagieren konnte, war Sula verschwunden. Ihr Opfer würde warten müssen. Ihre Beobachtung war so ungeheuerlich, dass sie es selber kaum wahr haben wollte. Der Irdene Ring musste davon erfahren.
„Seid Ihr Euch sicher?“
Der junge Blutelf musterte den Zwerg aufmerksam.
„So sicher wie ich Euch die Ohren langziehe, wenn Ihr diese Nachricht nicht schleunigst nach Eiskrone bringt, Kreuzfahrer!“
Telwathíon nahm das Schreiben entgegen und machte Anstalten zu gehen. Er kannte Fadaryk seit einem Jahr und schätzte den griesgrämigen Templer als tapferen Mitstreiter und weisen Ratgeber, der sich normalerweise von nichts aus der Ruhe bringen ließ. Wenn der Wildhammer-Zwerg glaubte, dass etwas dringend sei, dann würde er einen Teufel tun und ihm widersprechen.
„Ach, und, Sunchaser...“
Telwathíon wandte sich wieder dem Zwergen-Templer zu.
„…Ich weiß, der Argentumkreuzzug hat weitaus wichtigeres zu tun, jetzt da der Lich König den Zweck des Turniers durchschaut hat. Dennoch glaube ich, es wäre nicht verkehrt, wenn jemand diesem Schamanen etwas Aufmerksamkeit schenkt. Würdet Ihr…?“
Der Elfenritter verbeugte sich lächelnd.
„Natürlich, mein Freund.“
„Cataclysm“ und das Lore
Wie die meisten von Euch vermutlich bereits mitbekommen haben, erwartet uns mit dem nächsten Addon „Cataclysm“ eine gewaltige Umwälzung von Story und Spielwelt: Mit Deathwing und seinen Anhängern beim Twilight-Hammer-Kult richtet sich der Fokus wieder auf Kalimdor und die Östlichen Königreiche. Die Alten Götter, die Elemente und der Wächter von Tirisfal werden genauso von Bedeutung sein wie Cho’galls alter Clan und seine Gegenspieler beim Irdenen Ring. Mit kommenden Patches sollen nach und nach Andeutungen und Vorboten der großen Katastrophe implementiert werden.
Was wäre, wenn man den Rollenspielern des Zirkels nun einen kleinen Vorgeschmack auf die zukünftigen Ereignisse bietet? Man könnte die wichtigsten Stationen und Schauplätze des Kampfes gegen Alte Götter und Elemente noch einmal besuchen und die Spieler im Rahmen eines größeren Events mit den relevanten Hintergründen vertraut machen – quasi als Appetizer für den wahren „Cataclysm“.
Auf der offiziellen Seite zur nächsten Erweiterung finden sich schon allerlei Informationen zu den bevorstehenden, gravierenden Veränderungen: Ragnaros kehrt von der Feuerebene zurück und bedroht Mount Hyjal, der Schwarzfels bricht aus und verändert sich, die Twilight-Hammer-Kultisten besetzen das Hochland östlich von Grim Batol und dienen nun Deathwing, dessen Ausbruch aus der Erdebene eine Kettenreaktion im natürlichen Gefüge Azeroths auslöst, die Elemente spielen verrückt. Und, und, und.
Dass eine derartige Naturkatastrophe nicht ganz ohne Vorwarnung auftritt, sollte verständlich sein. Gerade die Druiden des Zirkels des Cenarius und die Schamanen des Irdenen Rings – die ärgsten Feinde des Twilight-Hammer-Kultes (dt. Schattenhammer-Kult) – dürften für so etwas ein Gespür haben. Sie leben in Einklang mit den Geistern und achten auf das Gleichgewicht von Natur und Elementen. Da der Irdene Ring mehrheitlich aus Vertretern der Hordenvölker besteht, ist es nicht verwunderlich, dass er auch einen gewissen Einfluss auf die Politik der Horde hat: So verdanken z.B. die Verlassenen ihre Aufnahme bei der Horde den Empfehlungen des Irdenen Rings (und Magatha Grimtotems).
Mögliche Events
Die Warnungen des Irdenen Rings wären ein perfekter Anlass für eine größere Krisensitzung. Vertreter des Rings, des Zirkels, des Argentumkreuzzuges und anderer wichtiger Fraktionen und Gruppierungen könnten interessierten Helden der Horde im Rahmen einer öffentlichen Debatte vor Augen führen, wie ernst die Lage tatsächlich ist. Derzeit liegt das Hauptaugenmerk von Horde und Allianz noch auf dem Kampf gegen den Lich König – umso wichtiger ist es daher, dass die Helden wissen, was sie erwarten könnte, wenn sie siegreich aus Nordend zurückkehren.
Bei einer derartigen Sitzungen können wichtige Fragen aufgeworfen werden: Woher kommen die ganzen Naturphänomene? Warum spielen die Elemente verrückt? Was ist in der Geisterwelt los? Kündigt sich der Auftritt eines weiteren Alten Gottes an? Was planen die Twilight-Hammer-Kultisten? Was tut sich im Schwarzfels?
Ausgehend von diesen Fragen könnte das Interesse aufkommen, Vertreter der Horde auf die Spuren von Twilight-Hammer und Alten Göttern anzusetzen: Was tut sich im Arathi Hochland? Gehörte Bel’dugur aus Unterstadt („Das Buch von Ur“) tatsächlich zum Kult? Was haben die Kultisten in Dunkelküste und in den Blackfathom Deeps vor? Oder in der Sengenden Schlucht? Oder in Silithus? Stimmt es, dass Cho’gall noch lebt und den Kult von seinem Versteck in Ahn Qiraj aus leitet? Sollte man den Geschmolzenen Kern und die Schwarzfelstiefen erneut besuchen?
Ihr seht, das ganze Thema bietet Potenzial für verschiedene Subplots, kleine Missionen und große RP Raids (Geschmolzener Kern, Ruinen oder Tempel von Ahn Qiraj).
Teilnahme und Zeitplan
Teilnehmen kann grundsätzlich jeder interessierte Hordenrollenspieler – eine öffentliche Debatte in Orgrimmar (oder Donnerfels oder sonst wo) braucht immer Redner, Moderatoren und Zuschauer. Letztere sollten allerdings nicht den „Redefluss“ auf der Bühne durch Privatgespräche mit ihren Nachbarn stören: Emotes und Whisper untereinander wären eine Lösung. Zusätzlich dazu könnten wichtige Meldungen aus dem Publikum per Whisper an einen Moderator herangetragen werden.
Für eine richtige Krisensitzung braucht man allerdings auch Experten: Beobachter von Irdenem Ring, Zirkel des Cenarius oder anderen Organisationen sollten sich über die Kernthemen und Problemfragen austauschen können. Interessierten Rednern würde ich mit Rat und Tat (samt eigener, umfassender Quellensammlung) zur Seite stehen und Lorefragen im Vorfeld klären.
Der Event könnte sich auf drei Abende (plus zusätzliche Missionen) ausweiten:
1. Krisensitzung in Orgrimmar: Was passiert mit Azeroth? Wer steckt dahinter?
2. Mission in Silithus und Ahn Qiraj (RP Raid): Was treiben Cho’gall und die Twilight Hammer?
3. Mission in der Sengenden Schlucht und im Geschmolzenen Kern (RP Raid): Was passiert im Blackrock?
4. Zusätzliche Missionen bzw. Schauplätze: Blackrock Deeps, Blackfathom Deeps, Dunkelküste, Arathi Hochland, Ahn Kahet…
Die eigentlichen Termine dafür stehen noch nicht fest und werden je nach Umfang der Rückmeldungen und Anzahl der Teilnehmer festgelegt. Voraussichtlich wird der Event über das kommende Jahr verteilt stattfinden. Kalendereinträge werden folgen.
Interessierte Teilnehmer und Zuschauer können sich per Brief an Quatre wenden oder mich im Rollenspiel-Channel ansprechen. Über Feedback – seien es Kritik, Anregungen oder eigene Ideen – freue ich mich natürlich und beantworte gerne Fragen zum Event und verwandten Themen. Ich werde es von den Rückmeldungen abhängig machen, ob das Ganze als größerer Event oder kleiner Plot für wenige umgesetzt wird.
Quellen:
Warcraft RPG
World of Warcraft RPG
World of Warcraft Comic (DC)