Bruch
"Bruch" ist eine kurze Passage aus dem Leben eines meiner Charaktere. Erst im Zusammenspiel mit anderen (hier noch nicht veröffentlichten oder noch nicht geschriebenen) Kapiteln formt sich ein verständliches Ganzes; ich hoffe jedoch, dass der Leser trotzdem seinen Spaß hat.
--Hammerfaust 12:32, 18. Apr 2008 (CEST)
| Charaktere
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|---|---|
| Nomril | |
Bruch
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Ein letztes Mal wurde der peitschende Knall des Schusses von den umgebenden Felswänden zurückgeworfen, dann herrschte Stille. Ein letzter, ein eigentlich unnötiger Schuss. Ein letzter Toter, der nicht in die Reihe der ihm vorangegangenen gehörte. Der Zwerg mit der silbergrauen Mähne und dem verfilzten Bart stand nur fünfzig Schritt von dem Toten entfernt, das noch rauchende Gewehr gesenkt. 'Jetzt ist es vorbei.' ging es ihm durch den Kopf. 'Und jetzt?' Er warf sich seine Flinte über die Schulter und stapfte zu dem anderen, am Boden liegenden Zwerg. Die Kugel hatte ihn sauber in der Hinterkopf getroffen, der Einschlag hatte ihn nach vorn geschleudert. Wie er gestürzt war, so lag er da. Nur die Blutlache war hinzugekommen. Ein sauberer Treffer, wie nicht anders zu erwarten. Sein Mörder schüttelte den Kopf. 'Wie konntest du einem aus dem Volk trauen, das die deinen hasst?' Zumindest so weit musste der Dunkeleisen-Zwerg ihm getraut haben, dass er die Handelsbeziehung mit ihm eingegangen war. Jagdbeute gegen Informationen. Heute hatte er die letzte, wichtige Information geliefert. War herangehumpelt wie immer, hatte die Bälger geprüft, die der Jäger ihm schweigend dargeboten hatte und ihm dann gesagt, was er hatte in Erfahrung bringen können: Dass Unghor Schattenhand tot war... Der oberste Balg war ihm im Sturz von der Schulter gerutscht. Nomril bückte sich und zog ihn über den Leichnam, ohne ihn anzurühren. 'Ich hoffe, du weißt das zu schätzen. Du warst zäh, du hattest den schnellen Tod verdient.' Wirklich? Der Mann war ein Händler gewesen, nachdem ihn ein schwerer Unfall zu einem Invaliden hatte werden lassen. Als ihm die Möglichkeit in den Kampf zu ziehen genommen worden war, hatte er sich einen neuen Weg gesucht. Viele andere seines Volkes hätten in so einer Situation den Lebenswillen verloren oder sich sogar getötet – obwohl Unfälle und Kriegsverletzungen nichts ungewöhnliches waren. Nomril verzog angeekelt das Gesicht. Was für eine widernatürliche Einstellung. Vielleicht war es diese Andersartigkeit des Händlers gewesen, welche die Übereinkunft hatte zu Stande kommen lassen: Allein durch die Sengende Schlucht und die Brennende Steppe zu ziehen und zu überleben erforderte nicht einfach Mut, es verlangte eine gehörige Portion Gerissenheit, Wachsamkeit und Können. Auch von einen Dunkeleisernen. Nomril wandte sich ab, kehrte zurück zu seinem kleinen Lagerplatz und begann mit wenigen geübten Handgriffen seine Sachen zu packen. Schwermut hatte sich seiner bemächtigt. Erst als der Widder beladen war und er sein Pferd beim Zügel aus der kleinen Schlucht hinaus führte, kam der Gedanke zurück und ihm wurde klar: Er wusste nicht, wohin er sich jetzt wenden sollte, hatte kein Ziel mehr. Diese Jagd war zu Ende.
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