Alystin
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| Name des Charakters | Alystin Nadaire |
| IG-Name | Alystin |
| Geburtstag | 13. Dezember |
| Geburtsort | Dalaran |
| Familienstand | in einer Beziehung |
| Körpergröße | 1,78 m |
| Handwerkliche Berufe | Schneiderin, Ingenieurin |
| Rasse: | |
| Klasse: | |
| Charakter Spezialisierung: | Gebrechenshexe |
| Gilde | |
| Wohnort: | meist auf Reisen, sonst in Stormwind |
Name des Charakters: Alystin Nadaire (falsche Identität: Anshara Eisglanz)
IG Name: Alystin
Charaktertitel: keiner als Alystin, als Anshara: Schreiberin der Stadtwache
Charakterklasse: Hexenmeisterin
Charakterrasse: Mensch
Inhaltsverzeichnis |
Aussehen des Charakters
Allgemeine Informationen
Alystin ist eine junge Frau, um die 25, die wegen ihrer dunklen Gabe schon recht oft in Schwierigkeiten gekommen ist und sich, nach einigen Ereignissen, für das weitere Studium der Schattenmagie und des Nethers entschieden hat. Sie hat eine große Abneigung gegenüber Dämonen und verbringt oft viele Stunden in Bibliotheken. Ihre Gestalt ist schlank, gepflegt, recht hübsch, großgewachsen und scheint von einer gewissen Aura der Traurigkeit umgeben zu sein. Auf den ersten Blick erscheint sie wie eine nette und attraktive junge Frau, doch liegt viel Unsicherheit und Schuld unter dieser Fassade. Alystin steht sehr treu zu ihren Freunden und versucht meist, richtig zu handeln, allerdings gelingt das nicht immer. Zur Zeit arbeitet Alystin verdeckt als Schreiberin der Stadtwache von Sturmwind und führt dabei den Namen "Anshara Eisglanz". So versucht sie ihre Natur als Hexe zu tarnen. Alystin ist sehr neugierig und schnell zu begeistern, was sie schon oft in Schwierigkeiten gebracht hat, da sie oft sehr intuitiv handelt. Ausserdem steht sie treu zu ihren Freunden und würde für die Personen, die sie liebt, praktisch alles tun. Dabei geht sie manchmal allerdings zu weit. Aufgrund der Ereignisse in Dalaran fühlt Alystin sich eigentlich nirgends wirklich zu Hause und ist viel auf Reisen. Diese Ruhelosigkeit findet sich in ihrem ganzen Leben.
Familie
Alystins Eltern starben, als sie 11 Jahre alt war. Ihre einzige lebende Verwandte ist ihre Schwester Nadana, die sie aufgezogen hat. Nadana ist eine Magierin und unterrichtete Alystin in Dalaran auch in der Magie. Ausserdem half sie ihr durch die Magieschule der Kirin Tor zu kommen. Zur Zeit sucht Alystin nach ihrer Schwester.
Geschichte (Zusammenfassung)
Alystin wurde in Dalaran, als Tochter von Saina und Ristan Nadaire geboren. Ihre Eltern waren beide Magier der Kirin Tor, allerdings starben sie früh bei einer Expedition und Alystin wurde von ihrer älteren Schwester Nadana, ebenfalls einer Magierin, aufgezogen.
Schon früh war sie von den Wundern Dalarans und der Magie fasziniert, was Nadana auch förderte. So trat auch Alystin in die Fußstapfen ihrer Eltern und begann mit dem Studium des Arkanen. Ihre Schullaufbahn zeichnete sich zwar durch eine Begabung für die magischen Künste aus, doch auch durch große Faulheit. Nadana musste Alystin oft durch einige Prüfungen helfen, da sie zu wenig gelernt hatte und zu schnell durch viele andere Dinge abgelenkt war. Trotzdem sah es lange so aus, dass auch sie irgendwann eine Magierin sein würde.
Dann kam die Legion und das Ende Dalarans. Alystin war gerade 17 Jahre alt, als Kel'Thuzad vor den Toren der Stadt die Tore des Nethers öffnete und Dämonen über die Stadt herfielen. Nadana führte Alystin, unter dem Vorwand einen Fluchtweg zu kennen, in die Tunnel unter der Stadt. Dort warteten Kultisten des Kultes der Verdammten, zu denen auch ihre Schwester schon lange gehörte, um ein Ritual an Alystin durchzuführen. Nadana hatte sie heimlich all die Jahre auf diesen Moment vorbereitet: Ein mächtiger Dämon, der großes Wissen hatte, sollte in Alystins Körper fahren. Dafür musste sie dem Nether und den Schatten geöffnet werden, damit das Wesen in ihren Leib gezogen werden würde. Drei Tage lang versuchten die Dämonenanbeter Alystins Willen zu brechen und folterten sie. Ihre Magie wurde mit der Macht des Nethers vergiftet und ihr Körper mit Schatten erfüllt. Durch magische Runen, die ihr eingebrannt wurden, sollte der Dämon gefangen und ihre Magie verderbt bleiben. Doch das Ritual wurde nie beendet. Nadana befreite Alystin, als diese schon fast wahnsinnig war. Ihr Leiden hatte etwas in ihrer Schwester geweckt, zumindest glaubt das Alystin, und sie konnte sie nicht einfach der Dunkelheit opfern.
Zusammen konnten sie fliehen, doch wurden die Schwestern verfolgt und Nadana sah nur eine Möglichkeit zur Flucht: Ein Portal. Sie warf Alystin hindurch und schloss es danach. Nadana wurde von den Kultisten ergriffen, dies war das letzte Mal, dass sie sie sah.
Alystin erwachte in der Abtei von Northshire, wo die Mönche sie gesund pflegten. Allerdings spürte sie die Dunkelheit in sich und auch die Sucht nach der Magie des Nethers. Um niemanden zu gefährden zog sie sich tief in die Wälder zurück, wo sie glaubte, niemanden mit ihrer Verderbtheit zu treffen und in Versuchung geführt werden würde, doch Zauber anzuwenden.
Fünf Jahre lebte Alystin als Einsiedlerin. Sie sprach kein Wort und versuchte jeden Kontakt mit Menschen zu vermeiden, in der Hoffnung die Welt würde sie vergessen. Doch dies war nicht der Fall. All die Jahre suchte der Kult nach ihr, um das Ritual zu Ende zu führen. Ein Dämon fand sie schließlich, als sie Beeren im Wald sammelte. Alystin wäre gestorben, wenn sie sich nicht mittels ihrer dunklen Magie gewehrt hätte. Die Dämme ihres Geistes brachen. Sie fühlte die Sucht nach Magie, aber auch den Wunsch nach Rache und auch die Hoffnung, mit ihrer dunklen Gabe doch etwas Gutes tun zu können. Auch hatte sie genug von der Einsamkeit und sie beschloss den Wald zu verlassen, um verstehen zu lernen, was mit ihr passiert ist, ihre Schwester zu suchen, und die Schatten zu studieren.
(Fortzetzung folgt)
Geschichte (lange Version)
Achtung: Lang und düster
Kapitel 1: Verdammnis
Alystin zog den Schal fester um ihr Gesicht und blickte nach Süden. Der eisige Wind Winterquells, der gegen sie peitschte trug nicht nur den Geruch von Schnee mit sich, sondern auch von Verdammnis. Sie konnte spüren, wie die Tränen, die ihre Augen füllten zu Eis wurden. So schloss sie sie und schaute weg und gab dem Dämonenpferd die Sporen, so dass sie sich schnell von den Mauern der Ewigen Warte entfernte.
„So endet es also“, murmelte sie. „Wie konnte es hierhin kommen?“ Es waren rhetorische Fragen, Alystin kannte die Antworten und sie wusste, dass es gut war, wenn sie jetzt sterben würde. Das Eis und der Schnee, die Kälte und die Dämonen im Süden, sie waren ihr Schicksal und dieser Ort würde ein angemessenes Grab für sie sein. Jeder stirbt allein, besonders die, die sich der dunklen Macht hingaben. Wie konnte es dazu gekommen?
Dalaran (8 Jahre früher)
Donner hallte und Alystin konnte die Schreie der Wachen und einiger Kirin Tor hören, die verzweifelt versuchten, die anrückenden Dämonen aufzuhalten. Der Himmel hatte eine grünliche Farbe angenommen und die junge Magierin konnte die dunkle Magie spüren, die Macht des Nethers, die die Barrieren zwischen den Welten zerriss. Sie fühlte sich hilflos und hatte geradezu panische Angst. Ihre Ausbildung war noch nicht abgeschlossen und nichts hatte sie auf so etwas vorbereitet. Panisch packte sie noch einige Sachen in die Tasche und betete leise zum Licht. Hoffentlich ging es Nadana gut. Alystin hatte ihre Schwester seit den ersten Angriffen nicht mehr gesehen. Einige Wachen hatten ihr zwar versichert, dass es ihr gut ging, doch das war schon einige Stunden her. Nadana war eine mächtige Magierin. Nach dem Tod ihrer Eltern hatte sie Alystin aufgezogen und sie auch auf den Wegen der Kirin Tor unterwiesen.
Auf einmal flog die Tür ihres Zimmers auf. Rauch und Schreie drangen herein und eine dunkle Gestalt stand im Türrahmen. Alystin erschrak, erkannte dann aber ihre Schwester, ihre Kleidung dunkel vom Ruß der Schlacht. „Wir müssen weg hier Aly! Es sind zu viele, nimm nur das Nötigste mit, ich kenne einen Fluchtweg“, keuchte Nadana und umarmte Alystin mit Tränen in den Augen. Die junge Magierin nickte nur und packte schnell das Bündel neben sich. Dann nahm ihre Schwester ihre Hand und sie rannten aus der Tür.
Sie liefen so schnell sie konnten. Alystins Lungen brannten von der Anstrengung und dem Rauch in der Luft. Sie liefen durch einen Teil von Dalaran, den sie kaum kannte. Einmal mussten sie sich vor Dämonen verstecken und kauerten zwischen verbrannten Steinen, bis es wieder ruhig wurde. Alles war irgendwie unwirtlich. Sie sah sich um und konnte kaum glauben, was sie sah. Die Stadt, ihre Heimat, die Heimat der Magie in Azeroth, sie wurde zerstört. Ihr ganzes Leben hatte sie hier verbracht, seit ihre Eltern gestorben waren. Nadana hatte sie hierher geholt, als sie sechs war, seit zwölf Jahren lebte sie hier, sie kannte nichts anderes. Auch ihre Liebe zur Magie war hier erblüht und sie stand kurz vor den Prüfungen. Das Alles wurde von der Legion und ihren Dienern jetzt innerhalb einer Nacht vernichtet.
Alystin wurde aus ihren Gedanken gerissen, als Nadana sie vorsichtig in einen Tunnel schob, der scheinbar unter einigen Befestigungsanlagen hindurch führte. Dumpfe Geräusche von Magie und Kriegsmaschinen hallten durch den Tunnel. Ihre Schwester hatte eine Fackel genommen und leuchtete ihr den Weg. Alystin war froh, dass sie da war, sie vertraute ihr und sie glaubt, dass sie nur mit ihrer Hilfe diesem grausamen Schicksal entkommen konnte.
Plötzlich hörte sie ein Rasseln hinter sich und drehte sich um. Ein altes rostiges Fallgitter war hinter ihnen zu Boden gefallen und versperrte ihnen den Rückweg. In einem kleinen, runden Raum vor ihnen wurden auf einmal einige Fackeln angezündet und dunkle, in schwarze Roben gehüllte Gestalten standen in einem Halbkreis, so als ob sie sie erwartet hätten. Alystin wurde bleich und fing an zu zittern. Sie waren in einen Hinterhalt geraten! Verzweifelt blickte sie zu ihrer Schwester, doch diese sah sie nur sehr ruhig und ernst an. „Es tut mir leid Alystin. Du bist für etwas ausersehen worden. Ich habe dich die ganze Zeit darauf vorbereitet, deinen Geist geschult. Hier und jetzt wird sich dein Schicksal erfüllen. Du wirst Macht in dir tragen, die du dir nicht einmal vorstellen kannst. Die Legion wird sie dir geben. Und ich. Es wird schmerzhaft sein, aber ich tue das, weil ich weiß, dass die wahre Macht dort liegt. Die nächsten fünf Tage werden hart für dich, aber danach wirst du perfekt sein!“
Alystin konnte Nadana nur anstarren. Sie war wie versteinert. Ihre eigene Schwester hatte sie ausgeliefert. Hilflos und zu geschockt, um irgendetwas zu machen, sah sie zu, wie die Person, der sie bisher am meisten vertraut hatte, eine schwarze Robe von einem der Kultisten nahm und sich in sie hüllte. Als man sie packte und in die Mitte des Raumes schleifte, war sie nicht fähig sich zu wehren. Merkwürdige, dunkle Symbole waren dort in den Stein geritzt wurden und Ketten in den Boden getrieben, an denen man sie jetzt an Händen und Füßen fesselte. Was sie fühlte war mehr als Angst. In diesem einen Moment, war alle Hoffnung verschwunden. Sie schaute nur Nadana an und wimmerte ihren Namen, doch ihre Schwester lächelte nur, als sie Messer und andere Instrumente nahm.
Die Kultisten begannen zu singen, fremdartige, disharmonische Töne. Alystin konnte sich nicht einmal vorstellen, was sie mit ihr machen wollte, wozu das diente. Einige Worte erkannte sie, es war Hochelfisch, aber in diesem Moment hatte sie zu viel Angst um auch nur einen klaren Gedanken fassen zu können.
Mit ihrer Schwester waren es Sieben, die auf sie zu traten, aber weitere lauerten im Hintergrund. Alle trugen sie Instrumente der dunkelsten Magie bei sich und vieles davon sah aus, als ob es nur gemacht wurde, um Schmerz und Leid bei einem Opfer zu verursachen.
Ihre Schwester hatte nicht gelogen. Die nächsten drei Tage waren so schlimm, dass selbst jetzt, nach acht Jahren, die Erinnerung getrübt war. Sie wurde geistig und körperlich gefoltert, ihr Fleisch so oft verletzt, ihre Magie mit so dunklen Riten durchzogen und vergiftet, dass sie damals sicher war, nie wieder ganz sein zu können. An jedem Abend, eines jeden langen Tages brannten sie eine dämonische Rune in ihr Fleisch am Rücken. Mit jeder dieser Male merkte sie unbewusst, wie sowohl ihr Verstand, als auch jegliche Reinheit und Licht von ihr flohen. Einmal erinnerte sie sich, wie sie eine Freundin, eine junge Magierin in den Raum schleiften, ihr Körper war auch von Folter gezeichnet. Sie drohten Alystin mit all dem, was sie ihr antun würden, wenn sie sie nicht töten würde, mit ihrer neuen dunklen Macht.
Und Alystin tötete sie, mit der Macht der Schatten, die nun in ihrem Körper aufkeimte, wie ein Tumor. Sie konnte nicht ertragen, dass sie weiter gefoltert wurde, sie wusste, der Tod ist eine Erlösung, gegen die Verdammnis, die sie erwartete. Danach machten sie sich weiter mit ihren Haken, ihren Flüchen und ihren Brandeisen über Alystins Körper her. Doch schlimmer noch, als all die Schmerzen, die Dunkelheit und der Wahnsinn, den sie in sich spürte, war die Erkenntnis, dass ihre Schwester immer dabei war und half, sie zu foltern.
Es war in einer der wenigen Pausen, nachdem das dritte Mahl in ihr Fleisch gebrannt wurden war und man sie kurz ausruhen ließ, damit sie sich für die weiteren Qualen erholen konnte, dass Nadana zu ihr kam.
Alystin war in diesem Moment zu schwach, um überhaupt auf zuschauen. Innerlich hatte sie aufgegeben. Einige der Kultisten waren dabei etwas über einen Dämon zu diskutieren, den sie Hüter der Pforten nannten und standen recht weit entfernt. Ihre Schwester legte eine Decke über sie und sah sie an. In ihrem Blick, war etwas, was Alystin nur schwer deuten konnte, vielleicht war es Mitleid, vielleicht sogar Reue. „Es tut mir leid, Aly … ich kann das nicht, ich kann dich nicht so leiden sehen, es tut mir leid …“, flüsterte sie und legte ihr sanft den Finger auf die Lippen. „Diese drei Tage, ich … ich kann dich nicht dem Verderber ausliefern … sie sind unaufmerksam, wir werden fliehen!“ Dann öffnete sie vorsichtig die Fesseln um Alystin Arme und Beine und blickte sich zu den Kultisten in der Ecke um. Nadanas Lippen formten einen Zauber und Ketten aus Eis schossen aus dem Boden. Die Dämonenanbeter schrien und versuchten eigene Zauber, doch die Überraschung gab ihrer Schwester einen Vorteil.
Sie schnappte sich Alystin und half ihr beim Aufstehen. Dann zerrte sie sie in einen Tunnel. Sie lief so gut sie konnte, doch die Schmerzen waren zu groß. Einige halb verheilte Wunden rissen wieder auf und sie viel immer wieder hin. Ihre Lungen brannten und alles was sie tun konnte, war sich an Nadana zu klammern, während die Geräusche hinter ihnen immer lauter wurden. Als sie ihre Verfolger schon sehen konnte, traten sie aus dem Tunnel hinaus ins Licht. Kühle Bergluft umspielte sie. Hinter ihnen ragten die zerstörten Ruinen Dalarans auf. Nadana zerrte sie einen Hügel hinauf, doch hinter ihnen waren die Kultisten kaum mehr 30 Schritt entfernt. Einige Pfeile flogen vorbei, doch wohl nur zur Warnung, man wollte Alystin ja nicht töten, das Ritual musste noch zwei Tage weitergehen.
Ihre Schwester blickte sie dann an und umarmte sie. „Es tut mir leid … ich kann das nie wieder gut machen. Bitte verzeih mir! Ich werde sie aufhalten, du muss fliehen und leben!“ Alystin konnte nicht antworten, ihre Kehle war trocken und rau von den Schreien, sie drückte nur schwach Nadanas Hand, als Tränen ihre Wangen hinunter liefen.
Ihre ältere Schwester stand auf und sprach einen Zauber, der ein Portal aufriss und zeigte mit ihrer Hand darauf. „Flieh Alystin! Du musst leben!“ Dann blickte sie zu den näher kommenden Kultisten und begann einige Zauber zu sprechen.
Alystin wankte, kroch fast mehr, auf das Portal zu und fiel dann hindurch. Verzweifelt schaute sie sich um, doch das Letzte, was sie sah, als es sich schloss, war wie einige Dämonen und schwarze Magier über Nadana herfielen und zu Boden rissen. Dann wurde sie ohnmächtig.
Kapitel 2: Stille und Wissen
Stimmen drangen zu ihr in die Dunkelheit. Sie wirkten, als ob sie weit weg wären, und schienen wie das Echo in einem Brunnen in ihrem Geist wiederzuhallen. Langsam und schmerzvoll öffnete Alystin die Augen. Zuerst betete sie, hoffe sie, dass alles nur ein Traum war, dass sie gleich die Stimme ihrer Schwester hören würde. Doch als sie sich umsah und die Erinnerungen auf sie eindrangen, begannen Tränen der Verzweiflung ihre Wangen hinunter zu rinnen.
Vorsichtig schaute sie sich um. Sie lag in einem kleinen Zimmer in einem weichen Bett. Ihr Körper schmerzte überall, doch ein Blick unter die Bettdecke bestätigte, dass ihre zahlreichen Wunden verbunden waren und einige davon schienen sogar geheilt und kaum mehr zu erkennen. Schlimmer aber, als der körperliche Schmerz, war für Alystin die Erkenntnis, die sich in ihren Verstand bohrte. Sie hatte alles verloren. Ihre Heimat, ihre Schwester, ihre Unschuld und auch ihre Magie. Mit jedem Atemzug spürte sie, wie die arkanen Ströme Azeroths in ihren Körper drangen und dort von den dunklen Energien des Nethers verbogen und vergiftet wurden. Genau, wie die, die ihr das angetan hatten, war sie zu einem Makel auf dieser Welt geworden, zu einem Monster, dessen alleinige Anwesenheit das Licht beschmutzt.
In diesem Moment konnte sie nichts anderes tun, als zu schreien. Alystin schrie aus Wut, aus Trauer und aus Verzweiflung. Ein junger Priester des Lichts kam in ihr Zimmer gerannt und versuchte sie zu beruhigen, doch es gelang ihm nicht. Schließlich sank sie zurück in die umhüllende Schwärze einer Ohnmacht.
Es dauerte lange, bis sie sich beruhigte. Mehrere Tage war sie nicht ansprechbar. Die Mönche erzählten ihr, dass sie sie in der Nähe der Abtei von Northshire, schwer verletzt im Wald gefunden hatten. Sie versorgten und heilten ihre Wunden, versuchten zu erfahren, was ihr geschehen war. Doch Alystin sprach nicht.
In ihr tobte ein Kampf. Sie fühlte sich schlecht, ja sie verabscheute sich und dass was aus ihr geworden war. Wenn sie die Kraft gehabt hätte, wäre sie in den Tod gegangen. Doch einerseits hatte Alystin kaum die Stärke selbst aufzustehen und andererseits konnte sie nicht Selbstmord begehen. „Lebe!“, hatte ihre Schwester gesagt, bevor sie gestorben war. Alystin konnte dieses Opfer nicht entweihen, sie konnte nicht einfach sterben, sonst wäre ihre Flucht und die Schrecken, die Nadana in ihren letzten Momenten erlebt haben musste, umsonst gewesen.
Nach zwei Wochen in der Abtei hatte sich Alystin genug erholt, um sie zu verlassen. Noch immer hatte sie kein Wort gesprochen, aber sie dankte den Mönchen mit Gesten. Sie hatte eine Entscheidung getroffen. Sie würde nie wieder sprechen, nie wieder einen Zauber intonieren und schon gar nicht in der Nähe von Menschen leben, die durch die Kräfte, die in ihr tobten gefährdet werden könnten. Aber sie würde leben, sie würde ihre Schwester nicht verraten, so wie sie es getan hatte.
So ging Alystin in die Wälder von Elwynn. Während der Krieg im Norden tobte und viele Menschen in die Schlacht gegen die Geißel und die Legion zogen, suchte sie sich ein neues Heim. Die ersten Monate waren sehr hart. Zwar fand sie eine kleine verlassende Hütte, doch Alystin hatte nie in der Wildnis gelebt. Am Anfang ernährte sie sich von Wurzeln und Beeren, doch den Winter hätte sie nie überstanden, ohne die Hilfe der Mönche. Der tägliche Kampf ums überleben verdrängte zumindest ihre Gedanken an das, was sie verloren hatte. Irgendwann im zweiten Jahr schenkte ihr einer der Priester ein altes Spinnrad, das sie reparieren konnte. Scheinbar hatten sie Mitleid mit der jungen Frau, die niemals sprach und allein in den Wäldern hauste.
Mit dem Spinnrad konnte sie etwas Wolle spinnen und zumindest so ein wenig Geld verdienen, um sich die Dinge zu kaufen, die sie nicht selbst herstellen konnte. So war Alystins einziger Kontakt zu anderen Menschen der kurze Besucht in Goldshire, wo sie ihre Wache verkaufte und dann verschwand. Sonst mied sie jeden Kontakt. Oft lag sie nachts wach, von den Träumen ihrer Vergangenheit gepeinigt und manchmal hatte sie das Gefühl verrückt zu werden. Die Einsamkeit und Stille der langen Tage und noch längeren Nächte war wie ein Schild um sie, ein Panzer, der sie aber manchmal drohte zu ersticken. Die Jahreszeiten zogen vorbei, die Legion wurde am Berg Hyjal geschlagen, die Jahre gingen ins Land, doch für Alystin war ein Tag wie der andere. Sie lebte, doch innerlich war sie tot. Sie war mehr wie ein Geist, als alles andere.
Es war Sommer im dritten Jahr in Elwynn. Ein Gewittersturm hatte die ganze Nacht gewütet. Alystin hatte kurz Angst gehabt, dass ihre Hütte vom Regen und Sturm weggerissen würden werde.
Als sie am Morgen aus ihrer Hütte trat, waren viele Bäume umgestürzt und auch ihr Dach brauchte eine Reparatur. Sie wollte sich gerade daran machen, aufzuräumen, als sie ein leises Fiepen hörte. Es kam von einem kleinen Haufen Blättern und Geäst, die gegen ihr Hauswand geweht wurden waren. Vorsichtig schaute sie nach. Eine kleine Eule, eher ein Kauz, lag dort. Der Sturm hatte sie wohl gegen das Haus geschleudert. Eine kurze und sehr vorsichtige Untersuchung, zeigte Alystin, dass sie sich wohl einen Flügel gebrochen hatte. Etwas brach in diesem Moment in ihr hervor. Für einige Zeit saß sie nur neben der kleinen Eule und weinte. Dann brachte sie sie in die Hütte und begann vorsichtig den Flügel zu schienen. Es war schwierig, der Vogel wehrte sich sehr, doch Alystin war geduldig und hatte in Dalaran zum Glück auch etwas über Heilkunde gelernt. Auch wenn es schwierig war, da sie ja ein Tier und keinen Menschen behandelte, irgendwie schaffte sie es.
Cassandra, wie sie die Eule nannte, erholte sich schnell. Alystin war sicher, dass dieser kleine Vogel sie vor dem Wahnsinn gerettet hatte. Zum ersten Mal seit drei Jahren war sie nicht mehr einsam. Die kleine Eule leistete ihr Gesellschaft und sie sprach zu ihr. So bewahrte sie sich, davor innerlich zu sterben. Auch als es Cassandra besser ging und sie schon selbst jagen konnte, blieb sie immer in Alystins Nähe. Auch wenn sie sicher war, dass das Tier sie nicht verstand, so erzählte sie ihr alles. Gegenüber den wenigen Menschen, die sie traf, schwieg sie und hielt Abstand, zu sehr fürchtete sie sich vor dem, was sie mit der Dunkelheit anrichten konnte.
Während Alystin ihr Leben im Wald weiterführte und die Welt vergaß, in der Stille der Welt, erholte sich Azeroth langsam von den Schrecken des Krieges der Geißel und der Legion. Viel war verloren, doch die verschiedenen Völker bemühten sich die Schäden zu beheben, die so viele Leben gekostet hatten. Viele fielen auch wieder in alte Feindschaften zurück und vergaßen die Feinde, die immer noch in den Schatten lauerten.
Auch Alystin vergaß langsam. Zwar wachte sie manchmal noch schreiend in der Nacht auf, doch ihre Tage wurden ruhiger. Ein Monat glich dem Anderen. Fünf Jahre waren vergangen, als sich alles änderte und sie aus ihrer Starre erwachte. Während sie einige Kräuter und Beeren suchte, Cassandra hoch über ihr fliegend, hörte sie auf einmal ein Geräusch aus dem Unterholz.
Sie erstarrte, und hob vorsichtig den Stock zur Verteidigung. Die Laute ähnelten keinem Tier, das sie kannte. Ein plötzlicher Schmerz in ihrer Schläfe schließlich und das aufgeregte Kreischen Cassandras über ihr, überzeugten sie schließlich, dass etwas unnatürliches dort lauerte. Es war ein Gefühl wie bei dem Ritual, ihr Magen drehte sich um und sie wusste, dass das was dort lauerte, „falsch“ war und unnatürlich.
Gerade als sie diesen Gedanken gefasst hatte, sprang es hervor. Krallen griffen nach ihr, ein Fauchen war zu hören und Schmerz durchzuckte ihre Schulter, als die kleine Kreatur, eigentlich nicht mehr als ein Wichtel, seine Fänge in sie schlug. Alystin fiel zu Boden und schlug hart auf dem Waldboden auf. Sie schrie und versuchte den Dämon irgendwie von sich abzuschütteln, doch sie war zu schwach. Das Wesen schien in einer Art Blutrausch zu sein, seine Klauen und Fänge waren überall und sie war sicher, dass sie gleich nicht mehr die Kraft haben würde, sie zu wehren, sie hatte schon zu viel Blut verloren.
„So endet es also.“, flüsterte Alystin leise. Sie würde doch durch die Dämonen sterben, alles was passiert war, um sie zu retten, war umsonst gewesen. Dieser Gedanke machte sie wütend. Zorn stieg in ihr auf. Zorn auf ihre Schwester, die Legion, diesen Dämon, die Welt und schließlich und am meisten, auf sich. Sie schrie wütend, und so laut, dass selbst der Wichtel sie kurz erschreckt anguckte. Dann ballte sie ihre Wut in einen Punkt und schleuderte sie gegen die Kreatur, die sie angegriffen hatte. Als die dunkle Macht durch sie fuhr erlebte sie einen Rausch, wie sie ihn noch nie gekannt hatte. Es fühlte sich gut an und sie lachte. Der kleine Dämon wurde von einem Blitz aus reinen Schatten getroffen und löste sich förmlich auf. Fünf Jahre war es her, dass sie auch nur ein Wort der Magie gesprochen hatte. Doch jetzt fühlte es sich so vertraut an, als ob diese Macht nie weg gewesen wäre. Vielleicht fühlte es sich sogar besser an. Dieser Gedanke machte ihr zwar Angst, aber als sie zu dem dunklen Fleck sah, wo eben noch der Dämon war, da lächelte sie.
Vielleicht hatte sie sich geirrt. Vielleicht musste sie kein Makel sein, wenn sie diese Macht rief. Sie hatte dieses Wesen leichter vernichtet, als sie es mit ihrer „reinen“ Magie je gekonnt hätte. Was wäre, wenn sie die dunkle Gabe benutzen würde, um gegen die Legion und ihre Schergen zu kämpfen? Plötzlich erschien der Wald, in dem sie so lange gelebt hatte, so klein, ihr Leben hier so nutzlos. Noch etwas anderes erwachte in diesem Moment in ihr: Der Wille zur Rache. Sie würde die Legion und alle, die sie verraten und gefoltert hatten, büßen lassen. Sie verdrängte diesen Gedanken, er fühlte sich so kalt und grausam an, dass er ihr Angst machte. Doch vielleicht war es in Wirklichkeit der Hauptgrund, der sie dazu brachte, in die Welt zurückzukehren. Nachdem der Rausch der Magie vorbei war, fühlte sie den Schmerz ihrer Wunden und noch einen anderen, die Runen an ihrem Rücken brannten vor Macht. Zuerst glaubte sie es nicht ertragen zu können, doch je länger sie dagegen ankämpfte, desto besser fühlte es sich an.
Nach wenigen Tagen war Alystin bereit zu gehen. Sie hatte beschlossen zu lernen. Einmal die Welt neu zu erleben, aber auch zu verstehen, was aus ihr geworden war und dieses Wissen, dann dazu benutzen, die Überreste der Legion auf dieser Welt zu bekämpfen. Sie blickte nicht zurück, als sie die Hütte verließ, sie wusste, dass dieser Abschnitt ihres Leben vorbei war, sie würde nie zurückkommen.
Kapitel 3: Macht (folgt)
Engste Freunde
Estalia; Kirgana von Freienfels; Curastor von Freienfels; Niraya; Deveren ap Ailil;
Zitate
"Leben ist das Wichtigste!" (übernommen von Estalia)
"Das sieht aber interessant aus."
"Ich ertrage das Licht nicht lange, auch wenn ich mich danach sehne. Ich liebe die Dunkelheit zu sehr. So wandle ich im Zwielicht"
